funnzt
Beziehe mich auf Juansis Kommentar zum letzten Eintrag. Diesen Hinweis auf den freien Willen höre ich nicht zum ersten Mal. Ich sehe die Astrologie etwas anders, als sie hier in den paar Zeilen rüberkommt. Mein Weltbild trennt sich nicht in Subjekt-Objekt. Nicht in den Satz: das Universum zerfällt in zwei Teile: ich und der Rest. Alles fließt, wie ich letzte Woche im Pupquiz gelernt habe, alles fließt, wie Heraklit von seiner Frau schon erfahren hat. Trennung ist ein Illusion.
Astrologie ist eine Krüke um unserer höheres Bewusstsein anzuzapfen, so wie alle Orakel. Zum einen. Zum anderen ist hier alles nur symbolisch. Wie Margarete Peterson Menschen als Stoffe sieht, beschreiben kann. Unser Bewusstsein bildet diese Ebene, diese Realität, unsere Erlebnisse. Unser Bewusstsein ist mehr als das, was wir im Wachzustand wahrnehmen. An seinen Rändern fließt es mit Dimensionen zusammen, die ganz anderes sind, als alles was wir uns im Wachbewusstsein vorstellen können.
Ich schüttle immer den Kopf bei der enttäuschenden Feststellung, alles sei "nur" genetisch oder "nur" ein chemischer Prozess im Gehirn. Das ist doch sowas von toll, unser genetischer Code. Wer hat den geschrieben? Wahrscheinlich wir selbst. Welch einen Spaß ich dabei hatte, das zu lernen. Ich kanns mir richtig vorstellen. Auch das "upps" als es funnzte und ich "hier" war. Wie fazinierend unsere Körperchemie ist. Warum ernähren uns Pflanzen? Es ist "nur" ein chemischer Vorgang. Atome, Moleküle, Kristalle, Hormone. Alle unsere Moleküle sind auch im gesamten "restlichen" Universum vorhanden.
Es haben also eine Menge Menschen durch alle Zeiten die Sterne beobachtet und festgestellt, wie oben so unten. Jede interpretierte das so, wie es zu ihr passte und wie sie fühlte. So mache auch ich weiter, auf den Schultern der VorgängerInnen stehend und eine ganz eigenwillige Methode verwendend.
Wenn eine bestimmte Konstellation etwas bei mir auslöst, komme ich mir energetisch wie ein Pudding vor, bei dem ab und zu ein Keks hochgeschwemmt wird. Zu anderen Zeiten liegt dieser Keks am Boden der Schüssel und er ist zwar da, aber ich sehe ihn nicht und denke auch nicht dran. Sowas sind für mich Gelegenheiten, Chancen, spannende Phasen. Die riesen Möglichkeiten kennenlernen, die mein Selbst umfasst. Noch dazu ist es nicht fest, also nichts, was ich erst entdecken kann und dann "kenne". Mit jedem Atemzug erschaffe ich es neu, bastle, ändere, verfestige, lasse los.
Determination oder freier Wille, beides ist da nicht relevant, es verfließt im Werden und Sein und wieder vergehen. Habe ich mir meine Aufgaben nicht sowieso selber gestellt? Oder wie weit geht mein freier Wille, wenn ich auf der Bank sage, her mit den Millionen? Alles relativ. Klar hab ich so betrachtet auch bei jeglichem Keks im Pudding eine freie Wahl. Ich kann ihn auch ignorieren. Ich kann total durchdrehen, was der dämliche Keks denn in meinem Pudding verloren hat, oder ich kann ihn fasziniert untersuchen.
Jedenfalls sehe ich mich nicht hilflos den schicksalgebenden Sternen ausgeliefert. Ich sehe es wie eine Landkarte für meine Psyche und eine Zeitangabe für auslösende Energien. Auf denen surfe ich dann wie auf einer Welle. Es ist richtig geil, ich sags euch.



6 Kommentare:
Ach Ingrid,
Du kannst das immer so wunderbar beschreiben.
"An seinen Rändern fließt es mit Dimensionen zusammen, die ganz anderes sind, als alles was wir uns im Wachbewusstsein vorstellen können."
Oder der Pudding mit den hochsteigenden Keksen ist auch so ein geniales Bild.
Astrologie ist auch ein bisschen Futter für den Mind, unsern Verstand, der ja immer wissen will, immer Erklärungen braucht, damit er beruhigt sein kann in seiner Illusion, alles unter Kontrolle zu haben. Und die Astrologie ist außerdem eine sehr ästhetische Angelegenheit. Ich mag sie auch.
Herzliche Grüße
Juansi
danke! ;-))
klar ists ein kontroll- bzw. kartographierungsversuch. anderen, die keine astrologInnen sind, schwemmts auch die kekse hoch. die werden dann andere bilder und erklärungsversuche haben....
lg ingrid
"Mir schwemmt's die Kekse hoch", was für eine wunderbare Wortschöpfung!
Leider kriege ich mal wieder nicht so richtig in Worte, was mir grade beim Lesen aufgegangen ist... ich versuch`s dennoch.
Seit einiger Zeit gelange ich immer wieder zu der Erkenntnis, dass alles mit allem zusammenhängt. Was auch mit "alles fließt" ausgedrückt werden kann.
Das ist wirklich wunderbar. Nicht verstehen müssen, heißt auch, nicht unter Kontrolle haben müssen. Wie wohltuend! Befreiung von der Zwanghaftigkeit heißt das für mich persönlich.
Es gibt keine absolute Erkenntnis. Also darf ich loslassen. Staunend sehe ich, dass das genau das ist, was ich immer wollte.
Auf diesem Weg kommt jeder zu seiner eigenen Wahrheit, ohne den quälenden Zweifel, ob sie denn den Maßstäben der übrigen Welt gerecht wird.
Das hat was von Erlösung.
:O)
uhi ja
Ich kenne mich mit Astrologie nicht aus.
Aber mir schwemmt's auch gelegentlich einen Keks hoch, oder zwei...
%o)
Deine Bemerkung zum "alles nur chemische Prozesse" finde ich auch wichtig. Wenn sogenannte Wissenschaftler oder andere schlaue Menschen einem mit der Erklärung kommen, eine Sache passiere doch "nur" aufgrund der Chemie und irgendwelcher Moleküle, dann kann man davon ausgehen, dass es sich um eine "Anti-Nachfrage"-Schutzvorrichtung handelt.
Magie ist das Bodenständigste überhaupt. Denke ich. Aber wenn eine/r regelmäßig meditiert, oder ernsthaft vom Zaubern spricht, hat er/sie gleich eine Schraube locker. Wird milde lächelnd als "Eso" abgetan. Ich finde das so amüsant.
Dabei raffen viele nicht, dass die Innenschau (das "Surfen auf dem Inneren Pudding") noch das Nachvollziehbarste und Begreifbarste in unserer technisierten Welt ist.
Wer weiß denn schon genau, warum der Computer angeht, wenn man auf den Knopf drückt?
Das ist doch bestimmt Magie, oder?
jedenfalls hab ich auch zu elektronik eine äußerst magische beziehung, zum internet allemal. wenn das nicht pur magie ist, weiß ich auch nicht....
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