Aufgewühlt und durchgeschüttelt ich sags euch. Völlig seltsam an der ganzen Geschichte ist, dass es um mehr ging als um die Zeit damals und wie es weiter geht. Also es ging nicht nur um das was zwischen uns ist, es ging auch um einen total zentralen Schmerz den ich so wunderhübsch spüren konnte und schon ewig habe, ich lies ihn los und gab ihn der Erde zum Verwandeln. (Für die AstrologInnen unter uns: Wir haben momentan eine Pluto-Venus Konjunktion)

Die Vergangenheit, gespürt und die Essenz verstanden, zwei sensible Seelen, schon kräftig verwundet vom Leben, halbe Kinder, erleben intensivste Glückseligkeit, Sexualität, Verbundenheit, verwundert über die Kraft und sprachlos.
Seine Beziehung im Jetzt, sie, ich kenn sie noch länger als ihn, seit ich 10 Jahre alt bin, am Anfang ihrer Beziehung dachte ich nur, wenn er ihr weh tut, haue ich ihm eine rein. Sie ist eine wundervolle Frau.
Spüre einen Schmerz, dass sie so eine Beziehung haben und ich nicht, den ich gar nicht spüren will. Ich weiß, wo der herkommt, eine verbitterte Linie, eine alte, treue Blindheit, eine innerliche Überzeugung, ich bin Verlierer, keiner liebt mich. Aber Schmerz ist Schmerz. Ich amüsiere mich, weil ich sehe, wo ich das hinsteuern würde, wenn ich könnte, ich würde ihn verschlingen und ausspucken, willenlos, mir verfallen, ich wäre eiskalte Siegerin und würde beide in ihren Trümmern stehen lassen. So damisch ist natürlich kein Mensch. Beobachte mich nur dabei, warum ich sowas fühle, wundere mich, vor allem auch weil es ja überhaupt nicht meine Absicht ist, mit jemanden zusammen zu leben, aber ich weiß wo es herkommt.

Die Gegenwart, er versteht etwas von Frauen, Kunst, Arabien und noch einer Menge anderer, schöner Dinge. Das gefällt mir. Alles sehr transzendent. Ich sage ihm, wir sollten uns jedes Jahr eine Woche sehen. Meine das auch so. Er erzählt mir von allen Frauen, die geliebt hat, und wie das so war. Wenig glückliche Geschichten, Schmerz. Auch tiefe, schöne Verbindungen, der Frau, mit der er jetzt zusammen ist und einer anderen, die ich auch schon sehr lange kenne und selber ganz wahnsinnig liebe.
Der wirkliche Schmerz, ich rede und rede, kann endlich alles sagen, was ich denke, sensationell, keine Angst mehr. Acht nüchterne Jahre, Trancereisen und Yoga und schon gehts (haha). Es tut was weh, es tut was weh. Ich spüre eine indifferente Wolke zuerst. Im Reden komme ich ran, die Verantwortung, die Selbst-Verantwortung. Der Kern, mein Weg. Ein roter Faden in meinem Leben. Ich bin Kind und die Erwachsenen versagen darin, Verantwortung für mich zu übernehmen, mich zu halten, mich zu schützen. Die es tun, sterben. Ich werde Älter. Er, meine große Liebe, sagt mir nie, was er fühlt, ich bin mir sicher, er liebt mich nicht. Ich heirate und bekomme ein Kind. Mein Mann fängt mich nicht auf, er bürdet mir noch mehr auf, verletzt mich, nimmt mir meine einzige Vertraute und hat eine Verhältnis mit ihr. Ich weine ein Jahr jeden Tag. Der beste Freund, der der mich am besten von allen Menschen dieser Welt verstanden hat, trösten konnte, stirbt. Andere Beziehungen, immer bin ich die Starke, werde nicht gehalten, nicht getröstet, werde radikal mit in den Sumpf gezogen. Am Ende verlasse ich den Sumpf, allein, ohne Hilfe, ohne Trost. Spüre meine Kraft, werde stärker und stärker. Bin mir selbst Trost und Halt. Aber sie war noch da, die tiefe Traurigkeit. Das Gedankenkonstrukt, der Glaubenssatz, meine Schlussfolgerung: Ich werde nicht geliebt. Ich spüre den Schmerz, lasse ihn da, würdige ihn, betrauere ihn, lasse ihn los, in die Erde sinken, spüre die Anwesenheit von wohlwollender Energie, meinen Helferwesen.

Eine gefährliche mentale Konstruktion. Solche inneren Konstrukte manifestieren sich geduldig in der Außenwelt. Ich lebe Beziehungen, die mir diesen Glaubensatz beweisen. Er festigt sich. Ich fühle mich immer machtloser. Ich frage mich: warum liebt mich niemand? Und so weiter und so fort. Ich lasse das los, geb es ab an Kräfte, die größer sind, als ich selbst, lasse wandeln. Warte ab, welche feinen Verschiebungen sich entwickeln werden.