Sonntag, März 12, 2006

imagine



Also heiß, echt. Die Themen "Frauenraum" und "wirtschaftliche Eigenständigkeit" sind doch wirklich die immer die brisantesten. Danke für eure vielen Comments, so bunt wie das Leben.



Zu der Frau, bei der mir einfach nur ein "meine Güte" rausgerutscht ist. Ich will niemanden abwerten. Da komm ich aber schon in die fiese Schiene "noch nicht so weit", wir diskutierten das an anderer Stelle. "Noch nicht so weit", weil ich auch mal eine überzeugte Hälfte einer Paarbeziehung war, mehrerer Paarbeziehungen eigentlich.



Es ist nicht so, dass ich nicht lieben kann oder will. Ganz im Gegenteil. Mir geht es einfach im Moment so, dass ich mich für einen Mann interessiere, dass es mich ganz wahnsinnig durchrieselt, das Begehren wächst, die Hormone wallen auf. Dann lässt er irgendeinen auch nur irgendwie abwertenden Spruch los, über mich oder
Frauen an sich, ganz spaßig gemeint, wie sie halt so daherreden die Kerle und er steht 100%ig nicht mehr auf meiner Liste. Früher war das nicht so. Da bin ich durch, fand das "was sich liebt das neckt sich" und so, ja nicht zickig und humorlos sein. Heut weiß ich, so einen Scheiß will ich nicht, brauch ich nicht. So kam mir auch diese Ansage vor, mit den niederträchtigen Tiefen. Vielleicht meine Interpretation, ich kenne das aber, dass Männer nachbohren, wie weit sie "ihre" Frauen erniedrigen und abwerten können, und wie sie reagieren. Es ist eine Art Machtspiel und Dressurakt. Sie sehen uns a priori als unter ihnen stehend. Das fällt mir immer besonders ins Auge, wenn auch der häßlichste, dickste, pickeligste, grad mal 18jährige sich abwertend über Frauen äußert und damit durch kommt.



Was ich dazu meine, das ist angelerntes Sozialverhalten. Ich denke nicht, dass Männer von Grund auf so sind. Die Sperma-Theorie von Angelika Aliti in "Die sinnliche Frau" kann ich so nicht teilen. Ist fieser Biologismus. (Teilweise ist das Buch aber schon gut). Sie meint Männer müssen so sein, sind von Grund auf so, weil sie wie das Sperma sind, dass der Sieger sein muss. Zielgerichtet, andere vernichten, erster sein. Ich glaube, momentan verhalten sich die meisten Männer so. Weil sie es so gelernt haben und die Frauen sich das gefallen lassen, bzw. diese Verhalten noch unterstützen. Ich denke das mit dem kämpfenden Sperma ist eine Fehlinterpretation. Das eine Sperma kommt nicht durch Kampf zur Eizelle, sondern weil die anderen ihm den Weg ebnen. Zusammenarbeit. Teamwork. Aber ich bin nicht die, die das "Ihrem" Mann lernt. Ich bin die, die Männern ganz grundsätzlich keine besondere Unterstützung (mehr) zu teil werden lässt. Die, die sich um sich selbst kümmert. Die sich als vollständig betrachtet, auch ohne Teil einer Paar-Beziehung zu sein. Ich mag das Wort Single nicht. Ich vereinsame auch nicht, weil ich alleine lebe. Es ist so klasse, für mich selbst zu kochen, was ich essen will. Nur meinen Dreck wegzuräumen, nur meine Wäsche zu waschen, nur mein Geschirr zu spülen. Ich bin durch die Hölle gegangen, nur um nicht alleine zu sein. Alles Quatsch, diese Angst vorm allein sein. Bin ich nämlich garnicht. Bin mit der tollsten Person zusammen, die ich kenne.



Dieser Aufschrei von "Anonym" war so typisch. Ich habe überhaupt nichts gegen Männer geschrieben, nur von Frauen, die ihren Raum alleine einnehmen. Allein das wird als Verrat gegen Männer aufgefasst. Glaubt mir, wenn wir sie weiter so hätscheln, wird das nie was mit glücklicher Liebe und wahrhafter Sinnlichkeit. Was wäre los, wenn wir unseren Raum nehmen, ihnen die Energie und Aufmerksamkeit entziehen und unser Ding machen? Imagine...

12 Kommentare:

Am/um 3:15 AM , Anonymous Ulrike meinte...

Liebe Ingrid,

ich lebe auch sehr gern allein. Mein "Soziales Netzwerk" sind meine beste Freundin, zwei weitere Freundinnen und Verwandte, die ich sehr mag.

Viele Männer empfinde ich als hilflos und verunsichert.

Ich suche keinen Mann, der sich mir anpaßt (hatte ich schon, sehr langweilig!); ich muß auch privat mit keinem im Wettbewerb stehen!

In meinen "Männerversuchsreihen" ging mir einige Energie flöten! Jetzt setze ich die lieber für mich und meine Freundinnen ein.

Männer, die sich selbst reflektieren und wirklich mit anderen Menschen auseinandersetzen, sind sehr selten!

Ich bin offen für neue Begegnungen mit Männern, als Lebensbereicherung. Ich achte aber bewußt darauf, dass mir meine Lebensenergie nicht wegfließt!

Herzliche Grüße,

Ulrike aus Dresden

 
Am/um 8:16 AM , Blogger Ingrid meinte...

oh ja. mir gehts ganz genau so!!

lg ingrid

 
Am/um 4:35 PM , Anonymous shaman-ca meinte...

Du brauchst das Wort "Mann" gar nicht benutzen, du brauchst nur zu sagen "ich Frau will das und das.... oder das nicht" schon bricht der Sturm der Entrüstung los. Wie kann sie nur - Aufstand - Rebellion!!

Es gibt sie immer noch, männlich wie weiblich ;-)

herzliche Grüße
silvia

 
Am/um 7:34 PM , Anonymous Anonym meinte...

wenn du schreibst du seist mit der tollsten person, die du kennst zusammen, meinst du dann dich selber? bist du die tollste person, die du kennst? ich würde auch gern von mir denken, ich sei eine tolle person. aber das gelingt mir selten. die tollste schon grad gar nicht... ob ich darum nicht alleine leben kann?

 
Am/um 9:48 PM , Anonymous Stephanie meinte...

Liebe Ingrid, also entschuldige mal, aber die Theorie, dass die Spermien durch Teamwork zur Eizelle gelangen und dann höflich einem den Vortritt lassen, würde ich als rosigen Biologismus bezeichnen.
Biologismus ist in meinen Augen die unschöne Art ideologische Indoktrinationen mit Hilfe von schlecht abgeleiteten biologischen Gegebenheiten zu „beweisen“.
(Wer die Erklärung sachlich möchte, schlägt vielleicht bei Wikipedia nach)

Geht es hier um biologische Fakten oder um kulturelle Variationen?
Ein Fakt ist, dass Spermien sich in eine Art Wettrennen vorwärts bewegen, gesteuert durch chemische Reaktionen. Ich glaube auch nicht, dass sie „wissen“ wozu sie auf der Reise sind. Es hat sich einfach nur in der Natur seit Jahrtausenden zur Arterhaltung bewährt.
Witziger Weise ticken Männer aber ähnlich. Wettkampf, Kräfte messen, anderen den Rang ablaufen „Zielgerichtet, Erster sein“. Das sind nun mal bewährte biologische Mechanismen, denen auch Männer unterworfen sind und keine üble Nachrede.
Spermien vernichten die anderen jedoch nicht, Männer schon!
Biologie ist Biologie, wir sind Biologie, wenn wir damit mal unsere komplexe körperlich – geistige - seelische (biologische) Entstehung und Entwicklung als Säugetier, zoologisch gesprochen, beschreiben wollen.

Nach momentanem Erkenntnisstand, verfügen die Spermien glaube ich weder über ein Bewusstsein, noch über moralische Werte oder Höflichkeitsformen. Aber ich kann mich ja auch täuschen, wer weiß, was die Wissenschaft noch alles zu Tage fördert
Alitis „Sperma – Theorie“ finde ich durchaus schlüssig und für frau ganz hilfreich, wenn es darum geht den MANN zu relativieren. Aber die Bücher von A. Aliti sind auch keine Biologiebücher. Ihren Begriff von der Übermännlichkeit der Frau finde ich aber schon genial.
Biologie, die Lehre vom Leben! Auf, lasst uns das Leben leben!
Gruß Stephanie

 
Am/um 8:14 AM , Blogger Juansi meinte...

Hallo zusammen, das Neueste, was ich von diesem Spermiumrennen gehört habe, ist, dass die weibliche Eizelle einen Maiglöckchen ähnlichen Duft als Lockstoff absondert. Außerdem gewinnt gar nicht der erste. Die Eizelle hat sozusagen auch ein Mitentscheidungsrecht, sie lässt nämlich nicht Jeden herein.
Grüße Juansi

 
Am/um 9:17 AM , Anonymous Stephanie meinte...

Na da bin ich aber froh, die ganze "Befruchtung" hätte sonst auch was von einer Vergewaltigung.
Interessant finde ich, dass wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte (siehe auch Gehirnforschung) immer mehr die ideologisch festgelegte Passivität der Frau relativieren. Dass was frau vielleicht schon immer wusste, wird jetzt durch mann bewiesen. Wie aufmerksam von ihnen, den Männer meine ich!
Gruß Stephanie

 
Am/um 9:59 AM , Anonymous Anonym meinte...

Biologismus als Indoktrinationshilfe? Das gibt mir zu denken!
Hat jemand "Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können" gelesen?
Mein Gedanke zu der ganzen Thematik ist, dass wir alle Säugetiere sind. Allein der Ausdruck "Mensch und Tier" ist doch schon Augenwischerei. Gerade so, als sagte Milchvieh von sich: "Kuh und Tier". "Die schöne Welt der Affen" von Will Self bei rororo sage ich da nur.
Oh weh, jetzt habe ich so viele lose Enden, denen kann ich gar nicht nachgehen! Die Themen verlieren sich...
wie die beiden PARALLELEN, die sich in der Unendlichkeit schneiden.... :O)

 
Am/um 11:41 AM , Blogger Juansi meinte...

Ja natürlich, die Parallelen warns!
Das wusste ja auch schon Herr Morgenstern:

Es gingen zwei Parallelen
ins Endlose hinaus,
zwei kerzengerade Seelen
und aus solidem Haus.

Sie wollten sich nicht schneiden
bis an ihr seliges Grab:
Das war nun einmal der beiden
geheimer Stolz und Stab.

Doch als sie zehn Lichtjahre
gewandert neben sich hin,
da wards dem einsamen Paare
nicht irdisch mehr zu Sinn.

Warn sie noch Parallelen?
Sie wußtens selber nicht, -
sie flossen nur wie zwei Seelen
zusammen durch ewiges Licht.

Das ewige Licht durchdrang sie,
da wurden sie eins in ihm;
die Ewigkeit verschlang sie
als wie zwei Seraphim.

Kommt das möglicherweise daher, dass wir zunehmend in Kategorien wie "ich gegen den Rest der Welt" denken?
fragt sich Juansi

 
Am/um 1:51 PM , Anonymous Anonym meinte...

Männlein und Weiblein

Mein Mann?

Mein Schutz gegen "die böse Welt da draußen",
meine Klagemauer,
mein wärmendes Feuer!

Aber auch:

mein alltägliches Ärgernis,
mein Reibungswiderstand,
mein Abgrund an Verzweiflung.

Himmel und Hölle zugleich!

Der Hölle aus dem Weg gehen und dafür auf den Himmel verzichten?

(Anmerkung: für mich hat "Himmel" rein gar nichts mit Hollywood zu tun!) :O)

 
Am/um 10:30 PM , Blogger Ingrid meinte...

Hm, gut Männer sind kampflustig, einerseits. Aber auf was ich bei ihnen echt neidisch bin ist ihr Zusammenhalt, untereinander, ohne Frauen. Habt ihr schon mal 3 oder 4 Programmierer oder Techniker beobachtet? Da würd ich mir am liebsten einen Penis annähen, echt. Sie unterstützen sich nämlich gegenseitig enorm.

Zur Biologie, ich sehe das nicht so eng. Denke, Biologie als Wissenschaft ist genau so wenig Fakt wie die ganze restliche Wissenschaft auch. Das ist immer alles relativ zu den BiologInnen und ihrer Weltanschauung und der Weltanschauung an sich. In dem Sinne hab ich auch das Sperma-Rennen interpretiert, aber ohne Anspruch auf sonstwas, ist einfach meine Wahrheit.

Steht ziemlich ausführlich in den Büchern von Jane Roberts (z.B. Gespräche mit Seth), da wird dann klarer, was ich meine.

Zu Anonym "Männlein und Weiblein": finds doch ok so, wenn du dich wohl fühlst. Kenne das Gefühl des Schutzes, das ein Mann geben kann auch sehr gut. Bin halt jetzt in eine andere Phase gekommen...

lg
ingrid

 
Am/um 11:15 PM , Anonymous Anonym meinte...

Ich will ja gar nichts rechtfertigen.

Und auch niemand meine Sichtweise aufdrücken.

Ich setze mich zur Zeit nur für mich so sehr damit auseinander. Und frage mich, ob Frauenraum für manche nicht auch heißt, Problemen aus dem Weg zu gehen, anstatt sie zu lösen? Ist das so?

Für mich war Frau sein früher schwieriger, mit Frauen zu sein habe ich als sehr anstrengend empfunden.

Heute entdecke ich, welche Bereicherung das sein kann, Netze zu weben, Frau-sein zu zelebrieren.

Eigentlich sträube ich mich, zu sagen, Frau ist ohne Mann nur halb. Aber ist es nicht doch ein bißchen wie Ying und Yang? Jedenfalls hat es seine eigene Energie...

Und das mit dem Biologismus... ich glaube schon, dass der Mann ein Kämpfer, Wettstreiter, Eindringer ist und die Frau eine Hüterin, Bewahrerin, Dulderin.

Aber wer sagt, dass diese Eigenschaften die Frau unter den Mann stellen? Das ist doch nur das, was der Verstand daraus macht.

Und zwar sowohl der männliche als auch der weibliche Verstand...

:O)

 

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