Samstag, Dezember 31, 2005

positiv



Der Besuch bei Mama und Oma hat mir einiges über meine Kindheit klar gemacht. Diesmal war mein Sohn nicht dabei, mit ihm fällt mir das nicht so auf, weil wir dann untereinander unsere Sachen reden.



Die Grundstimmung der Gespräche meiner Familie ist Lamentieren, Jammern, bedrückende Erinnerungen hervorholen. Jetzt kommt noch der Lebensgefährte (ha, Lisa Fitz sagt: Lebensgefährte kommt von lebensgefährlich) meiner Mutter dazu, der bringts dann politisch. Er schimpft über die Zustände in Politik und Wirtschaft. Als ich ihm sagte, dass er doch im Internet Gleichgesinnte begegnen könnte, die auch Aktionen machen, kam er mir mit Hackern und wie gefährlich das Internet sei. Jaja.



Das war echt heftig. Kein Wunder, dass ich in der Pubertät nahezu meine ganze Zeit dazu verwendete, mich zu betäuben und/oder in andere Welten zu katapultieren.



Meiner Oma habe ich letztes Jahr eine CD von Anslem Grün geschenkt "Wunden zu Perlen machen". Ich meine immer, die Menschen können was lernen. Damit es ihnen besser geht.



Warum hält man so an seiner Bitterkeit und Machtlosigkeit fest? Fehlt da nur die grundsätzliche Erfahrung, dass das Leben so ist, wie wir es empfinden, beschreiben, erträumen? Das Universum liebt uns so, dass es sich uns entgegenneigt. Es macht uns alles recht. Wenn wir meinen, alles ist ein Sumpf aus Bitterkeit und uns darin wohlfühlen....



Sie taten mir leid, ich fand das so schrecklich. Sie haben alles, was man sich nur wünschen kann. Und sehen nur auf das absolut ungünstigste, was sie finden können. Leichtigkeit, Freude, Sinnlichkeit. Fremdwörter. Ist sicher auch ein ganzes Gewebe, christliche Erziehung, und überholte Glaubesvorstellungen. Was mich fasziniert, mit welcher Beständigkeit sie das durchziehen. Unverändert seit vielen, vielen Jahren. Eine solche Beständigkeit ist ja an sich etwas unglaublich wichtiges. Zum Erreichen von Zielen, zur Selbstverwirklichung.



So. Heute fahre ich mit Jutta, in meinen Kreisen bekannte Staranwältin für Einwanderungs-, Scheidungs-, und sonstige Rechtsfragen, nach München zu Zsusa und ihrem Mann, Silvester feiern auf arabisch. Ja, immer wieder. Das arabische liebt mich offensichtlich. Das ist wieder etwas, dass ich schon bei meiner Mutter aufgesaugt habe, 1001 Nacht, Faszination. Sie hatte schon ihre Momente, wenn wir alleine waren.



Wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein schönes heiteres sinnliches 2006!

Mittwoch, Dezember 21, 2005

dunkelheit



War gestern bei Ilona, wir beschenkten uns und tranken Tee. Diskutierten wie wild über Fleischkonsum und Pelze. Und über das Feiern von Jahreskreisfesten.



Heute war ich allein im Park, an meinen Lieblingsplätzen um die Wintersonnwende zu feiern, oder anders gesagt zu würdigen. Ich traf mich mit Helferinnen aus allen Himmelsrichtungen. Da gibt es vielleicht viele. Sie fanden, ich könne etwas mehr Spaß vertragen. Und Ausgelassenheit. Stimmt. Diesmal hab ich garnichts mitgenommen, keine Kerze, keine Rassel. Ich merke ich kann sehr gut imaginieren und brauche eigentlich keine Gegenstände. Ist aber sicher Geschmacksache und sehr individuell. Zur Dunkelheit passt es, nichts in der Hand zu haben.



Morgen fahre ich mit dem Zug nach Waldkraiburg. Unterwegs am Bahnhof in Landshut kann ich mir die "ab40" kaufen, da ist ein Artikel von Luisa drin. In Waldkraiburg kann ich leider nix schreiben, da keiner im Freundes- und Bekanntenkreis nen Computer hat. Ja. Solls geben. Bin dann auf Entzug sozusagen.



Heute Abend um 22:50 kommt Terminator auf Kabel 1. Absoluter Kult. Der Film hatte mich damals sehr beeindruckt, und die Angst vor einer atomaren Katastrophe war sehr präsent zu der Zeit. Kann man sich heute garnicht mehr vorstellen.



Heutzutage gruselt es mich ein wenig vor dem Christentum.

Montag, Dezember 19, 2005

putzen



Heute Putzfimmel gehabt. Fühle mich in die Wintersonnenwende ein. Die längste Nacht. Dunkelheit. Höhle. Habe den Wunsch, dass ich nach dem Ritual in eine saubere Wohnung komme, frische Bettwäsche habe, mich noch lange entspannt bade. Ich gehe an meinen Platz am Bogenbach und tanze mit meinen dunkeln Seiten.



Habe noch erhältliche Motherpeace-Tarotkarten gefunden: hier klicken.



Schön war beim Staubwischen, wieder alles einmal in die Hand zu nehmen meinen Besitz. Was alles habe. Woher ich es habe. Wer es mir geschenkt hat.

Sonntag, Dezember 18, 2005

wut



Mache Erfahrungen mit meiner Wut. Es macht Spaß zu explodieren. Was macht mich wütend? Ungerecht behandelt zu werden. Wenn Leute an mir ihre schlechte Laune auslassen. Ich speche mit einer Person, die mich sehr wütend gemacht hat. Ich wende an, was ich gelernt habe, spreche in ich-Botschaften, ohne Anklage. Sage einfach, wie es mir gegangen ist. Funktioniert hervorragend. Die andere Person erklärt mir ihre Beweggründe und entschuldigt sich mehrmals.



Was mich noch total irritiert und verunsichert ist, wenn jemand nicht anständig Schlange stehen kann. Also, kennt ihr die Leute, die sich so seitlich ranstellen und immer mitrutschen, und man weiß nicht, wollen die sich jetzt vordrängeln oder bleiben sie im entscheidenden Moment zurück. Das macht mich total narrisch. Passiert mir auch immer wieder.



Deggendorf versinkt im Schnee und ich habe Urlaub. Bis zum 29.12.



Wir feiern alle unseren Jahreskreis. Diesmal habe ich mich entschieden, dass ich allein feiere. Ich möchte mich an der Stelle einmal zurückziehen und darüber nachdenken, was ich denn eigentlich mit den Jahreskreisfesten will, wie ich sie gestalten will und was mir wichtig ist. Ich denke die dunkle Zeit ist dafür sehr geeignet.



Heute habe ich Weihnachtsgeschenke verpackt. Ich fahre zu meiner Mutter nach Waldkraiburg. Wir feiern mit Oma und mit Ludwig, der Lebensgefährte von Mama. Mein Sohn und seine Frau sind diesmal bei ihrer Mutter.



Weihnachten hat für mich nichts mehr mit dem Christentum zu tun. Das bedeutet mir garnichts. Ich mag aber Geschenke kaufen, verschenken, selber Geschenke bekommen, mit der Familie zusammensein, alte Freunde treffen. Das ist schön und wirklich eine Abwechslung in der dunklen, kalten Jahreszeit.



Habe heute auch einen Newsletter von Chymorgen bekommen. Für alle, die sie noch nicht kennen: Frauenpension in Cornwall. Ganz wunderbar. Nochmal zu den Fotos von Cornwall 2004.



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Freitag, Dezember 09, 2005

existenz



Komisch, wenn man zu genau hinschaut, sieht man nichts mehr. Verkrampfung? Manches betrachte ich mit Abstand und entdecke neues. Kann man von Lapsang Suchong Verstopfung kriegen? Der Winter, Zeit für Abstand.

Höre von Frauen mit Phasen, in denen es ihnen schlecht geht. Sie haben Depressionen. Stehe da wie ein gleichgültiger Esel. Gut, mir geht es schon auch mal komisch. Aber als Depression will ich das nicht bezeichnen. Ehr zwider. So sagt man in Bayern. Ich werd einfach sauer und schimpfe auf alles, was mir nicht passt.



Was mir unheimlich gut tut: ich bin eine Egoistin. Ich steh in meinem Leben im Mittelpunkt. Ich liebe mich, ich sehe zu, dass es mir gut geht. Mache mir meinen Tag schön.

In Zeiten, in denen ich mich aufopferungsvoll um andere gekümmert habe, ging es mir beschissen. Sie saugten mich aus. Ich lies an mir saugen. Glaubte, das wäre Erfüllung, meine Existenzberechtigung. Ich bin umgestiegen auf ich bin. Meine Existenzberechtigung muss ich mir nicht erarbeiten. Die ist da. Das heißt nicht, dass ich nichts für jemanden tue.



Eine lange Phase war auch: wenn ich erst das und jenes kann, dann.... Dieses nichts im hier und das vielleicht in der Zukunft. Auch nichts. Da saugt es einer die Lebenskraft in einen unerfüllbaren Idealzustand.

Theoretisieren. Ja. Darüber denke ich nach, weil mir Freundinnen manchmal sagen, ihnen geht es schlecht. Mir ging es eben auch mal schlecht.



Die ganze Woche in der Arbeit kreisen meine Gedanken um einen Lottogewinn. Dann verwerfe ich das wieder. Ich brauche praktisch eine Million um den ganzen Tag vorm Rechner zu sitzen. Und tun zu können, was mir Spaß macht. Mach ich eh schon die ganze Woche. Und kann auch noch alle möglichen Leute anmotzen.

Und lachen und Musik hören. Freitags um 4 brennen mir die Augen. Die Knie tun weh vom ganze Woche sitzten. Daheim, nach 2 Stunden auf der Couch, schalt ich mein Laptop an. Schneide Bilder zu, schreibe Texte. Der Fernseher brabbelt nebenbei.

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Donnerstag, Dezember 08, 2005

poster



Meine Fotos gibt es jetzt als Poster zu kaufen. Erst mal eine kleine Auswahl, es kommen noch welche dazu. Hier klicken zum Postershop. Meine Fotos sind dort unter dem Namen "astarte". Wenn jemand gerne ein bestimmtes Foto in der Auswahl hätte, dann bitte einen Comment schreiben mit dem Datum des Eintrags und Bildbeschreibung. Ich werde es dann zur Auswahl hinzufügen.

Sonntag, Dezember 04, 2005

raureif



Habe schon wieder eine neue Sammelleidenschaft entdeckt, die sz-cinemathek, lauter schöne Filme. Sicherheitshalber habe ich diese Woche erst mal einen Film aus der Bücherei ausgeliehen, "Night on Earth", der ist wirklich toll. Einige Filme kenne ich aus meiner Jugendzeit. "Wenn die Gondeln Trauer tragen","Blow up" oder der ganz wahnsinng witzige "Tanz der Vampire".



Juansi hat mich gefragt, was ich unter Geomantie (das steht in meinem Profil unter Interessen) verstehe, bzw. wie ich sie anwende. Ich habe auch den Pognazic gelesen, und Sachen über Feng Shui. Habe aber festgestellt, dass ich ein Gefühl für Orte habe, das ist jenseits von irgendwelchen Büchern oder Vorlagen. Ich fahre gerne an solche Orte, dieses Jahr war ich bei den Bruchhauser Steinen im Sauerland und bei den Externsteinen. Ich spüre dann einfach nach und lass meine Visonen und Gefühle sprechen.



Es hat auch eine ganze Zeit gedauert, bis ich darauf hörte, es nicht als Spinnerei abtat. Ich kanns auch nicht festlegen und katalogisieren. Wenn ich mit anderen Frauen an solchen Orten bin, erzählen sie auch andere Empfindungen. Irgendwo ist es aber ähnlich, in einem höheren Sinn.



Für mich gibt es Orte, wo die Erde in ganz besonderer Weise mit dem Kosmos verbunden ist, da geht es eben leicht, Visionen zu sehen. Ich glaube, dass das jede kann, wenn sie sich traut. Es ist sehr schön mit mehreren Frauen über das Gefühlte, Gesehene zu sprechen. Das mache ich mit Freundinnen, und auch Luisa macht das bei ihren Seminaren in Cornwall. Da sind ja die Kraftorte an jeder Ecke. Dazu: eine Fotogalerie von London+Cornwall Halloween 2004.



Diese Woche, in der Arbeit. Es ist grad sehr spannend, weil unsere Firma verkauft wird. Keiner weiß, ob der Verkauf klappt und was danach wird. Ich komme wieder auf diese Grundfragen: wie groß ist mein Vertrauen, dass ich immer genug habe, wie groß sind meine Ängste davor kein Geld zu haben, wie sehr vertraue ich meinen Fähigkeiten und mir Selbst.



Ich denk da immer so: vielleicht möchte meine inneres Selbst eine neue Erfahrung machen, und es wird furchtbar stressig für mich und mein Bewusstsein, also Umzug, neuen Job bzw. neue Geldeinnahmequelle suchen. Manchmal wünschte ich, es ginge alles so weiter, ich habe meinen sicheren Job, mache jede Woche meine Arbeit in der selben Firma. Dann gruselt es mich wieder bei dem Gedanken, dass es jahrelang so weitergeht. Immer wieder gleich. Ich hatte immer krasse Wechsel in meinem Leben. Die führten schon immer weiter zu etwas Besserem, waren aber auch sehr anstrengend. Ich möchte auch mal wo bleiben. Aber nicht in Alltagsroutine, im immer gleichen versauern. Da muss ich mir mal eine sanfte Methode einfallen lassen.



Sonst war ich diese Woche in der Bücherei, habe auch einige Fotos dort gemacht. Wie schon erwähnt, steh ich total auf die Deggendorfer Bücherei. Auch so ein Kraftort, nicht nur wegen der Bücher, der Platz an sich ist sehr stark.