Wieder mal Gedanken zu Sex. Die Insel macht mich noch irre. Da sie ja eigentlich eine mystische Toteninsel ist, könnt ihr euch ja vorstellen, es bleibt einem nichts erspart, das Fleisch fällt von den Knochen, auch der versteckteste Winkel in der Seele wird beleuchtet.
In meinem Kopf habe ich aber mal endlich rund, warum ich 5 Jahre keinen Sex mit anderen Personen hatte. Ich hab Wahrheiten gesehen und gehört, und bin echt durch die Hölle gegangen dieses Wochenende. Aber es hat sich wie immer gelohnt, durch die Unterwelt zu gehen. Ich weiß mal warum ich dauernd am Suchen bin und nicht Finden kann. Weil ich es selber bis heut früh um 4 nicht klar hatte.
Mein Mann wollte nie Sex mit mir. Einmal richtig am Anfang, dann sagte er komische Sachen, wie Seele verlieren, die ich nicht verstand, und das wars dann. Das zog mich absolut runter, ich fühlte mich total häßlich unattraktiv, ganz furchtbar. Es war zum Verzweifeln ehrlich. Jahre später wieder ein Schlüsselerlebnis: er hatte eine Freundin, die ihn liebte, aber er sie nicht. Mit der hatte er Sex ohne Ende. Er drückte mit Sex seine Verachtung gegenüber ihr aus. Ich war fassungslos. Ich verstand endlich. Aber es half mir nichts. Nur ein abenteuerlicher Ausflug in die männliche Psyche. Ein anderer Ausflug in die männliche Psyche zeigte mir, dass sie sich im Grunde ihres Herzens wie die letzten Looser fühlen. Deswegen verachten sie jede Frau, die sich mit ihnen einlässt. Selbsthass.
Wut und Verachtung. Andere Seite: ich schlief mit Männern, die voll abgefahren sind und garnicht merkten, dass ich Zeitung lese. Wie kann sowas passieren? Warum ist genau die Beschäftigung, die größtmögliche Nähe zwischen zwei Menschen erzeugt, so überlagert von gegenseitiger Verachtung und Ignoranz? Das ist genau der Punkt, an dem ich aufgehört habe, Sex mit anderen zu haben. Ich tu mir das doch nicht an, bin ich narrisch? Das ist eine energetische total-Katastrophe.
Wie ich mir das vorstelle? Jeder Mensch ist sein eigenes Universum. Ein riesiges, eigenes wunderbares Universum. Wenn ich jemanden kennenlerne, begegne, passiert es (selten, aber es passiert), dass ich eine Verbindung spüre, es ist wie ein Strahl der ins Herz geht. Oft sind solche Menschen gute Freunde geworden, Seelenverwandte. Davon gibt es mehrere, nicht nur einen. Und ein Schritt weiter in die Nähe eines solchen Menschen, ist es mit ihm/ihr Sex zu haben. Begegnung auf Augenhöhe. Fallen lassen. Stark sein können. Schwäche zeigen können. Den anderen dominieren bis er loslässt, totale Hingabe zulässt, wieder auffangen, Rollen tauschen. Lachen, weinen, trösten, ineinander versinken. Wellen erzeugen, den anderen Körper entdecken, den eigenen Körper neu entdecken. Botschaften hervorrufen lassen. Universen vermischen, ineinander explodieren lassen. Den anderen WIRKLICH ran lassen. Zwei Universen begegnen sich und verschmelzen miteinander in totaler Offenheit und Extase. Danach: lösen, trennen, aus eins wird wieder zwei. Das ist der Punkt, wo ich immer etwas Probleme hab. Aber ganz, ganz wichtig. Den anderen in Würde gehen lassen. Selber in Würde gehen. Nicht heiraten!!! Keine Socken waschen!!! Nicht klammern!!! Aber sich auch nicht wegschupsen lassen und den anderen wegschupsen müssen, um die Verschmelzung wieder aufzulösen. Soviel Nähe und Offenheit macht verletzlich, und das muss gewürdigt werden. Nach der Reise landet das Raumschiff. Auseinandergehen nach einer sagenhaften Entdeckungsreise. Den anderen und sich in Ehren halten. Integrität gewährleisten, Achtung ausdrücken.
Das ist komplett die einzige Form, die in mein Sein passt. In meiner Welt sind Männer einfach Vielfach-Befruchter. Einsperren macht unglücklich. In meiner Welt sind Frauen Jägerinnen. Für sie wäre zur Kinderaufzucht ehr ein Rudelleben angesagt, als ein armes Würstchen zum Geldverdienen zu schicken. Das ist eine total freie Existenzform. Meine Problematik liegt da immer im loslassen. Ich will selber frei sein, muss frei sein. Mir wäre es aber lieber, ein Mann wär mir so total verfallen, dass er keine andere Frau anschaut. Das ist schwarz, utopisch, geht garnicht. Ich bin mir auch sicher er wäre im Grunde lächerlich für mich wenns so weit wäre. Das ist meine Schwäche, mein Aua, mein Schmerzpunkt, der auch daher kommt, weil ich noch keine Trennung der zwei Universen (wenns denn überhaupt zur wirklichen Verschmelzung kam) in Würde erlebt hab, immer nur böse wegkicken. Auch als Täterin.
Ja jedenfalls weiß ich jetzt genau, was mit mir los ist. Was ich will, wie ich mir das vorstelle. Und wenns noch 5 Jahre dauerd oder nie passiert. Alles andere ist Schwachsinn, da mach ichs mir lieber selber. Eigenes Raumschiff un so.
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