tja
Vera schreibt von unserer ersten Begegnung. Es ging um das Beatles White Album und um Mick Jagger. Vor ein paar Monaten hab ich was im Fernsehen über die Stones gesehen. Da wurde mir wieder diese unglaubliche Magie und Ausstrahlung bewusst, die sie hatten. Hatten. Was die Songs heute noch auslösen, klar Erinnerung, ein wahnsinniges Gefühl, magisch. So toll wars aber eigentlich nicht, es ging um Hörigkeit nach hübschen Kerlen und um Drogen. Aber es brizzelte so ganz ungeheuerlich. Im Grunde zogen sie eigentlich nur Frauenenergie.

Morgen früh fahre ich zu meiner Mama, sie hat 65. Geburtstag. Eine sehr sanfte Löwin...

Momentan schwimmt mein Bewusstsein wieder oben auf der Wasseroberfläche. Das geht bei mir zyklisch. Abtauchen, auffliegen, wie eine Haut über einem Pudding liegen. Der Text gestern über das Geld hat auch damit zu tun, das ich manchmal alle Meinungen und Aussagen so irrelevant finde, weil alle einzeln für sich eine Art Splitter der ganzen Wahrheit sind und keine für sich falsch oder allein richtig ist. Dann bekomme ich eine Ahnung von der größeren Wahrheit jenseits aller Worte.

Zusammenhänge mit Worten zu ergründen und zu beschreiben ist wiederum Wirklichkeits schaffend, sie kippen schon das Unsichtbare ins Sichtbare. Ganz besonders unsere inneren Mantras. Komischerweise haben wir oft so negative, "man bin ich blöd" oder "mir gelingt ja eh nie was". Die auszutauschen ist eine lohnende Arbeit.

Obwohl ich das ja auch nicht so sehe, wie in den Eso-Büchern aus Amerika. Dieser Anspruch, finde die richtigen Glaubensätze und du wirst schön, Millionär und hast umgehend eine erfüllte Beziehung. Finde ich Quatsch.

Mir geht es um die Ausdehnung des Moments, nicht um das erreichen wollen irgendeines Idealzustands. Das macht unglücklich, weils doch dann immer irgendwie nicht reicht und ich bin dann auch noch selber schuld, weil ich mein inneres Selbst nicht finde. Den Moment ausdehnen, den Tag genießen oder auch Wut, Angst, Versagen zu leben und wahrzunehmen, was es tut. Wie interessant das alles ist.



11 Kommentare:
vielleicht nehmen wir uns ja alle einfach nur zu wichtig? echte demut und bescheidenheit, darüber denk ich grad nach beim lesen der zeilen und betrachten der bilder... hmmm.
Ich nehm mich gerne wichtig. Demut und Bescheidenheit ist nicht so mein Ding. Wie kommst du beim Lesen meiner Zeilen denn auf sowas?
Also ich mein: wenn dir das wichtig ist, dich nicht wichtig zu nehmen, klar ok deine Sache. Ich für meinen Teil schreibe nicht von sowas, auch nicht im Zusammenhang mit kranken Hunden und dementen Alten Menschen. Da brauch es Wachheit, Präsens, Zentriertheit, Selbstwert. Sonst kann ich nicht wirklich geben, dann laug ich mich nur aus.
ja, vielleicht hast du recht. und wenn`s dir gut geht beim dich wichtig nehmen, dann ist das ja schon mal sehr gut. und wenn du die anderen, nicht nur die dementen und die hunde dabei nicht aus den augen verlierst ist das sicher prima.
die bilder von deiner bücherwand kamen wir einfach ein wenig schräg rein. dann fang ich an mir zu überlegen, warum macht frau sowas? worum gehts hier? aber klar wir sind hier im www open space...
Hallo, Ingrid! Auch ich bin über den Link bei Luisa zu Deinem Tagebuch gekommen und auch ich finde Deine Fotos wirklich sehr sehr schön, Du hast wirklich ein Auge für sowas. Ich sage das, obwohl ich kein Fan vom Fotografieren bin - Du siehst das Wesentliche (das Wesen der Dinge)und erfasst es mit der Linse, finde ich.
Was heute dort steht, trifft auch das Wesent-liche, ich glaube, um viel mehr oder was Anderes kann es gar nicht gehen.....Zitat Ingrid "Mir geht es um die Ausdehnung des Moments, nicht um das erreichen wollen irgendeines Idealzustands. Das macht unglücklich, weils doch dann immer irgendwie nicht reicht und ich bin dann auch noch selber schuld, weil ich mein inneres Selbst nicht finde. Den Moment ausdehnen, den Tag genießen oder auch Wut, Angst, Versagen zu leben und wahrzunehmen, was es tut. Wie interessant das alles ist."
JA!!! Dankeschön dafür, war mir gerade eine echte Freude, darauf zu treffen. Und die Sache mit dem vielen Geld und der vielen Macht überwiegend in Männerhänden interessiert mich auch sehr, schon seit einigen Monaten. Macht = machen. Ob wir Frauen einfach keine Lust haben, bei diesen blöden Spielen mitzumachen? Und natürlich haben wir Angst, da sofort "Totschläger-Argumente" kommen, wenn eine Frau ihre Position und ihren Raum einnimmt.... ich spiele damit. Alles Liebe, danke für Deine Seiten hier, Regina (aus Köln, wo der Großinquisitor in Kürze erscheint; aber den werden wir schon wieder los...)
hihi, Grossinquisitor trifft es gut ;) Papa-Ratzi schon wieder so'n alter Mann..
Anonymus schreibt "Macht = machen. Ob wir Frauen einfach keine Lust haben, bei diesen blöden Spielen mitzumachen?" Ja eben das verstehe ich nicht. Denn wenn frau einerseits davon redet, wie problematisch das ist mit Frauenprojekten und Geld, wo doch Frauen so kreativ seien, und dann aber andererseits dazu auffordert, dass man Bücher beim Amazone Internetbuchladen kauft, macht man dann nicht irgendwo doch mit? Mir einscheint das zumindest immer unglaubwürdig, wenn eins gesagt wird und was anderes getan wird.
wo werde ich hier aufgefordert, bei amazon zu kaufen???
Hallo Ingrid,
auch ich finde Dein Tagebuch sehr schön, die Worte, die tollen Bilder und die Form insgesamt!
Du kommst authentisch rüber.
Ich bin selbständig als Künstlerin (mit dem Computer), Kommunikationsdesignerin und bilde in diesen Bereichen aus.
Sicher ist es ein Frauending, dass es uns oft schwerfällt vernünftige Preise zu verlangen.
Ich hatte da auch so meine Probleme.
Mein immer größeres Vertrauen in das wohlwollende Universum, die Wahrnehmung und das Überwinden von Ängsten, schenken mir die Gelassenheit ordentliche Preise zu verlangen. Denn, was nützt es mir, mich an "Billigprojekten" totzuarbeiten?
Wenn Kunden, denen meine Preise zu hoch sind, abspringen, habe ich mehr Zeit für gut bezahlte Arbeit.
Ich arbeite mit einer Programmiererin zusammen und 90% meiner KundInnen sind Frauen. Und die Projekte machen großen Spaß!
Um so klarer ich werde und alte Strukturen auflöse um so aufgeräumtere und gut zahlende KundInnen kommen zu mir.
Eigenmacht ist wichtig. Dazu gehört auch Geld. Ich möchte finanziell nicht von anderen Menschen abhängig sein.
Ich persönlich habe viel von und durch Angelika Aliti gelernt (www.schlangenberg.at).
Herzliche Grüße aus dem Osten (mal kein Gejammer),
Ulrike aus Dresden
Hallo Ulrike,
herzlichen Dank für den wunderbaren Tip mit Angelika Aliti !
Ursel
Danke für das viele Feedback!! Dazu einige Fragen: was ist an meiner Bücherwand problematisch? Ich kann schon lesen was ich will? Das ist ja auch keine zwangs-ihr-alle-müsst-das-auch-lesen-aktion. Und zum Amazon-Buchladen: wenn da jemand was bestellt, bekomme ich Prozente. Es muss keiner. Es kann sich auch wer die Titel raussuchen und beim Frauenbuchladen nebenan kaufen. Und: ich als Frau alleinstehend im Patriarchat verstehe mich mal so grundsätzlich als Frauenprojekt.
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