Montag, Oktober 23, 2006

begegnungen



Bin wieder zuhause. So richtig. Heute nachmittag war ich in meinem Lieblingswald. es ist alles wunderbar. die Düfte, die Geräusche, der Blick, die Farben. Ich haben einen Platz gefunden, an dem ich noch niemals war. Es war wirklich wundervoll.



In Berlin traf ich alte Freunde. Das ist wirklich schön, Menschen zu treffen, die man schon lange kennt. Interessant, wie die Wege gehen, was bleibt, was sich ändert. Wie Menschen ihr Leben leben.



Einer dieser "alten Freunde" ist meine große Liebe. Die erste Liebe, nicht die einzige. Aber es gab niemals mehr etwas vergleichbares. Wir hatten keine "richtige" Beziehung, niemals. Wir hatten Sex. Und wir liebten uns. Aber keiner sagte das dem anderen. Jahre später erst. Ich blieb bei einem anderen Mann und heiratete ihn. Für ihn empfand ich bei weitem nicht so stark. Aber er liebte mich sehr. Das erschien mir sicherer. Komisch. Wie sieht das heute aus? Was habe ich für Gefühle? Es ist eine Art Verbundenheit. Sie ist so stark, dass ich vermute, wir haben uns schon in anderen Leben getroffen und werden es im nächsten wieder tun.



Im Moment? Verkörpere ich einen geistigen Bereich, den er nicht zu betreten bereit ist. Und er einen, den ich nicht betreten will? Vielleicht irgendwann, irgendwo anderes. Ich merke auch, dass ich über eine 2er-Beziehung hinaus bin. Ich möchte mit niemanden mehr in einer Wohnung leben, mein Leben teilen.



Einige Fragen haben sich gelöst. Vor allem die: bin ich allein, weil ich verletzt bin? Weil ich Angst habe, mich einzulassen und wieder verletzt zu werden? Ich denke, es ist was anders. Ich bin es. Ich war schon immer so. Einzelgängerin. Ich ließ mich aus Angst auf Beziehungen ein. Umgekehrt wars. Ich hatte Angst, auf eigenen Füßen zu stehen, ich hatte Angst allein zu sein, ich hatte Angst, wertlos zu sein.



Liebe hat nichts damit zu tun, ob ich mein tägliches Leben teile. Liebe heißt für mich, das gesamte Potential eines andern Menschen spüren, sehen zu können. Deswegen hab ich mich immer verliebt. Und deswegen bin ich auch immer verzweifelt. Weil Menschen ihr gesamtes Potential nicht leben, ich natürlich auch nicht. Oft nicht mal einen kleinen Teil davon. Das ist traurig. Und das machte meine Beziehungen so schwierig und kaputt. Ich kann das nämlich nicht unterscheiden. Und als ich einem Mann näher kam, mit ihm lebte, war ich immer furchtbar enttäuscht.



Natürlich habe ich auch mein vollständiges Potential nicht gelebt. Vielleicht ist es das, was gemeint ist mit: jeder hat den Partner, der im Augenblick am Besten zu ihm passt. Dass Schnittpunkte existieren. Etwas kann einer besser, etwas der andere. Eine Sequenz zum Lernen, zum Lösen, zum Vorankommen. Diese Liebe war für mich immer ein Experiment, dass es auch anders sein kann. Einen viel größeren Rahmen haben kann. In den auch andere Personen ohne weiteres reinpassen. Andere Partner, andere Familien, anderes Lebensumfeld.



Das ist es, was ich mir im Ideal vorstelle, was ich theoretisiere, worauf ich hinaus will. Ich sehe, dass es möglich sein könnte. Neben meiner Tantengesellschaft-Theorie, die Liebesbeziehungs-Cross-Over-Theorie. Flexible Begegnungen mit dynamischen Lernmodulen. Dazu müsste ich aber noch viel offener werden, in dem was ich sage. Ich sollte viel direkter sagen, was ich denke. Ich werde das mal genauer beschreiben alles. Weil da gehört mehr dazu, als sich einfach mal zu treffen, wann man Lust hat, und einen dritten im Regen stehen zu lassen. Das ist es ganz und garnicht, was ich meine. Ich sehe das ein paar ein Level höher.



Freitag, Oktober 13, 2006

profil



Freitag der 13., Hexenfeiertag. Mein letzter Arbeitstag hier auf Mallorca. Am Sonntag gehts erstmal 3 Tage nach Berlin und dann heim! Ich, ganz konsumsüchtig, habe schon eine Menge Päckchen bei Amazon bestellt, die auf mich warten. Statt Mann und Kind oder so.



Habe auch ein tatsächliche Profilneurose. Hab hier viel über Web 2.0 und Communities (und Blogs...) recheriert. Deswegen hab ich mich auch in diversen Communities angemeldet. Ich stolpere ja schon immer über die Angaben zum Profil. Diese ganze Selbstdarstellungs-chose. Ich kann das immer nicht rüberbringen, das wirkt so langweilig bei mir. Da gibt es totale MeisterInnen im Profilschreiben.



Denke darüber nach. Wie gut kann ich mich verkaufen? Es gibt ja mehrere Varianten sich darzustellen. Variante 1: du kennst dich gut und schätzt dich auch und kannst dich locker, wie von außen betrachtet präsentieren. Variante 2: du kennst dich nicht, bist aber gut darin, dir ein Image zuzulegen. Du sammelst "coole" Eigenschaften und kreierst dir ein Profil. Variante 3: du gerätst ins Stottern und hast keine Ahnung, was du schreiben sollst. Da gibts 3a) weil die dich unterschätzt und langweilig findest und 3b) weil du deine Wirkung nach außen nicht definieren und abschätzen kannst.



Das ist auch alles so pubertär, damit hab ich mich damals schon auseinandergesetzt. Nun tue ichs nochmal digital. Ich finds toll, wenn mans so kann, dass es nicht übertrieben wirkt oder gekünstelt. Nettes Beispiel: die Else Buschheuer, 12.10.06 persönlichkeitsprofil einer frau mit glasscherbe im fuß



Freitag, Oktober 06, 2006

lotto



Das Lottofieber steigt, ganz Deutschland spielt mit, ihr auch? Ich jedenfalls auch, schon die 3. Woche. Letzte Woche hatte ich sogar 3 Richtige!! Immerhin. Der Gedanke an den Lottogewinn lenkt ja ganz schön vom normalen Leben ab. Wie wirkt sich das massenpsychologisch aus? Oder umgekehrt? Was geht kollektiv in unseren Köpfen vor, wenn eine ganze Nation eine Situation kreiert, in der jedeR über absuloten Reichtum nachdenkt?



Klassiker: Geld macht nicht glücklich. Glaub kein Mensch. Zweiter Klassiker: Alle bisherigen Lottogewinner haben nach ein paar Jahren nichts mehr von ihrem Geld, ja es geht ihnen schlechter als jemals zuvor. Glaubt auch keineR.



Also Gedanken um den möglichen Gewinn. Wem gebe ich was ab und wieviel? Familie, klar. Meine Oma fragen, was sie will. Weiß ich jetzt schon. Dass ich sie besuche und mit ihr Karten spiele.



Was mach ich dann überhaupt mit 39 Millionen? Ich bin zum Schluss gekommen, dass ich garnichts machen kann, wegen meiner Mitze. Ich kann nicht aus meiner Wohnung ausziehen, weil sich immer meine Nachbarin so nett um die Mitze kümmert, wenn ich nicht da bin. Wenn ich umziehe, kann ich nicht mal mehr verreisen. Meine Wohnung kann ich auch nicht renovieren, weil sich das nicht lohnt. Sie gehört mir nicht und ist mir eh zu hellhörig. Kann ich also schon mal knicken, das mit der Villa. Oder den Apartments in den mir wichtigsten Großstädten der Welt (New York, Rom, Paris, Berlin, Shanghai, Dubai, Moskau...). Oder die Idee mit dem Führerschein und dem großen Wohnmobil und dem Zigeunerleben. Alles Essig wegen Mitze.



Arbeiten aufhören? Hm. Ist schon blöd, das Aufstehen in der Frühe. Ich hab das hin- und herüberlegt. Wo zieht es mich hin? Doch wieder ins Internet. Das macht mir wirklich Freude. Also irgendetwas mit Internet, dass mir Freude macht... Nur für den Papierkorb arbeiten ist das nicht. Ich habe festgestellt, je mehr ich mich für ein Thema interessiere, desto umfassender und leichter beschaffbarer sind Informationen die mir dazu regelrecht zufliegen. Das allein fasziniert mich schon. Das sind die Momente, in denen ich in der Arbeit am glücklichsten bin. Wenn ich irgendwas rausfinde, was ich bisher nicht wusste. Und wenn das, was ich rausfinde, wirklich genial ist und mir hilft alles besser zu verstehen und ich eine bessere Grundlage habe, zielorientiert zu handeln. Wenn ich schon dran denke, geht merklich die Post ab. Und die ganzen Leute in der Arbeit! Die hab ich alle voll lieb.



Was ich wirklich gerne hätte, wäre einfach keinen Gedanken an Geld verschwenden zu müssen. Ich will da und dahin reisen? Ok, Geld ist da. Ich will ein neues Buch, einen Pullover, Essen gehen. Das will ich mal machen ohne gleich in meinem Budget zu sehen, dass ich mich dafür dann den Rest vom Monat finanziell echt zusammenreißen muss. Das ist ein wirklicher Wunsch. Ich würd die 39 Millionen einfach auf meinem Girokonto lassen, in meiner Wohnung bleiben und weiter arbeiten gehen. Aber nur noch Spätschicht.



Montag, Oktober 02, 2006

noch zwei wochen



Habe heute eine Affirmation gelesen, zufällig, auf der Webseite einer Frau, die auf Mallorca Seminare anbietet. Sie lautet: Alles befindet sich in diesem Moment in göttlicher und perfekter Ordnung. Ich vertraue in meinen Lebensplan. Schön gesagt.



Das hilft echt bei meiner ständigen Nachdenkerei, was ich besser machen könnte, was ich versäumt habe zu tun oder bei der Angst, mein ganzes Lebensgebäude könnte mit einem Mal zusammenstürzen.



Das sind zum Teil meine Gedanken, aber nicht immer fortwährend. Es ist denke ich auch so ein Trick, um in die Gänge zu kommen, etwas zu, wieder einen Schritt weiter zu gehen.



Heute Nacht im Traum habe ich die Palma-Phase in einen großen Schrankkoffer gepackt. Irgendetwas hat sich in mir geändert. Im Traum ging es darum, das zu bewahren. Was es ist, kann ich jetzt nicht mehr sagen.



Ich werde noch bis zum 15.10. hier bleiben. Es ist schon wirklich schön hier, vor allem auch immer noch in dünnen Blusen und mit Flipp-Flopps rumzulaufen. Das ist echt schön.