nicht einfach
Ich merke, es ist nicht einfach mit Schreiben das auszusagen, was ich auch wirklich meine. Wie ich das so hingeschrieben habe, Frauen handeln ihre Erzeugnisse untereinander. Eine schöne Vorstellung, die ja so auch schon funktioniert, da hat Karin recht (siehe ihr Comment gestern). Blos ich sehe es nicht so romantisch. Klar kann ich meine Sachen unter Frauen handeln. Ich kenne aber sehr wenig Frauen, die auch davon wirklich leben können. Oder bin ich nicht in den richtigen Kreisen? Erzählt mir mal! So nebenbei, für ein zusätzliches Taschengeld eigene Waren verkaufen, no Problem. Die mehreren Frauen, die ich kenne, haben Jobs und/oder Ehemänner. Oder sind in Rente, die sie sich sauer verdient haben.
Dann: die "wirkliche" Finanzwelt. Die Großen, die die Millionen schieben. Minderwertige Waren und Inhalte so lange bunt mit Ideologien aufblasen, bis wir kaufen. An der Herstellung dieser Waren gehen in anderen Ländern Menschen zu Grunde. Und keinen störts jeder kaufts. Und das Geld kreist nicht mal mehr. Weil die einen Mehrwert erzeugt haben, den sie nach oben absaugen. Und wir? Verkaufen uns gegenseitig mal ein paar selbstgestrickte Socken für ein paar Euro. Die anderen haben in der Zwischenzeit unsere Träume zu ihrem Gold gesponnen.
arbeit

Wir sind doch doof, oder nicht? Jede kämpft so für sich alleine. Wir haben kaum Struktur, kein "Vertriebsnetz". Ich würde jetzt nie blind patriarchale Marketingregeln übernehmen. Aber blöd sind die ja auch nicht, man kann diese Regeln ja anpassen. Andernfalls sind wir so blöd und verhungern vor lauter Geld-und-Macht-ist-böse-Ideologie. Macht ist auch für sich selbst sorgen können. Momentan hats jede Frau irre schwer sich da raus zu winden. Verlässt du deinen Mann, buckelst du als nächstes für irgendeinen Chef. Weil noch kein Netz da ist, das eine Frauengesellschaft erschaffen hat. Das Patriarchat ist auch nicht von Heut auf Morgen so mächtig geworden. Das ging schon über Generationen. Wir sind noch lauter Einzelkämpferinnen. Ich persönlich verdiene zwar mein eigenes Geld, aber sponsore mit meiner Arbeitskraft andere Leute, die mich eigentlich nichts angehen, die an mir verdienen.
holz und stein am schreibtisch

Haben ein paar Frauen eine gute Idee, bauen sich ein Geschäft auf, z.B. Frauenbuchladen, Verlag, Frauenhotel oder ähnliches kämpfen sie permanent gegen den Ruin. Ich hab da jetzt auch nicht die einfache Lösung, aber einen Workshop "Synthese matricharchale Kultur und moderner Wohlstand für alle" zu machen hatte ich schon Lust. Aber irgendwie glaub ich der Workshop hat schon lange angefangen...dieser ganze Wahnsinn, der ständig passiert ist doch auch ein Ausdruck dafür, dass ein arm-reich stark-schwach herrscher-untertanen System in sich nur mit Gewalt zusammengehalten werden kann, weil es nicht natürlich von selber hält.



6 Kommentare:
liebe ingrid,
ja, stimmt schon. vielleicht sehe ich das ein bisschen romantisch, aber ich finde die diskussion sehr interessant.
mir fällts an der stelle aber auch schwer, mich auszudrücken, möglicherweise ist das symptomatisch.
klar buckle ich so die meiste zeit auch für irgendwelche leute vor mich hin, die mich gar nicht interessieren. klar beiße ich auch die zähne zusammen oder auch mal in einen sauren apfel.
aber ich mag auch nicht auf die großen millionenschieber schauen und sagen, die spinnen die träume zu gold. wenn ich mir anschaue, wie die selber aussehen nach ein paar jahrzehnten, muss ich sagen, irgendwas muss da schief gelaufen sein mit ihrem gold. mag schon sein, dass sie dann in ihrer villa mit pool sitzen. aber ich würd mir lieber ein bein abkauen, als ihnen dabei gesellschaft zu leisten.
ich glaub eher, die verkaufen uns scheiße für gold.
meine träume geb ich für sowas nicht her. in der großen wilden arbeitswelt schmeiße ich mich einfach in meine tarnung und versuche rauszuholen, was ich brauchen kann, den rest schmeiß ich weg. und ich flieg auch öfter wo raus.
aber es wär natürlich schön, wenn wir nicht alle einzelkämpferinnen wären. wobei ich sagen muss, meine freundinnen versorgen mich meist mit wertvollen informationen, geht's nun um jobs, oder um eine wohnung oder was auch immer. geld haben wir vielleicht alle nicht viel, gemessen daran, was man haben kann, aber geht's darum wirklich?
gibt auch leute, die haben immer diese nagende angst:lohnt es sich?
ich glaube, macht ist nicht böse und geld auch nicht, aber diese angst.
ich glaube, da fängt es an, dass die leute wirklich die letzte hemmung fallen lassen und einfach alles mit sich machen lassen: wenn man sie an ihrer angst zu fassen kriegt. ich nehme an, das ist der grund, warum wir auch ständig mit irgendwelchen arbeitslosenstatistiken etc. bombardiert werden.
im grunde genommen, funktionieren menschen ja immer sehr emotional, egal wie viele zahlen und apparate sie dazwischen schieben. auch die gescheiten wirtschaftsforscher haben jüngst entdeckt, dass aktienmärkte zu einem großen teil über gerüchte, hysterie, angst, glauben funktionieren. vielleicht sollten wir mädels uns also einfach unsere scheibe davon abschneiden und statt einem ökologisch korrekten oder einem islamisch korrekten fonds im großen teich eine frauengeldscheffelungsmaschine erfinden, die uns auf immer versorgt.
aber der eigentliche knackpunkt ist für mich nicht das Werkzeug, sondern die Emotion, die Angst,und davon haben die meisten Mädels ja genügend inkorporiert.
liebe grüße,
katrin
liebe karin,
ja klar. es ist ja nicht das geld an sich, mich wundert halt wie uns ein paar leute so dermaßen am Wickel haben können und uns an der Nase rumführen... die Emotionen sind wohl der Knackpunkt. Angst mittellos zu sein und als verrückt abgestempelt zu werden, dem sollten wir mal irgendwie den Nährboden entziehen.
Ich ergehe mich ja gern in so Überlegungen, im Prinzip kann ich aber auch die Welt nicht ändern... nur mich. Es immer gut, Frauen zu finden die ähnlich denken, das macht schon stärker...
klar kann frau die welt ändern! stark sind wir ja schon ;-)
liebe grüße,
katrin
hallo,
also wir sind doch auf einem guten weg. auch wenn mir alle formen des feminismus usw. bekannt sind und ich seit jahren selber genau an diesen fronten kämpfen, trotzdem: radikalfeminismus und all diese ideen haben ausgedient. schau dir doch mal alle strömungen zum gendermaistreaming an, da bewegt sich was. es läuft viel im moment, aber es geht eben auch nicht sooo schnell. zudem gibt es einige super netzwerke für frauen in führungpositionen oder für solche die da hinwollen. hier sind auch marketingstrategien mit einbezogen. die netzwerke unter erfolgreichen frauen werden gerade geknüpft über viel metoringprojekte die in allen städten am laufen sind. und ich denke nur das wird wirklich wirkung zeigen, wenn frauen sich zusammenschliessen um sich dann mit gemeinsamen strategien und netzwerken ans patriarchat andocken, damit etwas ganz neues entstehen kann. also nicht ganz so schwarz sehen bitte und sich umhören...... gruß kathrin
Liebe Ingrid,
ich finde diesen Eintrag von den Frauenprojekten, die kurz vor dem Ruin stehen, deshalb besonders interessant, weil ich auf Ihrer homepage lesen kann, dass Sie in Sachen Buchverkauf auf amazon.de verweisen. Wie ist denn das zu verstehen? Ist der Internetbuchladen Amazone ein Frauenbuchladen? Wohl kaum, oder????
Gruss, Ingrid
ich mag so ne art mit 4 fragezeichen nicht. sehe nicht ein, dass ich mich für irgendwas rechtfertigen muss.
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