Samstag, Januar 27, 2007

chromosom



Komme mir selbst wieder näher. Oder kann man sich garnicht von sich selbst entfernen? Alles wird ruhiger, ich mache Yoga, habe Lust auf Obst, rohes Gemüse und Vollkornbrot und einfach Spaß am Sein.



Mein Lieblingsessen momentan: Banane zerdrücken, mit Frischkäse, einer ausgepressten Blutorange, Petersilie, Cayennepfeffer, Salz und Kokosflocken mischen. Chiccoree kleinschneiden und alles mischen. Leckerst.



Die meisten Fotos diesmal wieder von meiner Wohnung. Draußen fotografiert es sich so schlecht. Es ist einfach alles weiß.



Diese Woche sind mir einige Themen eingefallen, über die ich schreiben könnte. Das einzige, das mir jetzt noch einfällt ist Gender Mainstreaming. Definition: hier klicken. Das geht mir schon länger durch den Kopf. Kernsatz: Männer und Frauen agieren in erlernten Geschlechterrollen, die gesellschaftlich und sozial bedingt sind. Ich frage mich, wie weit das rein, oder runter geht.



Sind Männer und Frauen nur durch ihr biologisches Geschlecht unterscheidbar, und, nähme man alles erlernte weg, eigentlich völlig gleich? Ich glaube nicht dass das so ist. Andererseits darf auch niemand einen Nachteil haben, der (man sieht's ja schon an der Sprache...) anders Leben will als der repräsentative Durchschnitt des eigenen Geschlechts. Ein Mann z.B., der absolutes Interesse an Blumen, Farben, Dekoration, möglichst noch in pink, hat, sollte das ohne Schwierigkeiten ausleben können. Oder er muss den Mut haben, das durchzuziehen, trotz dem er "aus der Rolle fällt".



Bei mir ist es ja so, dass ich eine gewisse Neigung zu technischen Dingen habe. In der Kindheit wurde das nicht gerade gefördert. Ich wollte eine Modelleisenbahn, bekam ich nicht. Meine Cousins bekamen auch jedes Weihnachten Chemiebaukästen, bei mir war garnicht dran zu denken. Ich spielte auch gern mit Puppen. Sammle heute noch Barbiepuppen, weil ich die als Kind so mochte (ja, ja ich hab mich mit der ganzen Barbie-Geschichte feministisch auseinandergesetzt, das kleine Mädchen in mir will sie haben, ende). Das eine schließt ja das andere nicht aus.



Ich konnte schon immer Videorecorder programmieren, Stereoanlagen bedienen oder Boxen anschließen. Andererseits kann und will ich nicht Auto fahren, und habe eine Abneigung gegen große Maschinen, wie Bagger oder ähnliches. Ich hab auch noch nie eine Bohrmaschine in die Hand genommen, weil ich nicht alles selber machen muss. Ich bin aber sicher, wenn ich will kann ich. Da kommt man mit den Klischee männlich/weiblich einfach ganz schön in Schleudern.



Zu meinem großen Glück wurde in den 90er Jahren das Internet erfunden und Computer ein Haushaltsgegenstand. Genau das Richtige für mich. Feinste Elektronik und man kann damit wunderhübsche Sachen erzeugen. Jedesmal, wenn ich in einer Elekronikabteilung Sachen anschaue, bin ich zwischen lauter Männern. Der Witz ist ja, dass sich erfahrungsgemäß die meisten Männer nicht wirklich mit Elektronik auskennen, sie tun aber so und machen Gedöns. Sie sollten es müssen, weil sie Männer sind, der Welt und anderen Männern gegenüber, ich weiß es nicht.



Keine Ahnung, was mit dem Gender Mainstreaming raus kommt. Ich meine einfach, das ist alles so persönlich, was ein Mensch kann, oder für war er sich interessiert. Wenn individuelle Interessen und Neigungen gefördert werden, egal welches Geschlecht jemand hat, ist das sicher ok, und sollte eigentlich selbstverständlich sein. Aber nicht wieder einfach alles umdrehen. Da kommt nur Blödsinn bei raus. Es gibt einfach Frauen, die haben nichts übrig für Elektronik (aber dafür vielleicht für schnelle Autos?). Auch wenn sie in der Richtung von Geburt an gefördert worden wären. Auf die Art hätten wir ein ausgeglichenes Verhältnis in der Elekronikabteilung, aber auch ein ausgeglichenes Verhältnis bei den Nicht-Checkern.



Der Vorteil der Ausprägung einer nicht-geschlechtsspezifischen Neigung ist ja der, man weiß sicher, die ist nicht gesellschaftlich erlernt, die kommt aus einem selbst. Oder ist es nur wieder die gegenteilige Form von Anpassung, nach dem Motto, was die Jungs können, kann ich schon lange?



Ich denke schon, dass Männer und Frauen eine unterschiedliche Grund-Matrix haben. Es gibt ja nicht umsonst das xy und das xx Chromosom. Wobei ich mal gelesen habe, dass das zweite x garnicht aktiviert ist. Das hättet ihr wohl gerne!! (Gruß an links und rechts)



4 Kommentare:

Am/um 3:04 PM , Blogger der Gauzibauz meinte...

Liebe Ingrid,
ich sehe deine Leselampe hinten im Eck.Liegst du etwa auch diagonal im Bett?

Glaube nicht, dass alles so festgelegt ist.Wir schlüpfen in die Rollen,die momentan zwingend sind.
Schau, die Trümmerfrauen, mussten einfach ihren Mann stehen.
Und bei uns daheim ist Norbert im Moment die Mutter.Er putzt, wäscht, kocht und backt UND hört sich die Sorgen der Mädels an.Gleichzeitig tritt sein männliches Verhalten in den Hintergrund.Plötzlich nimmt nur widerwillig Werkzeug in die Hand und vernachlässigt die Reparaturarbeiten die in so einem alten Haus anfallen.Aber vielleicht ist er ja eh die grosse Ausnahme.
Ich halte 80% von seinen Anlagen für weiblich.
Grüsse

 
Am/um 2:55 PM , Anonymous Doris meinte...

Hallo,
Das, was wir können, unsere talente, und die rolle, die wir spielen, sind oft genug zwei paar schuh.
Ich habe 20 jahre lang in der landwirtschaft gearbeitet, oft hart, und viele"männliche"arbeiten gemacht(ganz gut nämlich)und war dennoch lange das weiberl, die nix zu sagen hatte.
Mein leben habe ich mir heute anders organisiert, meine fähigkeiten habe ich immer noch, von zeit zu zeit heimwerke ich gerne, dafür schau ich grade, o b ich nicht auch kreativ sein kann.
Passieren mußte allerdings was in meinem kopf(s.o.über die zeitungen).
Für mich kann ich nur sagen, dass ich bis heute aufpassen muß, um bei mir zu bleiben.Doch, man kann sich von sich selbst entfernen, Ingrid,
liebe grüße,
Doris

 
Am/um 6:03 PM , Anonymous Anonym meinte...

Hallo,
ich lese hier seit ein paar Wochen ab und zu mal rein, finde die Themen und Diskussionen spannend. Zum Thema Gender-Mainstreaming gab es vor zwei Wochen einen böse gemeinten Spiegel-Artikel. Auch wenn ich meine Zweifel an manchen Umsetzungen habe, so finde ich es wichtig, dass sich auf Regierungsseite damit beschäftigt wird, strukturelle Ungleichheit abzubauen. Damit alle die Wahl haben, welche Eigenschaften und Talente sie entwicklen können. Die Regierung wird das nicht unbedingt schaffen, aber dass es ein verordnetes Thema ist, finde ich hoffnungsvoll.

P.S. Deine Wohnung ist so sauber und ordentlich, da könnte ich neidisch werden.
Grüße von Andrea

 
Am/um 8:10 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

Ist leicht eine Wohnung sauber zu halten, wenn man alleine wohnt. Früher hatte ich auch immer Chaos.

 

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