Freitag, Dezember 29, 2006

auflösung



In den Raunächten alles abgeschält. Das Ego löst sich auf, es bleibt das Nichts der Nullraum. Der Körper nicht mehr spürbar als das, was er war, er dehnt sich aus im Raum. Fühlt sich anders an.



Der Geist will sich festlegen, er strebt danach. Aber auf was, können wir wählen. Der Geist kann nur sich selbst beschränken. Er erforscht, zu was er Lust hat. Lösen der Familiengeschichte, lösen der kollektiven Prägung, lösen der DNS Programmierung. Was ist dann? Wo bin ich? Wer bin ich?











Dienstag, Dezember 19, 2006

global



Gabi hat mir angekündigt, dass sie mir zu Weihnachten ein Buch schenkt, in dem es um die Angst vor Autonomie bei Männern und Frauen geht. Da bin ich schon sehr gespannt. So hab ich ja auch mein kleben in Beziehungen erlebt, dass ich den Schritt zur Trennung nicht wagte, weil ich abhängig war und mir keine Selbstständigkeit zutraute, Angst davor hatte, ich wäre nicht fähig für mich selber zu sorgen.



Mal globaler geschrieben, komme ich immer wieder auf mein Tanten-Gesellschafts-Modell zurück. Was heißt "mein", eigentlich hat Angelika diesen Titel in mein Leben gebracht. Fakt ist doch, das herkömmliche Familienmodell wird rissig. Frauenzeitschriften sind voll davon, wie frau eine Beziehung aufrecht halten kann. Viel Glück und Unglück ist daran gekoppelt. Staatlich wird das Modell auch ziemlich gut finanziert. Eine Oma wie ich zahlt genauso viel Steuern wie ein junger Mann, der noch bei Mutti wohnt. Meine Freundin, nicht verheiratet, 3 Kinder, bekäme grad mal 40 Euro mehr, wenn sie den exakt gleichen Brutto-Lohn hätte wie ich. Gewinner ist jemand, der verheiratet ist, und dessen Partner nicht arbeitet. Er/Sie hätte 3-400 Euro mehr bei gleichem Brutto (ohne Kinder!!). Die Haltung von Hausarbeits-SklavInnen wird also deutlich begünstigt. Nichts neues, ich weiß. Des ist doch unwürdig, oder nicht??



Das stammt doch wohl offensichtlich noch aus der Zeit, als sich Männer Hausfrauen hielten. Das ist auch eine Angst vor Autonomie. Die Angst ohne Mutti zu leben.

Was ich gut verstehe, ist, dass es schwieriger wird, eine Beziehung zu verlasssen, wenn Kinder da sind. Meistens ist es ja so, die Beziehungen sind nicht die reine Hölle, es geht auf und ab. Frau hat Vor- und Nachteile. Mit Kindern wirds ja schwierig, mit dem Arbeiten gehen so allein. Zweite Schwierigkeit, wenn die Kinder aus dem Haus sind: meistens haben sich Ehepaare ein kleines Vermögen geschaffen, ein Häuschen gebaut und Abbezahlt. Einer der Partner hat wegen der Kinder auf Karriere verzichtet und arbeitet eventuell nur Teilzeit. Die Vermögenstrennung wird schwierig, der Monatslohn reicht nicht für ein schönes Leben.



Das sind doch Probleme, die sich aus dem staatlich-gesellschaftlich vorgegebenen Modell ergeben. Frauen leiden darunter, weil sie sich unfrei fühlen und suchen meist die Schuld bei sich. Ich schreib hier das hundertausendste Feministische Manifest glaub ich. Das ist ja alles klar.



In einer Tantengesellschaft wäre die Kinderbetreuung nicht mehr in Händen von einem Paar. Es würden sich größere Zellen bilden. Daran unbeteiligte wären dann automatisch in der höchsten Steuerklasse und würden dadurch die Gemeinschaften finanzieren. (Ich weiß, es klingt ein wenig naiv, angesichts dessen, was tatsächlich mit unseren Steuern geschieht.) Ich sehe da schon einen deutlichen Zusammenhang, dass sich immer mehr Frauen zu einer gewandelten Matriarchatstruktur hingezogen fühlen. So was kommt nicht ohne Grund in der kollektiven Seele auf. Die Kleinfamilie ist ein Auslaufmodell. Das Festhalten daran verursacht Leid.



Frauen wollen ausbrechen, und die mögliche Alternative ist momentan, gar keine Kinder zu bekommen. Weil Kinder zu bekommen in unserer Gesellschaft zum größten Teil Abhängigkeit oder Armut bedeutet.



Zu dem Fall von Frauen, deren Kinder schon aus dem Haus sind, aber deren Vermögen "eingefroren" ist hab ich kürzlich was nettes gelesen, von Frauen, die sich kleine Wohnungen mieten, die sie als Rückzug nutzen um so beides zu haben, Freiraum und Beziehung. Wär auch eine Idee.



Sonntag, Dezember 10, 2006

zusammen



Am Samstag, bei den Weihnachtseinkäufen, habe ich ein sensationelles Buch entdeckt. Für mich wieder mal genau das richtige Buch zur richtigen Zeit. Ursula Walser-Biffiger "Vom schöpferischen Umgang mit Orten der Kraft" Ein Praxisbuch mit Übungen und Ritualen

Ein kleiner Auszug:
Seite 73
"Visionäre Bilder, neue Einsichten und Perspektiven, Lebenszusammenhänge. Um diese zu erhalten, führen die Schamanen und Weisen Frauen seit Jahrtausenden an Kraftorten willentlich Trancezustände herbei, um dort, wo Raum und Zeit in der Unendlichkeit verschmelzen, Verbindungen zu erfassen, die in der Alltagswelt nicht sichtbar sind, um Informationen, Erkenntnisse und Hilfe zu erhalten. Um zu erkennen, weilche Kräfte in einer bestimmten Situation am Werk sind.
Derartige Erfahrungen sind jedoch kaum zu etwas nütze, wenn sie keine Auswirkungen auf den gewohnten Alltag haben. Visionserlebnisse sollen uns kräftigen, beschützen und uns gesund werden lassen an Leib und Seele. Sie helfen uns, den Kreislauf von Leben und Tod zu begreifen, die Macht des Augenblicks zu erfassen, das Eingewobensein in ein größeres Ganzes und die Möglichkeit der Mitschöpfung aus einem Feld universeller Schöpfungskraft. Sie helfen, das eigene Leben neu zu entdecken, zu wandeln - hin zu mehr Verbundenheit mit den Kräften der Natur und des Universums, mit der Aufgabe, die sich unsere Seele stellt und den täglichen Anforderungen, die und der Alltag bringt.
Das ist es, wozu die zeitgemäße Form eines lebendigen Schamanismus auch heute führt. In den letzten Jahren ist viel darüber geschrieben worden, .....
Etwas wichtiges sei hier erwähnt: Ein wesentliches Kennzeichen des schamanischen Bewusstseinszustandes ist, dass man hierbei bei vollkommen klarem Verstand ist und zu jeder Zeit bestimmt und gezielt handeln kann. Auch lässt sich der Zustand jederzeit willentlich beenden.
Reisende in die andere Wirklichkeit eines Ortes werden also ihre schamanischen Fähigkeiten trainieren müssen. Einen Anfang können die hier vorgestellten Übungen machen. Sie sind derart angelegt, dass sie sanft in den schamanischen Bewusstseinszustand führen und sicher wieder zurück in den gewohnten Alltag. In einen Alltag jedoch, von dem wir zunehmend erfahren, dass er alle Möglichkeiten in sich birgt, sich zu verändern und sich verwandeln zu lassen."



Sonst war ich heute seit langem mal wieder richtig draußen und hab Fotos gemacht, habe meinen persönlichen Kraftort aufgesucht. War ja auf einer Reise in meine inneren Keller. Bin immer noch ein wenig verwirrt. Merke, dass ich sexuell gesehen eigentlich noch unsicherer bin, als mit 16. Da wars einfach klar, ich nahm die Pille und ich schlief mit jedem, der mir gefiel. Mittlerweile habe ich die intensivsten Erlebnisse orgiastischer Art entweder, wenn ich es mir selber mache oder wenn ich ein Lied höre, von der Sonne berührt werde und einen Vogelschwarm sehe. Oder so ähnliche Sachen.

Ich versuche mich irgendwie zu erklären, dass ich tiefe Beziehungen sehr schätze, aber überhaupt nichts für 2-er Beziehungen übrig habe. Ich meine jetzt Zusammenleben mit einem Mann. Geht garnicht. Ich habe alles auf Multi-Personen-Modus angelegt. Und großen Raum zum Eremitinnen Dasein.



Das mit dem nicht-geliebt werden war doch klar eine Illusion von mir. Ein kindliches Missverständnis. Die Erwachsenen waren einfach unfähig, ich glaubte aber, es ist so, weil ich es nicht wert bin, weil ich nicht liebenswert bin. Typische Kinderreaktion. Solches bildet psychische Muster und diese wollen sich im Außen verwirklichen. Deswegen: eine Kette von "nicht geliebt werden". Und wenn doch, dann totale Blindheit dem gegenüber, der mich liebte. Weils ja nicht sein kann. Weil es in meinem Bewusstsein nicht existierte.



Der Wunsch mit der Rückmeldung hat damit zu tun: ich will ja keine 2-er Beziehung mehr mit zusammen wohnen. Aber wenn ich mich doch so wahnsinnig zu einem Mann (oder einer Frau) hingezogen fühlen würde, möchte ich ja doch ganz gerne von ihm/ihr wissen, wie er/sie denn so für mich fühlt. Wenn bei dem anderen kein entsprechendes Gefühl existiert, lasse ich mich darauf nicht ein. Auf keinen Fall, weil das ein totales Ungleichgewicht ist. In dem Fall, dass dann jemand mit mir leben will, ohne dass er/sie mich liebt, ist das schlichtweg einfach ausnutzen meiner Gefühle. Total unmöglich dabei glücklich zu werden. Immer jemanden um sich haben, wo ich hoffe und Sehnsucht habe usw? In so einem Fall gehört Klartext. Nein, ich liebe dich nicht. Ich werde nicht mein Leben mit dir teilen, tut mir leid.

Oder, was ich am liebsten höre: ja, ich liebe dich. Und deshalb weiß ich, du musst frei sein.



Donnerstag, Dezember 07, 2006

abgeben

Aufgewühlt und durchgeschüttelt ich sags euch. Völlig seltsam an der ganzen Geschichte ist, dass es um mehr ging als um die Zeit damals und wie es weiter geht. Also es ging nicht nur um das was zwischen uns ist, es ging auch um einen total zentralen Schmerz den ich so wunderhübsch spüren konnte und schon ewig habe, ich lies ihn los und gab ihn der Erde zum Verwandeln. (Für die AstrologInnen unter uns: Wir haben momentan eine Pluto-Venus Konjunktion)



Die Vergangenheit, gespürt und die Essenz verstanden, zwei sensible Seelen, schon kräftig verwundet vom Leben, halbe Kinder, erleben intensivste Glückseligkeit, Sexualität, Verbundenheit, verwundert über die Kraft und sprachlos.

Seine Beziehung im Jetzt, sie, ich kenn sie noch länger als ihn, seit ich 10 Jahre alt bin, am Anfang ihrer Beziehung dachte ich nur, wenn er ihr weh tut, haue ich ihm eine rein. Sie ist eine wundervolle Frau.

Spüre einen Schmerz, dass sie so eine Beziehung haben und ich nicht, den ich gar nicht spüren will. Ich weiß, wo der herkommt, eine verbitterte Linie, eine alte, treue Blindheit, eine innerliche Überzeugung, ich bin Verlierer, keiner liebt mich. Aber Schmerz ist Schmerz. Ich amüsiere mich, weil ich sehe, wo ich das hinsteuern würde, wenn ich könnte, ich würde ihn verschlingen und ausspucken, willenlos, mir verfallen, ich wäre eiskalte Siegerin und würde beide in ihren Trümmern stehen lassen. So damisch ist natürlich kein Mensch. Beobachte mich nur dabei, warum ich sowas fühle, wundere mich, vor allem auch weil es ja überhaupt nicht meine Absicht ist, mit jemanden zusammen zu leben, aber ich weiß wo es herkommt.



Die Gegenwart, er versteht etwas von Frauen, Kunst, Arabien und noch einer Menge anderer, schöner Dinge. Das gefällt mir. Alles sehr transzendent. Ich sage ihm, wir sollten uns jedes Jahr eine Woche sehen. Meine das auch so. Er erzählt mir von allen Frauen, die geliebt hat, und wie das so war. Wenig glückliche Geschichten, Schmerz. Auch tiefe, schöne Verbindungen, der Frau, mit der er jetzt zusammen ist und einer anderen, die ich auch schon sehr lange kenne und selber ganz wahnsinnig liebe.

Der wirkliche Schmerz, ich rede und rede, kann endlich alles sagen, was ich denke, sensationell, keine Angst mehr. Acht nüchterne Jahre, Trancereisen und Yoga und schon gehts (haha). Es tut was weh, es tut was weh. Ich spüre eine indifferente Wolke zuerst. Im Reden komme ich ran, die Verantwortung, die Selbst-Verantwortung. Der Kern, mein Weg. Ein roter Faden in meinem Leben. Ich bin Kind und die Erwachsenen versagen darin, Verantwortung für mich zu übernehmen, mich zu halten, mich zu schützen. Die es tun, sterben. Ich werde Älter. Er, meine große Liebe, sagt mir nie, was er fühlt, ich bin mir sicher, er liebt mich nicht. Ich heirate und bekomme ein Kind. Mein Mann fängt mich nicht auf, er bürdet mir noch mehr auf, verletzt mich, nimmt mir meine einzige Vertraute und hat eine Verhältnis mit ihr. Ich weine ein Jahr jeden Tag. Der beste Freund, der der mich am besten von allen Menschen dieser Welt verstanden hat, trösten konnte, stirbt. Andere Beziehungen, immer bin ich die Starke, werde nicht gehalten, nicht getröstet, werde radikal mit in den Sumpf gezogen. Am Ende verlasse ich den Sumpf, allein, ohne Hilfe, ohne Trost. Spüre meine Kraft, werde stärker und stärker. Bin mir selbst Trost und Halt. Aber sie war noch da, die tiefe Traurigkeit. Das Gedankenkonstrukt, der Glaubenssatz, meine Schlussfolgerung: Ich werde nicht geliebt. Ich spüre den Schmerz, lasse ihn da, würdige ihn, betrauere ihn, lasse ihn los, in die Erde sinken, spüre die Anwesenheit von wohlwollender Energie, meinen Helferwesen.



Eine gefährliche mentale Konstruktion. Solche inneren Konstrukte manifestieren sich geduldig in der Außenwelt. Ich lebe Beziehungen, die mir diesen Glaubensatz beweisen. Er festigt sich. Ich fühle mich immer machtloser. Ich frage mich: warum liebt mich niemand? Und so weiter und so fort. Ich lasse das los, geb es ab an Kräfte, die größer sind, als ich selbst, lasse wandeln. Warte ab, welche feinen Verschiebungen sich entwickeln werden.

Sonntag, Dezember 03, 2006

zeitreise



Meine große Liebe ist zu Besuch bei mir gewesen. Damals, wir waren 16 und 18 Jahre alt, waren wir ganz heftig ineinander verliebt. Aber keiner sagte es dem anderen. Ich hatte Sehnsucht, Angst, spürte Verlangen, Liebe, brannte lodernd. Das ging mehrere Jahre so. Wir waren viele einzelne Nächte zusammen. Eroberten uns jedesmal neu, trennten uns immer wieder, ohne ein Versprechen abzugeben. Ich kann mich nicht mal mehr an den Sex an sich erinnern. Nur an die wundervollen Gefühle, die ich in diesen Nächten hatte.



Ich hatte nebenbei einen festen Freund, den ich nicht so sehr liebte, wie den anderen, vermeindlich unerreichbaren. Als ich mit 20 schwanger wurde, wußte ich nicht von wem. Ich entschied mich bei dem zu bleiben, den ich weniger liebte. Er dafür mich (angeblich, das sollte sich noch herrausstellen). Bei dem anderen war ich mir erstens ziemlich sicher, dass er mich nicht liebte und zweitens wollte ich ihn nicht festnageln. Lieben bedeutet, jemanden seine Freiheit lassen, dachte ich.



Heute weiß ich aber auch, dass ich einfach Angst hatte, mich der Situation zu stellen. Meine Gefühle auszusprechen. Ein "nein" zu kassieren. Oder noch schlimmer vielleicht, ein "ja". Was bedeutet hätte, das unstillbare Verlangen, das ich spürte, womöglich durch einen faden Alltag zu ersetzen. Wir sind uns sogar heute einig, dass wir uns gegenseitig erstickt hätten. Diese Kraft war zu stark, wir waren zu jung und ahnungslos, nicht beziehungserfahren. Irgendetwas in uns wußte das anscheinend. Trotzdem haben wir uns gegenseitig weh getan, das Herz gebrochen, weil nie ausgesprochen wurde, was wir fühlen.



Ich vermisste ihn total. Ich zog mit meinem Mann in eine andere Stadt, bekam meinen Sohn. Die Ehe war schrecklich. Ich weinte viel und vermisste meine große Liebe. Er wiederum litt an gebrochenem Herzen und wollte sich umbringen. Wußte ich aber nicht. Hat er mir erst vor 4 Tagen gesagt.



10 Jahre nach der Trennung erfuhr ich über 3 Ecken, dass er mich damals auch geliebt hat. Die nächsten weiteren 12 Jahre verbrachten wir damit, jeder für sich heimlich zu merken, dass noch eine Anziehung zwischen uns besteht, dass keiner von uns damit umgehen kann und damit, uns gegenseitig noch mehr weh zu tun (wir wohnten wieder in der selben Stadt, hatten andere feste Partner). In den letzten Jahren haben wir uns nur zwei Mal gesehen, kurz, nie allein. Und letzte Woche war er dann hier, eigentlich nicht wegen mir speziell, ehr ein Zufall, er hat in der Gegend etwas zu tun. Es ergab sich aber für mich ein neues Gefühl. Ich bin so klar im Kopf, das ist direkt Wahnsinn. Ich kann klar sehen. Ich kann ihm sagen, was ich fühle. Und er mir auch. Ich kann sagen, was ich fühlte, warum ich so reagiert habe. Das konnte ich noch nie. Ich war immer Spielerin bei Männern. Ich hatte immer Angst, Gefühle zu offenbaren. Gefühle waren total unberechenbare Größen, völlig willkürlich und unkontrollierbar. Nur unterdrücken funktionierte (unter Schmerzen). Jetzt kann ich sie klar sehen, auftauchen lassen, ansehen, betrachten, drehen, wenden. Verstehe, wie aus Gefühlen Wirklichkeit wird. Wie Gefühle Gedanken so intensivieren, dass sie sich materialisieren. Und dass ich entscheiden kann, welchen Gedanken ich das nötige Gewicht geben will.



Was will ich erreichen? Die gebrochenen Herzen heilen. Und dann über die Gegenwart sprechen, die eine ganz andere ist, als die Zeitschleife, in der unsere Gefühle jetzt gefangen sind. Ich fühle ihm gegenüber eine tiefe Vertrautheit. Mir der rasenden Liebe von damals hat das nichts mehr zu tun. Jetzt fühlt es sich ruhig an, tief. Wie im Lotussitz. Damals wars ehr Highway to Hell.



Ich machte eine schamanische Reise, um zu ergründen, worin die besondere Verbindung zwischen uns besteht/bestand. Meine inneren Berater sind ja wahrlich sehr trocken. Die besondere Verbindung war die, dass wir es geschafft haben, in den Nächten die wir zusammen waren, einen Art heiligen Raum entstehen zu lassen. Eine Nähe, eine Verbindung, eine Geborgenheit, die unsere ganzen Probleme, Sorgen, das schwierige Erwachsen werden, Stress usw. alles komplett ausklammerte. Die Insel der Glücksseligkeit für eine Nacht. Ich kehre sogar ab und zu heute noch auf die Insel zurück, ich habe einen bestimmten Song von damals auf meinem iPod. Wenn ich den höre, fühle ich mich wohl. Santana - Caravanserai - Eternal Caravan of Reincarnation.



Am Dienstag kommt er nochmal zu mir. Wie will ich die Gegenwart erleben? Was fühle ich jetzt? Das Thema "möglicher Erstickungstod" ist immer noch aktuell, bei mir. Das hab ich nämlich grundsätzlich. In den Beziehungen, die ich hatte, war der Preis des Stillens meiner Sehnsucht nach Nähe des geliebten Partners, das permanente Gefühl, lebendig begraben zu sein. Deswegen gehts mir ja auch so gut, weil ich endlich alleine lebe. Außerdem weiß ich noch weniger als mit 16, was Liebe ist. Oder wie ich sie ausdrücken will. Ich bin sicher, da gibt es ganz andere, interessante Möglichkeiten, jenseits von Schematas und vorgelebten Mustern. Außerdem lern ich grad erst, mich selbst richtig zu lieben.