wochenende sechs
Nach ewigen Zeiten war ich mal wieder die ganze Nacht lang auf und unterwegs. Das nicht Schlafen verändert das Bewusstsein erheblich, wer braucht da noch Alkohol oder Drogen?
Salamander im Büro
Salamanderschuhe
Weiß jemand wie die Hormonkurve in einem Frauenleben funktioniert? Ich sehe immer nur die, wo das Östrogen stark abfällt auf die Menopause zu. Wie ist es denn aber vorher? Vom Kind zur Frau? Wahrscheinlich doch auch erst kein Östrogen, dann stark ansteigend?
Damit haben meine ganzen Probleme erst angefangen, ich sags euch ganz ehrlich. Vorher war ich ein starkes und eigenwilliges Mädchen. Mit dem Hormonschub in der Pubertät habe ich erstmal für die nächsten 25 Jahre voll in der Männerwelt verlaufen. Was ich lange Jahre ganz stark hatte: ich war nicht fähig mich durch meine Augen zu sehen, ich sah mich immer durch die Augen der Männer, und/oder meines Partners. Wieviel ich wert war, oder wie ich mein Aussehen beurteilte, ging danach.
In anderer Weise brach ich auch wieder vollkommen aus, richtig aggressive, besessene Eigenwilligkeit war das. Ich war permanent am kämpfen. Vielleicht deshalb auch die diversen Fluchten in Suchten, um das überhaupt auszuhalten.
Das mit den Suchtmitteln hörte auf, als ich meine Mitte gefunden hatte. Das klingt jetzt wie aus einer Bagwan-Broschüre. Ich meine, als die Extreme aufhörten. Als die Zerrissenheit aufhörte. Jetzt würde es mich stören, zugedröhnt zu sein, weil es mich total vom eigentlichen Erleben einer Situation, eines Ortes abhält.
Zu den Süchten: klar gibt es noch nicht-stoffliche eine Menge. Spielsucht, Magersucht, Internetsucht, Einkaufssucht usw. Wobei es da wirklich eine klare Trennung gibt, z.B. vom viele Bücher sammeln zum Suchtverhalten. Suchtverhalten kann man nicht mehr kontrollieren. Es ist zwanghaft und unsinnig. Man kann nicht mehr aufhören, auch wenn man will. Man zerstört sich das Leben, geht Pleite, ruiniert sich die Gesundheit. Ich würde jetzt nicht alles als Sucht bezeichnen. Keiner hockt doch den ganzen Tag im Lotussitz in der Wiese. Naja, da wärs ja auch wieder eine Sucht, wenn es den ganzen Tag geht.
Na gut, bei Alkohol im speziellen seh ich das enger. Ich find Alkohol einfach furchtbar. Es ist einfach greislig, wie ein Rausch das Denken ändert. Das ist sowas von absolut ungeerdet dann. Ganz klar wurde mir das mal mit einer afrikanischen Musiker- und Tanzgruppe. Wir machten Tanz- und Trommelworkshop und ich fiel innerhalb von wenigen Sekunden in Trance. Mir wurde damals klar, das Alkohol das absolut schädlichste für mein Bewusstsein und meine Spiritualität ist. Womöglich ist das aber was persönliches, ich will jetzt nicht die Prohibition ausrufen.
technorati tags
salamander sucht afrika hormone männer suchtverhalten rausch



11 Kommentare:
Das auf dem Sofa ist wahrscheinlich eine Bartagame oder irgendein Gecko (ich bin schrecklich, ich weiß)! Das mit der Toy Doll im Schaufenster finde ich ganz grässlich. Und Alkohol - ich habe kein Suchtproblem - kann GELEGENTLICH dazu dienen, die Wahrnehmung zu unterbrechen, wenn's einfach mal nicht mehr auszuhalten ist. Ich habe das erfahren, aber ich kann an weniger als zehn Fingern abzählen, wie oft in meinen fast 36 Lebensjahren ich das getan habe. Wie oft die Realität nicht zu ertragen war. :0)
;-))
"Wir machten Tanz- und Trommelworkshop und ich fiel innerhalb von wenigen Sekunden in Trance."
Das hat meines Erachtens mit dem Alkohol keine direkte Verbindung. Vielleicht guckst du da nochmal nach, ob du nicht ebenso schnell oder gar schneller in Trance fällst, wenn du nüchtern bist - falls du es noch nicht getan hast. Ich bin schon seit Jahren stocknüchtern - und manchmal in wenigen Sekunden weg....
Trance ist ja auch einfach nur Trance und nix Schlimmes, und manche Leute haben eben eine Antenne oder werden diesbezüglich von den Göttern bevorzugt und andere eben nicht.
Schöne Grüße nach Mallorca, genieße die Sonne, hier regnet es und dann regnet es und dann regnet es, soviel Wasser! Labbatú y su CuervoCommandanteVolandoEnTrance
Olá,Ingrid und Labbatú,
also, ich hatte das so verstanden, dass Du OHNE Alk in Trance gefallen bist, Ingrid ?
Ich fall' nach einem Glas Bier nicht in Trance, sondern in's Bett ;) Und das ist auch selten, da ich wegen Alkoholismus in meiner Familie sehr lange fast überhaupt nichts getrunken habe (und jetzt auch nicht wesentlich mehr).
LG Ursel
P;S;:
die Gecko's oder Minisalamander haben wir hier auch !
Mein MAnn erschreckt sich immer so schön, wenn hm einer aus einem Ziegelstein im Garten schlüpft :))
Herzliche Grüsse
@ Corriendo Mundo: Ich fiel nüchtern in Trance und ich liebe es und dann bekam ich eben diese ganz wichtige Information, wie schlecht Alkohol für die Psyche und Spiritualität ist. Also nicht nur mal ganz ok für Party zwischendurch, nein einfach nicht vertäglich für meine Gesamtexistenz. In der Zeit habe ich mal zwischenzeitlich keinen Alkohol getrunken, sowieso schon. Solche Phasen hatte ich immer wieder, dann wieder massiv getrunken, bis ich jetzt letztendlich seit 8 Jahren gar nichts mehr trinke. In der Trance war auch ganz deutlich, wie ich trotz vorübergehender Abstinenz noch am Alkohol hing.
lg inge
oh ja den gecko/salamander haben wir gestern gefangen und raus in die sonne gesetzt!
Liebe Ingrid,
ich bin in meinem Leben noch nie betrunken gewesen, auch nicht angetrunken, weiß also gar nicht, wie sich sowas anfühlt. Da ich den Alkohol ebenfalls von der sehr unschönen Seite als Tochter eines Alkoholikers erleben musste, habe ich jahrzehntelang gar keinen Alkohol angerührt und ich konnte es sogar nicht ertragen, wenn mein Partner eine Bierfahne hatte. Das änderte sich witziger Weise in meiner ersten Schwangerschaft, damals hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben Lust auf Bier, genauer gesagt auf Altbier. Dem habe ich dann auch nachgegeben und ab und an mal ein Glas getrunken, trotz der ganzen Warnungen, vonwegen kein Alkohol während der Schwangerschaft. Und so ist es bis heute geblieben. Ich trinke Wein und Bier, allerdings nach wie vor wenig. Seit ich in den Wechseljahren bin hat sich nur meine Geschmacksrichtung verändert. Stand ich früher mehr auf trockene Weine und herbe Biere, so ist es jetzt so, dass ich lieber Radler und so was trinke und auch eher zu lieblicheren Weinen greife.
Auf deine Frage wegen der Östrogenkurve in einem Frauenleben, kann ich dir leider auch keine Auskunft geben. Ich weiß nur, dass es mir so ähnlich ging wie dir. Ich war ein starkes eigenwilliges Mädchen und dann mit der Pubertät verlor sich das völlig. Übrig blieb ein jahrzehntelang anhaltender Zorn, der auch nicht immer hilfreich war. Und jetzt wo der Östrogenspiegel wieder abfällt habe ich das Gefühl ich kehre zu meiner alten Kraft und Stärke zurück und mein Zorn löst sich in wohlgefallen auf. Vielleicht blendet der Fortpflanzungstrieb eine doch mehr als wir glauben. Ich weiß es nicht.
Liebe Grüße
Vera
Ach, da schau her...ich hatte es so verstanden, daß die Erkenntnis quasi von einer Trance in Verbindung mit Vollrausch herrührte - also bitte einfach alles streichen. Schöne Erfahrung - jetzt, wo ich´s verstanden habe. Olé, einen Toast statt Schnaps auf die Zeit auf Mallorca, Labbatú y ElCuervoCommandanteBallaBallamann
Den Östrogenabfall am Ende meiner roten Zeit erlebte ich sehr deutlich. Mir war da, als hätte ich die vergangenen Jahrzehnte in einer rosa Zuckerwatteöstrogenwolke verbracht, die es mir ermöglicht hatte, Leistungen zu erbringen und Zustände zu ertragen, die mehr als schwierig gewesen waren.
Auf einmal war die Wolke weg, und ich hatte den Eindruck, plötzlich freie Sicht zu haben, Konturen wahrnehmen zu können, bis hin zu gnadenlosem Schwarz-Weiß-Sehen.
Heute bin ich auf dem besten Wege, eine alte Drachin zu werden, zwischen Wachsamkeit und visionärer Schau pendelnd.
Juansi
Hey, ich habe gerade dein Kommentar zu meiner Post gesehen und hab mal bei dir rübergeschaut.
(Hab lange nicht mehr gepostet.)
Das, was ich bei den meisten Frauen/Mädchen in meinem Alter sehe, ist tatsächlich, wie du ebenfalls von einer Phase deines Lebens erzählt hast, ein gewisses Unvermögen sich selbst durch die eigenen Augen zu sehen. Auch ich habe damit Probleme, keine Frage, aus eigenem fehlenden Selbstbewusstsein, aber auch, weil es meine Umwelt für richtig hält, mir dieses Verhalten zu versuchen einzureden. Es scheint eine große Widerwilligkeit in unserer Gesellschaft zu geben, Frauen für sich selbst denken zu lassen.
Kommentar veröffentlichen
<< Startseite