Sonntag, Oktober 14, 2007

vesta, vestalinnen und kybele

Älteste Tempel huldigen der Göttin. War klar. Sehr gutes Buch: Die Weise Alte von Barbara G. Walker. Dieses Buch würde ich als Pflichtlektüre in Schulen einführen. Es entwirft ein realistisches Bild unserer Kulturgeschichte. Ich hatte es zufällig im Reisegepäck, es lag schon eine Weile ungelesen bei mir herum. Es passte perfekt.

Es ist nicht meine Art Länder auf eine kulinarische und spaßbezogene Weise zu besuchen. Also hübsche Italiener kennen lernen, Chianti trinken und so weiter. Ich suche Kraftorte auf, lasse mich magisch anziehen, schnüffle, spüre, fühle, frage, bekomme Antworten.

Ich besuchte den Tempel der Vesta und das Haus der Vestalinnen, die ältesten Gebäude auf dem Forum Romanum. Vorher googelte ich Vesta und Vestalinnen. Ich bekam immer die selbe Info. Vestalinnen hüteten das heilige Feuer. Sie waren Jungfrauen und wurden, wenn sie unkeusch waren, lebendig eingemauert. Ich hatte schon den Verdacht, dass da einer von andern abgeschrieben hatte. Fakt ist, dass einmal eine Vestalin sehr plötzlich und ungerechtfertigt von einem Kaiser zum Tode verurteilt wurde. Das Urteil war schon zur Zeit seiner Vollstreckung wegen seiner Ungerchtigkeit und dem Mangel an Beweisen umstritten. Es ist so wichtig, daran zu denken, dass Begriffe wie Keuschheit erst mit der Einführung des Christentums in unser Denken gebrannt wurden. Wir sehen die Vergangenheit durch unsere heutige Brille. Das führt zu massiven Fehleinschätzungen.

Was ich dort erspürte, war eine sehr lebendige Frauengemeinschaft. Leicht, schön. Pflanzen, Kräuter und Ernährung waren wichtig. Masken, Tänze. Und Sinnlichkeit. Zärtlichkeit und Freuden untereinander. Natürlich war das alles auch sehr elitär.

Und ich besuchte den Tempel der Kybele, der älteste Tempel in Rom überhaupt. Das wusste ich gar nicht, als ich losfuhr, das es den gibt. So gehen meine Reisen. Kybele ist mir auch noch relativ unbekannt (gewesen). Ich glaube Luisas neues Buch handelt von Kybele. Grad experimetiere ich zuhause mit einem Granatapfel. Er bringt mir ein matriarchal arabisches Dimensionstor in meine Küche. Faszinierend.

Ich stellte Kybele Fragen. Und bekam überraschende Antworten. Warum hat sich die matriarchale Gesellschaft aufgelöst? Warum entwickelte sich alles so kriegerisch? Ich bekam ganz persönliche Antworten auf diese Fragen. Das Feuer (Rom steht auf einem sehr feurigen Energie Ort) ist schwer zu hüten. Unmöglich zu zähmen. Später sah ich von weitem einen römischen Legionär, ein Feldherr (ein verkleideter Italiener, der Touristen für Fotos ansprach). Als ich näher kam, wandte er sich zu mir um. Blickte mich an und grüßte mich voller Ehrerbietung nach Art der Legionäre. Blitzartig schossen unbekannte Bilder und Gefühle ich mich. Die Liebe einer Frau zu einem Helden, der die ganze Welt nur für sie erobert. Es war so stark, so real und doch so fremd. Überwältigend.

Und weil Bilder mehr als Worte sagen, viel zum Schauen:



























































4 Kommentare:

Am/um 12:17 AM , Blogger Ursel meinte...

Que saudade !
Achja, ob ich da nochmal hinkomme ?
Dreimal war ich schon in Rom, zweimal mit den Messdienerinnen ;) und einmal mit einem Jugendchor.
Ich liebe diese Stadt !
Aber das vierte Mal würde sicher auch anders..
Erzählst Du noch ein bisschen wass zu Kybele ? Ich weiss garnichts von ihr. D.h., ich kann natürlich auch googlen :)
DANKE für die Bilder !

LG Ursel

 
Am/um 8:34 AM , Blogger kvinna meinte...

Sieht so aus, als hättest du viel in Zügen gesessen... und auf Bahnhöfen gewartet... :)

 
Am/um 9:47 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

auf bahnhöfen hab ich nicht viel gewartet, aber mein hotel war ganz in der nähe vom statione termini, dem hauptbahnhof von rom, da kam ich dann ziemlich oft vorbei.

von kybele weiß ich auch noch sehr wenig, ich glaub aber, dass luisas neues buch, dass es noch nicht zu kaufen gibt von ihr handelt. sie ist eine göttin aus dem kleinasiatischen raum. ich hab ja beim losfahren gar nicht gewusst, dass es in rom den kybele tempel gibt. das hab ich erst im zug im reiseführer gesehen. nun interessiert sie mich aber auch sehr stark und ich werde informationen sammeln.

 
Am/um 9:48 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

in zügen hab ich wohl viel gesessen, 28 stunden insgesamt in den 3 tagen. ich liebe zug fahren!!!

 

Kommentar veröffentlichen

<< Startseite