Dienstag, August 01, 2006

menstruation

alle Fotos von heute morgen, auf dem Weg zur Arbeit.


Diesmal möchte ich etwas Infos zur Menstruation sammeln. Da gibt es so allerlei. Ich hörte mal von einer Künsterin, die Bilder machte, indem sie sich während ihrer Tage auf ein Blatt Papier setzte. Die Bilder haben Ähnlichkeit mit den Rohrschacht-Testbildern.



Mir ist das so wichtig, weil Tabus immer sehr interessant sind. Warum sollen wir hygieniersiert und begradigt werden, durch Obs und Pille? Um es uns "leichter" zu machen? Wir ecken an, wenn wir unsere Tage haben. Sind nicht mehr so leicht zu haben. Meiner Erfahrung nach, rege ich mich dann immer besonders über alles auf, wenn etwas in meinem Leben nicht stimmt. Tatsachen, die ich sonst nicht so klar sehe, kommen ohne rosa Filter ins Bewusstsein. Ich kann wahrnehmen, aufräumen, nachdenken.



Mein Zyklus ist sehr kurz, 22 Tage. Dadurch fallen meine Tage immer mit anderen Mondphasen zusammen. Ziemlich interessant, weil jede Mondphase anders wirkt. Es gibt noch viel (wieder-)zuentdecken, was frau mit der Blut-Kraft machen kann. Meine Tage scheinen sich auch in Lebenphasen, in denen ich geistig anschiebe und wieder mal den Millionsten inneren Entwicklungsschritt mache, auf Neumond oder Vollmond zu fallen. Ich weiß nicht, was was jetzt bedingt, denke, das ist nicht mit Ursache und Wirkung zu lösen. Möglicherweise ein System, das uns freundlich die inneren Kanäle zur rechten Zeit offen lassen will.



Einmal hatte ich ein wirklich starke Vision über meine tatsächliche Macht und Kraft. Ich spürte die Mondphasen in meiner Gebärmutter und erlebte den Zyklus von Fruchtbarkeit, Entwicklung und Loslassen, Sterben. Also ein tatsächlicher Motor für Projekte, Handlungen, Energien, Erkenntnisprozesse.



Gestern bekam ich meine Blutung und stürzte in eine seltsame Szenerie, eine Verstrickung, aus der ich mich noch nicht befreien konnte. Ich hörte früher das Arbeiten auf, aß Zwieback mit Honig und warmer Milch und begab mich, als es dunkel war, auf Trance-Reise. Ich drehte und wendete und suchte neue Lösungen, die dringend nötig sind. Ich spürte mich neu, sehe, dass ich in langsam auf den Übergang Rot-Schwarz hinwachse. Es kommen ganz alte ungelöste Sachen hoch, die ich habe, seitdem ich ein junges Mädchen bin. Es wird Zeit, eine neue Postion einzunehmen, die Dinge zu drehen, anders zu betrachten, loszulassen.



Die Insel an sich fühlt sich heilsam an, sehr stark. Sie heilt das Herz. Die Kulthöhlen zum Sterben und wieder auferstehen als Eidechsenfrau. Sie töten und erschaffen neu. Dieselben Wesen.



Wie lebt ihr eure Blutung, oder eure schwarze Zeit? Welche Erfahrungen, Tipps und Tricks habt ihr da? Habe heute Menstruationskalender im Internet gesucht. Da kann frau auch Stimmungen eintragen. Vorgegeben sind: gute Tage, schlechte Tage, nervös und verliebt. Ich denk da schattiert sich a bissel mehr raus... Ich misstraue ja allem "gut" und "schlecht". Gute Tage können auch Tage sein, in denen ich das leichte Leben genieße, konsumiere, abgelenkt bin, mich berieseln lasse, mich der leichten Muse hingebe. Schlechte Tage können auch Tage sein, in denen ich der Wahrheit nicht mehr ausweichen kann und ich meine Dämonen ansehen kann.



Unten Tags auf Technorati. Technorati ist eine Blog-Suchmaschine. Mit den sogenannten "Tags" können meine Posts von anderen gefunden werden, und wir alle können andere Posts lesen, die die selben Tags verwenden. Gruselig ists bei "Menstruation". Ich wollts schon wieder rauslöschen, aber ich habs gelassen. Es spricht für unseren Handlungsbedarf....

26 Kommentare:

Am/um 7:32 PM , Anonymous Anke meinte...

Liebe Ingrid,

nachdem ich irre lange nicht mehr in deinen Tagen und Nächten gelesen habe, finde ich dich auf Mallorca wieder. (Übrigens findest du dort Reste matriarchaischer Kultur, daher das Heilende, erdige daher viele Höhlen.)

Menstruation. Im Oktober werde ich 48, wie du ja weisst. Mit 40 begann der Übergang zu den weisen Alten. Seit 2 Jahren lebe ich "die schwarze Zeit". Genau da hat mein Leben begonnen, ganz automatisch, völlig logisch in der Schlussfolgerung, sich zu wandeln. Ich begann den Entschluss, oder vielmehr den lang gehegte Wunsch, nicht mehr von anderen bestimmt zu werden in die Tat um zu setzen. Mein Ding zu machen. Sicher, ich hab auch vorher schon sehr selbstbestimmt gelebt. Aber konsequent wurde ich erst als weise Alte.Auch beruflich.(Wobei das mit der Konsequenz nicht so ganz funktioniert, ich bin ja verheiratet. Im Stillen werfe ich mir manchmal selbst vor, dass so zu leben wie ich lebe ohne den finanziellen Rückhalt der Ehe nicht möglich wäre. Aber dafür gebe ich auch einiges. Ich bin ganz einfach da - und das ist eine ganze Menge die mein Mann da kriegt.) Ich glaube, ich sehe die Dinge anders als in der roten Zeit. Sicher bin ich noch Teil dieser Gesellschaft, aber ich schere mich selten darum, was "man" zu tun und zu lassen hat. Vor allem in meinem Alter. Du weißt ja, dass ich mich als "Hexe" vor einem halben Jahr selbständig gemacht habe. Vor einigen Jahren wäre das so nicht stimmig für mich gewesen. Ich hätte darauf geachtet, "gesellschaftsfähig angepasst zu wirken". Jetzt muß ich einfach MEINE Wahrheit leben, ihr generell nicht mehr ausweichen. Ich lasse meine Dämonen zu und lache mit ihnen - oder über sie. Klar, ich weine auch. Aber ich bin mehr denn je ich. Dazu gehört auch, dass ich mich nicht mehr von Mode diktieren lasse und meine Klamotten selber nähe. Kreativ bin, ohne mich selbst unter Druck zu setzen. Das alles war während meiner roten Zeit nicht so. Im Beruf hab ich heftig unter Druck gestanden, was sich auch an den Tagen mit Blutung bemerkbar gemacht hat. Im Büro Bauschschmerzen, Krämpfe, miese Laune. Zu Hause dann auf - geatmet, heiße Milch mit Zwieback, Griesbrei, Pudding - immer warm und weich gegessen und getrunken. In mein Nest zurückgezogen, wohlig warm und weich gefühlt. (Eine Millionen Kissen, Wolldecken und Bücher um mich herum.) Obwohl ich nun schon länger nicht mehr menstruiere, habe ich zyklisch noch das Bedürfniss nach warm und weich. Dass kann dann so aussehen, dass ich bei Hochsommertemperaturen Strickstulpen anhabe, heißen Kakao trinke und warmen Apfelstrudel esse. Übrigens ist mir aufgefallen, dass sich meine Dämonen gut damit besänftigen lassen.

Du hast bei einem Eintrag geschrieben, nach Lektüre von Luisas Büchern freust du dich immer, nicht allein zu sein. Auch mir spricht Luisa aus der Seele. Und ja, ich bin deiner Meinung: Frauen sollten sich wieder mehr trauen. Auf dem Weg zur Gleichberechtigung könnten sich einige die Schuhe beim Gehen besohlen lassen. Wenn ich so Sprüche von Frauen höre wie wir haben doch alles erreicht, uns geht es doch gut, krieg ich ehrlich gesagt das Kotzen. Auf Loorbeeren ausruhen heißt Rückschritt! Ich halte es da lieber mit dir und viel zu wenigen anderen. Ich bleibe auf meiner ver rückten Ebene.

Sauerbergländische Grüße

Anke

 
Am/um 8:42 PM , Blogger Sam meinte...

Hallo Ingrid!

Eine Sache, die sich verändert zu haben scheint, allgemein: Ich musste ja fast dreissig werden, um meine fruchtbaren Tage zu spüren, d.h. sie ohne Kalender zu wissen. Das geht manchen jungen Frauen heute anscheinend anders, zumindest habe ich jetzt schon ein paar kennengelernt, die auf die Möglichkeiten der Verhütungscomputer und Hormonindikatoren verzichten können, weil sie ihre Gezeiten spüren.Vielleicht auch durch die Trainigszeit mit dem "Ladycomp" etc ?

Meine Erfahrung: wenn ich ein dringendes Bereinigungs- oder Änderbedürfnis habe, aber den "Griff" dazu nicht finde, brauch ich bloss warten bis zu den Tagen vor der Blutung. Dann regelt das die Steinzeitfrau gründlich, ohne Geschnörkel und meist nachhaltig. In der Blutungszeit dann die Erleichterung drüber und die Entspannung.
Wenn ich mich zu Eisprungszeiten auf die Piste begebe habe ich normalerweise einen schön ausgeleuchteten vollmondigen Heimweg, weil ich immer zu Neumond blute. Aber Körbe, die ich mir abhole, schmerzen mich in dieser Zeit, während ich sie sonst eher sportlich nehme. Die Sehnsucht nach Sex macht mich verwundbarer als sonst und gleichzeitig finde ich Männer begehrenswert, bei denen ich eine Woche später (wenn was zammgehen würde) absolut nichts mehr verspüre (also: mindestens, wenn nicht das glatte Gegenteil)
Ich weiss also: Gleich oder morgen oder gar nicht. Oder vielleicht in einem Monat:) Der Kopf oder die Vernunft redet mir bei Verknalltheiten nicht mehr so drein wie früher. Ohne Eisprung ist meist nicht viel übrig davon. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das jetzt gut und gesund finden soll- es ist halt so geworden im Laufe der Jahre.

Grüsse!
Sam

 
Am/um 11:19 AM , Anonymous Anonym meinte...

Ich bin so fern von meinem Zyklus, wie Frau nur sein kann. 6 Jahre Pille, drei Schwangerschaften und Stillzeiten kurz hintereinander, seit fünf Jahren eine Hormonspirale, keine Blutungen, wohl ein Eisprung, der mir dumpf ins Bewußtsein dringt. In wenigen Monaten wird das alles anders. Dann werde ich überhaupt nicht mehr verhüten. Wird es dann über mich hereinbrechen? Wie wird das wohl sein? :0)

 
Am/um 2:48 PM , Anonymous Anonym meinte...

liebe ingrid,

ja, ein sehr wichtiges thema, das du da angeschnitten hast. für mich war/ ist menstruation schon immer - seit ich blute- ein spannendes thema. interessant, weil frauen dadurch eigentlich ihren weg selbstbestimmen könnten. schade , dass frau immer nur den einen teil der wahrheit erfuhr ( wahrscheinlich immer noch erfährt), .d.h.,was so alles körperlich abläuft während der mens, wie sich die blutung am besten / "sichersten" aufsaugen lässt usw. schade, dass die zusammenhänge bezüglich schwangerschaft bzw. schwangerschaftsverhütung und mens noch immer so ein tabuthema sind.ich selber hab ja schon mit 14 jahren ( das ist jetzt auch schon fast 30 jahre her) beschlossen, mich nicht von der - meist patriarchal dominierten - verhütungsmittelindustrie abhängig zu machen. dadurch hab ich mich dann halt schon damals mit der beobachtung meines körpers befasst. ich spür also meinen eisprung ganz genau, was natürlich echt praktisch ist. und ich hab noch dazu das gefühl, meinem körper was gutes getan zu haben.der preis dafür war dann halt, dass ich als "altmodisch " und verschroben galt, denn in den 70er jahren war es eben moderner, als frau immer und jederzeit verfügbar zu sein ( "immer können" wurde das dann netterweise umschrieben, hihi!).
die tage vor dem "besuch der roten tante" sind auch für mich nicht immer seelisch leicht zu bewältigen. aber kaum hat sich die innere schleimhaut gelöst, fühle ich mich sehr strak und sicher. und ich lass mir dann auch meine "auszeit" nicht nehmen - und lass es mir dann so richtig gut gehen und mache dinge, die mir wichtig sind.
ich denke, es ist ganz wichtig, diese zeit so autonom als nur irgendwie möglich zu leben.
aber natürlich habe ich schon auch die sehnsucht danach, mich während meiner tage in eine angenehme, rote menstruationshütte begeben zu können. und ich hätte auch gern eine rechtlich abgesicherte auszeit während der tage. und noch was fällt mir dazu ein: in der jüdischen tradition gibt es ja die so genannte mikwa. das ist ein rituelles bad, welches die frauen nach dem ende der mens nehmen. natürlich ist es derzeit ganz von der männlichen denkrichtung bestimmt ( die frau muss sich dabei vom rabbi das ende der mens bestätigen lassen und es gibt auch bestimmte vorgaben, die sie erfüllen muss, um dieses bad zu betreten.nicht eben wirklich toll), aber ich denke, die wurzel dazu liegt möglicherweise in matriarchalen vorzeiten...
und hier noch ein buchtipp ( falls dus nicht schon kennst): jutta schwarz, das schwarzmondtabu
danke übrigens für die interessanten bilder aus mallorca!
liebe grüße, ranunkula

 
Am/um 5:48 PM , Anonymous Anonym meinte...

Das Buch ist von Jutta VOSS

 
Am/um 6:04 PM , Blogger Ingrid meinte...

ja das gibts in moonpower.de amazon-shop unter: Grundlagen/Gemischtes da ist auch Miranda Gray
Roter Mond - Von der Kraft des weiblich Zyklus
Jutta Voss Buch fand ich die ersten 100 Seite sehr gut, dann hab ich nimmer weiter gelesen, weil sie eine christliche Feministin ist und das nicht mein Ding ist, aber ist geschmackssache. Natürlich auch sehr gut: Luisa Francia "Drachenzeit".

 
Am/um 7:12 PM , Anonymous der Gauzibauz meinte...

Hallo Ingrid,
an Ranunkula,
ich gratulier Dir zu Deiner Reife mit 14!
An alles was ich mich erinnere in dieser Zeit ist:ANGST doch irgendwie schwanger geworden zu sein!Es war die Hölle.

Mit 35 wurde mir die Gebärmutter amputiert - damals war ich echt froh darüber weil ich meinen Urin nicht mehr halten konnte und an Dauerhusten litt.Das in Verbindung mit Blut - Ihr
könnt es euch vorstellen?
Heute denke ich anders drüber,besonders weil der Husten und das Urin nichthalten können
seelische Ursachen hatte.
Die Tage waren mir immer ein Greul,vermutlich "vererbt" sich das von Mutter auf Tochter.Jetzt mit 51
hätte ich die Blutungen gern,nur für ein paar Mal,zurück.Ich wollte wissen,
ob sich meine Befindlichkeiten dann besser definieren liessen,und ausserdem weiss ich nicht:Hab ich die Wechseljahre schon hinter mir?
Neulich hab ich gelesen,dass korpulente Frauen in ihrem Fett östrogenähnliche Stoffe produzieren
und somit keine Veränderung spüren.
Wisst Ihr da was drüber?
Schöne Grüsse

 
Am/um 7:16 PM , Anonymous der Gauzibauz meinte...

hab vergessen zu sagen,dass ich seit 3
jahren auch keinen Eierstockrest mehr habe.

 
Am/um 7:37 PM , Blogger Artemis meinte...

Liebe Ingrid,
bin freudig überrascht, zu diesem Thema hier bei dir zu lesen - ich habe meine gestern bekommen und surfe auf der Erkenntniswelle.

Auf meine erste Regel habe ich 2 Jahre lang sehnsüchtig gewartet, habe tonnenweise Aufklärungsbücher verschlungen, Tampons und Binden gehortet... bin bei jedem leichten Ziehen auf die Toilette gerast, war schwer enttäuscht, wenn ich kein Blut vorgefunden habe. Als ich 13 war, kam sie endlich; an einem 13. Oktober!
Die Pille habe ich fast vier Jahre lang genommen - etwa die Zeit lang, die ich mit meinem ersten Freund zusammen war. Sie hat mich lustlos und müde gemacht - da könnte frau theoretisch die ganze Zeit, will aber nicht. Tja, mein Körper schlug der Chemie wohl ein Schnippchen.
Dann habe ich die Pille abgesetzt und die Reise in mich hat begonnen. Ich habe Bücher gelesen und versucht, die Gezeiten in mir wieder spüren zu lernen. Wie sie sich auf meine Gedanken und Gefühle auswirken, wann mir was leichter oder schwerer fällt... Usw. Ich hatte damals einen Freund, der mich dabei sehr unterstützt hat. Nicht nur, dass er ausgesprochen verantwortungsvoll war, was die Verhütung anging, er hat sich an meinem Zyklus beteiligt, ihn verfolgt. Manchmal wusste er genauer als ich, wo im Kreis ich gerade stehe, sein "männlicher Zyklus" hat sich an meinen angepasst. Das hat mir sehr geholfen, einen respektvollen Umgang mit mir selber und meinem Körper zu finden. Wir haben eines Tages erfreut festgestellt, dass unter anderem diese Auseinandersetzung mit unserer Natur ihn zu einem Mann, und mich zu einer Frau gemacht hat. Das war schon ein heiliger Moment!

Ich habe einen enorm langen Zyklus (1 1/2 Monate), spüre auch nicht immer meinen Eisprung. Am ersten Tag habe ich immer unglaubliche Schmerzen. Obwohl ich meine Regel trotz allem immer sehr begrüßt habe, haben mich das lange Warten und die Schmerzen schon auch belastet. Ich bemühe mich, mit meinem Körper zu kommunizieren, sodass er sich nicht mehr zerreißen und verkrampfen muss, um gehört zu werden. Es gelingt, zwar langsam, aber trotzdem.

Was ich sehr genieße, ist die fast bewusstlose Müdigkeit am ersten Tag. Ich falle dann in meinen Unterbauch hinein, bin nur Atem, müder Herzschlag - wie ein Handtuch, das gerade ausgequetscht wird. Nach etwa 12 Stunden der Agonie kommen die ersten Lebenszeichen, dann muss ich Karten legen, Bücher lesen, Tagebuch schreiben, baden. Alles Alte wird gnadenlos ausgemistet. Und dann bin ich ziemlich schnell wieder hellwach.

Meine Regel ist ein guter Sensor was Menschen angeht. Wenn ich merke, dass ich es nicht wagen würde, mit jemandem darüber zu sprechen, wie ich meinen Zyklus erlebe und aus ihm schöpfe, dann weiß ich, dass ich dieser Person nicht vertrauen kann. Egal ob Frau oder Mann.

Liebe Grüße,
Artemis

 
Am/um 8:08 PM , Blogger Juansi meinte...

Herzlichen Glückwunsch zum neuen outfit.
Dein neues Foto gefällt mir besonders, die Kompromisse werden weniger, oder?
Im Hirnfreiraum habe ich mich immer schön im Kreise gedreht.
Eine gute Zeit für Dich
Juansi

 
Am/um 11:16 AM , Anonymous Anonym meinte...

Dass ihr auch ein Eierstock entfernt worden war, wusste meine Mutter nach ihrer Gebärmutteramputation. Als ich sie nach dem anderen und dem Eileiter fragte, sah sie mich verständnislos an und fragte: "Was ist denn ein Eileiter?"

Wie erlebt Frau denn bitte einen Orgasmus, wenn sie keine Gebärmutter mehr hat?? Das will mir nicht so ganz in den Kopf. Das geht doch gar nicht??

Na ja, und ich bin in einer Welt aufgewachsen, in der frau von "Kletsches" sprach, wenn sie Menstruation meinte. Als eklig und unsauber galt das und gilt es dort noch immer. Bloß nicht schon wieder Flecken in der Bettwäsche. Allabendlich die demütigende Frage meiner Mutter: "Hast du dich ordentlich verpackt?"

Ich will schon näher ran an meinen Körper und seine Befindlichkeiten. Ich bin bereit, mich darauf einzulassen. Aber ich werd' mich trotzdem nicht blutend auf ein Blatt Papier setzen... ist das in Ordnung so?

Und ich bereue nicht, dass ich das jahrelang sozusagen weggesperrt habe. Ich wär' ja nicht die, die ich bin, wenn mein Leben nicht so gelaufen wär' wie es gelaufen ist. :0)

 
Am/um 9:32 PM , Blogger Ursel meinte...

Liebe Ingrid, Sam, Anke, Artemis, Juansi und alle anônima,

Jo, "Das Vollmondtabu" und die "Drachenzeit" sind wirklich interessante Bücher, wobei ich mich an ersteres nich mehr so ganz erinnern kann, ist schon über 10 Jahre her.
Aber wichtiger als alle Bücher finde ich wirklich den persönlichen Austausch, den Ingrid hier angeregt hat und der Tabu's bricht.
Ich gehöre zu den "glücklichen", die mit 11 ihre erste Mens bekam, zwar immer schon stark, aber ohne Schmerzen und auch lang (8-10 Tage schonmal), dafür aber im Laufe der Zeit immer regelmässiger (28 Tage).
Natürlich hat mich meine Ma damals nicht aufgeklärt, aber dafür gab es ja Jugendgruppen und Zeltlager :).
Da ich erst spät sexuell aktiv " wurde, brauchte ich nur 1 Jahr die Pille zu nehmen, was mir auch überhaupt nicht gut getan hat. Vorher hab ich schon (brav katholisch damals) die NFP (natürliche Familienplanung) studiert hehe, hat während der ersten Monate mit meinem Freund auch gut geklappt ;).
Mittlerweile, über 15 Jahre später, stört mich die Spirale (ohne Hormone) eigentlich nicht. Aber sobald wir für uns bzw. ich für mich raushab, ob ich noch ein Kind möchte oder nicht, werde ich das auch ändern. Mein Mann will sich sowieso sterilisieren lassen.
Auf alle Fälle möchte ich die "Tage" auch wieder bewusster erleben und mir Zeit nehmen..

LG an alle
Ursel

 
Am/um 2:44 AM , Blogger Ursel meinte...

Nochmal ich,

und schwupps, hab' ich sie auch schon, die Tage :)) Von wegen gleichmässiger Zyklus, hmm ! Er scheint kürzer zu werden..
An anonima :
Wofür braucht Frau, bitte, zum Orgasmus die Gebärmutter ??? Ist mir doch sehr neu !
Es wird doch nicht die Vagina entfernt !!
Kann eigentlich nur ein Mann geschrieben haben, oder .. ?!

Naja, macht's hübsch
Ursel

 
Am/um 9:51 AM , Blogger Sam meinte...

Auch nochmal ich: Kennt ihr den Diva Cup (zum ansehen hier: http://www.tampon.ch/, zum bestellen z.B. über den Waschbär- Versand.
Ausserdem würde mich folgendes interessieren: Welche kann auch in den ersten Tagen den vaginalen Blutaustritt über den Beckenboden kontrollieren? Ich kenne eine, für die das kein Problem ist, aber die ist auch langjährige Bauchtänzerin und hat sowieso kein Problem mit Tonus und Entspanntheit an verschiedenen Stellen des Körpers gleichzeitig. "Tiger Feeling" geübten Frauen soll das auch möglich sein. Mich jedenfalls verlässt das Blut in dem Moment, wo mich die Konzentration drauf verlässt. Also morgens bis zur Toilette ist kein Problem. Aber eine tagsüber, quasi vom Vegetativum tonisierte Beckenschale hatte ich nie, nur die beswusste Anspannung = Verkrampfung mit der Zeit. Ich habs vor Jahren schon bleibenlassen, fand aber die Idee gut, weil ichs mit dem Gewindel und den OBs wirklich nicht habe und mir das bis heute ein bisschen strange vorkommt, das Blut mit irgendwas aufsaugen zu müssen. Ich glaube dass das nicht so "gemeint", also nötig ist für eine Frau, eher ein Zivilisationszeichen wie rasierte Beine oder Lockenstäbe oder drgl.

 
Am/um 10:31 AM , Blogger Juansi meinte...

Menstruation ist für mich ein Thema, das ich nicht an diesem, der Welt offenen Platz diskutieren mag.

Wie wäre es mit einem kleinen, feinen, vielleicht gar geschlossenen Forum zu diesem und ähnlichen Themen?

Hat wer Lust dazu und das nötige technische knowhow?

Es gibt kostenlose, z.B. bei razyboard.

 
Am/um 10:11 AM , Anonymous Anonym meinte...

Anscheinend ist man verdächtig, wenn man anonym sein will. Eigentlich finde ich das nicht so wichtig. Jedenfalls bin ich kein Mann, nein. Wenn ich einen Orgasmus habe, dann kontrahiert meine Gebärmutter, sehr deutlich und sehr fühlbar. Deshalb verwirren mich auch solche Ausdrücke wie "vaginaler" und "klitoraler" Orgasmus!? Und deshalb auch meine Frage. :0)

 
Am/um 1:48 PM , Blogger Sam meinte...

Hallo anonmym,

Du bist mir unverdächtig, denn es sind mehr Frauen als Männer, denen ihr eigener Unterleib und die Vorgänge darin fremd sind. In dem Alter, in dem Männer beginnen ihre Geschlechtlichkeit kennenzulernen und sich dabei weder von der Kirche noch von anderen Sittenwächtern beeidrucken lassen, beginnen die Frauen äusserlich auf sexy zu machen und ihre Kraft wegzukichern, während hinter der Fassade die Scham und die Verlegenheit fröhliche Urständ' feiern.

Es ist üblicherweise deine Vagina, Anteile davon, die im Orgasmus kontrahieren. Wäre es deine Gebärmutter, hättest Du ein wehenartiges Gefühl. Die Gebärmutter ist weniger für solche schnellen Zuckungen gebaut als für nachhaltige Kontraktionen,eben für das für das Austreiben von Schleimhaut und fürs Gebären. Die Klitoris wird beim Verkehr über Zug und Druck gereizt und löst beim Orgasmus reflektorisch diese Kontraktionen aus.

Schöne Grüsse,
Sam Klugscheisserin

und sorry Ingrid. Ich bin mir sicher, Du hättest die Kommentare zur Mens gerne weniger physiologisch gehabt.
In Sachen Offenheit ziehe ich den Hut vor Dir.

Ich bin der Meinung, was stimmt, braucht keinen Schutz, dafür manchmal das Aussprechen. Und welchen Weg das Ausgesprochene dann geht, liegt eh nie in unserem Ermessen.

 
Am/um 10:24 AM , Anonymous Anonym meinte...

Ich gehe mal in mich! Und empfinde dich nicht als klugscheissend, Sam!

Aber dieses Thema macht mich zappelig. Ich menstruiere nicht, werde es aber in absehbarer Zeit wieder tun.

Und habe es früher nur als Ekelthema kennengelernt, was ich aber nicht zu glauben bereit war.

Nur all' die katholischen Mädchen um mich, die haben es so gelebt.

Offenen Umgang damit würde ich wirklich gern erleben.

Das mit dem Aufsaugen ist auch so eine Sache. Auch ich mag das "Windelgefühl" nicht, Tampons inbegriffen. Aber was, oh Göttin, bleibt einem den übrig? Wenn man eben keine Bauchtänzerin ist? (Stöbere gerade, Diva-Cup? Muss ich mir mal ansehen...)

Und, das am Rande, zum Thema Zivilisationsmerkmal rasierte Beine - was bitte, ist denn kurz getragenes Kopfhaar anderes? Das ist doch... inkonsequent? Augenwischerei? Wir leben nun mal in dieser Welt. Und müssen Kompromisse machen. Ich für meinen Teil versuche, dass sie folgerichtig sind... :0)

 
Am/um 7:00 PM , Blogger Corriendo Mundo meinte...

Diva-Cup gibt es auch unter "The Keeper", zum Beispiel bei einer tollen Frau, die seit Jahrzehnten Tao für Frauen lehrt, mit viel Herzblut und auch eine "Vagina-Show" kreiiert hat, inspiriert u.a. von den Vagina-Monologen, die ja relativ bekannt sind. Sie hat zahlreiche Vaginas aller frei-willigen Teilnehmerinnen fotografiert und auf ihrem Laptop künstlerisch gestaltet und dann zu besagter Vagina-Show zusammengestellt, um endlich mal die Schönheit zu zeigen und vor allem einen viel selbstverstädnlicheren für viele Frauen zu ermöglichen... in Kürze nicht so leicht zu beschreiben. Jedenfalls haben ja viele nicht nur Probleme mit der Menstruation sondern mit ihrer Sexualität überhaupt und besonders mit ihrem Genital, Geschlechtsteil (was für blöde Wörter schon in unserer Sprache....)
Sie und ihre Kollegin haben damals das buddhistische Zentrum auf den Kopf gestellt, in dem ich arbeitete, mit ihren Frauenkursen - aus dem Vollen schöpfend, echte "Weiber" - und ich habe nicht schlecht gestaunt, in der Eingangshalle plötzlich Jade-Eier zur ergötzlichen Selbstbefriedigung und schöne Gleitöle etc. auf einem Verkausftisch zu entdecken....
Würde mich sehr freuen, wenn die, die sich so einen Menstruationsblut-
Auffangbehälter besorgen wollen, ihn bei der wunderbaren RenuLi bestellen und so ihre Arbeit unterstützen, hier die Web-Adresse dafür und mit ihren Terminen:
http://www.tao-yoga.com/
Der Kelch - The Keeper zu finden in der unteren Leiste unter Tao-Shop - Körperpflege - Der Kelch

Danke vorab, Labbatú y su cuervo de algodon

 
Am/um 7:05 PM , Blogger Corriendo Mundo meinte...

PS von Labbatú:
WOW!!! Die gute RenuLi hat ihre Vagina-Show in VULVA-WUNDER-SHOW
umgetauft und wird immer besser, Fotos und die Entstehungsgeschichte dazu gibt es ebenfalls hier:
http://www.tao-yoga.com/
Viel Spaß beim Schauen.

 
Am/um 10:46 AM , Anonymous Anonym meinte...

So was Dummes, jetzt hab' ich das Ding schon in der Schweiz bestellt... :D Aber ich war so völlig begeistert von dieser Möglichkeit, dass ich mich einfach nicht zurückhalten konnte. Wie wunderbar, dass es so etwas gibt!

Probleme mit der eigenen Sexualität scheinen mir nach den Erkenntnissen, die meine Umgebung mir verschafft, nur ein Symptom zu sein - für eine fatale Unkenntnis des eigenen Körpers, ein völliges Fehlen jedweden Körpergefühls.

Ich kann mich erinnern, mich nach jahrelangem Training durch meine Mutter sehr unsauber und eklig gefühlt zu haben, wenn ich morgens nicht meine Schamlippen mit Seife und Waschlappen gründlich "ausgewaschen" hatte.

Diese Marotte habe ich mir sowas von gründlich abgewöhnt, aber sowas von gründlich!!!

Ekel vor irgendetwas, das Teil des Körpers ist oder von ihm erzeugt und/oder ausgeschieden wird ist anerzogen ist anzerzogen ist anerzogen. Nichts weiter.

Ehrlich gesagt, ich freue mich darauf, meinem Blut wieder neu zu begegnen. :0)

 
Am/um 10:51 AM , Anonymous Anonym meinte...

Nochmal ich! Ziel meiner Mutter, die in den antiseptischen fünzigern Teenie war, war es stets, jeden Geruch auszumerzen und durch künstliche Duftstoffe zu ersetzen. Manchmal habe ich den Eindruck, ihre ganze Generation ist so. Wie traurig!

Allerdings, wenn man bedenkt, wie groß der Einfluss von Gerüchen tatsächlich auf uns ist, ist bei der hiesigen Bevölkerungsdichte wohl auch der Umgang miteinander etwas stressfreier ohne Gerüche...
Ist eben unnatürlich, so oder so. :0)

 
Am/um 2:18 PM , Blogger Juansi meinte...

Und Napoleon schrieb seiner Josephine einige Tage vor seiner Heimkehr: Bitte ab jetzt nicht mehr waschen!

 
Am/um 3:43 PM , Anonymous Anonym meinte...

Überhaupt muss das ja zu Napoleons Zeiten - Mist, keine Geschichtskenntnisse - oder zu denen von Ludwig XIV., jedenfalls zum Beispiel in Versailles, eine lustige Sache gewesen sein mit den Gerüchen. Da der Bau so weitläufig ist, wurde da schon mal in Vasen gepinkelt oder hinter Schränke gesch... . Körpergerüche wurden mit Parfüm übertüncht.... hm. Wenn man an die hygienischen Zustände vor Entdeckung der Hygiene denkt ;D waren die Menschen wohl früher mal näher dran an ihren Gerüchen. Wenn zwei sich nicht riechen mochten, versuchten sie auch keine Kinder miteinander zu machen. ... äh, das war jetzt ein bisschen weit raus aus dem Thema!

Mich erinnern die kleinen Schamlippen immer an eine bestimmte Orchideenblüte - oder umgekehrt.

Und meine eigenen habe ihre individuelle Form. Keine zweiten Schamlippen so wie diese... und Blut entstellt sie nicht gerade.

 
Am/um 12:16 PM , Anonymous Anonym meinte...

Hm. Ich habe doch nicht schon wieder das Thema abgewürgt?

Schade, gerade wurde ich warm damit.

Was ich aber unbedingt mal nachtragen muß: Die paar Bilder aus der Vulva Wunder Show haben mich sehr berührt.

Ein Punkt dabei ist doch: die Männer tragen ihr Ding ostentativ vor sich her, während wir Frauen uns mit gespreizten Beinen vor einen Spiegel setzen müssen, um unser Ding überhaupt mal genau zu betrachten.

Wir müssen es uns also bewusst vornehmen, während es den Männern quasi permanent im Gesichtsfeld rumbaumelt, vorne eben und nicht innen drin.

Das hat auch viel Einfluß auf die Einstellung, die frau dazu bekommt, meine ich.

Und dann: wenn ich vor einem Spiegel die Beine spreize, denke ich immer an das obszöne Gekritzel im ÖPNV meiner Schulzeit. Assoziationen, die zu denken geben, jedes Mal.

Allerdings setzt sich da bei mir langsam der Gedanke durch: jetzt erst recht!

:0)

 
Am/um 4:56 PM , Anonymous Anonym meinte...

auch ich merke meinen körper seid dem ich nicht mehr verhüten muß ganz anders nach 3 schwangerschaften und 4 kindern hat mein mann sich stereliesieren lassen.nun lebe ich seid 6 jahren meinen körper bewußter.
ich fühle wenn ich fruchtbar bin und wenn ich meine periode bek bin ich ganz anders den 1 tag davor schon leicht agressiv so wie als wenn ich meine ruhe mein ich für mich ganz alleine brauche.
ich lebe seid dem ganz mehr mich
lg butterflay

 

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