Montag, Mai 21, 2007

abtrainiert



Was ist wirklich weiblich? Als Mädchen schon fand ich mich mit meiner Zukunft nicht zurecht. Ich sollte niedlich, hübsch, brav, leise und wenn-schon-intelligent-dann-wenigstens-so-tun-als-wäre-ich-es-nicht werden. Ich war aber groß, laut, frech und hatte keine Lust, mich zu verstellen. Im Gegenteil. Ich hatte immer Spaß am Disput mit männlichen Erwachsenen.



Erst versuchte ich, nicht "weiblich" zu sein, ich kleidete und benahm mich wie ein Junge. Ich kam recht schnell dahinter, dass das, was bei uns als "weiblich" gilt, irgendwie erlernt und angewöhnt sein muss, also nicht tatsächlich weiblich.



Verdächtig ist ja, dass die sogenannten weiblichen Eigenschaften alle eine gewisse Pflegeleichtigkeit ergeben. Niedlich, hübsch, brav, zurückhaltend. Das alles ist also nicht wirklich weiblich, sondern so, wie wir für andere am ansehnlichsten und praktischten sind. Benutzbar und nicht Angst einflößend.



Was ist also wirklich weiblich? Streitlust, Motzerei, Faulenzen, Aggressivität, Schreierei, Hinterlist. Muss weiblich sein, haben wir immer noch, trotz intensiver Bemühungen, uns das Abzutrainieren. Obwohl, wie ich ja in mehr Artikeln in dem Blog gesehen habe, das mit dem Zurechtstutzen und Abtrainieren ist ja auch ein Selbstläufer geworden. Wenn eine von uns ein wenig ausbricht, wird sie von Ihresgleichen in die Mangel genommen. Wir funktionieren also bestens.



15 Kommentare:

Am/um 6:24 AM , Anonymous Anonym meinte...

Guten Morgen Ingrid !
Weiblich ist das, was du daraus machst. Vergiss all die aufgezählten veralterten Klischees. Das ist schon lange Schnee von gestern. Ich nehme mir "als Frau" die Freiheit so zu sein wie ich will. Und wenn ich Lust dazu habe zählt auch Avon-Kosmetik dazu und Holzhacken, um bei den Klischees zu bleiben. Es gibt genug Frauenliteratur über´s Thema, wir sollten den nächsten Schritt tun und (Weiblichkeit) leben. So fern eine meint, sie müsste es einem Mann gleich tun ... ist dies wahrscheinlich auch ihre Form von weiblicher Freiheit. Wenn ich Porno-Star werden will, so habe ich die Wahl, ebenso wenn ich Krankenschwester sein möchte, beispielsweise. Bestimmte Charaktereigenschaften, ob die Weiblich sind ? Glaub ich persönlich nicht.
Einen schönen Tag wünsch ich dir. ibsi

 
Am/um 4:15 PM , Blogger kvinna meinte...

Was ist eigentlich wirklich weiblich? Die Frage beschäftigt mich auch. Was macht die Frau aus?

Irgendwo habe ich mal einen Satz gelesen, der lautete sinngemäß so:

"Ein Geschlechtsorgan zu haben, dass sich öffnet und empfängt, ist eine andere Art, in der Welt zu sein, als eines zu haben, das eindringt und vorstößt."

Vielleicht kann frau diesen Gedanken als gegebene Grundlage annehmen, von der aus sich weitere Überlegungen ableiten lassen.

Wobei ich ausdrücklich der Meinung bin, dass "sich öffnen" und "empfangen" NICHT gleichbedeutend ist mit "unterliegen", "erdulden", "hinnehmen"!!

 
Am/um 10:07 PM , Anonymous Anonym meinte...

Hallo Ingrid

Stichwort: sie von Ihresgleichen in die Mangel genommen. Wir funktionieren also bestens.

Jetzt bin ich mal gespannt, was Du darüber findest. Ich hatte am letzten 8.3. meinen Chef angebrüllt, ohne beleidigend zu sein. Am nächsten tag bekam ich ein Hausverbot, meine bürokollegin hatte sich gestört gefühlt, weil ich sehr aufgebracht war und alte Sachen zum Entsorgen bereit gestellt hatte. Wohlverstanden hatte sie sich gestört gefüllt bei privater Arbeit wie sie mir mitgeteilt hatte. Ich erlebte einen Schock und musste ein paar Tage später in eine psychiatrische Klinik.
Ich gebe zu ich befand mich in einem aussergewöhnlichen Zustand, aber irgendwie frage ich mich doch, ob ich nicht so abgestürtzt wäre, sofern meine Bürokollegin anders reagiert hätte...
Liebe Grüsse. R.

 
Am/um 2:43 PM , Anonymous Anonym meinte...

An R.
Wie hätte sie deiner Meinung nach reagieren müssen ?
ibsi

 
Am/um 7:29 PM , Anonymous Anonym meinte...

Hallo Ibsi

Nicht reagieren müssen! Aber evt. anders reagieren können...
Mich evt. begleiten und nicht alleine lassen...Evt. jemanden suchen der mir beigestanden hätte...Mich nicht aus dem Büro ausschliessen oder dann sanfter nicht gleich mit einem Hausverbot. Da kam ich mir nämlich wie eine Kriminelle vor, wohlverstanden ich habe meinen Chef angebrüllt und Ordnung im Büro gemacht...
Gruss. R.

 
Am/um 9:09 AM , Anonymous Anonym meinte...

Hallo R.,

wäre es nicht interessanter herauszufinden, warum Dich ein (zurecht unwürdiges) Verhalten Deiner Kollegen/Chefs so dermaßen aus den Schuhen haut, daß Du in eine Klinik mußtest? Um es klar zu schreiben, ich stehe nicht auf der "Seite" der Firma, sondern ich fände es günstiger und produktiver jetzt zu schauen, warum diese Reaktion bei DIR ausgelöst werden konnte. Ob ich mich verständlich ausdrücke? Hm....
Ich wünsche Dir, daß Du die Kraft findest und den etwas schmerzfreieren Blick auf das JETZT richten kannst, und neben der ungerechten und verletzenden Situationen auch etwas erkennen und lernen kannst. Damit Du mit noch mehr Rückrat aus diesem Tiefschlag heraus gehen kannst und wirst.

Grüße Jette

 
Am/um 9:26 AM , Anonymous Nimien meinte...

Alle in deinem Beitrag aufgeführten Qualitäten sind für mich weder männlich, noch weiblich, sondern schlicht menschliche Eigenarten. Sie sind sowohl unter Männern, als auch unter Frauen anzutreffen. Die meisten psychologischen Studien konnten keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen. Das, was mein Frausein ausmacht, ist zum einen die Erfahrung, in einem - sowohl genetisch, als auch anatomisch - weiblichen Körper zu leben, und zum anderen die, mich mit weiblichen Traditionen und Rollenerwartungen konfrontiert zu sehen. An so etwas wie "typisch weibliche Eigenarten" glaube ich nicht.

@kvinna: Dem von dir zitierten Satz 'Ein Geschlechtsorgan zu haben, das sich öffnet und empfängt, ist eine andere Art, in der Welt zu sein, als eines zu haben, das eindringt und vorstößt' kann ich nicht zustimmen. Mein Geschlechtsorgan beeinflusst lediglich meine Art, Sexualität zu erleben. Meine Art, in der Welt zu sein, wird hingegen von meinen Sinnen, meiner Wahrnehmung, meinem Denken, meinem Fühlen und meinem Handeln geprägt. All diese Fähigkeiten aber beruhen auf meinem Hirn und nicht auf meiner Vagina.

Wäre die Art, in der Welt zu sein, tatsächlich ein Spiegel des Geschlechtsorgans, müssten Männer hie und da zu spontanen Höchstleistungen auflaufen, ansonsten aber meistens schlaff und nutzlos in der Gegend herumhängen.

Ich bin all dieser Klischees müde. Weiblichkeit ist eine Facette meines Seins - eine sehr schöne, wunderbare Facette, aber eben nur eine unter vielen. Ich möchte mich nicht darauf reduzieren lassen. Von daher ist die Frage "Was macht die Frau aus?" für mich nicht relevant. Für mich ist die entscheidende Frage: "Was macht MICH aus?"

 
Am/um 10:25 AM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

Es ist im Gegenteil Fakt, dass viele ForscherInnen und PsychologInnen explizite Unterschiede zwischen den Geschlechtern herausgefunden haben. Mir geht es auch erst mal um die Sozialisierung, die läuft doch wirklich unbestritten unterschiedlich ab, und im Gegensatz oder auch Ergänzend dazu, was wirklich aus dem tiefsten Inneren weiblich ist.
Frauen sind durch ihre Eigenschaft, gebären zu können ganz anders in den großen Verbund allen Lebendigen eingebunden, viel unmittelbarer. Das ist nur so ein Beispiel.
Ich sehe mich nicht neutral und androgyn, da sehe ich einer Wahrheit nicht ins Auge. Ich sehe es ja jeden Tag, im Job zum Beispiel, wie mit Männern und wie mit Frauen umgegangen wird, die Unterschiede im Gehalt, in der Anerkennung ihrer Kompetenz usw. Alles nur Beispiele. Wer meint, alle seien gleich und werden auch gleich behandelt, muss blind sein. Ich kann mich auch von meinem Körper nicht so distanzieren, dass ich eine Vagina für Sex habe, aber sonst bedeutet das nichts, sonst bin ich ein Neutrum. Die Interpretation von Sinnesdaten ist ja auch hormongesteuert und es ist Fakt, dass die Geschlechter unterschiedliche Hormonarten und -konzentrationen aufweisen. Also ist das Erleben der gleichen Umgebung und des gleichen Ereignisses unterschiedlich. Ich will damit auch darauf hinweisen, dass in uns eine spezifische Kraft und Energie verborgen ist, die wir frei legen können. Die Männer so nicht haben.
@R.
Stimme eigentlich mit Nimien überein in der Frage, es ist wichtig zu Fragen was dich eigentlich so verunsichert. Obwohl ich weiß, dass Phasen in denen eine Frau aufwacht und beschlossen hat, nicht mehr alles zu erdulden sehr heftig werden können, und viele in der Phase "verrückt" werden, im wahrsten Sinne. Was die Psychatrie anbelangt, hätte ich wieder Angst, dass ich wieder zum Funktionieren gebracht werde, ohne dass der Kern der Sache angetastet wird. Es bleibt meist ein Gefühl von "mit mir stimmt was nicht", obwohl der Ausbruch in die richtige Richtung geht. Wichtig ist nur, dass du lernst, damit umzugehen, das positiv zu nutzen und dich nicht selbst zu zerstören. Suche Frauen, die genauso denken und dich unterstützen.
@ibsi, das mit dem Porno-Star, das ist es doch genau. Gut möglicherweise gibt es Frauen, die das machen können und alles ist gut. Meist jedoch machen das Frauen, die im Vorfeld seelisch schon total deformiert worden sind. Das ist doch der Punkt, dass viele "freie" Entscheidungen so frei gar nicht sind. Die ganze Erziehung, die Sicht auf Weiblichkeit, die gesellschaftlichen Normen, sind so tief im Unterbewussten begraben und verankert, dass sie unmerklich unsere Entscheidungen und unsere Sicht der Welt beeinflussen. Mir geht es darum, das ein wenig auszusortieren, was wurde an- oder abtrainiert, wie fühlt sich Weiblichkeit tatsächlich an, wie ist es für die Einzelne.

lg i.

 
Am/um 12:14 PM , Blogger kvinna meinte...

Ich hatte auch nicht die Absicht, die Wesenheit der Frau an ihren Geschlechtsteilen zu befestigen.

Aber mit der Fähigkeit zu Gebären, d.h., mit meiner weiblichen Körperlichkeit, mit meiner Sexualität, bin ich ganz anders in der Welt als ein Mann. Gehe ich von ganz andern Grundlagen aus.

Und meine Scheide ist mitnichten von meinem Gehirn zu trennen. Was meinen Körper anbelangt, so hängt da ALLES mit ALLEM zusammen und zwar auch mit dem nicht-physischen.

Es gibt Männer, die ganz seltsame Dinge tun, die dann im Fernsehen gezeigt werden: Baumstämme werfen, Betonklötze von unglaublicher Größe auf ein Podest heben und Ähnliches, sowas sind tatsächlich eigene Sportarten.

Ich käme nie, niemals auf die Idee, so etwas zu versuchen. So fragte ich mich also beim Anblick ihrer konzentrierten, angestrengten Gesichter:

"Warum tun Männer so etwas?"

Die Antwort, die mir fast sofort kam, scheint mir einleuchtend und erklärt auch, warum ICH so etwas nicht brauche:

"Weil Männer keine Kinder kriegen können."

 
Am/um 2:28 PM , Anonymous Doris meinte...

Leichter als zu sagen"was ist weiblich?" fällt mir manchmal zu sagen "was ist un-weiblich?".Und das ist in unserem kulturkreis z.b. die kombination von frau+materieller wohlstand.
Mich fasziniert in diesem zusammenhang, dass es zeiten gegeben hat, da das komplett anders war und wirtschaftlicher besitz in frauenhand war.Dieses wissen ist mir wichtig, weil es das dogma von der naturgegebenen unterlegenheit der frau, das immer noch einfach überall vorhanden ist,atomisiert.
MIt dem wissen im rücken, fällt es mir z.b.leichter, materiellen wohlstand als etwas zu sehen, das mir durchaus zusteht/zustünde.Versteht sich, dabei nicht den blick auf das ganze und die schieflage zu verlieren.
Lg, Doris

 
Am/um 9:56 PM , Anonymous Nimien meinte...

@Ingrid: Auf welche Quellen beziehst du dich denn bei deinen psychologischen Studien sprichst? Ich habe dieses Feld immer wieder aufmerksam verfolgt. Schon während meines Studiums war dabei die gültige Lehrmeinung, dass die Bandbreite innerhalb der Geschlechter wesentlich größer ist als die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die nur selten empirisch bedeutsam sind. Diese wurde in der großangelegten Meta-Studie von Janet Hyde (2005) erneut bestätigt. Eindeutige Unterschiede fanden sich da nur im Bereich der motorischen Fähigkeiten (Männer sid besser im Weitwurf), beim Sexualverhalten (sie masturbieren häufiger) und beim Auftreten körperliche Aggression (diese ist bei Männern häufiger, während es im Bereich der verbalen Aggression keine Unterschiede mehr gibt). Untersucht man hingegen Persönlichkeit, Kommunikationsverhalten, Gedächtnisfähigkeit oder Führungsstile finden sich kaum noch Differenzen zwischen den Geschlechtern. Dass wir das im Alltag subjektiv oft anders wahrnehmen, ist eine Folge der Stereotype, denen wir unterliegen.

Damit vertrete ich jedoch keineswegs die Ansicht, alle seien gleich und würden gleich behandelt. Erstens sind natürlich nicht alle Menschen gleich, sondern ausgesprochen vielfältig und verschieden. Aber diese Unterschiede finden sich jeweils bei beiden Geschlechtern. Sie stellen keine klare Trennlinie zwischen Männern und Frauen dar. Und zweitens ist es eine unbestreitbare Tatsache, dass Frauen in viel zu vielen Bereichen des Lebens noch immer benachteiligt werden. Auch gewisse Unterschiede in der Sozialisation leugne ich keineswegs.

Ich sehe mich auch nicht als neutral und androgyn. Meine Weiblichkeit ist ein wichtiger Teil meiner Persönlichkeit. Aber sie ist nicht die Hauptkategorie meiner Persönlichkeit, sondern nur eine unter vielen. Die unterschiedlichen Hormonkonzentrationen allein reichen keineswegs aus, um grundsätzliche Geschlechtsunterschiede zu postulieren. Gerade WEIL die Wechselwirkung zwischen Körper, Psyche und Umwelteinflüssen so komplex ist, halte ich es für hochproblematisch, solche Parallelen zu ziehen. (Gerade in der Wissenschaft sind die Forscherinnen und Forscher äußest vorsichtig und zurückhaltend mit derartigen Interpretationen.)

Natürlich isoliere ich meine Vagina nicht von meinem Geirn. Schließlich ist letzteres mein wichtigstes Sexualorgan und beide stehen in einer ständigen Wechselwirkung miteinander. Aber dass ich eine Vagina habe, ist eben nur ein Mosaiksteinchen unter vielen (und im übrigen auch noch lange keine Garantie dafür, dass ich Kinder bekommen kann).

Aber noch eine Frage an Ingrid: Worin genau siehst du denn den Unterschied zwischen Männern und Frauen? Was sind das für Kräfte und Energien, die in uns liegen und die Männern verschlossen sind?

 
Am/um 11:45 AM , Blogger kvinna meinte...

Was Studien angeht, so misstraue ich ihnen grundsätzlich. Denn im Controlling habe ich mit Schrecken entdeckt, dass sich mit denselben Zahlen und Fakten zwei einander entgegengesetzte Wahrheiten jede für sich lückenlos beweisen lassen.

Kommt dazu die unterschiedliche WAHR-Nehmung jedes einzelnen Individuums.

Ich halte es für möglich, dass die verschiedenen Universitäten mit denselben Quellen einander konträre Weltbilder vermitteln können. Aber das ist nur meine Brille!!!

Zur Zeit lese ich Wolf-Dieter Storls "Kräuterkunde". Folge ich dem Modell, das er darin entwirft, so sind die Pflanzen an sich nicht voll inkarniert, d.h., sie sind makrokosmische Lebewesen, während z.B. Säugetiere, also auch der Mensch, mikrokosmisch sind.

Sinngemäß - ich find's gerade nicht, Mist! - heißt es an einer Stelle, dass das Eisen dafür verantwortlich ist, dass der Mensch im Gegensatz zur Pflanze voll inkarniert.

Eisen.

Wegen einer Hormonspirale habe ich fünf Jahre lang nicht menstruiert, seit sie mir gezogen wurde, laviere ich durch den Blutverlust anscheinend permanent an einer Eisen-Unterversorgung entlang.

Kennt hier noch jemand das berauschende Gefühl von hohem Blutverlust? Das Gefühl, sich aufzulösen, seine Bestandteile in den Raum zu verteilen? Die melancholischen bis depressiven Symptome von Eisenmangel?

Wo haben Männer das?

Und nochmal, jenseits von Gleichbehandlung, Gleichbezahlung, Penisneid und Männervergleich:

Was IST weiblich?

 
Am/um 5:57 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

so gut wie kvinna hätte ich es garnicht ausdrücken können. ich will auch auf die beliebige biegung der realität durch untersuchungen hinaus. das ergebnis erfüllt immer einen zweck. momentan ist es in im sinne von gender mainstreaming, davon auszugehen, dass männer und frauen total gleich sind.
mich hat der text von nimien natürlich auch zum nachdenken angeregt. demnach argumentiere ich auch nicht richtig, wenn ich auf psychologische untersuchen hinweise. obwohl es sie gibt, ich lese halt viel und einer zitiert den anderen, und ich kann nicht so exakt auf quellen hinweisen. doch eine z.b. ein sehr umstrittenes buch: louann brizendine, das weibliche gehirn, warum frauen anders sind als männer.
es war ja auch im wissenschaftlichen diskurs immer durchaus üblich frauen zu diskreditieren und auszuschließen (z.b. heide göttner-abendroth und maria gimbutas) die nicht unterlegenheit, nicht gleichheit sondern andersartigkeit oder sogar (welch wagemut) die überlegenheit der frau postulierten.
viele feministische forscherinnen hielten sich aber auch total raus aus schlechter-besser-anders, sondern untersuchten die situation der frauen und ließen die männer außen vor. z.b. lieferten feministische autorinnen ganz andere ansätze zur arbeit mit magersüchtigen frauen und mädchen, weil sie nicht der (zum größten teil von männern und männlich denkenden frauen bestimmten) üblichen lehrmeinung folgten, sondern andere zusammenhänge untersuchten.
es ist aber schon mal ein schritt, dass männer und frauen als "gleich" betrachtet werden, im gegensatz zur theorie, frauen seien unterlegen, mit der sich die wissenschaftler im letzten jahrhundert gerne einen namen machten. da gings ja gegen alles, es musste einfach die überlegenheit des weißen mannes wissenschaftlich begründet werden, gegen frauen, und andere völker. es ist also einfach auch zeitgeist.
ich habe deswegen nicht ganz richtig mit psychologischen untersuchungen begründet, weil das auf was ich hinaus will, sich jenseits befindet und nur von der einzelnen frau erfahren werden kann. durch spüren, trance, meditation, erdung, usw.
mit dem argument, wir können leben hervorbringen, meine ich das schöpferische an sich und schließe keinesfalls kinderlose frauen aus. es ist einfach das können, etwas lebendiges hervorzubringen, was auch immer es sein mag.

Also: Was IST weiblich?

Die frage ist tatsächlich jenseits von allem alltäglichen und gleichgestelltem und männervergleich gemeint.

es geht um spüren, wurzeln, nach-innen-schauen, zyklisch leben, fluktuieren, verbinden, trennen usw. usw.

 
Am/um 7:11 PM , Blogger kvinna meinte...

Jepp!

 
Am/um 10:22 AM , Anonymous Anonym meinte...

kvinna said:
"Ein Geschlechtsorgan zu haben, dass sich öffnet und empfängt, ist eine andere Art, in der Welt zu sein, als eines zu haben, das eindringt und vorstößt."

hm, wenn schon vergleichen, dann bitte richtig.eindringen, vorstossen...ist sich doch sehr ähnlich und nimmt wenig bezug auf das "empfangen". wie wärs mit:

"...andere art in der welt zu sein, als eines zu haben, das eindringt und gibt"?

kvinna said:
Wobei ich ausdrücklich der Meinung bin, dass "sich öffnen" und "empfangen" NICHT gleichbedeutend ist mit "unterliegen", "erdulden", "hinnehmen"!!
und ich bin ausdrücklich der meinung, dass sex nichts mit "vorstossen und eindringen" (das hört sich eher nach einem kriegsakt an, search and destroy) zu tun hat, sonder eher mit "sich verbinden".

ich finds schon sehr lustig, dass bei solchen vergleichen die männliche seite auch immer mit den aggressivsten wortvarianten abgespeist wird. man(n) kann anscheinend nicht "mal zu besuch vorbei kommen und ein geschenk mitbringen" (ja,der satz hinkt ein bissl, böser schlafmangel).

ich finde es völligst falsch, beide geschlechter als "gleich" anzusehen. es gibt unterschiede, nur heisst es diese durch gegenseitigen respekt ,kompromissbereitschaft und dem wissen, DASS es diese unterschiede gibt, zu kompensieren.
ich will in keiner weise auf "frau an den herd" hinaus. aber... irgendwann wurde von der natur die entscheidung getroffen "männer geben was, frauen setzen ne zeit später (unter zuhilfenahme des gegebenen) neues leben in die welt". zusammen mit der rudelstruktur in der wir nunmal immer noch leben, ergibt das eine hochschwangere frau, die schlecht alphatier sein kein, denn sie würde nicht nur 2 leben direkt in gefahr bringen, sondern auch ihre ganze gruppe. also muss der mann halt los und das essen besorgen. muss er sich ein paar tausend jahre später dafür nur noch ein paar hundert meter zum supermarkt bewegen (lassen(auto)) und nicht mehr tieren hinterherhetzen oder den gaznen tag im wald rumlaufen und beeren sammeln, na dann wirft er halt baumstämme, verausgabt sich und wenn er gewinnt ist er auch noch das allertollste aplhatier.
diese denk/sozial-strukturen sind in ansätzen immer noch vorhanden, bei einer person stärker ausgeprägt als bei der anderen.

hm, bissl abgeschweift...
wie schon gesagt, man muss nur wissen DASS es sie gibt, dann kann man mit intelligenz kompensieren.
manche weiblichen denkvorggänge/schlussfolgerungen kann ich einfach nicht nachvollziehen. und das hat ganz bestimmt mit dem umstand zu tun, dass frauen wissen, sie haben die möglichkeit neues leben zu gebären, 9 monate lang direkt physisch mit diesem leben verbunden zu sein, dass in ihnen heranwächst.
wie soll sich ein mann auch nur ansatzweise vorstellen können, wie das ist?

und damit direkt zurück zum thema. weiblich ist für mich folgendes:
-eben die möglichkeit neues leben zu gebären
-eine gewisse körperliche ästhetik.
wie frauen sich bewegen, das eigene
körperempfinden (und wieder: wer mit dem eigenen körper neues leben schaffen kann, wird wohl anders damit umgehen)
-dieses für mich eben nicht nachzuvollziehende geheimnisvolle andere...

ich könnt noch lange weiterschreiben, aber ich sollte wohl lieber bald mal schlafen.

mfg
ein mann der sich auf der suche nach artikeln über eisenmangel hierher verirrt hat und dann interessiert weiter gelesen hat.

 

Kommentar veröffentlichen

<< Startseite