teekessel

Habe lange nicht geschrieben. Es ist wenig aufregendes passiert. An meinem Arbeitsplatz hat sich viel verändert, leider kann ich da wenig drüber schreiben, da das Firmeninterna sind. Nur soviel: ich habe jetzt andere Chefs. Wir sind von einer größeren Firma übernommen worden. Der Vorteil ist in erster Linie mal die Zahlungskraft.

Sonst noch? Meine Haare hab ich superkurz schneiden lassen. Weil ich es leid bin. Ich habe ganz extrem feines und dünnes Haar und wenn da eine Frisur einigermaßen passabel aussehen soll, muss da Volumenschaum und Fön ran. Hatte die Schnauze voll, mir Chemie ins Haar zu schmieren, jeden Tag.

Was aber ganz aufregend war, und weswegen ich eine halbe Nacht nicht schlafen konnte, ist am Freitag passiert. Dazu erstmal weiter ausholen: ich arbeite "ehrenamtlich" ein Mal im Monat im Weltladen (Trans Fair und so). Der Weltladen bei uns ist ein Projekt des Frauenzentrums Deggendorf. Dort finden noch andere Aktivitäten statt. Es gibt einen Ausstellungsraum für Künstlerinnen, der ist auch zugleich Vortragsraum. Es werden ReferentInnen eingeladen, je nach Interessenlage.

Im Laden kann jede Frau, die etwas herstellt, ihre Ware in Kommision geben. Wir haben Ketten, handgemachte Seife, Gestricktes, Engel aus Ton usw. Die Frauen treffen sich auch um ihre Spiritualität zu leben. Es finden christliche Treffen statt, das ist nicht mein Ding, aber sie versuchen ihren Glauben abseits von der Amtskirche zu leben, in weiblicher Eigenart, das respektiere ich. Genauso werde ich respektiert. Ich bin auch überzeugt davon, dass ich, hätte ich mehr Engagement, eine weitere spirituelle Gruppe mehr in meiner Richtung, machen könnte. Es besteht kein Religionszwang und die Frauen sind auch sehr vielfältig orientiert.

Es gibt Teilnahmen an Hilfsprojekte in anderen Ländern, die besonders Frauen unterstützen. Der Laden ist auch eine Art Kontaktbörse um Treffen und Kurse anzubieten. Beispiel: Tanzen, Yoga, Frauenwandern, Trommeln bauen, Synergieseminare usw. Es besteht auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Verein "Freundinnen der Donau", die sich für den Erhalt des letzten Stücks frei fließender Donau einstetzen.

Der Verein hatte Schulden, die sind aber mittlerweile fast abgebaut, weil seit 2 Jahren eine Frau dabei ist, die sensationelle Ideen hat, Geld zu verdienen, die Schatzmeisterin, die zusieht, dass die Kasse stimmt. Alles in allem ein Traum.Wie schon gesagt, ich beteilige mich (bis jetzt!!) nicht allzu aktiv daran, find es aber alles Klasse. Ich weiß, dass ich dort mal meine Fotos ausstellen kann, meine gestrickten Pullis verkaufen kann, Freundinnen hab ich schon gefunden dort.

Und jetzt kommts. Die Treffen der Frauen sind auch oft unter der Woche, kann ich halt nicht, da Arbeit. Diesen Freitag Abend wurde zur Supervision geladen, da es Spannungen unter den Frauen gibt, und viele Frauen schon ausgepowert sind. Da wollte ich hin, mal sehen was da los, mal wieder ein bisschen Anschluss an die Gruppe bekommen. Die Supervisorin konnte aber nicht kommen, da sie aus Versehen einen Doppeltermin hatte. Der Abend wurde von der Frau, die da die Führungsrolle inne hat geleitet und wir versuchten auch ohne die Supervisorin ein wenig an die Thematik ran zu kommen.

Da wurde auf einmal nach 2 Stunden deutlich, dass einige Frauen der Meinung sind, wir müssten unbedingt Männer mit in das Projekt aufnehmen. Ich fühlte mich augenblicklich wie ein kochender Teekessel. Mittlerweile habe ich mich wieder beruhigt. Heute Abend ist Jahreshauptversammlung, da ist diese Frage Tagesordnungspunkt. Ich habe mir ein Konzept zurechtgelegt, werde mit Engelszungen sprechen. Was für ein Glück und was für ein "Zufall", dass ich das rechtzeitig mitbekommen habe. Da sind viele Frauen in der Gruppe dagegen, dass Männer aufgenommen werden. Sie hatten dass schon am Sommerfest heiß diskutiert, da war ich leider auch nicht dabei. Sie fanden, dass ich mich sagenhaft klar und stimmig ausgedrückt habe, als das Thema auf den Tisch kam, und wollten, dass ich sicher zur Jahreshauptversammlung komme, um zu helfen, die Frauen, die für Männerbeteiligung sind, zu überzeugen.

Gut, ich habe mich deswegen beruhigt, weil ich einsehe, dass es Frauen gibt, die sich der Wichtigkeit eines Raums nur für Frauen nicht bewusst sind. Das möchte ich einfach heute Abend deutlich erklären, ohne Polemik und mit Verständnis. Andererseits könnt ich aufseufzen, weil das eine Diskussion ist, die Frauen schon 1000x geführt haben, immer mit den selben Argumenten. Ich bin es so verdammt leid, immer wieder von vorn anzufangen. Am besten nimmt man mal sowas auf Kassette auf und verteilt das, da spart man sich einen Haufen Energie. Aber ich selber hatte vor Jahren auch keine Ahnung von sowas, und hatte noch nicht begriffen, was "Frauenraum" bedeutet.

Nun die Argumente, der Frauen, die Männer beteiligen wollen. "Es kommen ja auch Männer in den Weltladen, als Kunden". Eine Frau hatte einen Notfall, ihr Bruder war gestorben, sie hatte 10 Frauen angerufen, ihren Ladendienst zu übernehmen. Keine konnte oder wollte. Eine sagte, sie hat sich entschieden, sich bei solchen Sachen mehr abzugrenzen und zurückzuhalten. Schließlich fand die Frau eine Vertretung und zwar eine männliche (also das klassische Argument: es gibt auch böse Frauen und nette Männer). Ein Argument war auch, dass das Projekt in der Öffentlichkeit einen ehr seltsamen Ruf hat. Deswegen wäre es besser, Männer dazuzuholen. (Dieses Argument hatte den schlagartigen "Teekesseleffekt" bei mir).

Also mal weitersehen, heute Abend. Positiv: ich hab mich noch nie so engagiert an dem Verein beteiligt. Jetzt merke ich erst, wie sehr mir das am Herzen liegt. Ich werde das mit dem Geist einer Löwin verteidigen.



14 Kommentare:
schade gibt es kein bild von deinen kurzen haaren. bin auch ständig am überlegen, ob ich meine abschneiden soll. die werden als wie weniger und feiner und bald werd ich wohl gar keine mehr haben!? hilfe!!!!
Liebe Ingrid !
Ein Weltladen ist was Schönes !
Bei unserm kleinen haben sowieso nur Frauen mitgemacht, hihi.
Das war aber noch in der kath. Kirche drin. Da ist das ja normal und nicht "anrüchig"...
Dann wünsche ich Dir viel Erfolg beim Überzeugen !!
Ich hoffe, mal, die Frauen sind wirklich offen und nicht noch an irgendwas in der Kirche gebunden mit diesem Laden !
Liebe Ingrid,
ich drück die Daumen für Deine Ansprache.
Grüße
Juansi
...ja aber was ist so schlimm daran, Männer mitmachen zu lassen, wenn sie interessiert sind?
Ulrike
Hallo Ingrid !
Stimmt, es gibt "böse" Frauen und auch "gute" Männer. Ich würd´s mal auf mich zukommen lassen. Eventuell vorher ein Gespräch mit den Frauen, was von den Männern, die da kommen sollen, erwartet wird und wo´s dann lang geht - auf keinem Fall "das Konzept" aus der Hand geben lassen, sofern eines vorhanden ist. Ihr könnt die Kerls ja immer noch rausschmeissen, wenn die´s zu bunt treiben würden. Für einen "Frauenraum" wie Du Dir das wünschst, ist dieser Rahmen vielleicht der falsche, da recht "öffentich". Vielleicht könntet Ihr eine Sub-Gruppe, d.h. eine explizite Frauengruppe gründen.... . Ausserdem: Sozialarbeit hat Männern sicher noch nicht geschadet !!!!! Heisse sie willkommen. Wenn´s denen zu eng (kommt von Angst)wird, gehen die wieder von alleine. Selber keine Angst haben. Der neuen Herausforderung stellen !. Gruß Ibsi
Hallo Ingrid,
ich habs ja nicht so mit der Vereinsmeierei und kenne mich deshalb nicht wirklich aus.
Aber wenn etwas Projekt eines Frauenzentrums ist das doch automatisch -so wies ist- hinfällig wenn Männer mitmachen.
Wenns mal damit losgeht,dass wer ÜBERzeugt werden muss von irgendwas, machst Du Dir einen Stress für gar nix ausser Deiner eigenen Anschauung. Ich denke, dass es eine Frauengruppe kräftemässig eher zerfasert, wenn da mehr drinnen sind, die Angst vor einem schlechten Image haben - da geht schon mal die halbe Kraft flöten. Oder Frauen, die von irgendwas überzeugt werden wollen/sollen- so einen Frauenraum muss doch jede erst selbst mal in sich erfahren haben dass sie ihn auch nach aussen tragen kann, das ersetzen ihr die besten Argumente nicht.
Manchen ist halt am ewigen Spagat gelegen- willst Du wirklich mit so jemandem zusammenarbeiten? Kann ja sein, dass aus dem Projekt zwei werden nach dieser Diskussion heute abend und eine neue Frauengruppe mit ungebremster Energie für die Sache an sich entsteht. Ich drück Dir jedenfalls die Daumen!
Sam
Klar braucht's einen Frauenraum. Aber weshalb muss der eigentlich institutionalisiert sein???
Weil Frauen Probleme haben, sich klar abzugrenzen, sobald Männer auf der Bühne erscheinen - was indes umgekehrt nicht für die Männer gilt! Und das macht die Geschlechter doch auch ein Stück weit aus. Das ist jedefalls meine Meinung.
Wenn man den Frauen in diesem Verein das klar machte, könnte "Durchmischung" - nicht "Unterminierung" ;0) - doch durchaus anregend sein???
Liebe Ingrid, liebe Frauen
ich lebe in einer reinen Männerwelt, sprich ich habe zwei Söhne und einen Ehemann. Meine Söhne sind 15 und 18 Jahre alt. Sie sind in erster Linie mit Jungens befreundet und ich habe zur Zeit einen Austauschschüler. Ich befinde mich also ausschließlich in einem männlichen Energiefeld. Und es ist nicht witzig, weil ziemlich energieraubend und das liebe Anonyme hat nichts mit einem Abgrenzungsproblem zu tun. Sobald ein Mädchen bzw. eine jüngere Frau mitdabei ist, ändert sich das Ganze schlagartig, auch die Männer reagieren anders, wenn Frauen mit dabei bin, ich zähle da nicht so sehr, da Mutter, aber sobald andere weibliche Wesen auftauchen ändert sich das Verhalten, auch nicht witzig, da Hahnenkampfartig.
Wenn nur Frauen zusammen sind, dann spielen sich andere Dinge ab, davon sind bestimmt auch nicht viele witzig, aber eines ist für mich ganz klar und das hat viel mit Energien zu tun. Männer werden darauf trainiert Energien abzuziehen, Frauen sie zu geben. Aus diesem Grund findet in einer reinen Frauengruppe zumindest auf der spitituellen Ebene kein Energieraub statt. Ich arbeite seit 20 Jahren mit Frauen und ich kenne ziemlich viele, die sich in reinen Frauengruppen wohler fühlen, ohne so genau benennen zu können, warum eigentlich. Außerdem kenne ich auch viele, die auf einmal besser schlafen und sich morgens richtig fit fühlen, wenn sie nachts allein schlafen, auch wenn sie keinen Schnarcher an ihrer Seite haben und eine gute Beziehung führen, mich eingeschlossen.
Im "normalen" Alltag fühle ich das oft schon nicht mehr, da wir ja meist von männlichen Energiefeldern umgeben sind, aber wenn ich mich zum Ausgleich in reinen Frauengruppen aufhalte, dann ist der Kontrast, wenn ich wieder nach Hause komme, enorm.
Dieser energetische Austausch findet statt, auch wenn einige Frauen dies vielleicht nicht spüren. Aus diesem Grund finde ich es wichtig, dass es reine Frauengruppen gibt und sie auch erhalten blieben.
Ich glaube, liebe Ingrid, dass wir immer wieder bei Adam und Eva anfangen müssen, liegt daran, weil es leider noch so ist, dass immer nur die eigene Wahrheit zugelassen wird. Aber vielleicht ändert sich das ja mal.
Liebe Grüße
Vera
Liebe Ingrid, liebe Frauen
ich lebe in einer reinen Männerwelt, sprich ich habe zwei Söhne und einen Ehemann. Meine Söhne sind 15 und 18 Jahre alt. Sie sind in erster Linie mit Jungens befreundet und ich habe zur Zeit einen Austauschschüler. Ich befinde mich also ausschließlich in einem männlichen Energiefeld. Und es ist nicht witzig, weil ziemlich energieraubend und das liebe Anonyme hat nichts mit einem Abgrenzungsproblem zu tun. Sobald ein Mädchen bzw. eine jüngere Frau mitdabei ist, ändert sich das Ganze schlagartig, auch die Männer reagieren anders, wenn Frauen mit dabei bin, ich zähle da nicht so sehr, da Mutter, aber sobald andere weibliche Wesen auftauchen ändert sich das Verhalten, auch nicht witzig, da Hahnenkampfartig.
Wenn nur Frauen zusammen sind, dann spielen sich andere Dinge ab, davon sind bestimmt auch nicht viele witzig, aber eines ist für mich ganz klar und das hat viel mit Energien zu tun. Männer werden darauf trainiert Energien abzuziehen, Frauen sie zu geben. Aus diesem Grund findet in einer reinen Frauengruppe zumindest auf der spitituellen Ebene kein Energieraub statt. Ich arbeite seit 20 Jahren mit Frauen und ich kenne ziemlich viele, die sich in reinen Frauengruppen wohler fühlen, ohne so genau benennen zu können, warum eigentlich. Außerdem kenne ich auch viele, die auf einmal besser schlafen und sich morgens richtig fit fühlen, wenn sie nachts allein schlafen, auch wenn sie keinen Schnarcher an ihrer Seite haben und eine gute Beziehung führen, mich eingeschlossen.
Im "normalen" Alltag fühle ich das oft schon nicht mehr, da wir ja meist von männlichen Energiefeldern umgeben sind, aber wenn ich mich zum Ausgleich in reinen Frauengruppen aufhalte, dann ist der Kontrast, wenn ich wieder nach Hause komme, enorm.
Dieser energetische Austausch findet statt, auch wenn einige Frauen dies vielleicht nicht spüren. Aus diesem Grund finde ich es wichtig, dass es reine Frauengruppen gibt und sie auch erhalten blieben.
Ich glaube, liebe Ingrid, dass wir immer wieder bei Adam und Eva anfangen müssen, liegt daran, weil es leider noch so ist, dass immer nur die eigene Wahrheit zugelassen wird. Aber vielleicht ändert sich das ja mal.
Liebe Grüße
Vera
Liebe Vera, liebe Ingrid, liebe übrige Weiblichkeit...
Das kann man so sehen.
Früher habe ich das Weibliche gar nicht gelten lassen. Es ist erst langsam in mein Leben eingedrungen. Was man vielleicht auch daran nachvollziehen kann, das erst mein drittes Kind ein Mädchen ist. Das ich nie wollte und das dann meine Einstellung zur Weiblichkeit ganz grundlegend geändert hat. Rosa ist plötzlich eine Farbe, die man gelten lassen kann :0D
Frauen in mein Leben hineinzulassen und eine für mich praktizierbare Form von Weiblichkeit zu finden, ist ein neuartiger Prozess für mich, den ich mit Spannung und Begeisterung lebe.
Gleichzeitig entsteht ein Schmerz. Das Gefühl, für diesen Zugewinn etwas hergeben zu müssen, das ich auf keinen Fall verlieren will, ist da.
Das Männliche. Hilfe, wo bleibt das Männliche??? Klar, zwei Welten prallen aufeinander. Inzwischen habe ich sogar festgestellt, dass es sehr weibliche und extrem männliche Websites gibt. Das letztere nicht nur meinem Rechner die Energie rauben.
Aber - verzweifelte Frage - kann den nicht beides produktiv zusammen sein? Ist denn das eine ohne das andere nicht nur halb? Bei mir fühlt sich das so an....
Liebe Wesen!
Ja, es stimmt, was die Energien betrifft. Ist aber viel Konditionierung mit im Spiel.
Ich liebe diese Tage im Taxi, wo ich viele Frauen fahre und es gibt viel mehr Leichtigkeit, viel zu lachen, auch über uns selbst und sogar über unsere Schicksalsschläge. Stillschweigendes Einvernehmen. Frauenschwingung. Einfach viel Schönheit. Die Tage fühlen sich sanfter an... Wieso? Weil ein Teil von uns anders dressiert ist als der andere.
Ich liebe es auch manchmal, als Kontrast dazu, bestimmte und meist pragmatische Dinge mit „männlichen Machern“ mal eben zu regeln/hinzukriegen. Mit manchen Frauen geht das auch.
Ich bin beides: Männlich und weiblich.
Oder besser: Nichts von beidem.
Manchmal lebe ich gern einiges von diesem, dann wieder mehr vom andern. Im Osten heißt das ja Yin und Yang und dort wird viel klarer, daß es sich um Anteile handelt, die jeder Mensch als Anlage in sich trägt, im für die Gesundheit günstigen Fall im Gleichgewicht bzw. ausgewogen.
Wenn ich den sogenannten „männlichen“ Teil auslebe – indem ich z.B. Hartnäckigkeit oder gar Aggression zeige, treffe ich auf Irritation, sehr viel Widerstand und teils offene Ablehnung bis hin zu Hass. Damit kann ich inzwischen leben, zumal, seit ich weiß, was da los ist.
Integration ist für mich das Zauberwort. Oder: Aufhebung von solchen Unterschieden. Dann ist es egal, ob du mit oder ohne Vagina, Gebärmutter, Busen und/oder Penis oder wie auch immer gebaut auf der Welt unterwegs bist. Du bist eben unterwegs! Und was die Anderen von Dir verhaltensmäßig erwarten, nur, weil du ein paar anatomische Eigenheiten mitgebracht hast auf diesen Planeten, ist egal.
Frauenräume: Ja. Klar. Aber als Schutzraum? Nein. Wird Zeit, daß keine Schutzwälle mehr gebraucht werden. Aber das erfordert Courage und ein Aushaltenkönnen, das nicht jeder mich mag (s.o.). Räume muß man sich nehmen. Und oft ist da einfach jemand, der den Raum nicht hergeben will.
Frauenräume: Ja. Einfach, weil Frauen gerne zusammen sind. Ohne Erklärung, ohne Rechtfertigung, nur aus Spaß und Lust. Das ist eben so. Ich will das. Fertig. Heute spiele ich mit Frauen, morgen mit Männern, übermorgen wieder mit beiden.
Freiheit ist, wenn ich nicht darüber nachdenke, ob ich männlich oder weiblich bin. Dann bin ich in meinem eigenen Raum und den kann niemand verletzen (einfach, weil meine Verletzlichkeit zu meinem Raum gehört).
Solange in Unterschieden gedacht wird, bleibt es beim Alten und beim Kämpfen. Ob es sich um Frau und Mann oder um Schwarze und Weiße handelt, ist letztendlich egal.
Ich bin des Kämpfens müde. Ich will nur noch meinen Raum und das ganze Universum dazu. Und die anderen dürfen das auch haben.
Übrigens finde ich es sehr schön, daß unsere widerständige Bundeskanzlerin gerade mal eben ein paar Räume für Frauen öffnet. Ohne ein Wort darüber zu verlieren, daß sie eine Frau ist, sondern durch ihre Arbeit an sich. Inhaltlich stimme ich mit ihr sicher nicht überein und vor der Wahl war sie schlicht ein rotes Tuch für mich – aber sie powert da gerade wirklich was durch, ohne sich von den Herren über eine mögliche Thematisierung ihrer Weiblichkeit in den Hinterhalt locken zu lassen, das gefällt mir.
In Köln im Eine-Welt-Laden dürfen übrigens Männer mitarbeiten, habe ich schon gesehen. Fragt doch mal da an, wie die sich so machen. (Grins)
"Freiheit ist, wenn ich nicht darüber nachdenke, ob ich männlich oder weiblich bin", dahin ist noch ein Stück Weg für mich zurückzulegen.
Aber ich bin dazu bereit, ganz gelassen. Auch der Weg ist ein Teil meines Zieles.
Liebes Corriendo Mundo, du sprichst aus meiner Seele. Zulassen, dass die anderen einen nicht mögen. Dahin muss frau erst mal kommen. Konditionierung halt.
Übrigens stehe ich nach einer Nacht ohne meinen Mann wie gerädert auf - obwohl er ein entsetztlicher Schnarcher ist.
Ich habe gesehen, dass mir das Männliche Energie rauben KANN. Aber nur da, wo ich es auch zulasse. Und für meinen Mann gilt das meistens nicht. Eher für meine Söhne.
Trotz der ständigen Reibungen mit meiner Tocher lade ich mich an ihr eher wieder auf. Das ist ein ziemliches Wechselspiel. Das kann man eben nicht in schwarz und weiß unterteilen....
nur ganz kurz zu dem Weltladen, in einem normalen Weltladen ist ja das Geschlecht der Freiwilligen egal, hier ist eben der Sonderfall, dass der Weltladen vom Frauenzentrum betrieben wird, bzw. dessen Einnahmequelle ist.
Ja wie sehen denn nun die haare aus!!!! Wenns probleme gibt, dann sind es die haare, die pickel und das gewicht. kann ich reihenweise beobachten - die frauen merken gar nicht, das sie auf einer ganz anderen ebene nicht in harmonie sind oder eben unzufrieden....mich eingeschlossen haha
Kommentar veröffentlichen
<< Startseite