
Ein paar Gedanken zu den Schulen in Deutschland. Habe auf dem Sender Phoenix einen interessanten Beitrag gesehen. Es gibt natürlich Menschen, die sich darüber Gedanken machen und sehr schlaue Lösungen haben. Es wurden verschiedene Schulen vorgestellt. Was ich im Kern behalten habe, ist, dass es den "neuen" Schulen um das einzelne Kind geht, was es kann, was es lernen möchte. Dadurch entsteht auch automatisch eine starke Gemeinschaft. Die Pädagogen sagen, in herkömmlichen Klassen wird der Lehrplan höchstens 2-3 Kindern gerecht. Jedes Kind ist anders, hat einen anderen Wissenstand bei der Einschulung, ein anderes Lernthempo, andere Stärken, andere Schwächen. Es gibt gut ausgebildete, experimentierfreudige Pädagogen, die Methoden gefunden haben, Kindern individuelle Lernmöglichkeiten zu geben. Nicht nur für Eliteschüler, nicht nur in besonderen Internaten.

Die Methode, Lehrer vorne, alle hören zu, ist ja total veraltet und mittlerweile unbrauchbar. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es bereits andere Ansätze. War natürlich nichts für die Zeit die da kam, in den 60er Jahren gab es wieder vereinzelte Experimente. Heute ist es eine Notwendigkeit geworden. Dass sich Schüler mit Gewalt gegen das System und ihre Vertreter, die Lehrer wenden, ist nicht nur hirnlose Zerstörungswut unterprivilegierter agressiver Subjekte, sondern ein Auflehnen gegen eine überkommene Struktur, die für niemanden mehr etwas zu bieten hat.

Würde von Anfang an ein Kind ernst genommen in seiner eigenen Art, würde Freude am Lernen vermittelt, würde keine Gewalt ausbrechen. In der Sendung war auch ein Beispiel einer Schule an einem sogenannten sozialen Brennpunkt. Da läuft es prima mit anderen Methoden, die Schule schnitt auch als eine der Besten in der Pisa-Studie ab.

Viele meinen, in anderen Schulen würden die Kinder nicht fit genug für den Kampf als Erwachsene gemacht. Kinder sind die Zukunft, werden Sie auf miesen Konkurrenzkampt und auswendiglernen erzogen, wird die Zukunft so strukturiert. Neue Schulen fördern Individualitäit, Eigenverantwortung, Verantwortung für andere, Experimentierfreudigkeit.

Außerhalb der Schulen verändert die Technik unser Leben rasant. Auch die Technik ist nur ein Abbild unserer eigenen rasanten Bewusstseinsentwicklung. Wir lernen schneller und mehr als früher. Und in den Schulen? Wie noch vor 100 Jahren, das kann nicht gut gehen.

Die Tochter einer Freundin hat sich letzte Woche eine Gehirnerschütterung in der Schule zugezogen. Sie ist in der ersten Klasse. Ich dachte gleich: älterer, brutaler Schüler. Nichts dergleichen. Es passierte beim Brennballspielen. Sie ist mit einem andern Jungen bei dem Spiel zusammengeknallt. Also so lange an unseren Schulen im ersten Schuljahr noch Brennball gespielt wird, brauch mir kein Mensch mehr mit Gejammer über gewaltätige Jugendliche kommen. Woher sollen sie es denn lernen?

Zum letzten Eintrag: interessant sind die Interpretationen der Fotos. Es ist schön, und so gesehen eigentlich völlig unwesentlich, was die Fotos aus meiner Sicht zeigen, wo sie "wirklich" entstanden sind. Ich finde die Wirklichkeit wichtiger, die sie beim Betrachten auslösen. Meine ist da nicht die Richtige und alle anderen falsch, sondern meine ist nur eine von vielen möglichen.