Mittwoch, November 01, 2006

heftig



Tja, gestern hab ich das mal ausprobiert, mit der Wahrheit. Es kam ja gleich der Knall und mir wurde die Freundschaft gekündigt. Trotzdem wars ok, finde ich. Das ist hart, aber effizient. Das ist ja immer meine große Angst, dass ich Harmonie zerstöre und Freundschaften verliere, wenn ich direkt sage, was ich denke. Dann richt ich lieber hintenrum Leute aus. Auch nicht schick. Unfair. Ne das wird jetzt anders. Und die Aufkündigung der Freundschaft? So schlimm ist das auch nicht, wie ich dachte. Jemand der mich nur mag, wenn ich sage, was er hören will? Ist ja auch nicht das Wahre.



Gestern das ganze Samhain-Fest durch Streitereien verdorben. Mei Weiber. Ist es echt so schwierig mit mehreren Frauen? Ich feiere glaub ich wieder allein. Obwohl, da würde mir echt was fehlen. Aber diese Fest-Verderberei kenn ich ja schon von Zuhause. Da gabs an Weihnachten auch oft einen riesen Familienstreit. Klappt wahrscheinlich nicht mit "jetzt feiern wir schön und lassen alle Konflikte draußen".



Seufz. Die Fotos erinnern mich an David Bowie "Station to Station".







14 Kommentare:

Am/um 12:10 AM , Blogger Sam meinte...

Sehr spannend!

Gibts doch soviel Strategie allerorten die nur eins bezwecken soll: SPRICHS JA NICHT AUS!
Grad geballte Liebenswürdigkeit ist oft wie ein Panzerglas, das alles das abhalten soll, was zwar unübersehbar in der Luft hängt, aber auf gar keinen Fall landen darf.

Ich kann aus meiner Erfahrung sagen dass mir Klartext zwar beruflich häufig, privat aber noch nie geschadet hat- auf lange Sicht. Aber es gibt nicht viele, die wirklich (und vor allem ungefragt) das hören können/wollen, was gerade Deine Wahrheit ist.
Aber auch viele, die sich dann erst trauen ehrlich zu sein, wenn Du es zuerst bist. Eben ein bisschen so wie zur Kindergarten/Grundschulzeit und auch inhaltlich auf dem gleichen Level:
-Was, Dir gefällt mein Bild gar nicht? (*Erwartung höflicher Bemerkung zerbrösel*)
-Ich find Deins auch nicht so besonders.
(Ist mir genau SO passiert)

Grüsse
Sam

 
Am/um 9:56 AM , Blogger Corriendo Mundo meinte...

Spannend... mal sehen, wer am Ende übrigbleibt. Ich pflege derzeit gar keine Freundschaften außer die zu mir selbst - alle anderen Begegnungen mit Menschen ergeben sich nur aus dem jeweiligen Moment. Sich immer-wieder-neu begegnen und sich-immer-wieder trennen.
Diese weitverbreitete Illusion von "dauerhaften Beziehungen" ist schon erstaunlich.
Viel Spaß bei weiteren effizienten Begegnungen wünschen Labbatú und der Rabe, beide sogenannte Einzelgänger

 
Am/um 1:33 PM , Anonymous Anonym meinte...

Hallo

Spannend das ich auch gerade an diesem Thema (unabhängig von euch) herumhirne. Offenbar bin ich noch immer der Illusion verfallen, dass es in Frauengruppen funktioniert...
Werde aber immer wieder herb enttäuscht, da ich oftmals feststelle, dass das mitteilen meiner Gefühle bei anderen Schuldgefühle auslöst und sie ins rechtfertigen kommen und zu alledem auch noch sauer auf mich sind und mich zum Sündenbock stempeln.
Gleichzeitig spüre ich das da etwas nicht stimmt, es aber nicht ausgesprochen wird (evt. weil es den betreffenden gar nicht bewusst ist...)
Heissen diese enttäuschenden Erfahrungen, dass ich einfach nicht Gruppentauglich bin? Ich weiss es noch nicht...
Ich bin dann bei solchen Auseinandersetzungen echt geschafft danach.
Lieben Gruss. Ruth

 
Am/um 2:54 PM , Blogger Juansi meinte...

Also ich kann diese Erfahrungen, dass es so furchtbar schwierig sein soll mit mehreren Frauen was zu machen, überhaupt nicht nachvollziehen. Eher das Gegenteil erlebe ich z.B. in unserer Frauengruppe. 17 Frauen treffen sich seit 8-9 Jahren in regelmäßig-unregelmäßigen Abständen zu allen möglichen Themen und Festen und oft auch einfach nur so. Es sind natürlich selten alle 17 da.

Einmal vor etlichen Jahren hat's so bös gekracht, dass eine Frau ausgeschlossen wurde, aber die meiste Zeit finde ich es wunderbar intensiv, nährend und entspannend. Frauenkontakte sollen ziemlich gut sein für den Stressabbau habe ich neulich in einer Untersuchung gelesen.

Einige der Frauen im Kreis sind enger befreundet miteinander, und jede einzelne muss ich auch nicht lieben. Das passt schon.

Ich glaube, um mit anderen Frauen klar zu kommen, ist es gut, mit sich selber und dem eigenen Frausein rund zu sein.

Und seit ich meiner Mutter und meiner Schwester näher gekommen bin, klappt das andere auch besser, das war nämlich nicht immer so bei mir. Ich fand Frauen nämlich mal extrem doof, als ich noch ganz jung war, und mein eigenes Frausein auch.

Juansi

 
Am/um 7:15 PM , Blogger der Gauzibauz meinte...

Liebe Ingrid,
siehst,genau das ist der Grund für meine
viele-Frauen-auf-einem-Haufen-PHOBIE.

Aber grundsätzlich darf man alles sagen was wahr ist, vielleicht mit dem kleinen Hinweis:Für mich fühlt es sich so an....
Soviel müssten Frauen schon ertragen können, zumal sie beim Austeilen auch nicht zimperlich sind.

Die Familienfeste waren bei uns in der Herkunftsfamilie auch von Streit und
Herzweh geprägt.Teilweise kriegen wir das immer noch nicht hin.An meinem letzten Geburtstag hat mich meine Freundin,mit der ich 5! Jahre auf mein Betreiben keinen Kontakt hatte, besucht und es war wunderbar.Heisst das jetzt wenn man jemand von aussen dazu holt ist der Spass garantiert?
Bin bis jetzt noch zu keiner abschliessenden Meinung gekommen.
Wenn das zuträfe,müsst ihr euch halt jedes Jahr eine neue Frau dazu holen.
Grüsse

 
Am/um 8:49 PM , Blogger kvinna meinte...

Ich habe das ähnlich erlebt wie Juansi, bei mir hat es sich geändert durch die Geburt meiner Tochter, das mit der gelebten Weiblichkeit.

Mit dem eigenen Frausein zurecht kommen macht einen sicherlich tauglicher für Frauenräume.

Aber diese Unehrlichkeiten, das Unausgesprochene, das 'runtergeschluckt wird, damit die Oberfläche glatt bleibt, beschränkt sich doch gar nicht auf Frauen untereinander.

Ich könnt' aus dem Stand auch drei, vier Männer aufzählen, die danach verfahren und mit denen es mir dann so geht.

Ich versuch' immer, aus der Situation heraus zu entscheiden, wieviel Ehrlichkeit jetzt grade angebracht ist.

Das hängt dann ab von: meiner Tagesform, wieviel mir die Sache bedeutet und wie wichtig mir der Mensch ist, mit dem ich da drin hänge.

Doch, ich kneife oft, das gebe ich zu.

Leider meistens doch da, wo mir was wichtig ist.

 
Am/um 2:45 AM , Blogger Ursel meinte...

Liebe Ingrid,

alle Achtung und verlier' nicht den Mut.
Solche Freundschaften sind ja vielleicht auch nicht soo wichtig, wenn sie einem wegen Ehrlichkeit gekündigt werden..

Liebe Grüsse
aus nem Land, in dem das so ziemlich als unmöglich gilt um nicht zu sagen als Grobheit, ehrlich zu sein ;)

Ursel

 
Am/um 10:59 AM , Anonymous Anonym meinte...

Die Wahrheit zu sagen, ist mir in die Wiege gelegt worden. Meine Mutter betitelte mich mit " Feigling" und anderen meine Seele herausforderenden Worten, wenn ich nicht zu allem und jedem "fähig" war meine Meinung zu äußern, auch wenn ich gerade noch am Überlegen war. Als ich Erwachsen wurde war meine scharfe Zunge gefürchtet. Ich bemerkte aber schon in meinen 20igern dass etwas auszusprechen nicht unbedingt etwas verändert. Und ich wurde mir meiner eigenen Ungereimtheiten bewusst.
Seit ich es ohne Wutwallungen, oder nur mehr kleinen ertrage, dass jede ihre eigene Wahrheit hat, verändert sich mehr als vorher. Die Wahrheit hat nämlich die besondere Eigenschaft irgendwann an unberechenbarer Stelle ans Licht zu kommen. Und dann muß gar nicht soviel Kluges gesagt werden, sondern meistens nur noch getröstet. LG

 
Am/um 9:22 PM , Anonymous Anonym meinte...

Wer das Gute im Menschen sieht, fördert das Gute.
Und das Gute ist ebenso eine Wahrheit! Aber das wird meistens verschwiegen! es gibt tausend wundervolle Dinge die wir einem Freund, anderen Menschen oder unseren Mitmenschen sagen könnten. Statt dessen müssen wir unsere "Wahrheit" sagen, die meistens negativ ausfällt.

Wir sind viel zu viel defizitorientiert und sehen bei den anderen meistens unsere Schatten, was sie dann verletzt.
Warum können wir nicht wohlwollend und freundlich sein? Aus unserer Sicht sieht es so aus, als wenn die anderen unsere Wahrheit verbessern könnte. Statt desssen fördern wir Minderwertigkeitskomplexe und Streit.
Wer kann denn schon wirklich die Wahrheit sagen? Ich finde das Anmaßung!
Anstatt einfach so zu leben, wie es unsere Wahrheit will, müssen wir anderen unsere Wahrheit sagen.
Wir haben doch alle unsere Marotten und kritisiert werden wir von unseren Feinden.
Wenn wir schon unsere Wahrheit sagen müssen, dann doch mit Behutsamkeit. wir sind doch alle schon so oft verletzt worden!

 
Am/um 12:13 PM , Blogger kvinna meinte...

An der Frage, was Wahrheit denn nun eigentlich wirklich ist, scheiden sich seit Jahren die Geister. Nicht nur die philosophischen.

Für mich steht fest, dass ich sie da in Frage stellen muss, wo sie nichts bewirkt als beidseitiges Leid.

Diese Frage kann ich dann zu ihren Gunsten entscheiden, wenn das Leid, dass durch sie verursacht wird, ein produktives ist. Denn manchmal sind Schmerzen nötig.

Nicht nötig sind die Schmerzen, die durch das Verschweigen von Wahrheit verursacht werden.

Dabei versuche ich immer, im Hinterkopf zu behalten, dass meine Wahrheit nicht unbedingt die der andern ist.

Denn wo ich das nicht tue, fängt Fanatismus an.

 
Am/um 12:32 PM , Blogger Corriendo Mundo meinte...

Vor Fanatismus hast du mächtig Bammel, liebe Kvinna, oder?
Wahrheit gibt es nur radikal, mit oder ohne Schmerzen ist dabei ziemlich wurscht, alles andere ist Wischiwaschi - vermutlich nennst du sowas fanatisch. Liebe Grüße, Labbatú y ElCuervoAmigoRadicalismo

 
Am/um 8:13 AM , Blogger kvinna meinte...

Fanatismus, das ist wieder mal eine Definitionsfrage.

Ich halte gar nichts von Undifferenziertheit und Wischiwaschi.

Natürlich ist Wahrheit radikal. Aber sie muss Sinn machen.

Ich kann ganz schön penetrant werden, wenn mir die Wahrheit wichtig ist (und ich vielleicht ein bisschen das Augenmaß verliere dabei).

Oft genug passiert es mir dann, das andere diese Wahrheit gar nicht haben wollen, mich belächeln. "Die schon wieder!"

Jede Anstrengung über diesen Punkt hinaus bedeutet für mich, fanatisch zu sein.

Erkennen, wo die Wahrheit so wahr sein kann wie sie will, es aber sinnlos ist, sie vermitteln zu wollen, das ist doch die Kunst.

Weil die Menschen so sind, wie sie sind.

Ein bisschen wie Noah beim Bau seiner Arche.

Oh, mir fällt da grad' ein banales, aber anschauliches Beispiel ein:

In meiner Stadt gibt es ein schönes, großes Schwimmbad mit Sportbecken, Spaßabteilung und jeder Menge tropischen Pflanzen.

Die feuchte Wärme und die intakte Vegetation bringen es mit sich, dass sich dort Heimchen pudelwohl fühlen. Jede Menge. Manchmal krabbeln welche über den Fliesenboden.

Und dann kriegen die Schwimmmeister die Krise. Weil sie den Kammerjäger rufen müssen.

Sie wissen, dass das kein Ungeziefer ist, dass Heimchen harmlos sind und sehr schön singen. Eigentlich ganz nette Tiere.

Aber die Badegäste wissen das nicht und schreien "Iiihh! Kakerlaken!". Was das für einen Freizeitbetrieb mit Restaurant bedeutet, muss ich wohl nicht ausführen.

Mir tut's leid, aber wo die Wahrheit anbringen? Wem das erklären? Wie die Tiere retten?

Plakate aufhängen? Jeden ansprechen? Die Presse informieren? Eine Eingabe bei der Stadt machen?? Wäre das nicht fanatisch?

Ein ganz banales Beispiel, wie gesagt, aber die heikle Frage:"Wieviel ist mir die Wahrheit wert?" ist eine grundsätzliche.

 
Am/um 1:20 PM , Blogger Corriendo Mundo meinte...

Hola, Kvinna!
"Plakate aufhängen? Jeden ansprechen? Die Presse informieren? Eine Eingabe bei der Stadt machen?? Wäre das nicht fanatisch?"
Nein, es wäre nicht fanatisch, sondern ein gesunder Menschenverstand, der handelt. Aber die Angst davor, uns bei anderen Menschen zu blamieren, hält uns ab. Dem Mainstream sind irgendwelche Heimchen nun mal scheißegal und du würdest vermutlich in deiner Umgebung als schräg oder ballaballa gelten.

Die Wahrheit ist immer die eigene und es gilt, die eigene Wahrheit zu leben, nicht die der anderen. So wie Stelas Freundin Susi zum Beispiel. Oder wie Jesus damals.
Das kann schon mal was kosten, möglicherweise auch den Kopf bzw. alles, was da an gelernten Inhalten drin steckt. In der Regel gibt es Wahrheit nicht für billig und meistens kostet sie ALLES. Alles, was du bisher für wahr hieltst.
Wenn ich mich frage, wieviel mir die Wahrheit wert ist und die Antwort nicht ALLES lautet, kann ich die Wahrheit nicht leben.
Andere von der eigenen Wahrheit überzeugen zu wollen, lohnt nicht der vergeblichen Mühe. Sie werden von selbst drauf kommen.
Meistens ist das, was als Wahrheit bezeichnet wird, nur der Verstand, der seine Ideen und Vorstellungen im Außen realisiert und bestätigt wissen möchte. Und genau das meine ich sicher nicht mit Wahrheit. Ich meine tatsächlich das Mysterium selbst - DAS, was ich wirklich bin, nicht diese eine Menschenfigur hier unter 6 Billionen anderen, die sich so wichtig nimmt - oder so.... eben nur Worte, die es nicht treffen. Gerade alles gebend, Labbatú y ElCuervo

 
Am/um 5:22 PM , Blogger kvinna meinte...

Nein, ich habe nicht sosehr Angst, wegen meiner Wahrheit mein Gesicht zu verlieren, für schräg gehalten zu werden. DARAN bin ich eigentlich gewöhnt.

Nur, wenn ich mich für die Heimchen einsetzen tät', müsst' ich den gleichen Maßstab an SO VIELE andere Dinge anlegen, das von mir selbst nix mehr übrig bliebe.

Bei allem, was in meinen Augen dem gesunden Menschenverstand zuwiderläuft, angemessen einzugreifen, ist eine Aufgabe, deren Zeitrahmen meine Lebenserwartung übersteigt.

Natürlich kann ich mich darüber aufregen, dass immer dieselben Eltern sich für den Kindergarten aufreiben und es immer dieselben sind, denen die Belange dieser Einrichtung am A... vorbeigehen. Kann ich. Deswegen wird sich aber nix ändern.

So! Das sind natürlich alles irdische Wahrheiten. Aber liegen die mystischen nicht direkt dahinter?

 

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