
Das Hotel in Hurghada, schön, wirkt aber irgendwie künstlich. Wie Disney-Land. So ist das mit aus dem Boden gestampften Häusern. Sie fühlen sich nach nichts an. Trotzdem komfortabel.

Aussicht aufs Rote Meer von meinem Zimmer. Der Zimmerjunge ist süß und macht mir Avancen. Bin wohl die reiche Frau aus dem gelobten Land. Er ist grad mal so 17. Er bedauert auch, dass es in seinem Land nicht üblich ist, eine Freundin zu haben. Oder Freundinnen. Entweder heiraten oder garnichts. Das ging die ganze Zeit so weiter. Habe ungefähr 8 Heiratsanträge bekommen.

Strand am Roten Meer. Da fahren keine Ägypter hin, ist nur was für Ausländer. War ja vorher nichts, nur Wüste und Strand. Die Taucher waren als erstes da, wegen der schönen Riffe. Die Korallen sterben ab, klar. Der Dreck, den die Touristen machen tötet sie. Ist ein Dilemma, da der Tourismus die Haupteinnahmequelle des Landes ist.

Hier trinke ich meinen Nachmittagstee. Im Hotel arbeiten kaum Frauen. Offizielle Begründung: Hurghada ist keine richtige Stadt, da leben nur Männer. Die Familien sind in Luxor, 500 km entfernt. Und es ist nicht üblich, dass Frauen so lange von zuhause wegbleiben. Habe Bücher von moslemischen Feministinnen gelesen. Und mein Eindruck auch: das ist nicht so sehr eine religiöse Frage, es geht um die Familie. Die Unfreiheit des Einzelnen ist Bedingung für den Erhalt des Familiensystems. Das geht aber nicht mehr lange so.

Ein Gebäude der riesigen Hotelanlage, im Pharaonen-Palast-Stil.

Salatbuffet. Alle bekommen Durchfall. Das ist aber nicht so sehr die Hygiene im Hotel, das ist einfach so. Das Wasser, die Pflanzen alles. Ägypten hat einfach andere Bakterien, die wir nicht gewohnt sind. Nach der Gewöhnung hatte ich eine gesündere Verdauung als hier. Ich denke der Dreck ist nicht so schädlich wie bei uns die totale Chemisierung. Unser unsichtbarer Dreck.
Sitze im Bus nach Luxor. Die Fahrt geht durch Gebirge und Wüste. Sah eine Beduinin mit Ziegen. Das ist am Busfahren so schade, sieht man ein gutes Fotomotiv, ist es auch schon weg und nicht fotografiert. Hab grad mal ein Zehntel an Bildmaterial, von den tollen Sachen, die ich gesehen habe.
Wir fahren mit vielen anderen Bussen in einem bewachten Konvoi. Passieren oft Kontrollpunkte. Ist für den Schutz der Touristen vor den Terroristen. Die Mitreisenenden sind da geteilter Meinung, ob so ein Konvoi nicht erst die Aufmerksamkeit auf sich zieht, oder ob die Bewachung nicht im Ernstfall einfach sinnlos ist. Ich sehe einen ungeheuren Personalaufwand. Vielleicht sind das eine Menge Jungs, die Essen und ein Bett zum Schlafen haben. Wegen Anschlägen denke ich mir nichts, ich kann auch daheim die Treppe runter fallen und mir das Genick brechen. Ich versteh auch nicht ganz den Sinn der Aktion (Anschläge), zu wenig Information.

Die Kreuzfahrtschiffe in Luxor. Es sind 200 solcher Schiffe auf dem Nil unterwegs.

Sonnenuntergang. Nilgefühl. Der ist ja vielleicht breit. 3 Mal Donau.

Luxortempel bei Nacht. Erste Begnung mit dem größenwahnsinnigen Ramses II. Ich spüre auch Nazienergie. Verdammt. Das war aber auf der Reise das einzige Mal. Die haben hier ein Ritual gemacht. Hab eine feine Nase für sowas. Bei dem Tempel geht es auch um Feinde besiegen, das hat Ramses II so angelegt. Aber den liebevollen Bezug zum Nil und dem fruchtbaren Land haben sie außer Acht gelassen. Oder doch nicht? Blut und Boden? Die dienstbar gemachten Energien waren ziemlich sauer. Anubis leitet mich zu Maat. Bis ich allen Größenwahn verliere und nur noch die Liebe zu allem Lebendigen spürbar ist.

Ich habe mich vorher nicht über die Tempel informiert. Ich lese keine Reiseführer mehr, seit dem über die Arabischen Emirate. Da schreibt nämlich einer von anderen ab, und kaum einer war wirklich dort. Auch wenn die Info gut ist, lenkt mich das zu sehr von meinen eigenen Eindrücken ab. Ich arbeite das dann lieber nach und lese was andere geschrieben haben und vergleiche mit meinen Eindrücken.

Die Widderallee des Karnak-Tempel. Widder sagen mir nichts. Kein Anschluss unter dieser Nummer.

Ägypter mit Besen.

Der Karnak-Tempel ist der einzige Tempel in Ägpten ohne Plan und feste Struktur. Da hat jeder Pharao und jede Pharaonin ein eigenes Stück dazu gebaut, das ging so mehrere Jahrhunderte lang.

Als wir uns morgens dem Tempel näherten, wusste ich garnicht, was es für einer ist. Die Energie zog ganz unglaublich stark nach oben. Mir war klar, dass irgendetwas himmlisches hier verehrt wird. Der Sog nach oben ist an den heiligen Plätzen auch stärker, als ich es von Deutschland oder England kenne. Hier spüre ich keine Erdenergie an sich. Es hat auch was mit der Architektur auf sich. Die kennzeichnet nicht nur, wie ein Steinkreis, sie wirkt auch für sich. Also der Karnak-Tempel ist das Hauptheiigtum des Sonnengottes Amun-Ra.

Weitere Impressionen vom Karnak-Tempel

Die berühmte Säulenhalle. Die Säulen sollen immer Papyrus darstellen. Entweder geschlossen, da sehen sie auch wie ein Riesenpenis aus, oder der Fruchtstand geöffnet. Papyrus ist die heilige Pflanze von Unterägypten, also der Nordhälfte. Oberägypten hat den Lotus als heilige Pflanze.

Was mir nicht klar geworden ist, warum Papyrus und Lotos. Sind ja keine Pflanzen, die ernähren, wie in Mexico der Mais und die Maisgöttin zum Beispiel. Gut, Papyrus männlich, Lotos weiblich. Wisst ihr da etwas drüber? Papyrus war der Rohstoff für Papier, daher der Name. Ist er deswegen heilig?

Das Gegensätzliche zu unserem überaufgräumten Bayern hat mich aller Orten fasziniert. Limonadenstand in Luxor.

Das Kreuzfahrtschiff hat abgelegt.

Nächster Halt und Landausflug in Edfu. Impressionen aus der Stadt, vom Bus aus fotografiert. Die Ausflüge und der ganze Ablauf am Schiff sind total durchorganisiert. Hat ja Vor- und Nachteile. Man brauch sich um nichts kümmern, immer der Herde nach. Mit dem Nachspüren und dem eigenen Nachforschen muss man allerdings schnell sein. Sehe abenteuerliche Hotels in Edfu, die sicher total billig sind. Abenteuerlust erwacht. Bin aber echt ein Snob geworden, 5 Sterne Hotels und so.

Die DSL-Plakate mit dem Matrix-Code gefallen mit natürlich besonders.

Welche Magie der Coca-Cola Konzern nutzt wär ja auch mal eine Forschung wert. Apropos Magie. Beim Näherkommen bemerke ich einen äußerst starken, energetischen Wirbel über dem Tempel.

Der Tempel ist ziemlich neu, er wurde von den Griechen erbaut. Die haben ja Ägypten am Ende der Pharonenzeit erobert. Der Tempelbau hat was mit Religionsübernahme zum Zwecke der Herrschaft über das Volk zu zun, sagt der Reisesführer. Das innere Heiligtum, der Granitblock hinten auf dem Foto, ist viel, viel älter sagt er. Der war schon vorher da. Kann kaum erwarten ihn aus der Nähe zu sehen.

Nachbau der Barke von Isis, die hier gefunden wurden. Da fehlt mir wieder das Verständis, was das bedeutet.

Mensch sprich?

Das Heiligtum. Hoho. Das war der Hammer. Ich hab den Kopf reingesteckt. Und sofort Verbindungskanäle gesehen zu anderen Sternen. Die haben alle einen bestimmten Namen. Klangverschlüsselt. Wenn man den Namen ausspricht, reist man zu dem genannten Stern. Ich war schon etwas verwirrt, kam mir vor wie in Stargate. Nun gut. Schamanisch Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit. Daher die tierköpfigen Gottheiten denen geopfert wurde? Daher die genaue Ahnung was mit der Seele nach dem Tod passiert? Hm. Leider zu wenig Zeit zum Forschen, hunderte Touristen, die sich gegenseitig vor dem Granitblock fotografieren, ich hab den Schädel drin und strecke ihnen meinen Hintern entgegegen.

Frauen. Sie sitzen im Schatten, vor dem Tempel, neben den Souveniergeschäften. Sie ratschen und lachen.

Auch so ein Ding. Ich bin ja alleine gefahren. Weil ich gerne alleine fahre. Im Schiff hatten wir feste Plätze am Tisch beim Essen. Die wurden das erste Mal nach dem Zufallsprinzip vergeben, wann man halt im Speisesaal auftauchte, und wir wurden gebeten die ganze Woche am selben Platz zu bleiben. Diese zwei Frauen also saßen an mit mir am Tisch. In der Mitte Silvi. Trommlerin. Fährt gerne nach Westafrika. Trommelt und reist in andere Welten. Lissy links. Hatte "Das Gras wachsen hören" von Luisa im Gepäck. Das Beste kommt noch. Ich fuhr ja auf den Nil auch um mir an meinem Geburtstag etwas Gutes zu tun. Ich hatte am 10.10. Lissy am 11.10. und Silvi am 13.10. Am Tisch waren noch Petra und Sabine mit ihren Kindern. Alle Frauen ohne Männer und echt gut drauf. Wir waren echt das Dreamteam. Erst saß am Tisch noch ein Mann mit, ein Pädagoge. Der kam ja so garnicht an bei uns, da wir keine Lust hatten ihn als Gesprächsführer anzuerkennen und zu bewundern. Er konnte auch so garnicht mit den Kindern umgehen. Jedenfalls, nach 3 Tagen war er an einem anderen Tisch. Sonst waren noch 2 andere Frauen da, die zu uns passten, Ellen und... leider Namen vergessen. Der Rest, alles Ehepaare. Andere Baustelle. Bin mir wiedermal ganz sicher: mir kommt kein Mann mehr ins Haus. Ich kann nur noch mit Frauen.

In Ägypten gibt es nur diese Rasse Hunde. Sie leben frei. Liegen überall rum. Hier beim unvollendeten Obelisken in Assuan.

Ich auf dem Assuanstaudam. Ich grinse zwar, aber so lustig ist der nicht. Ein tolle Ingenieurleistung halt. Dieses Wort macht mir gruseln. Der Staudamm wurde gebaut, um Strom zu erzeugen und die jährliche Nilüberschwemmung zu vermeiden und mehr Anbaufläche zu gewinnen. Gut. Strom: Sonnenenergie? Naja, in den späten 50ern wo der Damm gebaut wurde, war das wohl noch nicht so ausgereift. Jährliche Nilüberschwemmung? Bestimmt lästig einesteils, aber die Überschwemmung brachte den fruchtbaren Schlamm auf die Felder. Es musste nichts gepflügt werden, nur nach der Überflutung wieder neu angepflanzt. Heute: Kunstdünger.

Also, der Damm wurde gebaut um das Land zu industriealisieren und die Industriebetreibe stellen Kunstdünger her. Äh. ja. Der Schlamm setzt sich jetzt im Nasserstausee ab. In 500 Jahren ist der zu. Durch den See wurden auch hunderte von Kilometern Anbaufläche zerstört und sehr viele Menschen umgesiedelt, alles Nubier. War wohl egal, die hat ja schon Ramses II unterworfen. Gerühmt wird dagegen die Ingenieurleistung, den Tempel von Abu Simbel vor den Fluten zu retten und weiter oben wieder aufzubauen. Wer hat den wohl gebaut? Ramses II, klar. Nachdem er die Nubier erobert hatte. Jetzt schaut er 20 Meter hoch 4 Mal über den Nasserstausee, hinter ihm ein künstlicher hohler Berg. Dafür gabs ja dann auch Hilfe von Ausland.

Andenkenläden bei der Anlegestelle der Boote zum Philaetempel.

Der Philaetempel, der Isis geweiht, auf einer Insel im Nil in Assuan. Der Tempel musste auch verstetzt werden, auf die Nachbarinsel, da er in den Fluten versank. Ich war da skeptsich, weil ich es von hier kenne, dass der Platz ausschlaggebend ist und man Gebäude so einfach nicht verstetzen kann. Also schon, aber halt hohler Felsen. Ich erwartete mir nicht allzu viel.

Erstes Phänomen. Die Christen, die den Tempel später übernommen hatten, haben die Reliefs auf der linken Seite ausgekratzt. Die linke ist die Seite der Ewigkeit, Westen, Sonnenuntergang. Aha. Ganz schön fies.

Eine weitere christliche Spur. Ich dachte, klar typisch. Ich suchte Isis und fand sie nicht. Nach der Besichtigung mit dem Fremdenführer hatten wir noch eine Stunde Zeit. Neben dem Cafe saß eine Frau mit ihrer kleinen Tochter. Ich setzte mich eine Weile neben sie. Sie verdiente Geld, bekam für ein Foto von ihr mit Kind ein Pfund (20 cent). Wir lächelten uns an, ihre Tochter spielte mit meinem Sonnenhut. Bevor ich ging, gab ich ihr Geld. So ging das dann den ganzen Abend weiter. Ein Junge, der sich sowas von freute als ich ihm meinen Kugelschreiber schenkte, der wirklich toll war. Am Bazar die bettelnde Frau mit Baby. Die andere Frau, die an der dreckigsten Ecke am Boden saß, mit 3 oder 4 Kindern und Fladenbrot verkaufte. Ich spürte so eine starke Verbindung, mit allen Frauen, ich spürte meine Frauen, mit denen ich die Jahreskreisfeste und Rituale mache, die Frauen hier, alle Frauen, alle Frauen, die Mütter sind, alle Kinder. Ich spürte wie wichtig es ist, dass wir uns direkt gegenseitig unterstützen, in jeder Hinsicht. Und dass wir eins sind. Isis hatte sich mir offenbart.

Erst mal Pause, später gehts weiter: es kommt noch Ramadan, Theben und Kairo....