Sonntag, Oktober 30, 2005

instyle



Nach der Reise nach Ägypten fühle ich mich erholt aber irgendwie vollkommen leer. Bin total süchtig auf allem möglichen Frauenmagzin. Muss mir jeden Tag eins kaufen. Überlege, warum ich das tue. War es der Kulturschock? Hilfe, her mit dem Konsum? Versuche ich mich zu definieren? Versuche ich sowas zu lesen, um sagen zu können, ich weiß es doch eh besser? Nagt da mein Minderwertigkeitskomplex. Ich kann mich nicht schminken und nicht gut anziehen. Ja, ich hab auch das Geld nicht dazu.



Will ich es oder will ich es nicht? Ich sauge Stylingtipps und Parnterschaftsberatung auf. Was ist los mit mir? Will ich mich betäuben? Ich mache keine Schmanischen Reisen, kein Yoga garnichts. Ich weiche mir selbst aus. Dann komme ich drauf, warum kritisiere ich mich eigentlich so. Weil das nicht ins Bild passt? Wilde Frau und InStyle lesen? War ich denn nicht schon immer so? Nie 100%, immer irgendetwas zum anders sein da. Immer einen Fuß zur Tür nach draußen.



Vielleicht geht es auch nicht immer. Es ist ja auch nicht immer Vollmond.



Mir fallen viele Fürchterlichkeiten aus meinem ganzen Leben ein. Ich hatte immer sehr viel Stress und sehr viel Druck. Anfangs von meinem Vater. Das Leben zu Hause war nie sehr harmonisch. Immer Stress. Er sah mich auch nie. Ich sollte immer etwas erfüllen. Meine kreativen Bestrebungen erstickte er mit Kritik im Keim. Mein erster Ehemann und die Babyzeit. Ich hab so viel geweint. Immerzu jeden Tag.



Heute war ich spazieren. Wie das duftete im Wald. Wie schön das war. Ich überlegte. Was war schön in meiner Vergangenheit. Mein Opa. Mein Opa und der Wald waren eins. Die Märchen die er erzählte. Er erfand sie, während er sie erzählte. Ich sah Wald und ein Haus darin. Mit einer Hexe. Das Essen, dass meine Oma immer kochte. Reiberdatschi. Vanillepudding. Kartoffelsuppe und Buchteln.



Ich lege Karten und merke, es ist das übliche. Habe die 7 Scheiben des Motherpaecetarot. Da ist eine kleine schwangere Frau in einem Kürbisbeet. Die Karte bedeutet, abwarten, noch nicht reif, ans Licht zu treten. Mir fällt auf: das hab ich jedes Mal, wenn es mir so geht. Mei ja. Schon wieder ein Zyklus. Schon wieder an der Stelle in der Spirale. Keine Panik. Es brütet und wächst. Ich bin gespannt, was es diesmal wird.



Mit den Frauenzeitschriften war wirklich komisch. Das ging ein paar Tage und jetzt interessiert es mich nicht mehr. Ganz klar ist mir das immer noch nicht. Aber ich versuche das nicht zu werten. Ist halt so gewesen. Ich MUSSTE sie kaufen. Komisch.



Der Spaziergang heute hat mich wieder entspannt und geerdet. Seufz. Ist schon seltsam, dass man selbst für sich immer geheimnisvoll bleibt.



Linktipp: www.shaman-ca.de

ägypten teil 3



Sonnenaufgang in Luxor. Wir sind wieder zurück. Diesmal besuchen wir das andere Nilufer, das Tal der Könige, die Totenseite Theben.



Das bringen wir mit. Neben Arbeitsplätzen und Geld.



Ein Koloss mit leichter Seele.



Blick über das Tal der Könige. Es gibt so viele Gräber zum Ansehen. Leider darf man in den Gräbern nicht fotografieren. Ich bin fasziniert, wie genau sich die Ägypter den Weg der Seele durch die Unterwelt und die Wiedergeburt vorgestellt haben. Der Prozess zur Läuterung der Seele.



Der Totentempel der Hatschepsut. 1997 wurden dort 64 Menschen erschossen. Was für eine Kulisse um zu sterben!



Anubis, dem ich sehr zugetan bin. Der Seelenführer. Er holt die Toten ab und bringt sie zu Maat.



Hatschepsut.



Fotos von der Rückfahrt von Nil zum Hotel.





Raststätte in der Wüste.



Auf dem Weg nach Kairo. Wir fuhren um 1:25 von Hurghada los, immer an der Küste des Roten Meeres entlang. Bis knapp vor Suez, dann bogen wir links ab Richtung Kairo.



Eine der vielen Fabriken kurz vor Suez. Kunstdünger oder Raffinarien.



In Kairo ist die Wohnungsnot groß. Wohnraum ist knapp und unbezahlbar. Hier sieht man einen Friedhof. Vor einigen Jahren haben Drogensüchtige und Huren angefangen, in die Häuser zu ziehen, die eigentlich für die Toten sind. Mittlerweile leben auch unbescholtene Bürger dort.



Das Häusermeer.



Gespiegelt.



Geschäfte.



Stadtmitte. Kurz vor dem Ägyptischen Museeum



Häuser.



Skyline.



Cheops wird sichtbar.



Wir Touristen auf dem Weg zu den Pyramiden.



Da ist eine. Und sie sind groß. Atemberaubend. Ich suche Steine zum Mitnehmen.



Cheops. Und ich davor. Ich vergegenwärtige den Moment, dass ich vor dieser Pyramide stehe. Ein komisches Gefühl. Ich fühl mich wie immer. Der Ort wird heimisch.



Lichtspiele.



Spiegelungen. Wie vielen Menschen hat diese Pyramiden das Leben gekostet? Kann nicht so sehr für die Großartigkeit schwärmen. Rätselhaft. Gedenke der Toten.



Alle drei.



Wohlbekannt.



Dreck. Überall Dreck. Die Bewohner der Stadt haben Probleme. Kein sauberes Wasser. Kein Wohnraum. Es wurden Trabantenstädte weiter draußen gebaut, die Wohnungen unbezahlbar. Der tägliche Weg zur Arbeit unbezahlbar. Ich sah Müllhaufen auf den Gesteigen. Sie wurden mit einem Bagger zusammengeschoben. Oben drauf lag ein totes Pferd. Das wird alles noch schlimmer, da die Bevölkerung explodiert, immer mehr Menschen vom Land in die Stadt ziehen. Gut erholt, noch nach 4 Tagen im 5* Hotel am Roten Meer zuhause angekommen, habe ich eine Patenschaft für ein ägyptisches Mädchen in einem Vorort von Kairo gemacht. 25 Euro im Monat. Das Geld ist vor allem für sauberes Wasser und Schulbildung. Wobei es sicher wieder andere Ansätze gäbe, da es auch politische Gründe hat, warum es da so aussieht. Die ägyptischen Reiseführer habe sich teils sehr kritisch über ihre Regierung geäußert. Fehlt mir leider das nötige Hintergrundwissen. Es ist aber überall das Selbe. Wenige haben, viele müssen Sklaven sein. Auf den Flaschen mit dem teueren sauberen Wasser steht Nestle. Ägypten wurde ja auch noch von Europa ausgeblutet, ihr wisst es ja alle. War ja noch nie im Rest von Afrika, ist sicher ähnlich bis schlimmer. Also klar: es ist nicht die Armut an sich, besser gesagt, das einfachere Leben, ohne so viel Konsum und Konsumzwang wie wir ihn haben. Das wäre ja an sich nichts schlechtes. Aber irgendetwas stimmt halt an dem romantischen Bild nicht.

Dienstag, Oktober 25, 2005

ägypten teil 2



Besuch in der Moschee von Assuan. Wieder Gedanken über den Islam. Religionen. Mir persönlich sagt ja keine der großen Religionen zu. Alle zu neu und zu männlich. Ich mag die Urform und die Kraft des Weiblichen lieber. Über den Islam kann ich mir kein Urteil erlauben. Über das Christentum schon, weil ich damit aufgewachsen bin und ich weiß, was es von mir wollte und was ich nicht wollte.



Romantische Aussicht auf den Nil, kurz nach Sonnenuntergang.



Abends waren wir alle in der Stadt. Dies ist eine Metzgerei. Links Leber, rechts Lunge. Fragt nicht, wie es da gestunken hat.



Geheimnisvoller Laden in Bazar.



Gewürzladen. Das Blaue ist Indigo, ein blauer Farbstoff zum Stoff färben. Alle Mitreisenden waren etwas genervt von Bazar, da die Händler einen ziemlich bedrängen. Ich hatte eine Menge Spaß und lachte und scherzte mit den Leuten. Brachte mir wieder 2 Heiratsanträge ein, gekauft hab ich nichts. Aber ganz frech im Cafe eine Wasserpfeife geraucht, den bösen Wirt zur Weißglut gebracht und total high den Bus zum Schiff zurück fast nicht mehr gefunden.



Sonnenaufgang in der Nubischen Wüste auf dem Weg nach Abu Simbel mit dem Bus. Bei der Gelegenheit ging mir der Sinn und Zusammenhang von Amun Ra, Nut und dem Skarabäus auf. Der Mythos ist ganz klar, wenn man auf dem Nil ist, seine fruchtbaren Ufer sieht. Der Nil geht ja von Süd nach Nord. Die Sonne geht im Osten auf, da wo die Seele wiedergeboren wird. Da ist in Luxor der Karnak-Tempel, der Amun-Ra geweiht ist. Im Westen, also am anderen Nilufer geht die Sonne unter, die Seele geht auf ihre Reise durch die Nacht und Dunkelheit. An diesem Ufer liegt das Tal der Könige und das Tal der Königinnen, die Gräber und die Totentempel.



Abu Simbel. 4 mal Ramses II ganz groß. Innen im Tempel sind die schönsten Malereien von ganz Ägypten, da die Farben noch sehr gut erhalten sind. Die Ägypter sind ganz stolz auf diesen Tempel. Vor allem auch, weil er vor den Fluten des Nasserstausees gerettet wurde. Ich bin mir sicher, dass der orginale Berg, aus dem der Tempel gehauen wurde, schon vorher ein Kultberg war. Ramses II lies den Tempel als Zeichen bauen, dass er die Nubier unterworfen hat. Der Reiseführer sagt immer gerne: Ramses baute. Das hasste ich schon im Geschichtunterricht. Es geht nur um die Herrscher, die Menschen sind völlig unwichtig. Rames blickt jetzt majestätisch über den Nasserstausee.



Der See hat Ramses Werk weitergeführt, die Nubier musster ihr Land verlassen und leben jetzt entwurzelt in künstlich angelegten Unterkünften. Der Berg an dem die Figuren stehen, ist gar keiner. Es ist ein hohle Betonkuppel, an der die zerschnittenen und wieder zusammengestetzten Felsstücke befestigt wurden. Eine tolle Ingenieurleistung halt. Einfach protzig und hohl.



Der kleiner Tempel für seine Frau Nefetari. Im Inneren sehr schön. Weiblich. Ein wunderbares Wandbild, wie sie der Isis opfert. Leider darf man innen nicht fotografieren. So toll wirds aber nicht gewesen sein. Sie war eine von 42 Frauen. Seine Lieblingsfrau oder die beste Partie von den 42, ich weiß es nicht.



Isis und Hator haben mit der Zeit etwas an Substanz verloren. Ägypter sprechen heute von den Göttinnen der Liebe, der Schönheit und der Mutterschaft. Das klingt lieb, war aber ursprünglich etwas tiefer und essentieller. Genau das Gleiche, wie alle weiblichen Idole, die in unserem Raum gefunden wurden, Fruchtbarkeitssymbole genannt werden. Das trifft es irgendwie, aber nicht so ganz.



Blick auf den Nassersee. Er ist wirklich riesig. Da sind wir schon fast 4 Stunden von Assuan entfernt und immer noch kein Ende des Sees abzusehen.



Nachmittags, wieder zurück in Assuan und im Botanischen Garten. Endlich die ersten ägyptischen Katzen, die ich sehe.



Und ein Blümchen.



Wir fahren mit Schiff wieder zurück nach Luxor. Unterwegs Halt in Kom Ombo. Das ist ein Tempel der Heilung, geweiht dem Gott Sobek. Er hat einen Krokodilkopf. Viele Abbildungen zeigen, wie die Gottheiten den Menschen wieder Lebenskraft spenden.



An den Wänden Rezepte für Arzneien.



Endlich mal ein Foto von Schiff. Ich sah es kaum von Außen, da es fast immer als 3. oder 4. in einer Reihe am Ufer stand.



Leben am Nil. Wasserbüffel. Sieht alles idyllisch aus.



Höhlen am Westufer, sehen sehr alt aus. Keiner weiß, was sie bedeuten.



Ägyptische Eisenbahn.



Die wunderschönen Feluken. An diesem Tag war ich wirklich ständig an Deck und nur am Fotografieren. Leider hat mein Foto keinen anständigen Zoom. Will einen Neuen.



Dörfer am Ufer.



Maisfeld.



Abends Ankunft in Esna. Warten vor der Schleuse.



Es ist Ramadan und die Moscheen sind beleuchtet wie ein Rummelplatz.
Erst mal wieder genug, bald mehr. Es kommt noch Theben und Kairo...

Sonntag, Oktober 23, 2005

ägypten teil 1



Das Hotel in Hurghada, schön, wirkt aber irgendwie künstlich. Wie Disney-Land. So ist das mit aus dem Boden gestampften Häusern. Sie fühlen sich nach nichts an. Trotzdem komfortabel.



Aussicht aufs Rote Meer von meinem Zimmer. Der Zimmerjunge ist süß und macht mir Avancen. Bin wohl die reiche Frau aus dem gelobten Land. Er ist grad mal so 17. Er bedauert auch, dass es in seinem Land nicht üblich ist, eine Freundin zu haben. Oder Freundinnen. Entweder heiraten oder garnichts. Das ging die ganze Zeit so weiter. Habe ungefähr 8 Heiratsanträge bekommen.



Strand am Roten Meer. Da fahren keine Ägypter hin, ist nur was für Ausländer. War ja vorher nichts, nur Wüste und Strand. Die Taucher waren als erstes da, wegen der schönen Riffe. Die Korallen sterben ab, klar. Der Dreck, den die Touristen machen tötet sie. Ist ein Dilemma, da der Tourismus die Haupteinnahmequelle des Landes ist.



Hier trinke ich meinen Nachmittagstee. Im Hotel arbeiten kaum Frauen. Offizielle Begründung: Hurghada ist keine richtige Stadt, da leben nur Männer. Die Familien sind in Luxor, 500 km entfernt. Und es ist nicht üblich, dass Frauen so lange von zuhause wegbleiben. Habe Bücher von moslemischen Feministinnen gelesen. Und mein Eindruck auch: das ist nicht so sehr eine religiöse Frage, es geht um die Familie. Die Unfreiheit des Einzelnen ist Bedingung für den Erhalt des Familiensystems. Das geht aber nicht mehr lange so.



Ein Gebäude der riesigen Hotelanlage, im Pharaonen-Palast-Stil.



Salatbuffet. Alle bekommen Durchfall. Das ist aber nicht so sehr die Hygiene im Hotel, das ist einfach so. Das Wasser, die Pflanzen alles. Ägypten hat einfach andere Bakterien, die wir nicht gewohnt sind. Nach der Gewöhnung hatte ich eine gesündere Verdauung als hier. Ich denke der Dreck ist nicht so schädlich wie bei uns die totale Chemisierung. Unser unsichtbarer Dreck.



Sitze im Bus nach Luxor. Die Fahrt geht durch Gebirge und Wüste. Sah eine Beduinin mit Ziegen. Das ist am Busfahren so schade, sieht man ein gutes Fotomotiv, ist es auch schon weg und nicht fotografiert. Hab grad mal ein Zehntel an Bildmaterial, von den tollen Sachen, die ich gesehen habe.



Wir fahren mit vielen anderen Bussen in einem bewachten Konvoi. Passieren oft Kontrollpunkte. Ist für den Schutz der Touristen vor den Terroristen. Die Mitreisenenden sind da geteilter Meinung, ob so ein Konvoi nicht erst die Aufmerksamkeit auf sich zieht, oder ob die Bewachung nicht im Ernstfall einfach sinnlos ist. Ich sehe einen ungeheuren Personalaufwand. Vielleicht sind das eine Menge Jungs, die Essen und ein Bett zum Schlafen haben. Wegen Anschlägen denke ich mir nichts, ich kann auch daheim die Treppe runter fallen und mir das Genick brechen. Ich versteh auch nicht ganz den Sinn der Aktion (Anschläge), zu wenig Information.



Die Kreuzfahrtschiffe in Luxor. Es sind 200 solcher Schiffe auf dem Nil unterwegs.



Sonnenuntergang. Nilgefühl. Der ist ja vielleicht breit. 3 Mal Donau.



Luxortempel bei Nacht. Erste Begnung mit dem größenwahnsinnigen Ramses II. Ich spüre auch Nazienergie. Verdammt. Das war aber auf der Reise das einzige Mal. Die haben hier ein Ritual gemacht. Hab eine feine Nase für sowas. Bei dem Tempel geht es auch um Feinde besiegen, das hat Ramses II so angelegt. Aber den liebevollen Bezug zum Nil und dem fruchtbaren Land haben sie außer Acht gelassen. Oder doch nicht? Blut und Boden? Die dienstbar gemachten Energien waren ziemlich sauer. Anubis leitet mich zu Maat. Bis ich allen Größenwahn verliere und nur noch die Liebe zu allem Lebendigen spürbar ist.



Ich habe mich vorher nicht über die Tempel informiert. Ich lese keine Reiseführer mehr, seit dem über die Arabischen Emirate. Da schreibt nämlich einer von anderen ab, und kaum einer war wirklich dort. Auch wenn die Info gut ist, lenkt mich das zu sehr von meinen eigenen Eindrücken ab. Ich arbeite das dann lieber nach und lese was andere geschrieben haben und vergleiche mit meinen Eindrücken.



Die Widderallee des Karnak-Tempel. Widder sagen mir nichts. Kein Anschluss unter dieser Nummer.



Ägypter mit Besen.



Der Karnak-Tempel ist der einzige Tempel in Ägpten ohne Plan und feste Struktur. Da hat jeder Pharao und jede Pharaonin ein eigenes Stück dazu gebaut, das ging so mehrere Jahrhunderte lang.



Als wir uns morgens dem Tempel näherten, wusste ich garnicht, was es für einer ist. Die Energie zog ganz unglaublich stark nach oben. Mir war klar, dass irgendetwas himmlisches hier verehrt wird. Der Sog nach oben ist an den heiligen Plätzen auch stärker, als ich es von Deutschland oder England kenne. Hier spüre ich keine Erdenergie an sich. Es hat auch was mit der Architektur auf sich. Die kennzeichnet nicht nur, wie ein Steinkreis, sie wirkt auch für sich. Also der Karnak-Tempel ist das Hauptheiigtum des Sonnengottes Amun-Ra.



Weitere Impressionen vom Karnak-Tempel



Die berühmte Säulenhalle. Die Säulen sollen immer Papyrus darstellen. Entweder geschlossen, da sehen sie auch wie ein Riesenpenis aus, oder der Fruchtstand geöffnet. Papyrus ist die heilige Pflanze von Unterägypten, also der Nordhälfte. Oberägypten hat den Lotus als heilige Pflanze.



Was mir nicht klar geworden ist, warum Papyrus und Lotos. Sind ja keine Pflanzen, die ernähren, wie in Mexico der Mais und die Maisgöttin zum Beispiel. Gut, Papyrus männlich, Lotos weiblich. Wisst ihr da etwas drüber? Papyrus war der Rohstoff für Papier, daher der Name. Ist er deswegen heilig?



Das Gegensätzliche zu unserem überaufgräumten Bayern hat mich aller Orten fasziniert. Limonadenstand in Luxor.



Das Kreuzfahrtschiff hat abgelegt.



Nächster Halt und Landausflug in Edfu. Impressionen aus der Stadt, vom Bus aus fotografiert. Die Ausflüge und der ganze Ablauf am Schiff sind total durchorganisiert. Hat ja Vor- und Nachteile. Man brauch sich um nichts kümmern, immer der Herde nach. Mit dem Nachspüren und dem eigenen Nachforschen muss man allerdings schnell sein. Sehe abenteuerliche Hotels in Edfu, die sicher total billig sind. Abenteuerlust erwacht. Bin aber echt ein Snob geworden, 5 Sterne Hotels und so.



Die DSL-Plakate mit dem Matrix-Code gefallen mit natürlich besonders.



Welche Magie der Coca-Cola Konzern nutzt wär ja auch mal eine Forschung wert. Apropos Magie. Beim Näherkommen bemerke ich einen äußerst starken, energetischen Wirbel über dem Tempel.



Der Tempel ist ziemlich neu, er wurde von den Griechen erbaut. Die haben ja Ägypten am Ende der Pharonenzeit erobert. Der Tempelbau hat was mit Religionsübernahme zum Zwecke der Herrschaft über das Volk zu zun, sagt der Reisesführer. Das innere Heiligtum, der Granitblock hinten auf dem Foto, ist viel, viel älter sagt er. Der war schon vorher da. Kann kaum erwarten ihn aus der Nähe zu sehen.



Nachbau der Barke von Isis, die hier gefunden wurden. Da fehlt mir wieder das Verständis, was das bedeutet.



Mensch sprich?



Das Heiligtum. Hoho. Das war der Hammer. Ich hab den Kopf reingesteckt. Und sofort Verbindungskanäle gesehen zu anderen Sternen. Die haben alle einen bestimmten Namen. Klangverschlüsselt. Wenn man den Namen ausspricht, reist man zu dem genannten Stern. Ich war schon etwas verwirrt, kam mir vor wie in Stargate. Nun gut. Schamanisch Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit. Daher die tierköpfigen Gottheiten denen geopfert wurde? Daher die genaue Ahnung was mit der Seele nach dem Tod passiert? Hm. Leider zu wenig Zeit zum Forschen, hunderte Touristen, die sich gegenseitig vor dem Granitblock fotografieren, ich hab den Schädel drin und strecke ihnen meinen Hintern entgegegen.



Frauen. Sie sitzen im Schatten, vor dem Tempel, neben den Souveniergeschäften. Sie ratschen und lachen.



Auch so ein Ding. Ich bin ja alleine gefahren. Weil ich gerne alleine fahre. Im Schiff hatten wir feste Plätze am Tisch beim Essen. Die wurden das erste Mal nach dem Zufallsprinzip vergeben, wann man halt im Speisesaal auftauchte, und wir wurden gebeten die ganze Woche am selben Platz zu bleiben. Diese zwei Frauen also saßen an mit mir am Tisch. In der Mitte Silvi. Trommlerin. Fährt gerne nach Westafrika. Trommelt und reist in andere Welten. Lissy links. Hatte "Das Gras wachsen hören" von Luisa im Gepäck. Das Beste kommt noch. Ich fuhr ja auf den Nil auch um mir an meinem Geburtstag etwas Gutes zu tun. Ich hatte am 10.10. Lissy am 11.10. und Silvi am 13.10. Am Tisch waren noch Petra und Sabine mit ihren Kindern. Alle Frauen ohne Männer und echt gut drauf. Wir waren echt das Dreamteam. Erst saß am Tisch noch ein Mann mit, ein Pädagoge. Der kam ja so garnicht an bei uns, da wir keine Lust hatten ihn als Gesprächsführer anzuerkennen und zu bewundern. Er konnte auch so garnicht mit den Kindern umgehen. Jedenfalls, nach 3 Tagen war er an einem anderen Tisch. Sonst waren noch 2 andere Frauen da, die zu uns passten, Ellen und... leider Namen vergessen. Der Rest, alles Ehepaare. Andere Baustelle. Bin mir wiedermal ganz sicher: mir kommt kein Mann mehr ins Haus. Ich kann nur noch mit Frauen.



In Ägypten gibt es nur diese Rasse Hunde. Sie leben frei. Liegen überall rum. Hier beim unvollendeten Obelisken in Assuan.



Ich auf dem Assuanstaudam. Ich grinse zwar, aber so lustig ist der nicht. Ein tolle Ingenieurleistung halt. Dieses Wort macht mir gruseln. Der Staudamm wurde gebaut, um Strom zu erzeugen und die jährliche Nilüberschwemmung zu vermeiden und mehr Anbaufläche zu gewinnen. Gut. Strom: Sonnenenergie? Naja, in den späten 50ern wo der Damm gebaut wurde, war das wohl noch nicht so ausgereift. Jährliche Nilüberschwemmung? Bestimmt lästig einesteils, aber die Überschwemmung brachte den fruchtbaren Schlamm auf die Felder. Es musste nichts gepflügt werden, nur nach der Überflutung wieder neu angepflanzt. Heute: Kunstdünger.



Also, der Damm wurde gebaut um das Land zu industriealisieren und die Industriebetreibe stellen Kunstdünger her. Äh. ja. Der Schlamm setzt sich jetzt im Nasserstausee ab. In 500 Jahren ist der zu. Durch den See wurden auch hunderte von Kilometern Anbaufläche zerstört und sehr viele Menschen umgesiedelt, alles Nubier. War wohl egal, die hat ja schon Ramses II unterworfen. Gerühmt wird dagegen die Ingenieurleistung, den Tempel von Abu Simbel vor den Fluten zu retten und weiter oben wieder aufzubauen. Wer hat den wohl gebaut? Ramses II, klar. Nachdem er die Nubier erobert hatte. Jetzt schaut er 20 Meter hoch 4 Mal über den Nasserstausee, hinter ihm ein künstlicher hohler Berg. Dafür gabs ja dann auch Hilfe von Ausland.



Andenkenläden bei der Anlegestelle der Boote zum Philaetempel.



Der Philaetempel, der Isis geweiht, auf einer Insel im Nil in Assuan. Der Tempel musste auch verstetzt werden, auf die Nachbarinsel, da er in den Fluten versank. Ich war da skeptsich, weil ich es von hier kenne, dass der Platz ausschlaggebend ist und man Gebäude so einfach nicht verstetzen kann. Also schon, aber halt hohler Felsen. Ich erwartete mir nicht allzu viel.




Erstes Phänomen. Die Christen, die den Tempel später übernommen hatten, haben die Reliefs auf der linken Seite ausgekratzt. Die linke ist die Seite der Ewigkeit, Westen, Sonnenuntergang. Aha. Ganz schön fies.



Eine weitere christliche Spur. Ich dachte, klar typisch. Ich suchte Isis und fand sie nicht. Nach der Besichtigung mit dem Fremdenführer hatten wir noch eine Stunde Zeit. Neben dem Cafe saß eine Frau mit ihrer kleinen Tochter. Ich setzte mich eine Weile neben sie. Sie verdiente Geld, bekam für ein Foto von ihr mit Kind ein Pfund (20 cent). Wir lächelten uns an, ihre Tochter spielte mit meinem Sonnenhut. Bevor ich ging, gab ich ihr Geld. So ging das dann den ganzen Abend weiter. Ein Junge, der sich sowas von freute als ich ihm meinen Kugelschreiber schenkte, der wirklich toll war. Am Bazar die bettelnde Frau mit Baby. Die andere Frau, die an der dreckigsten Ecke am Boden saß, mit 3 oder 4 Kindern und Fladenbrot verkaufte. Ich spürte so eine starke Verbindung, mit allen Frauen, ich spürte meine Frauen, mit denen ich die Jahreskreisfeste und Rituale mache, die Frauen hier, alle Frauen, alle Frauen, die Mütter sind, alle Kinder. Ich spürte wie wichtig es ist, dass wir uns direkt gegenseitig unterstützen, in jeder Hinsicht. Und dass wir eins sind. Isis hatte sich mir offenbart.



Erst mal Pause, später gehts weiter: es kommt noch Ramadan, Theben und Kairo....

Montag, Oktober 17, 2005

wieder da

Hallo ihr Lieben! Bin wieder zurück aus Ägypten, bin durchs ganze Land gereist, habe viele Fotos gemacht. Im Laufe der Woche werde ich sie mit Kommentar versehen und in den Blog stellen.

Derweile in Deutschland? Der Fleischskandal.. ja, also ich hab mir ja nie Illusionen gemacht, was da so drin ist, im Fertigfutter. Eine Kanzlerin? Farbe hin oder her, gefällt mir.

Samstag, Oktober 01, 2005

mtv

Ich schau grad MTV Pimp my Ride. Äh. ja. Da motzen sie grad einen 78er Cadillac von einer Frau auf, sie heißt Nile. Yo. Ich fliege heut noch nach Ägypten. Morgen wache ich am Roten Meer auf...



Bei uns herbstelt es schon. Wenn ich in 2 Wochen wieder komme, werden alle Bäume bunt sein.



Kaffeeentzug klappt super. Weil: ich habe ja gelesen, dass der Kaffee keine Energie gibt, sondern mit der vorhandenen Energie arbeitet. Also er fährt sie einfach schnell ganz hoch. Auf einmal hab ich auch keinen Heißhunger auf Süßes mehr und eine ganz andere Verdauung.



Mein Frühstück ist momentan ziemlich langweilig: es gibt: Nichts. Weil ich immer ein große Tasse starken Kaffee getrunken habe. Naja, ich hab eh immer erst Hunger, wenn ich so 2 Stunden auf bin.



Ein ganz lieber Text von Ilona zu Thema (t)drimseln:
"nun zum "trimseln". da ich das wort auch nur vom hören kenne, dachte ich immer, man schreibt "drimseln". ein tagebucheintrag von mir: "hab den ganzen tag gedrimselt". und da ich (fast) alles wissen möchte, fragte ich den klugen herrn duden. aktuelle ausgabe der neuen deutschen rechtschreibung. aber weder zwischen trimmgerät und trinidad, noch drilling und drin fand ich dieses ominöse wort. es handelt sich also zweifelsfrei um kein deutsches wort, sondern in erster linie um ein bayerisches, wenn nicht rein oberpfälzerisches. aber da wir ja auch in erster linie bayern und dann erst deutsche sind, ist es auch völlig egal, ob wir trimseln oder drimseln. hauptsache, wir wissen, was gemeint ist. genau wie du sagst, wenn wir weder gschafteln, noch santeln. aber diese wörter stehen bestimmt auch nicht im duden. fremdsprache halt."



Wir sind uns einig: drimseln ist eine ganz weibliche Art einen Tag zu verbringen...