Dienstag, März 20, 2007

ohne



War ganz schön aufgewühlt und aufwühlend der Blogeintrag. Die Beiträge sind interessant, sehr vielfältig, auch überraschend. Anfangs gings mir richtig an die Substanz, ich fühlte mich nicht verstanden und klein gemacht. Es war für mich auch eine gute Übung darin, zu einer Meinung zu stehen, zu mir selbst zu stehen, auch wenn die meisten dagegen sind. Ich bin ja Sternzeichen Waage und neige dazu, einen Schritt zurückzugehen, wenn die anderen nicht meiner Meinung sind. Es ist schwer auszuhalten für mich, aber es geht.



Deutlich ist auch die Vielfalt der Meinungen. Und das mit den untypischen Frauen, dass jede Frau nicht einzuordnen ist, eine liebt Computer und Barbies, die andere fährt gern schnell Auto, mag schöne Kleider und kann einen verstopften Abfluss richten. Ich kann z.B. auch wundervoll Stricken. Oder eben einen Brenner in der Computer einbauen.



Ich seh es auch so, dass eine Frau alleine da nicht "raus" kommt, erst muss sie alleine, aber auf die Dauer würde so jede Frau von vorne anfangen, und sich nichts ändern. Eine Möglichkeit suchen "weiter" zu machen find ich gut, wie die eine Schreiberin, die in die Politik gegangen ist, oder eine Frau die Bücher schreibt (ich hab heute ein interessantes gesehen, morgen schreib ich es in den blog, wie es heißt, es geht um den staatlich finanzierten Lebensentwurf für Familien, der total unzeitgemäß ist), in welcher Form auch immer, eine Ute Schiran geht ja völlig anders an die Sache ran, als eine Julia Onken, die ich im letzten Eintrag zitiert hatte. Mein Pädagigik-Professorin an der FH regte auch dringend Mädchenarbeit an, "damit junge Frauen nicht mit 22 beim Staubsaugen in der Wohung von Don Johnson träumen", wie sie sagte.



Na es gibt vieles, jede nach ihrer Art. Das ist womöglich der nächste Schritt für mich, ich bin in meinem eigenen Kampf um ein selbstbestimmtes Leben aus dem Gröbsten raus.



Ich war teilweise in Situationen gefangen, in denen ich niemals geglaubt hätte, ich könnte arbeiten gehen, mir eine eigene Wohnung und ein eigenes Leben finanzieren. Ich hatte sehr viel Angst einerseits. Andererseits auch wenig Lust, mein ganzes Leben lang jeden Tag in die Arbeit zu gehen und Karriere zu machen. Das hat mich mit 18 gar nicht interessiert. Ich denke, da war auch viel Angst und Orientierungslosigkeit dabei, es war auch damals die Zeit der "No Future" Generation, ich sah mich übermächtigen Regierungen gegenüber, die mit einem Kopfdruck 100x jedes Leben auf diesem Planeten auslöschen konnten, ein Teil so einer Gesellschaft zu werden, einen Bausparvertrag abzuschließen und so tun, als wenn nichts wäre, konnte ich nicht. Mir kam das alles immer so vor wie bei "the wall", ein Leben als Automat. Aus der Gesellschaft konnte ich zu einem guten Teil aussteigen, was mich immer wunderte, dass zu einem großen Teil auch in gesellschaftlichen Rand- und Dunkelzonen die Geschlechtermachtverhältnisse die gleichen sind, wie im Wohnzimmer mit röhrendem Hirsch überm Sofa. Alles Illusion.



Meine letzte Wohung war ein Haus, in dem ich mit meinem Sohn und meiner letzten allerneurotischten Beziehung lebte. Mein Sohn zog mit 18 aus, und ich zog allein in eine andere Stadt zum Arbeiten. Ich hatte 2 Jahre Ausbildung zur Mediengestalterin hinter mir.



Die Beziehung arbeitet ich dann in einer Psychotherapie auf, weil ich nicht fassen konnte, was ich tat. Ich wusste, dass ich mich als "normale" Frau niemals mit dem Typen eingelassen hätte, jede normale Frau hätte sofort gemerkt, dass es keinen Sinn hat und ihn stehen gelassen, geschweige denn, sich in ihn "verliebt". Das wusste ich die ganze Zeit, doch ich war in irgendetwas gefangen. Ich kannte einzelne Versatzstücke, die da passierten, bereits aus anderen Beziehungen, aber noch nie so konzentriert und durchgängig. Wie eine Parade, wie aus dem Lehrbuch. Die einzige Möglichkeit ist, sich selber so zu durchschauen, dass frau sich in so ein Gegenüber nicht verlieben kann. Es sprach viel Mangel aus mir, viel Sehnsucht, Wunsch nach Erlösung, und dadurch machte ich mich unendlich manipulierbar, da ja alles "aus Liebe" oder für die bald kommende Erlösung durch Liebe geschah. So ein massives Aufkommen an Wunsch, Sehnsucht und Projektion erstickt natürlich auch jeden Mann, wobei ein "normaler" Mann sich auch nicht auf mich eingelassen hätte, da kommen schon immer die zwei richtigen zusammen....



Was mir an der Psychotherapie fehlte war die feministische Dimension, die meine Sehnsüchte und mein Verhalten nicht nur als meine Privat-Sache erkennt, sondern auch als gesellschaftlich erlernt entlarvt. Damit kann ich größere Zusammenhänge sehen, was mich aber nicht von dem Schritt entbindet, mich letztlich auf eigene Füße zu stellen, oder vielleicht sogar darüber hinaus zu gehen.



Was komisch an der Therapeutin war, sie betonte immer wieder sie und ihre Freundinnen hätten so tolle Männer. Ja, es würde sie geben, die beziehungsfähigen Männer, aber sie wären selten, weil sie ja beziehungsfähig, also gebunden wären. Ich kam da mit ihr nicht weiter. Sie sah mein allein leben als Übergangszustand, als Auszeit, um dann wieder "beziehungsfähig" zu werden. Ihre Sprüche mit ihr und ihren Freundinnen machten mich voll wütend. Ich kam mir vor wie ein Mängelwesen, dass nicht fähig ist, sich einen anständigen Mann zu angeln. Als wäre ein Mensch allein nicht ganz.



Ich sehe meine Lebensart nicht als Übergang oder eine Zwischenlösung an. Ich will keine feste Partnerschaft, ich will Kontakt zu Familie, FreundInnen, ArbeitskollegInnen. Das empfinde ich auch als so verschwiegen und von den Medien, Büchern, Zeitschriften ausgeklammert. Ich kenne solche Frauen schon aus meiner Kindheit, Frauen die nie heirateten (Scheidung war ja nicht angesagt), sie waren meist Lehrerinnen oder Bibliothekarinnen. In den 60ern wars ja noch ganz anders. Jetzt hört man von kurzen Trennungsphasen, Partnern, Partnersuche, unglücklichen Singles. Wenig, selten bis garnicht, höre ich von Frauen, die alleine Leben ohne einsam zu sein, und sich auch keinen festen Partner wünschen. Persönlich kenne ich außer mir noch 5 andere. Jetzt mal auf die Bevölkerung hochgerechnet, muss es da eine ganze Menge geben.



47 Kommentare:

Am/um 1:05 AM , Anonymous Anonym meinte...

Das sind dann die aus sich selber schöpfenden, sich bei verwandten und freundinnen durchfressenden, ungnädigen und hochwillkommenen besucherinnen,die familien aus dem gleichen grund besuchen, der sie in den zoo gehen lässt.

 
Am/um 9:53 AM , Anonymous Lucia meinte...

also wenn man selber familien so betrachtet, wie wenns tiere im zoo sind, ist das wohl ein trauriger zustand. da sollte eher an der eigenen sicht gearbeitet werden.
weil - wie ich vermute - eben dieser obige kommentar eben von einer/m "zooinsassIn" kommt, oder?

und ansonsten gabs doch tatsächlich solche frauen auch im mittelalter.
das waren frauen, die weder heiraten noch einem kloster beitreten wollten.
die einzige form, in der sie unabhängig und selbstständig bleiben konnten, war es, sich der beginenbewegung anzuschließen.
kleine info gefällig?
http://www.frauenwissen.at/beginen.php
klar ist - auch hier wurde mal aus dem grunde "es kann nicht sein, was nicht sein darf" diese art des lebens für frauen von kirche(frauenfeindlich wie man weiß) und obrigkeit zerstört.
das ging damals.
heute scheinen sich immer noch viele dieser meinung anzuschließen. und weil zerstören nicht mehr ganz so einfach ist, wird halt mit worten draufgedroschen.

 
Am/um 10:08 AM , Anonymous Doris meinte...

Ja, das mit dem "beziehungsfähig"...ich denke schon dass jedeR beziehungsfähig sein muß, ich sehe das "säugetier mensch" als soziales wesen an.
Nur wird"beziehungsfähig"immer mit "fähig für eine paarbeziehung"asoziiert, vor alem in den medien.
Ich war 20jahre lang verheiratet und speziell in den letzten jahren waren meine freundinnen die, die mir halt gegeben haben.
Als ich mich endlich durchgerungen hatte, mich zu trennen, waren wie aus dem nichts neue freundinnen da, was mir sehr geholfen hat.Meine erste erkenntnis:fürchte nichts, du wirst nicht alleine sein.
Ich hatte immer, auch während meiner ehe, große sehnsucht nach einer lebendigen beziehung, habe mir aber im ersten jahr nach meiner trennung keine neue bezeihung zu einem mann antun wollen, irgendwas hat mich umgetrieben.Der witz war, als ich nach vielen selbstzweifeln und so an einem punkt war, wo ich mir alleine genügt habe, war auf einmal alles sehr leicht.Meine zweite erkenntnis:fürchte nichts, du kannst alleine sein.
Ich habe es als große veränderung von energiefeldern empfunden, obwohl mir der name"gute geister"lieber ist.
Naja, den stein der weisen hab ich trotzdem nicht gefunden:-), weiß ich eh...das war einfach das, was ich bei ingrids eintrag erinnert habe, wie wichtig beziehungen sind, die über paarbildung hinausgehen, wobei ich auch die beziehung zu mir selber da einschließe.
@ingrid:deine blumen sind wunderschon, überhaupt deine fotos!!
Lg
Doris

 
Am/um 10:15 AM , Anonymous Doris meinte...

@lucia:sprichst mir aus der seele, das war der grund, warum ich mich NICHT auf anonyms kommentar bezogen habe
im übrigen:
wenn ich so im familiären umfeld nachsehe, auch da gibt es sie immer wieder, die frauen, die "einfach ihr ding gemacht haben"aus welchen gründen immer.
So hat ingrid wohl recht mit der vermutung, dass es da eine hohe"dunkelziffer" gibt

 
Am/um 4:22 PM , Anonymous Anonym meinte...

.......um hinterher auf dem eigenen sofa sitzend den tag reflektierend zu denken, ach wie hab ich es doch schön ohne kerl und ohne plagen, mensch bin ich satt, wenn ich nur wüsste wie die soviel fressen und saufen kann und wo die das nur hintut, wie der arme mann das nur aushält, dieses fette weib.Wie man sich bloß so gehen lassen kann? Sicher macht die morgen krank, das faule stück! Mit diesen bälgern würde ich andere saiten aufziehen, total versaut, die kinder!Gott sei
dank bin ich allein, ich hab es so schön hier.
Früher nannte man das alte jungfer.

 
Am/um 4:48 PM , Anonymous Doris meinte...

@anonym:falls du ernstgenommen werden willst,wäre es nützlich, einen anderen tonfall anzuschlagen.
Bloß geifern ist totlangweilig.

 
Am/um 5:17 PM , Anonymous Anonym meinte...

G e i f e r n - schönes wort. Fiel mir leider nicht ein als es um den missbrauch von kindern, pardon, mädchen und frauen ging. Wenn es dich langweilt, brauchst du es ja nicht lesen.

 
Am/um 5:22 PM , Anonymous Doris meinte...

mei...ich frag mich nur, ob du überhaupt was sagen willstoder nur gern untergriffig wirst.

 
Am/um 5:32 PM , Anonymous Anonym meinte...

Meinst du die aufgeblasenen, hundermal wiederholten meinungen hätten tatsächlich aussagekraft?
Gründe doch einen jungfernclub,aber dafür bist du etwas spät dran, niemand hindert dich. Nur schade, daß die männer nicht auszurotten sind.Warst du denn berufstätig?

 
Am/um 6:11 PM , Anonymous pandora meinte...

liebe ingrid,
ich lese dein blog schon länger und bin verblüfft und angenehm überrascht von deiner offenheit. gibt mir viele impulse.
@ anonym,
wie wäre es, wenn du diesen frauenraum den ingrid geschaffen hast respektierst und aufhörst hier deinen frust rauszurotzen indem du über andere frauen / welche die anders leben als du herziehst.

 
Am/um 6:53 PM , Anonymous Anonym meinte...

Wer sagt, dass ich anders lebe?

 
Am/um 7:51 PM , Blogger Sam meinte...

.......um hinterher auf dem eigenen sofa sitzend den tag reflektierend zu denken, ach wie hab ich es doch schön ohne kerl und ohne plagen, mensch bin ich satt, wenn ich nur wüsste wie die soviel fressen und saufen kann und wo die das nur hintut, wie der arme mann das nur aushält, dieses fette weib.Wie man s..........

Was wär so schlimm an diesen Gedanken??
Frag ich mich, bevor ich mich nun aufs Sofa begebe und den Feierabend nach meinem Gusto verbringe

 
Am/um 8:10 PM , Anonymous Anonym meinte...

Das herabwürdigen und nur bei der doofen essen weil sie dann kein geschirr spülen muss. Und eben das
"zoogucken" weil es daheim sonst langweilig wäre.Nur singstunde und
arbeit füllt den tag doch nicht ganz aus. Zum mitreden muss frau sich hin und wieder in die seichten niederungen des familienlebens begeben. Ich erzähle von gelebter "frauenfreundschaft".

 
Am/um 8:31 PM , Blogger Sam meinte...

Mei, ich bin nie Zoogucken, da kann ich tatsächlich nicht mitreden, was mich aber nicht sehr schmerzt.

Offensichtlich hat Dich Deine Frauenfreundin auf die Palme gebracht, beleidigt.
Sag doch einfach ihre nächste Selbst-Einladung ab, hau Dich aufs Sofa, iss und trink gemütlich alles alleine und lass es Dir gutgehn!

 
Am/um 8:55 PM , Anonymous Anonym meinte...

Du nicht, hast ja einen sohn. und hin und wieder hoffentlich einen geliebten. Die rede war von beginen, frauenwirtschaft unter ausschluss der männer wie ich annehme.Dies führt früher oder später zu altjungferngebaren auch wenn ihr das nicht glaubt.Die selbstüberschätzung gerade dieser frau gipfelte in der aussage, dass bischöfe und pfarrer so gut im beichtstuhl beraten können, weil sie den erforderlichen abstand hätten und wie toll der pabst sich einbringe, in die glaubensgemeinschaft. Kirche ist für euch ein rotes tuch,weiss ich, aber gläubiger fanatismus den man sehr wohl auch auf naturreligion und frauenbewegung übertragen kann,ist kein deut besser.Darum geht es mir.Um die einseitige verherrlichung einer bestimmten lebensform.Sogar frau francia war mal verheiratet und ist mutter einer tochter.

 
Am/um 6:20 AM , Anonymous Anonym meinte...

@anonym: Woher hast du deine Glaubenssätze? Muß ja furchtbar sein!Wie wär´s mit Teamfähigkeit und Lebensfreude ?
ibsi

 
Am/um 7:17 AM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

Die beginen mussten erst nach ein paar jahrhunderten blütezeit unter die fittiche der kirche, da naja die hochzeit des mittelalters, da war es unerlässlich, sich mit der kirche gut zu stellen, wollte frau vermögend und selbstverwaltet überleben.

Altjüngferlich... witzig. Ich stell mir grad so eine Gruppe alter Weiber vor, die vor Freude, Saft und Kraft nur so strotzt und sich ihres Lebens freut.

Anonyms "Freundin" ist wohl ein problem, aber eine allein lebende Frau an sich kann nicht stellvertretend für die Vielfalt aller sein.

das mit der Couch fand ich beim ersten lesen so witzig und gemütlich, dass ich garnicht merkte, dass es ironisch war. ist nämlich schön, auf der Couch zu liegen, die Fernbedienung in der Hand und machen was frau lustig ist.

das Durchfressen bei Freundinnen ist nicht Standard bei Solo-Frauen...

Beginen ist eine tolle Spur, wobei die ja richtige Gemeinschaften waren, oder sind, es gibt sie ja noch/wieder. Es gibt da auch sagenhafte soziale Wohnprojekte mit bezahlbaren Wohungen für Frauen jeden Alters, mit und ohne Kinder, gruppiert um offene Begegnungsräume, alles auf die Beine gestellt, um die Finanzierung gekümmert, geplant, durchgeführt von Beginen. War fasziniert, als ich davon hörte, ich mein ich laber ja hier nur rum, aber was manche mit engagement und tatkraft realisieren...alle achtung.

 
Am/um 9:02 AM , Anonymous Doris meinte...

Guten morgen, allseits!
War schon gespannt, wie es heute im blog aussieht.
Muß mich doch noch mal auf etwas von anonyms rundumschlägen beziehen:auf das "durchfressen bei freunden", das hat gestern bei mir gehakt.
Da entsteht ja so der vorwurf des ausnutzens von freunden und familie.1.sehe ich es als kennzeichen einer beziehung(egal jetzt ob familie oder freundIn)an, dass ich jederzeit kommen kann undim zuge der gastfreundschaft es auch nahrung gibt, wobei die auch aus worten bestehen kann.
2.ist es meine sache, das eben NICHT auszunutzen und meinerseits ebenso gastfreundlich zu sein.
Und langweilen kann sich eineR mit und ohne partner, jedem sein eigener kaffee!
Außerdem will ich hier ganz hochoffiziell einer alten jungfer rosen streuen:
Sie hatte ihren verlobten im 2.weltkrieg verloren, wollte danach nicht mehr heiraten, fuhr als erste aus der reihe meiner tanten und onkel einen vw-käfer, hatte immer ein offenes ohr für uns kinder, war manchmal schräg drauf, hatte einen irrsinnigen humor, obwohl sie von der übrigen familie oft nicht ganz ernst genommen wurde(warum wohl?!).
TANTE GRETCHEN, DU WARST ECHT KLASSE!!
So, und jetzt muß ich meine bildungslücke über die beginen schließen, weil gestern hatte ich "beduinen"gelesen und mich schon gewundert...(schäm!)
Lg
Doris

 
Am/um 10:31 AM , Blogger kvinna meinte...

Hm, ich habe anonym gar nicht als giftig empfunden. Gerade Ironie bewahrt uns doch vor Selbstgerechtigkeit.

Ich finde, jeder sollte immer mal seine Standpunkte überprüfen und sie nicht für absolut setzen, oder?

Zu versuchen, auch mal Sachen gelten zu lassen, die einem total gegen den Strich gehen, gibt so schöne Widerstände innerlich. Die können sehr produktiv sein. :)

Sagt eine, die bis zum Hals und noch darüber in Familie und Ehe steckt...

 
Am/um 11:12 AM , Anonymous Doris meinte...

trotzdem macht für mich auch der ton die musik.
Meine standpunkte überprüfe ich schon auch immer wieder, anlässe gibts genug dafür.
Lg
Doris

 
Am/um 11:45 AM , Anonymous Atta meinte...

Also ich finde den Ton von Anonym schon unfreundlich.
Wenn sie sich seltsame Freundinnen sucht und sich von diesen ausnutzen lässt, ist das doch ihr Problem und kein Grund, allen alleinstehenden Frauen Fehlverhalten zu unterstellen. Und dass Sam (oder war Ingrid gemeint?) deswegen o.k. ist, weil sie ja einen Sohn und vielleicht einen Geliebten hat, und nicht, weil sie so ist, wie sie ist, finde ich eine Frechheit. Hauptsache, eine stammt aus "artgerechter Frauenhaltung" mit Mann und Kind, alles andere kann ja nur zu schweren sozialen Störungen führen...

Viele Grüße
Atta

 
Am/um 1:55 PM , Blogger kvinna meinte...

Hm. Dann habe ich da wohl eine ganz andere Brille auf.

Ich seh' da keinen Angriff.

 
Am/um 6:05 PM , Blogger der Gauzibauz meinte...

Ich bin die "angriffslustige" Anonym. Mir fiel auf, dass nur Kvinna, Lucia, Sam und Ingrid identifizierbar sind.Die vermeintliche Vielfalt schrumpft somit auf die, die eh immer miteinander um DIE Wahrheit ringen zusammen.Hab aber kein Problem damit solange die Beiträge gut sind.

Die Frau die ich beschrieb war meine mütterliche Freundin.Ich habe sie geliebt.Sie war leitende OP-Schwester und verheizte sämtliches weibliches Personal,von der Schwester bis zur Putzfrau um bei den Ärzten gut dazustehen.Die meisten liessen sich das gefallen weil sie oft bei den Putzfrauen zu Gast war und diese auf Vorteile hofften wenn es mal nötig sein sollte.Nicht so ich.Ich war blind vor Liebe und Ergebenheit.Als ich mich das erste mal wiedersetzte hab ich begriffen, die "Freundschaft" war zu Ende.
Was ich erklären will, ist folgendes: Jede Frau beinnhaltet verschiedene Aspekte, und dies ist ein Aspekt einer alten Jungfer.Das mach ich daran fest, dass sie vom wirklichen Familienleben und von Verantwortung für Kinder, 24 Stunden am Tag, keine Ahnung hat und trotzdem überall mitredet und alles besser weiss.
Dazu gehört auch der Typus Handarbeitslehrerin, das Fräulein, tugendhaft, diszipliniert und keusch.Bin mir sicher, dass ihr das noch kennt.Die Rolle der erfolgreichen Geschäftsfrau, Managerin ,Magierin und Schriftstellerin ist leider nicht so häufig zu vergeben.Ach, fast hätt ich die von niemand geheiratete Schwester des Bauern vergessen, die für Kost und Logie den Buckel krumm macht.Das favorisiert ihr tatsächlich?

Mit dem Beginentum hab ich meine Schwierigkeiten. Erstens weil ich mich frage, was passiert mit den Söhnen wenn sie ein bestimmtes Alter erreichen und WARUM lebt ihr das nicht einfach wenn es so toll ist. Die Möglichkeit dazu war nie besser als heute.

Die Schönheit der Blumen wurde benannt. Die erloschenen Augen des Sohnes auf dem letzten Foto nicht.Dieses Fass mach ich aber nicht auf.
Grüsse

 
Am/um 8:10 PM , Blogger Sam meinte...

He, ich ring HIER gar nicht um DIE Wahrheit.
Ich gebe Kommentare ab, meine Meinung, Senf etc. und das Beginenmodell wär genauso wenig was für mich wie jede andere von aussen drübergestülpte Form.
Aber wie Du schon sagst, und was ich finde, immer gern übersehen wird: Jede kann bei uns leben wie sie will!
Und egal, ob welche einen Beginenhof eröffnen möchten, ob sie lieber allein wohnt oder zu fünft, mit oder ohne Kanarienvögel
ES WIRD KEINE MEHR VERFOLGT, GESTEINIGT ODER VERBRANNT FÜR IHRE LEBENSFORM.

Also wo ist das Problem? Davor, reingelegt, ausgenutzt, therapeutisch beschwatzt, mit Normen überzogen etc. zu werden ist keine und keiner gefeit. Davor können verschiedene Wohnformen auch nicht bewahren.

 
Am/um 10:16 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

lass ich mich jetzt auf die spitze mit den "erloschenen Augen" ein? jedenfalls hast du eine gute beobachtungsgabe, weil ich meinem sohn gesagt habe, schau normal, weil er vorher grimassen geschnitten hatte, und er schaute mal wieder extra arg, so isser.
oder soll ich jetzt ein schlechtes gewissen haben, weil ich meinem sohn das leben aus den augen gehaucht habe , ich emanze ich?
ärgert mich so ein spruch, echt.
schau mal gauzibauz, mein mann hatte ein verhältnis, als mein sohn 1 jahr alt war, ich hab ihn dann mit einem anderen (weil ich damals nicht dem mut hatte, mich auf eigene füße zu stellen, ich hatte auch noch nicht mal eine berufsausbildung) verließ. schließlich landete ich a) am sozialamt, bekam 300 DM zum leben für mich und ihn, b) im krankenhaus, weil mir der kerl mein trommelfell kaputt geschlagen hatte. diese rührselige geschichte zu dem thema, das hinter einzelnen texten, bildern und statements ganze persönlichkeiten mit lebensgeschichten stehen.
ich meine auch dass frauen wie ich nicht einfach so zu einer meinung kommen, weil sie es so schön haben und so gute ehemänner haben. das ist knallhart erlebt.
ich habe auch gemerkt, dass einige frauen dem feminismus nichts abgewinnen können, weil sie sehr schlechte erfahrungen mit ihren müttern und anderen frauen gemacht haben, mit männern ehr gute. ganz neuer aspekt für mich, aber ich nehme es als existierend wahr, und denke momentan viel drüber nach, weil ich das leben so nicht kenne.

sam: seh ich auch kein problem. mich hätten nur die verschiedenen lebensformen, lebensmodelle interessiert, wie es andere leben, wie es ihnen geht, wie sie spaß haben, was sie für einen alltag haben.

 
Am/um 10:19 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

ach ja beginentum: ist mir zu christlich und organisiert. ich mein als bewegung find ich es interessant und bereichernd, was auch die vielfalt der lebensformen anbetrifft, aber ich persönlich neige nicht zur gruppenbildung und religiösen bindung.
aber wie gesagt, alle achtung was die auf die beine stellen, das bewundere ich wirklich.

 
Am/um 10:30 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

und wahrheit: ich ringe auch nicht um DIE wahrheit, jede hat ihre, ich ringe darum, verstanden zu werden. dass ein gefühl, eine art, eine meinung nicht abgetan wird als irrelevant oder falsch, auch wenn sie jemand anders nicht hat. fällt mir auch nicht leicht, weil ich einen hang zur bergpredigt hab, aber es ist mir klar, das meine wahrheit eben nur meine wahrheit ist.
deswegen find ich auch so spitzen und streitereien eigentlich unnötig. interessanter wäre eine nähere erklärung warum man zu meinung gekommen ist, was die beweggründe, die lebensgeschichte, die lebensituation ist. da wird einiges klarer und verständlicher und der aggressive ton ist raus. das ist doch auch nur eine zuschlag- und verteidungshaltung, bring keine weiter und tut nur weh.
bei freundinnen ist es ja einfacher, die kennt man persönlich, kennt die lebensumstände und die aktuelle lebensituation. da kann man ein einzelnes statement gleich besser verstehen. hier mit der schreiberei ists schwieriger.

 
Am/um 10:30 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

und wahrheit: ich ringe auch nicht um DIE wahrheit, jede hat ihre, ich ringe darum, verstanden zu werden. dass ein gefühl, eine art, eine meinung nicht abgetan wird als irrelevant oder falsch, auch wenn sie jemand anders nicht hat. fällt mir auch nicht leicht, weil ich einen hang zur bergpredigt hab, aber es ist mir klar, das meine wahrheit eben nur meine wahrheit ist.
deswegen find ich auch so spitzen und streitereien eigentlich unnötig. interessanter wäre eine nähere erklärung warum man zu meinung gekommen ist, was die beweggründe, die lebensgeschichte, die lebensituation ist. da wird einiges klarer und verständlicher und der aggressive ton ist raus. das ist doch auch nur eine zuschlag- und verteidungshaltung, bring keine weiter und tut nur weh.
bei freundinnen ist es ja einfacher, die kennt man persönlich, kennt die lebensumstände und die aktuelle lebensituation. da kann man ein einzelnes statement gleich besser verstehen. hier mit der schreiberei ists schwieriger.

 
Am/um 11:44 PM , Anonymous Atta meinte...

Ja, Ingrid, da hast Du wohl recht, dass das aus der persönlichen Lebenserfahrung kommt. Das ist mir so noch nicht aufgefallen. Nun waren meine Erfahrungen mit Frauen halt wesentlich besser als mit Männern. Kann schon sein, dass ich etwas einseitig wahrnehme.
Aber wenn eine Frau lebensfern und verschroben oder rücksichtslos ist, dann ist Kinderkriegen und Haushaltsführung auch keine Garantie dafür, dass sie sich in eine liebevolle, aufmerksame und rundum erfreuliche Person verwandeln wird. Eher wird es unerfreulich für die Kinder... Dein Statement von oben, Anonym-Gauzibauz, war in meinen Augen halt auch eine "einseitige verherrlichung einer bestimmten lebensform".
Allein oder mit guten Freundinnen zu leben, stelle ich mir schön vor, bisher habe ich aus geldgründen allerdings nur Wohnen in der Herkunftsfamilie und in WGs ausprobiert.
Bisher habe ich auch kein Lebensmodell vorzustellen. Ich will eigentlich nur möglichst schnell fertig studieren, um endlich Geld zu verdienen und mich einzurichten. So lange man nicht weiß, wo man einen Job findet, ist ja doch alles etwas vorläufig. Klar, ein Job kann auch schneller weg sein, als man denkt. Aber es fühlt sich halt anders an. Gute Freundinnen sind bisher das Einzige, was Bestand hatte. Von einem Mann will ich nicht abhängig sein und ich habe auch noch keinen getroffen, mit dem ich mich getraut hätte, Kinder in Erwägung zu ziehen. Meist war ich nach einer Weile genervt, dass die Kerle auch mit über dreißig noch nicht erwachsen waren. Immer wenn es mal irgendwie ernster wurde, kam sowas wie "och nö, das überfordert mich jetzt, da hab ich keine Lust zu". Die waren ja schon hilflos, wenn ich bloß mal ne Grippe hatte... "äh, du bist krank? ne, da weiß ich jetzt nicht, was ich zu sagen soll, da ruf ich dich lieber wann anders nochmal an." Nein, den Mami-Ersatz und die Servicestation zu spielen, damit die Jungs ihre Kindheit ins Unendliche verlängern können, dazu hab ich keine Lust.
Soweit meine persönliche Erfahrung, schon klar, dass eine Frau mit anderen Erfahrungen ganz andere Ansichten dazu haben wird.

Viele Grüße
Atta

 
Am/um 6:40 AM , Anonymous Anonym meinte...

Hallo!
Speziell an "Gauzibauz" ---
Wenn du schon so weit unter die Gürtellinie gehst mit deinen Kommentaren ( "verloschenen Augen" )und ähnlichen unnötigen Bemerkungen : deinen Namen finde ich absolut beknackt, noch beknackter deine Koch- und Rezept-Seite.

ibsi - äh...anonym oder ? ibsi ? Wer bin ich? Vielleicht... Ano..? Oder was.. ? ibsi..?

 
Am/um 6:53 AM , Anonymous Anonym meinte...

Gauzileinchen - ich hab noch was vergessen: deine Katzen-Site ist auch etwas schlicht.

ibsi

 
Am/um 7:38 AM , Blogger kvinna meinte...

"ich habe auch gemerkt, dass einige frauen dem feminismus nichts abgewinnen können, weil sie sehr schlechte erfahrungen mit ihren müttern und anderen frauen gemacht haben, mit männern ehr gute"

Hm, da bin ich wohl ein Paradebeispiel. Ich war auf einem Mädchengymnasium, neun Jahre lang, zwar ohne Nonnen, aber schon katholisch. Und danach habe ich eine Lehre bei der Sparkasse gemacht, wo der überwiegende Teil des Fußvolks weiblich war, aber die Abteilungen und Zweigstellen zum größten Teil von Männern geführt wurden.

Meine Erfahrung: Hühnerhof. Ich konnte mit dem ganzen "Küsschen, Küsschen!" und so weiter gar nix anfangen und die Intrigen haben mir schwer zugesetzt.

Später habe ich dann bei einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet, als Sachbearbeiterin und als Sekretärin.

Wenn am Einsatzort die Männer in der Überzahl waren, empfand ich das als Erleichterung!

Ich habe lange Zeit keine Frauen an mich rangelassen, auch keine richtige Freundin gehabt.

Geändert hat sich das erst mit der Geburt meiner Tochter, dass ich einen Zugang zur Weiblichkeit gefunden habe, das für mich akzeptieren konnte.

Vorher war ich eher ziemlich kerlig. :)

Aber gewisse weibliche Zusammenrottungen - inzwischen sehe ich das differenzierter - finde ich noch immer unerträglich!

 
Am/um 9:20 AM , Anonymous Doris meinte...

also irgendwie bin ich erleichtert über des "rätsels lösung"anonym-gauzibauz .Ich hatte im hinterkopf so ein wundern, warum sich jemand mit so extremen aussagen, auch mit einem so extremen tonfall in diesen blog verirrt.Und dann noch luisa francia kennt..hä?Ich freu mich, dass ich mich nicht habe hinreißen lassen, mich zu rechtfertigen .Allerdings find ich es nicht fair den anderen gegenüber und was soll so eine provokation bringen, ich ziehe offene debatten vor.
@gauzibauz:Was ich überhaupt nicht mag, ist deine unterteilung in die, die um die wahrheit ringen und die anderen.
Ich seh den blog als eine bereicherung an, eine möglicvhkeit für mich persönliches zu hinterlassen und nicht als ein privates kaffeekränzchen derer, die um irgendwas ringen.
@kvinna:Auch wenn ich meinen freundinnen ein loblied gesungen habe, hab ich frauengesellschaften auch schon so ähnlich erlebt wie du, stichwort"stutenbissigkeit".Ich glaube, das wird aber z.t. vom system produziert,bzw.gefördert.Mittlerweile trenne ich nimmer in manderl und weiberl:), sondern in menschen, mit denen ich gut oder weniger gut arbeiten, leben, zusammen sein kann.Damit komme ich heute besser zurecht.
Lg
Doris

 
Am/um 10:47 AM , Anonymous Doris meinte...

Und noch was treibt mich um, der zitierte begriff der "alten jungfer".
Für mich kommt der komplett aus dem patriarchalen wortschatz und bringt gleich die bewertung mit, das eine frau nur dann was taugt, wenn sie mal geheiratet wurde, dann bitte auch fruchtbar zu sein hatte und tüchtig und bescheiden undundund.
All die , die diese höheren weihen nicht geschafft haben(warum auch immer...) sind dann alte jungfern...Für mich ist es ein aspekt des frauenlebens, alleine leben zu können, wenns sichs so ergibt.
Das ist aber was anderes als ein leben auf kosten der anderen zu führen und "sichs zu richten"
Ich hab ja oben schon mal "meine alte jungfer" erwähnt....
Wenn wir doch dauernd von der "vielfalt"reden, brauchen wir dann noch solche klischees??
Doris

 
Am/um 1:55 PM , Blogger der Gauzibauz meinte...

Mit um DIE Wahrheit ringen meine ich, dass wir hier nicht fortgehen eh die eigene Wahrheit mit der der andern irgendwie kompatibel gemacht wurde und eine es so für sich stehen lassen kann.Sprich jede ist mehr oder manchmal auch weniger bereit die Wahrheit der andern anzuerkennen und in ihre Sicht der Dinge zu integrieren.Den begriff ringen hab ich ganz bewusst gewählt, sonst hätt ich streiten geschrieben.Ich hab hier ´ne Menge gelernt und tu´s noch immer.Natürlich gibt es auch Ausnahmen die nur auf Konfrontation gehen und versuchen ihren Frust hier loszuwerden,gell,ibsi.
Die alte Jungfer ist ein wie ich meine, feststehender Begriff.Der bezeichnet mit zwei Worten einen komplexen Charackter,sowie z.B. Muttersöhnchen.Wo ist das Problem?

Der extreme Tonfall war Ironie, Zynik(oder heisst es ismus?).
Jedenfalls rechtfertige ich mich nicht dafür, schon gar nicht wenn die Stimme aus dem Orkus allzu persönlich wird, sicher in der Anonymität geborgen.Jedenfalls hoffe ich, dass ich der im wirklichen Leben nie begegne weil ich vermute dass sie sich das Gemüt eines Fleischerhundes mit meiner mütterlichen Freundin teilt.
Grüsse

 
Am/um 2:43 PM , Anonymous Anonym meinte...

Ja Gauzi lass nur alles raus, vielleicht tut dir die Reinigung gut und der Mief verschwindet aus deiner Aura. Vielleicht macht dich ja der von dir selbst regelmäßig verordnete mühselige Beziehungssex so sauer. Warum müssen deshalb die alten Jungfern als so ne Art Opfer von dir verunglimpft werden. Am Besten du gehst mal auf Kur und gewinnst ein bisschen Abstand. LG

 
Am/um 2:59 PM , Blogger der Gauzibauz meinte...

Bist du etwa eine?

 
Am/um 4:23 PM , Anonymous Doris meinte...

Ich glaub, ich hab mit so "feststehenden"begriffen ein problem, weil ich die verallgemeinerung nicht mag, die damit wem übergestülpt wird.
Aber vielleicht ist das mit der alten jungfer so ein reizwort für mich, weil die alten jungfern, die ich so kenne/ngelernt habe, nicht in das schema f reingepaßt haben.
Doch eine schon, aber selbst die war auf ihre weise eine beeindruckende persönlichkeit.
Trotzdem ist das noch keine verherrlichung einer lebensweise, wenn ich sage, ich habe gelernt, dass ich auch alleine sein kann.
@gauzibauz:mich tät interessieren, warum du zuerst deiner mütterlichen freundin so ergeben warst, irgendein bedürfnis wird sie bei dir doch damit gestillt haben.Und wie kam dann der umschwung?
Grüße,
Doris

 
Am/um 4:50 PM , Blogger der Gauzibauz meinte...

Ich hab meine Mutter geliebt und gehasst.Hab ganz einfach einen Muttersatzgesucht.(Bin ein Kind alkoholabhänger Eltern.)
Wie schon gesagt,ich hab mich ihren Anweisungen wiedersetzt.Dann liess sie mich fallen.Danach gingen mir erst die Augen auf.Dieses Trauma hab ich noch immer nicht überwunden, sie, die mütterliche Freundin und ehemalige Vorgesetzte und der damalige Chefarzt suchen mich immer noch in meinen Albträumen heim.Reicht die Erklärung?

 
Am/um 5:01 PM , Anonymous Doris meinte...

Ja, danke.
Lg,
Doris

 
Am/um 7:00 PM , Anonymous Stephanie meinte...

Na so ganz verstehe ich die Aufregung um die weiblichen Lebensmodelle und -gemeinschaften nicht. Unsere heutige gesellschaftliche Landschaft ist voll von alten und jungen Jungfern, d.h. unbemannt lebende Frauen oder die sich nicht in der, wie atta schreibt, „Artgerechten Frauenhaltung“ wieder finden. Und dass bedeutet auch nicht, dass die jetzt „jüngferlich“ lebenden Frauen, nicht schon ein paar andere Formen hinter sich haben.
Der einstige Aktionsradius einer solchen „alten Jungfer“ war mehr als begrenzt und Zurückgezogenheit und Eigenartigsein quasi gesellschaftlich verordnet. Es sei sie gehörte zu den ganz seltenen Ausnahmen, die auf genügend finanzielle Mittel zurückgreifen und sich abseits vom Kleinbürgertum ein schönes Leben machen konnten oder vielleicht mit der Titanic nach Amerika segeln. Die meisten endeten als Stiftsfräuleins oder blieben eben einfach in der Mutter- oder Geschwisterfamilie, wo sie eine durchaus sinnvolle Aufgabe haben konnten. Die unverheiratete Schwester des Bauern ist ein gutes Beispiel. Im Sippengefüge unserer AhnInnen gab es immer reichlich Frauen, die nicht aktuell mit einem Mann verbandelt waren. Junge Mädchen, alte Mädchen, Witwen, freie Frauen, die sich aus welchem Grunde auch immer, gegen „Ehe“ entschieden haben, wobei wir nicht vergessen dürfen, dass die Einehe, wie sie heute geliebt und gelobt wird, ein relativ junges Konstrukt ist.
Übrigens wer behauptet, dass die Beginen christlich organisiert waren? Das war ja der Trick – statt Ehe oder Kloster ein relativ selbstbestimmtes Leben in wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Die Beginen mit denen ich gesprochen habe, beriefen sich gerade auf die religionsunabhängigen Statuten, die sich diese Gruppen gaben. In der Zeit als sich Beginen zusammenschlossen, kam man im Alltagsleben an der Religion sehr schwer vorbei.

Übrigens, eine wohlmeinende Nachbarin sagte mal zu meiner Mutter: „…die Stephanie ist wohl zu wählerisch, die soll mal aufpassen, dass sie keine alte Jungfer wird!“ – da war ich zwanzig!! Ein echter Horror damals, zu denen zu gehören, „die keinen mehr abkriegt“. Ich kommentiere das lieber nicht.

Wenn es die Verhältnisse nicht hergeben oder sie sich aus freiem Willen heraus so entschieden hat, lebt die eine oder andere schon mal alleine – ein Zustand, der dem Grundbedürfnis der menschlichen Spezies eigentlich entgegen spricht und nicht zu empfehlen ist. Aber was soll’s, wir brauchen ja nur die Haustür zu öffnen und sind von Menschen umzingelt und außerdem sind wir inzwischen Intervernetzt.

Tja und wenn hier und da eine der völlig vorurteilslosen Freundin auf die Pelle rückt und von dieser dann als Schmarotzer gebrandmarkt wird, was soll’s – es lebe die schwesterliche Solidarität und der weibliche Gemeinschaftssinn.
Gruß Stephanie

 
Am/um 10:00 PM , Anonymous kadin meinte...

@gauzibauz:
ES WIRD KEINE MEHR VERFOLGT, GESTEINIGT ODER VERBRANNT FÜR IHRE LEBENSFORM.

nein du süße, privilegierte bewohnerinnen des westens werden nicht mit physischer gewalt an ihrer selbstverwirklichung gehindert.
oh, mein vater hat natürlich versucht, mich in form zu prügeln, meine freundinnen wurden von ihren eltern mit verachtung oder spott gestraft, aber was ist schon ein bisschen manipulation unter liebenden verwandten?

ich würde ja gerne verständnissvoller schreiben, weil deine erfahrung mit deiner mütterlichen feindinn sehr schmerzhaft klingt, aber du lässt deinen ärger an leuten aus, die dir nichts getan haben. mir fiel der blick von ingrids sohn auch auf, ich dachte aber eher: so ein munteres kleinkind haut wohl den stärksten mann um.
du hast sehr genaue vorstellungen von den gedanken deiner ehemaligen übermutter.
weißt du diese sachen von ihr selbst, hat sie dir jemand zugetragen (wenn ja, vergiss sie, und die person, die es tat auch) oder benutzt du deine beträchtliche vorstellungskraft und energie, um dich selbst fertig zu machen?

überhaupt, womöglich läutert leiden (in diesem fall deines) gar nicht. macht es gar blind für andere?
(das war ironie)
wirklich, ich bemühe mich, keine böse, unweibliche unter-dreißigjährige mit männern und karriere zu sein
(das war sarkasmus)
aber so selbstmitleidige jammertanten, bei denen die armen eltern und freundinnen auch nach dreißig jahren an allem schuld sind, die regen mich einfach auf
(das war zynismus. ist er nicht ekelhaft?)

 
Am/um 9:22 AM , Anonymous Anonym meinte...

Ich finde den Blick von Ingrids Sohn nicht leer. LG

 
Am/um 11:48 AM , Blogger Sam meinte...

Hallo Kadin,

"ES WIRD KEINE MEHR VERFOLGT, GESTEINIGT ODER VERBRANNT FÜR IHRE LEBENSFORM."
das war von mir, nicht von Gauzi.

"oh, mein vater hat natürlich versucht, mich in form zu prügeln, meine freundinnen wurden von ihren eltern mit verachtung oder spott gestraft, aber was ist schon ein bisschen manipulation unter liebenden verwandten?"
Das ist von Dir.

"aber so selbstmitleidige jammertanten, bei denen die armen eltern und freundinnen auch nach dreißig jahren an allem schuld sind, die regen mich einfach auf"
Das ist auch von Dir.

Ich gehe also davon aus, dass Du Deine Familie nicht mehr für Deine heutige Lebensform verantwortlich machst --- also was meinst Du dann? Wer oder was bedroht/verfolgt Dich, wenn Du lebst wie Du lebst?

Weiterhin finde ich, Gauzi hat sich lediglich erklärt.

Und nochmal weiterhin: Seht ihr alle mitnander zum ersten Mal einen Schnappschuss oder was? Eine Kamera kann den Sekundenbruchteil einer Mimikreaktion abbilden, den nimmt das Auge nicht mal war- da kann eine Schreckensvisage dabei rauskommen in der man sich selbst nicht wiedererkennt. Und zwar umso eher, je bewegter und lebendiger die Mimik ist.
Von dem Mann sieht man ja nicht mal die Augen.

Mir schwebt grad ein Seminar vor: "Giften und geifern, aber effizient"

:) Sam

 
Am/um 8:21 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

ja -- und die schreckensvisage hat er auch noch absichtlich gezogen, weil ich gesagt hab, zieh keine grimassen mehr, schau "normal".
was mich an der bemerkung eigentlich erschüttert hat, ist meine reaktion, dass sie sofort in mir einen stachel gesetzt hat, also dass ich total leicht ein schlechtes gewissen bekomme auf die schiene, als mutter versagt.
das steckt ja voll drin, die gehirnwäsche, bei mir. deswegen hab ich auch gleich so giftig reagiert.
wieder was gelernt...

 
Am/um 7:16 PM , Anonymous kadin, meinte...

ich muss wohl eine kleinigkeit erklären: ich meinte, dass ich den blick als etwas erschöpft empfand. was so passiert, wenn man kleinkinder spazierenträgt.
ansonsten dachte ich, dass leute, die provozieren, provokation anderer als solche erkennen. zumal in klammern darunter zu schreiben, dass es sich um solche handelt nicht allzu subtil ist. somit möchte ich das kompliment zurückgeben: da hat sich wohl die individuelle lebenssituation selbstständig gemacht.

lg
kadin

 
Am/um 3:57 PM , Anonymous schamanca meinte...

@gauzi...

Könntest Du bitte Deine ungelösten Probleme und Unterstellungen, aus anderen Blogs heraushalten? Du zersäbelst mal wieder eine Diskussion, schmeißt Dich in die Mitte, schreist und geiferst nach Beachtung. Hast Du das nötig?

Ich bewundere Inges Geduld.

liebe Grüße an alle
silvia

 

Kommentar veröffentlichen

<< Startseite