Montag, August 29, 2005

wieder wald



Am Wochenende war Angelika bei mir. Wir haben uns in Ungehorsam geübt und Brennnesselsamen gestreut. Wir üben unser Leben zu gestalten. Und haben keine Lust mehr gleich immer alles von oben aufgepfropft zu bekommen.



Sogar unsere Spazierwege im Wald werden ungefragt umgebaut. Für viel Geld. Und warum überhaupt? Jn der Bücherei werden Unterschriften gesammelt, weils bald kein Geld mehr gibt. Narrisch.



Das Regionalgeld ist eine gute Sache. Beispiel: der Chiemgauer



Kurz und bündig: wer unter 40000 € im Jahr verdient und keine Hausfrau daheim hat und trotzdem CDU/CSU wählt, hat irgendwas nicht mitgekriegt.



Überraschend ziemlich gut: die Brigitte, die aktuelle Ausgabe. Da steht kurz und einfach beschrieben, was die Parteien für welche Lebensformen (Patchworkfamilie, klassische Familie, Homoehe, Alleinerziehende...) an Programmen zu bieten hat.



Und Mode? Für nicht Schlanke, und dünne Kurzbeinige. Glosse: Paar sucht gemeinsame Hausfrau. Weil auch der moderne Mann einer Karrierefrau nicht wirklich Rückhalt bietet. Tja. Ich wollt schon aufhören diese Zeitung zu lesen, ich wollt aber immer irgendwie wissen, was Frauen so treiben, bzw. wie sie dargestellt werden.



Ist jetzt nicht zu 100% meine Zeitschrift, aber welche ist das schon. Jedenfalls, diese Ausgabe hat mich überrascht, nicht schlecht. Mir ist schon auch klar, dass so eine Zeitschrift eine Gradwanderung machen muss, es geht ja auch um Anzeigenkunden. Wohlbekannter Spagat... Überleben und so.



Also Tipps von Angelika: Bürgeriniziativen gründen, Leserbriefe an die Zeitungen schreiben, immer mit Fragezeichen arbeiten, nie mit Anschuldigungen.



Wichtig: Arsch hochkriegen. Bei mir ist es das Problem. Hab ne große Klappe, aber wenn es dann ans Handeln geht, muss ich schon scharf nachdenken, wie wichtig mit die Sache überhaupt ist (Quatsch/Ausrede).



Aktueller Anlass: Auf dem Geiersberg steht ein Bagger. Zauberteiche einst mit Holunder und Hasel zugewachsen sind nun freigebaggert. Oben liegen Granitsteine. Uns ist unklar warum und wieso und was das werden soll wieviel das kostet und wer wann dazu ja gesagt hat von uns.



Zweiter aktueller Anlass: Hochwasser. Bis auf die Häuser direkt am Ufer kommt ja Deggendorf immer noch gut weg. Was wird aber sein, wenn trotz Widerstand das letzte Stück frei fließender Donau begradigt wird? siehe die Freundinnen der Donau

3 Kommentare:

Am/um 1:46 PM , Anonymous Anke meinte...

Hallo Ingrid,
ich bin weiterhin neugierig. Bist du das auf dem Foto, zusammen mit Angelika? Übrigens,weiß ich, dass man Teiche ab und zu ausbaggern muß,(oder mit Schubkarre und Schaufel) weil sie sonst verlanden. Dazu ist jetzt u. Sept. ein guter Zeitpunkt, weil die Molche und Kröten groß genug sind, um sich zu retten- laut Nabu. Hab nämlich auch einen Teich, bei dem der Schlamm raus muß, ich würd aber im Leben nicht Haselnuß und Holunder weg machen. (Wenn die Wurzel in der Erde bleibt, kommen sie wieder!) Allerdings fühlt sich Bepflanzung an Hexenteichen entfernen zu Gunsten von Granitsteinen so an, als ob da im Wald ein schön ordentlicher, begradigter, übersehbarer Grillplatz entstehen soll. Damit es dann noch ne Stelle mehr im Wald gibt, auf der Leute ihren Müll zurücklassen können.
Wow - bei euch ist der Holunder ja schon reif. Bei mir fangen die grünen Kügelchen grad mal an, rot zu werden. Hier bei uns ist Mutter Natur etwas gemächlicher. So ca. 14 Tage.
Was hängt da aus dem Baum, auf dem Foto über dem Holunder?
Ach ja, was ich noch wissen möchte? Warum dürfen bei euch keine Brennesseln wachsen (Samen streuen)?
Liebe Grüße
Anke

 
Am/um 1:48 AM , Blogger Ursel meinte...

Hihi, Brennesseln säen , das ist gut !
Und was dort an dem Baum hängt, wollte ich auch grad fragen..
LG Ursel

 
Am/um 8:31 PM , Blogger Ingrid meinte...

also diese Sachen im Wald, was da vom Baum hängt und auch die schrägen Äste, das hat ein Verein gemacht, Kunst im Wald. Ist schön, nur aus Naturmaterialen und passt schön, kann auch vor sich hin verwittern und mit der Natur eins sein.
Die Brennnesselsamen haben wir an einer Stelle ausgestreut, wo 40 alte Bäume abgeholzt wurden um eine Art Park draus zu machen. Es wurden jedenfalls Wege mit Granitsplitt angelegt und kürzlich frische Erde aufgebracht. Auf die haben wir die Samen gestreut.
Ich mein Park in der Stadt, schön, keine Frage. Aber was soll denn sowas mitten im Wald? Natur entfernen und für viel Geld da was anderes anlegen? Verstehen wir nicht. Ich will mich auch bei der zuständigen Stelle informieren, was da abgeht. Auch der Teich, seht ihr das, neben dem Bagger? Ist nur noch wie ein große Schlammpfütze, kein Teich mehr. und wirklich auf 20 m rundum jeglicher Bewuchs entfernt. Also komisch. Die zuständige Beamtin hat Gartenbau studiert. Wir haben beschlossen, sie mal aufzusuchen, weil wir einfach nicht begreifen, was sie aus dem Wald machen will. Ich will es schon natürlich erst mal mit ganz normaler Kommunikation versuchen. Mal sehen.

 

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