positiv

Der Besuch bei Mama und Oma hat mir einiges über meine Kindheit klar gemacht. Diesmal war mein Sohn nicht dabei, mit ihm fällt mir das nicht so auf, weil wir dann untereinander unsere Sachen reden.

Die Grundstimmung der Gespräche meiner Familie ist Lamentieren, Jammern, bedrückende Erinnerungen hervorholen. Jetzt kommt noch der Lebensgefährte (ha, Lisa Fitz sagt: Lebensgefährte kommt von lebensgefährlich) meiner Mutter dazu, der bringts dann politisch. Er schimpft über die Zustände in Politik und Wirtschaft. Als ich ihm sagte, dass er doch im Internet Gleichgesinnte begegnen könnte, die auch Aktionen machen, kam er mir mit Hackern und wie gefährlich das Internet sei. Jaja.

Das war echt heftig. Kein Wunder, dass ich in der Pubertät nahezu meine ganze Zeit dazu verwendete, mich zu betäuben und/oder in andere Welten zu katapultieren.

Meiner Oma habe ich letztes Jahr eine CD von Anslem Grün geschenkt "Wunden zu Perlen machen". Ich meine immer, die Menschen können was lernen. Damit es ihnen besser geht.

Warum hält man so an seiner Bitterkeit und Machtlosigkeit fest? Fehlt da nur die grundsätzliche Erfahrung, dass das Leben so ist, wie wir es empfinden, beschreiben, erträumen? Das Universum liebt uns so, dass es sich uns entgegenneigt. Es macht uns alles recht. Wenn wir meinen, alles ist ein Sumpf aus Bitterkeit und uns darin wohlfühlen....

Sie taten mir leid, ich fand das so schrecklich. Sie haben alles, was man sich nur wünschen kann. Und sehen nur auf das absolut ungünstigste, was sie finden können. Leichtigkeit, Freude, Sinnlichkeit. Fremdwörter. Ist sicher auch ein ganzes Gewebe, christliche Erziehung, und überholte Glaubesvorstellungen. Was mich fasziniert, mit welcher Beständigkeit sie das durchziehen. Unverändert seit vielen, vielen Jahren. Eine solche Beständigkeit ist ja an sich etwas unglaublich wichtiges. Zum Erreichen von Zielen, zur Selbstverwirklichung.

So. Heute fahre ich mit Jutta, in meinen Kreisen bekannte Staranwältin für Einwanderungs-, Scheidungs-, und sonstige Rechtsfragen, nach München zu Zsusa und ihrem Mann, Silvester feiern auf arabisch. Ja, immer wieder. Das arabische liebt mich offensichtlich. Das ist wieder etwas, dass ich schon bei meiner Mutter aufgesaugt habe, 1001 Nacht, Faszination. Sie hatte schon ihre Momente, wenn wir alleine waren.

Wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein schönes heiteres sinnliches 2006!





























