Sonntag, Oktober 30, 2005

ägypten teil 3



Sonnenaufgang in Luxor. Wir sind wieder zurück. Diesmal besuchen wir das andere Nilufer, das Tal der Könige, die Totenseite Theben.



Das bringen wir mit. Neben Arbeitsplätzen und Geld.



Ein Koloss mit leichter Seele.



Blick über das Tal der Könige. Es gibt so viele Gräber zum Ansehen. Leider darf man in den Gräbern nicht fotografieren. Ich bin fasziniert, wie genau sich die Ägypter den Weg der Seele durch die Unterwelt und die Wiedergeburt vorgestellt haben. Der Prozess zur Läuterung der Seele.



Der Totentempel der Hatschepsut. 1997 wurden dort 64 Menschen erschossen. Was für eine Kulisse um zu sterben!



Anubis, dem ich sehr zugetan bin. Der Seelenführer. Er holt die Toten ab und bringt sie zu Maat.



Hatschepsut.



Fotos von der Rückfahrt von Nil zum Hotel.





Raststätte in der Wüste.



Auf dem Weg nach Kairo. Wir fuhren um 1:25 von Hurghada los, immer an der Küste des Roten Meeres entlang. Bis knapp vor Suez, dann bogen wir links ab Richtung Kairo.



Eine der vielen Fabriken kurz vor Suez. Kunstdünger oder Raffinarien.



In Kairo ist die Wohnungsnot groß. Wohnraum ist knapp und unbezahlbar. Hier sieht man einen Friedhof. Vor einigen Jahren haben Drogensüchtige und Huren angefangen, in die Häuser zu ziehen, die eigentlich für die Toten sind. Mittlerweile leben auch unbescholtene Bürger dort.



Das Häusermeer.



Gespiegelt.



Geschäfte.



Stadtmitte. Kurz vor dem Ägyptischen Museeum



Häuser.



Skyline.



Cheops wird sichtbar.



Wir Touristen auf dem Weg zu den Pyramiden.



Da ist eine. Und sie sind groß. Atemberaubend. Ich suche Steine zum Mitnehmen.



Cheops. Und ich davor. Ich vergegenwärtige den Moment, dass ich vor dieser Pyramide stehe. Ein komisches Gefühl. Ich fühl mich wie immer. Der Ort wird heimisch.



Lichtspiele.



Spiegelungen. Wie vielen Menschen hat diese Pyramiden das Leben gekostet? Kann nicht so sehr für die Großartigkeit schwärmen. Rätselhaft. Gedenke der Toten.



Alle drei.



Wohlbekannt.



Dreck. Überall Dreck. Die Bewohner der Stadt haben Probleme. Kein sauberes Wasser. Kein Wohnraum. Es wurden Trabantenstädte weiter draußen gebaut, die Wohnungen unbezahlbar. Der tägliche Weg zur Arbeit unbezahlbar. Ich sah Müllhaufen auf den Gesteigen. Sie wurden mit einem Bagger zusammengeschoben. Oben drauf lag ein totes Pferd. Das wird alles noch schlimmer, da die Bevölkerung explodiert, immer mehr Menschen vom Land in die Stadt ziehen. Gut erholt, noch nach 4 Tagen im 5* Hotel am Roten Meer zuhause angekommen, habe ich eine Patenschaft für ein ägyptisches Mädchen in einem Vorort von Kairo gemacht. 25 Euro im Monat. Das Geld ist vor allem für sauberes Wasser und Schulbildung. Wobei es sicher wieder andere Ansätze gäbe, da es auch politische Gründe hat, warum es da so aussieht. Die ägyptischen Reiseführer habe sich teils sehr kritisch über ihre Regierung geäußert. Fehlt mir leider das nötige Hintergrundwissen. Es ist aber überall das Selbe. Wenige haben, viele müssen Sklaven sein. Auf den Flaschen mit dem teueren sauberen Wasser steht Nestle. Ägypten wurde ja auch noch von Europa ausgeblutet, ihr wisst es ja alle. War ja noch nie im Rest von Afrika, ist sicher ähnlich bis schlimmer. Also klar: es ist nicht die Armut an sich, besser gesagt, das einfachere Leben, ohne so viel Konsum und Konsumzwang wie wir ihn haben. Das wäre ja an sich nichts schlechtes. Aber irgendetwas stimmt halt an dem romantischen Bild nicht.

3 Kommentare:

Am/um 7:19 PM , Blogger Ursel meinte...

Liebe Ingrid,

vielleicht bekommst Du ja Lust, Dir ein wenig Hintergrundwissen anzulesen ? Hier im Netz gibt's bestimmt schon Einiges.
Armut ist nicht romantisch, zumindest nicht, solange sie nicht selbstgewählt ist, aber Armut ist weiblich..
Und ich finde es problematisch, im Angesicht von Armut von Konsumzwang zu sprechen. "Die armen Reichen, müssen immer mehr kaufen", hiesse das dann ja , oder ?
Ist schon alles sehr komplex, ich gebe es zu und ich habe selber auch erst angefangen, mich damit zu beschäftigen, als ich konkret damit konfrontiert wurde in meinem Jahr in einem kleinen Fischerdorf in der Nähe von Salvador da Bahia. Das ist 10 Jahre her und hat mein Leben ganz nachhaltig verändert ;)
Ich hätte auch nicht gewollt, dass sich danach nichts ändert und ich genauso weiterlebe wie vorher..

Ganz herzliche Grüsse
Ursel

 
Am/um 7:47 PM , Blogger Ingrid meinte...

ja. ziemlich komplex. ich hab mich auch nicht besonders geschickt ausgedrückt. ich meinte ehr, ist unsere gesellschaftsform wirklich eine so gelungene? als gäbe es nur die möglichkeit, arm zu sein oder so zu leben wie wir, fortschritt um jeden preis, technik und wissenschaftsgläubigkeit, aushöhlung von spiritualität, abwendung von der natur und ausbeutung der natur. in vielen ländern sind ja auch die leute so arm, weil wir auf ihre kosten leben. billige bananen, billige klamotten usw. das wollte ich eigentlich ausdrücken....

 
Am/um 11:04 PM , Blogger Ursel meinte...

Liebe Ingrid !

Hmm, genau, ist eigentlich mit ein Grund, warum ich jetzt hier lebe :)
Eben, es gibt auch Zwischenformen von "einfacher Leben" etc.. Konsumverzicht zugunsten von Lebensqualität..
Herzlich
Ursel

 

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