Sonntag, September 11, 2005

wert



Etwas ganz seltsames geht vor. Ich werde auf eigenartige Weise mit meiner Vergangenheit konfrontiert, im Leben, in meinen Träumen. Ich begegne Menschen von früher, träume von meinem Vater, der mir meine Pläne druchkreuzt.



Mein Vater hatte mich missbraucht, ewige Jahre lang. Die Leute früher, die mich nicht so gut kannten, kennen mich ja nur betrunken oder völlig zu halt. Dem allen begegne ich jetzt wieder. Nachdem ich 7 Jahre schon ein ganz ganz anderes Leben führe. Diese Meinungen von damals ärgern mich immer noch und im Traum ließ ich meine Vorhaben durch die Befehle meines Vaters durchkreuzen.



Ich mache heute Abend ein Ritual, ein Ritual der Selbstvergebung und der Selbstliebe. Verwöhnen, Baden, mich feiern. Ich lasse mir nicht von so kleinen versteckten Fallen in meinem Bewusstsein den Teppich wegziehen.



Obwohl ich fast glaube, dass mir mein Bewusstsein zeigt, warum es mit dem Kennenlernen von Männern und der Sexualität nicht so gut klappt. Da ist doch immer noch so ein versteckter Befehl, mit dem ich mich für schlecht, unzulänglich, wertlos usw. halte. Der muss weg, der Befehl.



Da kipp ich immer noch um bei solchen Botschaften. Da bringt es auch nichts, dass ich es von schlampigen Kneipen in 5 Sterne Hotels geschafft habe. Da kommt mir das alles vor, als würde ich versuchen, meinen unzulänglichen Kern mit irgendeiner Angeberei zu übertönen. Das ist echt der Gipfel. Diese Gedankenkonstruktion ist alles andere als hilfreich, und ich löse sie auf.



In meiner Pubertät ist das immer so gelaufen, dass die Leute schlecht über mich geredet haben, und ich habe sie näher kennengelernt und ihnen gezeigt, dass ich doch in Ordung bin. Was sie dann auch überrascht wahrgenommen haben.



So läuft das aber nicht. Das ist doch meine Ausstrahlung, die aussendet, ich bin ganz mies und wertlos, wenn ich mich aber richtig bemühe und ganz toll bin, werde ich akzeptiert und gemocht.



Da sitzt klar der Missbrauch drin, die Meinung die ich dadurch von mir bekommen habe, eben dass ich wertlos und schlecht bin. Und das größte war dann zu erreichen, dass irgendwer sagt, ich bin doch ganz toll oder so.



Klar bin ich toll, aber nicht nur weil ich das beweise oder mir das jemand sagt. Das sind auch schon Weisheiten, die ich schon lange kenne, aber sie sitzen ganz schön tief und im Moment ist wohl so eine Zeit, dieses Programm durch ein neues zu erstetzen.Möglicherweise hab ich es auf verschiedenen Ebenen gelöst, aber es kommt wieder mein Körper ins Spiel und da lebt es wieder auf. Jedenfalls feiere ich heute Abend mein Selbst, mich, meine Schönheit, meinen Wert, meine Großartigkeit.

8 Kommentare:

Am/um 9:00 PM , Anonymous Margit meinte...

Liebe Ingrid,

Du bist noch sehr viel schöner als all die wundervollen Rosen, die Du fotografiert hast.
Ich mag Deine Seite sehr.

Viele Grüße

 
Am/um 9:24 PM , Anonymous Anke meinte...

Liebe Ingrid,
wie ich dich verstehe!
Angebot: Nimm du als schöne, kompetente, selbstbestimmte, eigenverantwortliche, liebevolle, wertvolle, großartige Frau die du bist, das Mädchen das du warst an die Hand. Zeig ihr, wie frau sich wehrt und wie frau in der Lage ist, schöne Dinge zu genießen. Nimm sie mit ins Bad, feier mit ihr zusammen, lass sie staunen und teilhaben damit sie deine Stärke bekommt.
Ich mag dich und deine Seiten sehr, oder glaubst du etwa sonst würde ich mich hier andauernd gedanklich austoben?
Liebe Grüße
Anke

 
Am/um 10:34 PM , Anonymous Anonym meinte...

Liebe Ingrid,

auch ich lese dein Weblog nun schon eine Weile und war ein paar Mal nahe dran, deine Beiträge zu kommentieren. Dieser gab nun den letzten, noch fehlenden Impuls. Du beschreibst so klar, so feinfühlig, was mit dir geschehen ist, gehst den Weg der Heilung mit so viel Geduld und Entschlossenheit, dass ich tief berührt bin von deinen Zeilen. Hab Dank für deine Offenheit und deinen Mut, all diese Dinge beim Namen zu nennen.

Und diese Rosen!

Herzlich,
Karin

 
Am/um 11:40 PM , Anonymous Anke meinte...

Liebe Karin,
danke für deine Worte an Ingrid. Du sprichst mir aus dem Herzen, aus der Seele. Ich war nicht in der Lage, so klar und schön auszudrücken. Darf ich mich deinen Zeilen achtsam anschließen?
Liebe Grüße
Anke

 
Am/um 5:04 AM , Blogger Ursel meinte...

Liebe Margit, Anke und Vera !

Darf ich mich Euch anschliessen und Ingrid ein wunderschönes, gutes und erfülltes Ritual wünschen ?
So schön und nuancenreich wie ihre Rosen...

Herzlich
Ursel

 
Am/um 11:56 AM , Blogger Vera meinte...

Liebe Ingrid, welch wunderschöne Rosen. Wieder musste ich bei deinen Worten anfangen zu weinen, denn auch ich habe in den letzten zwei Nächten von Männern geträumt, die mich bedrohen und auch mein Vater taucht nach etlichen Jahren erstmals wieder in meinen Träumem auf. Er ist in meinen Träumen der Mißbrauch mit mir treibt, habe von daher ein wenig Angst, dass da noch etwas tief in mir stecken könnte, was ich vielleicht erst jetzt in der Lage bin zu ertragen. Aber ich weiß es eben nicht genau. Aber all das, was du über diese Wertlosikgeit schreibst, geht mir ganz genauso und dann etwas tun, damit die anderen doch sehen, dass ich eigentlich auch liebenswert bin und eben nicht nur ein Körper, den mann benutzt. Wenn du nichts dagegen hast, dann werde ich heute Abend dieses Ritual mitmachen, deine Worte dazu habe ich mir kopiert. Bin ziemlich aufgewühlt im Moment.
Danke für das Foto, ich warte gerne.
Alles Liebe
Vera

 
Am/um 9:47 PM , Blogger Ingrid meinte...

liebste Vera, ich umarme dich. wir kommen da durch und finden uns wie es wirklich schon immer für uns gedacht ist.

 
Am/um 8:28 AM , Blogger Vera meinte...

liebe Ingrid, vielen Dank für die warmherzigen Worte.

 

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