Dienstag, September 05, 2006

wochenende sieben



Wieder mal Gedanken zu Sex. Die Insel macht mich noch irre. Da sie ja eigentlich eine mystische Toteninsel ist, könnt ihr euch ja vorstellen, es bleibt einem nichts erspart, das Fleisch fällt von den Knochen, auch der versteckteste Winkel in der Seele wird beleuchtet.

In meinem Kopf habe ich aber mal endlich rund, warum ich 5 Jahre keinen Sex mit anderen Personen hatte. Ich hab Wahrheiten gesehen und gehört, und bin echt durch die Hölle gegangen dieses Wochenende. Aber es hat sich wie immer gelohnt, durch die Unterwelt zu gehen. Ich weiß mal warum ich dauernd am Suchen bin und nicht Finden kann. Weil ich es selber bis heut früh um 4 nicht klar hatte.



Mein Mann wollte nie Sex mit mir. Einmal richtig am Anfang, dann sagte er komische Sachen, wie Seele verlieren, die ich nicht verstand, und das wars dann. Das zog mich absolut runter, ich fühlte mich total häßlich unattraktiv, ganz furchtbar. Es war zum Verzweifeln ehrlich. Jahre später wieder ein Schlüsselerlebnis: er hatte eine Freundin, die ihn liebte, aber er sie nicht. Mit der hatte er Sex ohne Ende. Er drückte mit Sex seine Verachtung gegenüber ihr aus. Ich war fassungslos. Ich verstand endlich. Aber es half mir nichts. Nur ein abenteuerlicher Ausflug in die männliche Psyche. Ein anderer Ausflug in die männliche Psyche zeigte mir, dass sie sich im Grunde ihres Herzens wie die letzten Looser fühlen. Deswegen verachten sie jede Frau, die sich mit ihnen einlässt. Selbsthass.



Wut und Verachtung. Andere Seite: ich schlief mit Männern, die voll abgefahren sind und garnicht merkten, dass ich Zeitung lese. Wie kann sowas passieren? Warum ist genau die Beschäftigung, die größtmögliche Nähe zwischen zwei Menschen erzeugt, so überlagert von gegenseitiger Verachtung und Ignoranz? Das ist genau der Punkt, an dem ich aufgehört habe, Sex mit anderen zu haben. Ich tu mir das doch nicht an, bin ich narrisch? Das ist eine energetische total-Katastrophe.



Wie ich mir das vorstelle? Jeder Mensch ist sein eigenes Universum. Ein riesiges, eigenes wunderbares Universum. Wenn ich jemanden kennenlerne, begegne, passiert es (selten, aber es passiert), dass ich eine Verbindung spüre, es ist wie ein Strahl der ins Herz geht. Oft sind solche Menschen gute Freunde geworden, Seelenverwandte. Davon gibt es mehrere, nicht nur einen. Und ein Schritt weiter in die Nähe eines solchen Menschen, ist es mit ihm/ihr Sex zu haben. Begegnung auf Augenhöhe. Fallen lassen. Stark sein können. Schwäche zeigen können. Den anderen dominieren bis er loslässt, totale Hingabe zulässt, wieder auffangen, Rollen tauschen. Lachen, weinen, trösten, ineinander versinken. Wellen erzeugen, den anderen Körper entdecken, den eigenen Körper neu entdecken. Botschaften hervorrufen lassen. Universen vermischen, ineinander explodieren lassen. Den anderen WIRKLICH ran lassen. Zwei Universen begegnen sich und verschmelzen miteinander in totaler Offenheit und Extase. Danach: lösen, trennen, aus eins wird wieder zwei. Das ist der Punkt, wo ich immer etwas Probleme hab. Aber ganz, ganz wichtig. Den anderen in Würde gehen lassen. Selber in Würde gehen. Nicht heiraten!!! Keine Socken waschen!!! Nicht klammern!!! Aber sich auch nicht wegschupsen lassen und den anderen wegschupsen müssen, um die Verschmelzung wieder aufzulösen. Soviel Nähe und Offenheit macht verletzlich, und das muss gewürdigt werden. Nach der Reise landet das Raumschiff. Auseinandergehen nach einer sagenhaften Entdeckungsreise. Den anderen und sich in Ehren halten. Integrität gewährleisten, Achtung ausdrücken.



Das ist komplett die einzige Form, die in mein Sein passt. In meiner Welt sind Männer einfach Vielfach-Befruchter. Einsperren macht unglücklich. In meiner Welt sind Frauen Jägerinnen. Für sie wäre zur Kinderaufzucht ehr ein Rudelleben angesagt, als ein armes Würstchen zum Geldverdienen zu schicken. Das ist eine total freie Existenzform. Meine Problematik liegt da immer im loslassen. Ich will selber frei sein, muss frei sein. Mir wäre es aber lieber, ein Mann wär mir so total verfallen, dass er keine andere Frau anschaut. Das ist schwarz, utopisch, geht garnicht. Ich bin mir auch sicher er wäre im Grunde lächerlich für mich wenns so weit wäre. Das ist meine Schwäche, mein Aua, mein Schmerzpunkt, der auch daher kommt, weil ich noch keine Trennung der zwei Universen (wenns denn überhaupt zur wirklichen Verschmelzung kam) in Würde erlebt hab, immer nur böse wegkicken. Auch als Täterin.



Ja jedenfalls weiß ich jetzt genau, was mit mir los ist. Was ich will, wie ich mir das vorstelle. Und wenns noch 5 Jahre dauerd oder nie passiert. Alles andere ist Schwachsinn, da mach ichs mir lieber selber. Eigenes Raumschiff un so.



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19 Kommentare:

Am/um 12:47 PM , Anonymous Anonym meinte...

Ich denke, dass du vollkommen Recht hast. Es aber sehr schwierig ist mit Menschen mit denen man keine "feste" Beziehung hat solche sexuellen Kontakte einzugehen. Die Gesellschaft hat uns alle zu sehr auf lange, feste Beziehungen gepolt.

Zum zweiten wird man noch mehr verletzbar. Man öffnet sich total vor einem Menschen. Nicht nur geistig sondern vor allem körperlich und das wirft Probleme auf.
Egal wie gut man sonst befreundet ist, die Angriffsfläche wird einfach viel breiter.

Nach meiner Erfahrung funktioniert das nur mit Menschen mit denen man sexuell auf einer Wellenlänge liegt. Alles andere geht einfach nicht gut.

A.

 
Am/um 8:59 AM , Anonymous Anonym meinte...

"Ein armes Würstchen zum Geld verdienen schicken", zack, woom, kracht mir diese Aussage neben die Kaffeetasse und ich muß erst mal schlucken.

In meiner Welt habe ich die Erfahrung gemacht, dass einen Mann und Kinder zu haben ein unglaublich kompliziertes Gefüge ist, seehr anstrengend. Ich habe mich weit geöffnet, bis zum Anschlag, und ich habe mich verletzen lassen, liebes A., ja, und ich finde, das ist alles kein Grund, zu sagen: "Lieber nicht!"

Ja, es ist schmerzhaft, keiner kann einem so weh tun wie der, den man am Nahesten (schreibt man den Superlativ klein oder groß??) 'ran lässt. Ich würd' mich selbst als Weichei, als feige betrachten, wenn das Gründe wären, keinen Partner, keine Partnerin, nahe an mich heran zu lassen.

Keine Ahnung, warum das bei mir so ist!! Ich werd' mich hüten, zu verallgemeinern!!!

Nochmal zum armen Würstchen, das Frau zum Geldverdienen schickt: in meiner Welt ist das eher so, dass ich ihm insgeheim - obwohl ziemlich irrational - vorwerfe, dass ich jeden Morgen allein mit der Brut zurückbleibe. Erschwerend kommt hinzu, dass er anscheinend denkt, ich hätte den leichteren Job. Ich wollte diesen Mann, ich wollte diese Kinder.

Und es ist schwer, es ist ein andauernder Prozess und es tut weh.

Trotzdem. Es muss einen Weg geben.

Da ist etwas, das ich bezeichnen würde als "auf einer Wellenlänge sein". Er ist der Einzige in meiner Welt, der meine kompromisslosen Ansichten teilt. Mit dem ich darüber diskutieren kann ohne Einschübe, die beginnen mit "Aber" und "Wenn".

Und meistens ist der Sex genial.

Damit das hier nicht zu sehr glänzt: Er geht mir manchmal auch gehörig auf die Nerven.:0)

 
Am/um 11:28 AM , Blogger Ingrid meinte...

hört sich krass an, das mit dem armen würstchen. aber: jeder lebensentwurf in allen ehren! ich hab auch das mit dem armen würstchen hinter mir und wurde dabei nicht froh. ICH. meine idealvorstellung wäre eine tantengesellschaft, kinderaufzucht im frauenkreis. männer ehr außen vor, sie machen ihr ding, man trifft sich, um spaß zu haben. der frauenkreis ermöglicht arbeitsteilung, kinderbetreuungsteilung. frauen mit und ohne kinder, alle altersstufen, wie ein amazonen-stamm. das wär für meine kinderzeit schön gewesen. und für frauen ohne kinder oder ältere frauen, die eine gruppe bevorzugen. ich im moment, bin ja einzelgängerin.

 
Am/um 9:01 AM , Anonymous Anonym meinte...

Was du da beschreibst, klingt stark nach der Urform menschlichen Sozialverhaltens. Wahrscheinlich ist es auch die natürlichste Gesellschaftsform.

Ich stelle fest, dass es mir, wenn ich mich in deinen Entwurf hineinzufühlen versuche, schwer fällt, mir den Mann als Angelpunkt meines Daseins aus dem Kopf (und dem Herzen) zu reißen.

Mich zwischen beiden entscheiden zu müssen, widerstrebt mir aufs Äußerste!

Allerdings habe ich vor längerem das Abenteuer begonnen, mehr Weibliches in mein Leben zu lassen. Selbst weiblicher zu werden.

Wow, das hat was!!!

Ich kann mir gut vorstellen, daß du dein Einzeln-Sein genießt, unter anderen Vorzeichen könnte mir das auch gefallen. Aber mit drei unmündigen Kindern an mir dran fällt mir das denkbar schwer ;0D

:0)

PS: Ich habe mir gerade das mit dem Amazonenstamm nochmal durchgelesen, und da ging die rote Lampe an: für meine Kinderzeit wäre eine größere Dosis Weiblichkeit, eine breitere Palette, auch gut gewesen. Aber was, um alles, wird aus den Jungs in so einer Frauengesellschaft?? Such' mal männliche Grundschullehrer und Kindergärtner... ich find's jetzt schon etwas heikel mit den männlichen Identifikationsfiguren außerhalb des engsten Familienkreises. Was für Männer ziehen wir da groß???

 
Am/um 9:43 AM , Blogger Ingrid meinte...

in solchen gesellschaften werden die jungs ab einem gewissen alter zu den männern geschickt, die initiation findet bei den männern statt. und in meiner utopie gibt es ja begegnungen, also die kinder sehen durchaus männer, nur ohne "besitzverhältnis mein kind". ich finds (auch aus eigener erfahrung) ebenso heikel mit den männlichen indentifikationsfiguren im engsten familienkreis.

 
Am/um 3:39 PM , Anonymous Anonym meinte...

Aber deine Amazonengesellschaft ist doch wohl für die Kinder bis zu diesem Initiationszeitpunkt der hauptsächliche Lebensraum? "Berührungspunkte" klingt in meinen Ohren ein bisschen mager. Müsste nicht etwas engeres auch ohne besitzanzeigende Fürwörter möglich sein? Um die Utopie mal weiterzuspinnen...

Und was nun die Identifikationsfiguren im engsten Kreis betrifft - ich halte es für sehr persönlichkeitsbildend, den Elternteil - egal, ob männlich oder weiblich - zunächst zu idealisieren und dann spätestens in der Pubertät vom Sockel zu stoßen. :0D

Ich weiß natürlich, worauf du anspielst. Aber stellt eine Amazonengesellschaft einen Schutz vor Missbrauch dar? Wirklich?

Ich spreche hier als Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter. Ich sehe täglich, was sein KÖNNTE - zumal die drei (8,6 und 5 Jahre alt) durchaus ihre eigene Sexualität haben, jeder für sich.

:0)

 
Am/um 9:12 PM , Anonymous Anonym meinte...

Liebe Ingrid, liebe Anonima,

" Den andern in Würde gehen lassen. Selber in Würde gehen."

Wie wahr, wenn ich nicht weggezogen wäre, hätte ich die Trennung von meinem Liebhaber wohl auch nicht geschafft. Zu schön war unsere Beziehung geworden. Sowas habe ich noch nie erlebt und hatte es auch garnicht erwartet.
Aber ich ertappte mich schon manchmal dabei, das mich Einiges an ihm nervte. Ich wusste also schon, dass ich keine festere Beziehung wollte. Trotzdem war der Sex mit ihm sooo schön. Er hat mir einfach Vieles geben können, das ich mir von meinem festen Partner gewünscht hatte, das er mir aber bisher nicht gebe konnte.. Davon wäre ich wohl allein nicht los gekommen.
Zu fest hängen in meinem Herzen Sex und Liebe zusammen. Ich kann das (noch) nicht trennen, weiss auch nicht, ob ich das möchte.

Herzliche Grüsse

 
Am/um 10:32 AM , Blogger Juansi meinte...

Liebe Ingrid,
Deine Utopie habe ich so oder so ähnlich in dem Buch 'Das Land der Töchter' von Yang Erche Namu über die Gesellschaftsform der Mosuo gefunden. Schönes Buch! Hier bleiben die Söhne allerdings im Haus der Mutter, für immer. Leibliche Väter spielen nur eine untergeordnete Rolle, die werden ersetzt durch die Brüder der Mutter.
Juansi

 
Am/um 11:57 AM , Anonymous Anonym meinte...

Ich will mich ja gar nicht trennen. Ich kann Sex und Liebe voneinander trennen, lebe aber nicht in Umständen, in denen ich das müsste. Müssen wäre dann, wenn ich allein lebte und keine Beziehung wollte. Sex brauchend, würde ich ihn dann von der Liebe trennen müssen. Aber dass hieße bei mir noch lange nicht, dass er dann kalt und gefühllos wäre. Liebe findet woanders statt. Andersherum kann ich mir aber auch Liebe schlecht ohne Sex vorstellen, da Körper und Emotionen stark zusammenhängen. Punkt. Ich werde das Bild von Yin und Yang nicht los, ich bin mir sicher, dass ein enges zusammenleben von Mann und Frau irgendeinen Sinn macht, eine tiefere Bedeutung hat. Die reine "Tantengesellschaft", wie Ingrid sie beschreibt, hinkt in meinem Kopf irgendwie. Da steht ein deutliches "Ja! Aber..." :0)

 
Am/um 12:20 PM , Blogger Ingrid meinte...

ich will ja wirklich keinem was zwingen. ist in erster linie meine vorstellung. ich denke wir sind alle sehr unterschiedlich. ich lebe ja die tantengesellschaft nicht. ich lebe allein, und wenn ich nur an eine "feste" beziehung denke, krieg ich panikattacken.
ich war mal in psychotherapie, da wollte meine therapeutin aus mir wieder einen beziehungsfähigen menschen machen. da sperrte sich bei mir alles. ich glaube aber nicht, dass das so ist, weil ich so verletzt und kaputt bin, sondern einfach, weil ich nicht der typ bin. schon als kind war ich im spiel nie die prinzessin, immer die hexe, die allein in einer waldlichtung lebte. als ich älter wurde, weitete sich das konzept mit gelegentlichem herrenbesuch in form von grünen männern oder rittern, die auf dem weg zum schloss waren aus. wegen gesellschaftlicher vorgaben und östrogennebeln bin ich aber dann mal zwischendurch von meinem konzept abgekommen....

 
Am/um 12:25 PM , Blogger Ingrid meinte...

und ich hab auch noch nie niemals von einer tollen hochzeit in weiß geträumt (wie angeblich alle jungen mädchen)... da hat sich mir schon immer der magen gedreht...

 
Am/um 3:21 PM , Blogger Artemis meinte...

Ich träume auch von keiner hochzeit, schon gar nicht in weiss (wie konnte man eigentlich je auf diese idee von gerafften rueschen-monstern kommen???) - ehrlich gesagt waren die beklemmendsten Träume die ich hatte jene, in denen ich heiraten sollte *lach*
Ich bin wiederum nicht der Hexentyp, der gelegentlichen Herrenbesuch in Form Gruener Männer oder netter Prinzen empfängt (toller Vergleich, uebrigens...). Ich werde zwar immer mehr zur Einzelgängerin, aber im Bezug auf Sex habe ich nie so eine lockere, ungebundene Einstellung gehabt. Das Gefuehl, nach einer intensiven, aber einmaligen Erfahrung mit jemandem erstmal auf Rekonvaleszenz gehen zu muessen hab ich oft erlebt. Das lag sicherlich auch an meinem Alter, ungenuegender "Pruefung", und daran, dass ich Sex und Liebe nach wie vor nicht hundertprozentig trennen kann.

Dann ist da auch die Frage: muss man das? Ich frage mich auch, warum Menschen, die zwischen Sex und Liebe nicht unbedingt immer trennen, häufig so mitleidig angesehen werden - och, naive, romantische kleine Menschlein!...

Naturlich bin ich verletzlicher als jemand, fuer den Sex einfach nur Sex ist. Ja, klar, Verletzung ist mir dadurch passiert, aber hm... kann sein, dass ich einfach keine so grosse Angst mehr davor habe? Bin während den 3 Jahren meiner ersten Beziehung durch die Hölle gegangen - und der Sex war ein wichtiger Faktor - vielleicht ist das mein Bonus. Bin angreifbarer, kann aber mit dem Schmerz umgehn.
Das klingt jetzt nach Märtyrerin, aber so meine ich es nicht. Ich werfe mich nicht (mehr) kopfueber in ein Abenteuer, wenn ich das Blut schon von weitem riechen kann. Bin aber auch bereit, ein (sexuelles) Risiko einzugehen. Ich habe oft im Sex einen Ausdruck von Liebe erkennen wollen, die es so gar nicht gab. Deswegen habe ich keine One-Night-Stands mehr, wenn ich explizit das Beduerfnis nach Liebe habe. Denn auch wenn ich weiss, dass ich sie im Sex nicht finden kann, falle ich doch drauf rein und bin hinterher eine Weile kaputt. Denke aber nicht, dass man da dem Sex oder dem Mann oder mir die Schuld geben kann...

Ich bin eine seltsame Kreuzung aus Rudeltier und Einzelgänger. Ich bin äusserst gerne alleine, aber Beziehungen mag ich immer mehr, seit ich aufgemacht habe, empfindsamer geworden bin und gelernt habe, auch die kleinen Dinge zu spueren. Ich mag es, Entwicklung nachzuvollziehen; ich finde es interessant zu beobachten was mit mir passiert, wenn ich nicht verfrueht abhaue (oder abgehauen werde...) und ich mag den schöpferischen Impuls, den mir eine Beziehung gibt...

Deine Utopie finde ich interessant, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, wie ich als Kind darin hätte gluecklich werden können ;) Bin mit juengerem Bruder gross geworden, habe Mädchen nie besonder gemocht (besonders die Kicher-Pony-rosarot-Schleifchen - Nummer, hab mich aber trotzdem immer als sehr weiblich empfunden) und immer viel mehr männliche Freunde gehabt. Heute könnte ich mir so eine Gesellschaft durchaus vorstellen, obwohl ich ehrlich gesagt nur unter Frauen ziemlich schnell durchdrehen wuerde...

Mein Senf!
Liebe Gruesse!

 
Am/um 3:21 PM , Anonymous Anonym meinte...

Hey Ingrid! Keiner unterstellt dir, dass du jemand was aufschwatzen willst.

Es ist doch einfach reizvoll, verschiedene Entwürfe gleichberechtigt nebeneinander zu stellen und zu durchdenken, oder etwa nicht?

Wie Artemis sagt: Senf! Den gibt jeder gern dazu.

Und wenn man dann bei den Erwiderungen den Eindruck hat, bestimmte Aspekte der eigenen Ansicht geraderücken zu müssen, dann tut man das einfach.

Weil man verstanden werden will.

Ich schätze, "Das Eva-Prinzip" bringt dich auf die Palme, oder? Ich habe beim Frühstück über dieses Buch eine Kritik gelesen.

Jetzt muß ich es mir wohl mal zu Gemüte führen. Um darüber schimpfen zu dürfen. Oder eben, um festzustellen, dass es nix zu schimpfen gibt.

Wer weiß? :0)

 
Am/um 3:23 PM , Anonymous Anonym meinte...

P.S.: Die "Hochzeit in Weiß" war mir auch schon immer widerlich! :0D

 
Am/um 6:57 PM , Blogger Ingrid meinte...

ich will halt einfach nur ganz ganz sicher gehen, dass niemand meint, ich stelle meine denke als absolut dar. vielleicht ist das auch selbsverständlich und ich bräuchts nicht permanent wiederholen..

möglicherweise bekommen mehr frauen als allgemein dargestellt einen brechreiz von hochzeitskleidern...;-))

 
Am/um 7:36 PM , Anonymous Anonym meinte...

Ich habe nach 15 Jahren den Vater meiner zwei Kinder verlassen. Nicht wegen eines anderen Mannes, sondern wegen mir. Ich finde es war Zeit nicht immer nur zu zweit sondern all - ein dem Leben und seinen Herausforderungen zu begegnen. Sex ist für mich keine notwendige Gewohnheit, wie essen und trinken. Ich brauche Sex nicht regelmäßig. Ich möchte Sternstunden. Immer wieder dem Partner gewohnheitsmäßig nahe zu sein und dabei seine unterschiedlichen Stimmungen ( auch, wenn er noch so lieb ist) zu spüren, ging mir mit der Zeit auf die Nerven. Dafür kann ich mich einfach nicht mehr begeistern. Ich bin älter geworden - und finde es nicht mehr erstrebenswert mehr oder weniger allzeit bereit zu sein, damit meine ich nicht nur den Sex.
Es ist allerdings auch nicht leicht die Sternstundenmänner zu finden. Trotzdem macht mich diese Art zu leben glücklicher.

 
Am/um 1:57 AM , Anonymous Anonym meinte...

Hallo zusammen,

hmm, ist ja ganz schön was zusammengekommen..
Mich beschäftigt momentan immer wieder der Gedanke, dass ich glaube, nicht monogam veranlagt zu sein. Es gibt immer wieder in meinem Leben andere Männer ausser meinem Mann, die mich anziehen und auf die ich total Lust habe, wenn da nicht all' diese patriarchal gesellschaftlichen Zwänge wären...
Ein einziges Mal habe ich's mir erlaubt und werde es nie bereuen ;)

Ich wollte Kinder und bin mit ihnen und meinem Mann auch glücklich, aber ein anderes Modell des Zusammenlebens oder des Treuebegriffs bzw. des Besitzanspruchs des einen über den andern fände ich durchaus an der Zeit !

LG

 
Am/um 5:35 PM , Anonymous Anonym meinte...

"vielleicht ist das auch selbstverständlich und ich bräuchts nicht permanent wiederholen.. "

Hmm, liebe Ingrid, vielleicht neigen wir Frauen generell einfach zu sehr dazu, uns zu rechtfertigen und unsere Aussagen lieber abzuschwächen? :0)

 
Am/um 6:26 PM , Blogger Ingrid meinte...

ja tun wir. is aber doof. besser ich lass es.

 

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