profil

Freitag der 13., Hexenfeiertag. Mein letzter Arbeitstag hier auf Mallorca. Am Sonntag gehts erstmal 3 Tage nach Berlin und dann heim! Ich, ganz konsumsüchtig, habe schon eine Menge Päckchen bei Amazon bestellt, die auf mich warten. Statt Mann und Kind oder so.

Habe auch ein tatsächliche Profilneurose. Hab hier viel über Web 2.0 und Communities (und Blogs...) recheriert. Deswegen hab ich mich auch in diversen Communities angemeldet. Ich stolpere ja schon immer über die Angaben zum Profil. Diese ganze Selbstdarstellungs-chose. Ich kann das immer nicht rüberbringen, das wirkt so langweilig bei mir. Da gibt es totale MeisterInnen im Profilschreiben.

Denke darüber nach. Wie gut kann ich mich verkaufen? Es gibt ja mehrere Varianten sich darzustellen. Variante 1: du kennst dich gut und schätzt dich auch und kannst dich locker, wie von außen betrachtet präsentieren. Variante 2: du kennst dich nicht, bist aber gut darin, dir ein Image zuzulegen. Du sammelst "coole" Eigenschaften und kreierst dir ein Profil. Variante 3: du gerätst ins Stottern und hast keine Ahnung, was du schreiben sollst. Da gibts 3a) weil die dich unterschätzt und langweilig findest und 3b) weil du deine Wirkung nach außen nicht definieren und abschätzen kannst.

Das ist auch alles so pubertär, damit hab ich mich damals schon auseinandergesetzt. Nun tue ichs nochmal digital. Ich finds toll, wenn mans so kann, dass es nicht übertrieben wirkt oder gekünstelt. Nettes Beispiel: die Else Buschheuer, 12.10.06 persönlichkeitsprofil einer frau mit glasscherbe im fuß

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14 Kommentare:
Liebe Ingrid,
ich glaube alles was man macht um nach aussen "cool" zu wirken, ist in Wahrheit ein Zeichen von Schwäche.Die andern merken es sofort wenn eine Person nicht authentisch ist und belächeln einen dann.Was ganz anderes ist womöglich der
Umstand wenn man einem Idol nacheifert. Ich meine jetzt nicht einen Popstar sondern eine Person die mehrere gute Eigenschaften hat wie z.B. allen Menschen Respekt entgegenbringen,so in die Richtung.Da kann eine Person dran wachsen wenn sie das nachmacht.Im übrigen brauchst du dir um dein Image keine Sorgen machen, glaub ich. Schau nur dein neues
Profilfoto an, positiver rüberkommen kann frau (diesen Ausdruck benutze ich sonst nicht) überhaupt nicht.Worte sind nicht annähernd so aussagefähig wie ein Foto.
Grüsse
Danke für die Anregungen zum Stichwort "Profil"; da hab' ich was zu denken, wärend die Technik optimiert wird.
Was Gauzibauz über Schwäche schreibt, stimmt nach meiner Auffassung nur teilweise.
Ein guter Verkäufer zu sein, heißt, Begehrlichkeiten wecken. Sich selbst gut zu verkaufen heisst folgerichtig dann nichts anderes, als sich selbst interessant zu machen für andere, eben das "haben-wollen" wecken. (Eine kindliche Regung...?).
Also, wenn ich mich interessant machen will, überlege ich doch: "Was kann ich wirklich gut?". Danach habe ich zwei Möglichkeiten: die a lá schmieriger Gebrauchtwagenhändler, die eben die Schwächen übertüncht, oder die entwaffnend ehrliche.
Wer Schwächen zugeben kann, macht seine Stärken glaubwürdiger.
Hm.
:0)
Hey,
der Mensch ist aber kein Auto!
Kannst dich 100 mal interessant machen,
wenn da nix ist was du vorweisen kannst.
Kannte mal in meiner Jungmädchenzeit einen BWL-Studenten der immer meinte er
müsse die Schau abziehen, ist doch alles Gesülze.Wenn du nur weil es grad angesagt ist vorgibst etwas zu mögen -
ist doch bescheuert, oder?
Und was hast du denn letztendes davon?
Hast die andern unterhalten aber selber - also ich finde für einen selber muss auch was rumkommen!
Grüsse
Ich sagte ja, man hat zwei Möglichkeiten.
"Sich interessant machen" muss gar nicht heißen, eine Riesenwelle aufzuwerfen. Ich nehm' die Formulierung in ihrer wörtlichen Bedeutung, ohne den negativen Touch.
Nee, Opportunismus is' eklig, erst recht, wenn er dazu dient, aufzufallen. Schauder!
Interessant sein können ja für die anderen zum Beispiel auch die Widersprüchlichkeiten in einer Person. Wenn sie ehrlich da sind und nicht nur vorgetäuscht werden.
Und natürlich bringt es mir was, wenn ich mein Umfeld neugierig auf mich mache: Fragen, Austausch, Gespräche. Und die brauchen wir doch alle, oder?
Für mich ist ein Verkäufer dann gut, wenn er ein anständiger Mensch ist. Und das ist er nur, solange er ehrlich bleibt - und verkauft.
:0)
P.S.: Natürlich, "verkaufen" ist vielleicht nicht das glücklichste Wort im Zusammenhang mit der menschlichen Persönlichlichkeit. Aber es soll ja auch nur ein Bild sein.
Frage: Wie weit würdest du gehen um für andere interessant zu sein?
Grüsse
Mögliche Antwort: Äußerst hypothetische Frage....
aber für 1 Million Euro würden wir vermutlich schon mal zwei Schritte gehen oder drei Flügelschläge fliegen.
Sich interessant machen geht gar nicht. Weil ICH nicht machen kann, daß sich jemand anderes für mich interessiert. Das liegt nicht an mir, sondern am Gegenüber, ob es mich interessant findet und auf welche Schlüsselreize es reagiert.
Und wenn ein begehrtes Gegenüber mich nicht interessant findet, dann kann ich leider gar nichts machen... oder ich tue so, als ob ich jemand bin, der ich nicht bin und tue das, wovon ich vermute, daß es für andere interessant sein müsse - aber auch dann weiß ich nie, ob es auch funktioniert. Hoffnungslos also, Energieverschwendung ersten Grades für
Labbatú und den Raben mit seinem mittelscharfen Extrasenf
Ja Rabe,
du hast Recht.Aber man kann auch jemand so auf den Zeiger gehen, dass dem gar
nix übrigbleibt als hin zu gucken.
Grüsse
Was viele Menschen tun - denn dann kriegen sie wenigstens negative Aufmerksamkeit statt gar keiner.
Fliege mal nach Hause...
Wer von euch ist denn gerne langweilig für die anderen?
Wer von euch möchte denn gern von den andern als uninteressanter Mensch wahrgenommen werden, dessen Ansichten öde sind?
Da ich den negativen Belag von "sich interessant machen" anscheinend nicht wegkriege, formuliere ich das jetzt mal um: nach außen sichtbar machen, was man zu bieten hat.
Und das hat für mich weder was mit Selbst-, noch mit irgendeinem andern Betrug zu tun.
Ich würde dafür nicht jeden Preis zahlen. Falls überhaupt irgendeinen.
Und wir reden doch hier immer noch von der Erstellung eines Profils?
:0)
Mich interessiert es in der Tat nicht mehr, wer mich wieso für irgendwas halten könnte. Wenn mich jemand für langweilig, unscheinbar und schal hält, bittesehr, dann ist es seine Sache, nicht meine.
Ich weiß und erlebe es täglich, daß mich verschiedene Menschen auf ganz verschiedene Weise wahrnehmen und auch ebenso verschieden beurteilen und/oder einschätzen und dabei immer von sich und nie von mir ausgehen.
Vermutlich geht das auch gar nicht nicht anders.
In meinem Taxi-Job wird es oft sonnenklar: Nicht selten habe ich es direkt hintereinander, daß ein Fahrgast zu mir sagt "Vielen Dank, es war wirklich sehr nett und anregend mit ihnen" und danach kommt eine andere Person und nimmt exakt das Gegenteil davon wahr.
Die Momente, in denen eine urteilsfreie echte gegenseitige Wahrnehmung passiert, sind kurz und meist nur ein - literal - Augenblick, nicht selten gepaart mit einem Lächeln des Erkennens dazu.
Alles andere gehört zum Spiel und ist gelogen, hat mit dem, was wir sind, nichts zu tun.
Fake.
Und genau das gilt auch für jedes Profil: Egal, was ich da hinein schreibe, es wird mich und das, was ich bin, nicht berühren und kann nie mehr sein als eine Seifenblase, eine Illusion.
Wäre interessant zu wissen, was auf dem Planeten geschehen würde, wenn ein paar mehr Menschen das begreifen würden.
Zum Thema Fake siehe auch das spannende Video auf Sams Blog heute...
Labbatú y ElCuervoMentiroso
Hey, so auf den Punkt hätt ich es gar nicht formulieren können.
Ja genau:Jeder ist die LEERE Leinwand auf die das Gegenüber SEIN Bild malt.
Deshalb mach ich was mir gefällt und
kümmere mich nicht was die anderen sagen.So
weit es eben möglich ist, denn ich bin ein Mensch und möchte naturgemäss Liebe
und Zuspruch.
Grüsse
Jetzt hat es ein paar Stunden in mir gegärt.Wir reden ja vom Profil und vom Image.In den aktuellen Nachrichten wird von einem sechs jährigen Buben berichtet der von seiner Mutter im Rahmen eines erweiterten Selbstmordes ums Leben gebracht wurde. Nun stehen die Nachbarn eines Dorfes,von der Grössenordnung meines Dorfes, ratlos und nach Erklärung suchend,weil das ja "so nette Leute"
waren.Aus eigener Erfahrung weiss ich was für eine Mördergrube so ein Dorf
mitsamt seinen Bewohnern sein kann.
Beim Anschauen eines Profils fragt es sich doch,was ist man bereit zu tun um
gut rüber zukommen, und nicht nur das, sondern, was ist man bereit NICHT zu tun um seinem Image nicht zu schaden.
Die ganze Verbiegerei ist einfach krank.
Grüsse
Ich sag' mal, ich verbieg' mich nicht. Meistens eck' ich an mit meiner Meinung. Aber ich suhl' mich nicht darin, anders zu sein.
Find' es nur spannend, zu sehn', was 'rauskommt, wenn diese Ecken sich reiben an den Meinungen der andern.
Und manchmal ragt da eine andere Ecke meiner entgegen. Manchmal sprüht's nur Funken, manchmal kracht es richtig. Was dabei 'rauskommt, ist meistens interessant.
Die allgemeine Meinung ist nur eine dünne Oberfläche. Sonst gäb' es ja nicht solche Dörfer wie deins, Gauzibauz, oder das, aus dem ich komme. (Ist deins auch katholisch? ;0D)
Wenn man nicht genau hinsieht, kann man es sich bequem machen und dieser Oberfläche glauben.
Und wenn man es genau nimmt: wir projizieren nicht nur unser Bild vom andern auf ihn - und übersehen ihn dabei-, sondern wir sprechen nicht mal dieselbe Sprache.
Ojeh, jetzt geht's in den Abgrund...
:0)
Das mit der Sprache ist nämlich ähnlich. Wenn ich "Milch" sage - eigentlich ein einfaches und missverständnisfreies Wort - dann liefere ich gleich alle meine Emotionen mit, die ich mit diesem Wort verbinde, die Umstände, unter denen ich es gelernt habe und alle Erlebnisse, die ich mit dem Objekt hatte, das von diesem Wort bezeichnet wird.
So! Und das Ohr, in dem dieses Wort landet, gehört zu einem Individuum, dass seinerseits ganz andere Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Wort "Milch" verbindet.
Können wir da noch dasselbe meinen, uns überhaupt verstehen? Okay, bei "Milch" sind die Chancen relativ groß.
Aber was ist mit solchen Worten wie "Liebe", "Verständnis", "Tod"?
Womit wir wieder beim Image wären: Welche Worte ich auch wähle, wie sie wirken, liegt nicht in meiner Hand. Zumal bei geschriebenen Worten ja auch Optik, Mimik und Gestik des Sprechenden fehlen.
:0)
P.S: Nach Zähem Kampf mit der Technik, den vielen Möglichkeiten des Internet und nicht zuletzt vielen neuen Begriffen, von denen ich einige noch nie gehört habe ("Backlink" gehört da noch zu den einfacheren, "Tags" bringt Gegrübel :0D), kann ich nun dank DSL und Flatrate selber bloggen...schaut gern mal 'rein in meine Gedankenwelt
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