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War ganz schön aufgewühlt und aufwühlend der Blogeintrag. Die Beiträge sind interessant, sehr vielfältig, auch überraschend. Anfangs gings mir richtig an die Substanz, ich fühlte mich nicht verstanden und klein gemacht. Es war für mich auch eine gute Übung darin, zu einer Meinung zu stehen, zu mir selbst zu stehen, auch wenn die meisten dagegen sind. Ich bin ja Sternzeichen Waage und neige dazu, einen Schritt zurückzugehen, wenn die anderen nicht meiner Meinung sind. Es ist schwer auszuhalten für mich, aber es geht.

Deutlich ist auch die Vielfalt der Meinungen. Und das mit den untypischen Frauen, dass jede Frau nicht einzuordnen ist, eine liebt Computer und Barbies, die andere fährt gern schnell Auto, mag schöne Kleider und kann einen verstopften Abfluss richten. Ich kann z.B. auch wundervoll Stricken. Oder eben einen Brenner in der Computer einbauen.

Ich seh es auch so, dass eine Frau alleine da nicht "raus" kommt, erst muss sie alleine, aber auf die Dauer würde so jede Frau von vorne anfangen, und sich nichts ändern. Eine Möglichkeit suchen "weiter" zu machen find ich gut, wie die eine Schreiberin, die in die Politik gegangen ist, oder eine Frau die Bücher schreibt (ich hab heute ein interessantes gesehen, morgen schreib ich es in den blog, wie es heißt, es geht um den staatlich finanzierten Lebensentwurf für Familien, der total unzeitgemäß ist), in welcher Form auch immer, eine Ute Schiran geht ja völlig anders an die Sache ran, als eine Julia Onken, die ich im letzten Eintrag zitiert hatte. Mein Pädagigik-Professorin an der FH regte auch dringend Mädchenarbeit an, "damit junge Frauen nicht mit 22 beim Staubsaugen in der Wohung von Don Johnson träumen", wie sie sagte.

Na es gibt vieles, jede nach ihrer Art. Das ist womöglich der nächste Schritt für mich, ich bin in meinem eigenen Kampf um ein selbstbestimmtes Leben aus dem Gröbsten raus.

Ich war teilweise in Situationen gefangen, in denen ich niemals geglaubt hätte, ich könnte arbeiten gehen, mir eine eigene Wohnung und ein eigenes Leben finanzieren. Ich hatte sehr viel Angst einerseits. Andererseits auch wenig Lust, mein ganzes Leben lang jeden Tag in die Arbeit zu gehen und Karriere zu machen. Das hat mich mit 18 gar nicht interessiert. Ich denke, da war auch viel Angst und Orientierungslosigkeit dabei, es war auch damals die Zeit der "No Future" Generation, ich sah mich übermächtigen Regierungen gegenüber, die mit einem Kopfdruck 100x jedes Leben auf diesem Planeten auslöschen konnten, ein Teil so einer Gesellschaft zu werden, einen Bausparvertrag abzuschließen und so tun, als wenn nichts wäre, konnte ich nicht. Mir kam das alles immer so vor wie bei "the wall", ein Leben als Automat. Aus der Gesellschaft konnte ich zu einem guten Teil aussteigen, was mich immer wunderte, dass zu einem großen Teil auch in gesellschaftlichen Rand- und Dunkelzonen die Geschlechtermachtverhältnisse die gleichen sind, wie im Wohnzimmer mit röhrendem Hirsch überm Sofa. Alles Illusion.

Meine letzte Wohung war ein Haus, in dem ich mit meinem Sohn und meiner letzten allerneurotischten Beziehung lebte. Mein Sohn zog mit 18 aus, und ich zog allein in eine andere Stadt zum Arbeiten. Ich hatte 2 Jahre Ausbildung zur Mediengestalterin hinter mir.

Die Beziehung arbeitet ich dann in einer Psychotherapie auf, weil ich nicht fassen konnte, was ich tat. Ich wusste, dass ich mich als "normale" Frau niemals mit dem Typen eingelassen hätte, jede normale Frau hätte sofort gemerkt, dass es keinen Sinn hat und ihn stehen gelassen, geschweige denn, sich in ihn "verliebt". Das wusste ich die ganze Zeit, doch ich war in irgendetwas gefangen. Ich kannte einzelne Versatzstücke, die da passierten, bereits aus anderen Beziehungen, aber noch nie so konzentriert und durchgängig. Wie eine Parade, wie aus dem Lehrbuch. Die einzige Möglichkeit ist, sich selber so zu durchschauen, dass frau sich in so ein Gegenüber nicht verlieben kann. Es sprach viel Mangel aus mir, viel Sehnsucht, Wunsch nach Erlösung, und dadurch machte ich mich unendlich manipulierbar, da ja alles "aus Liebe" oder für die bald kommende Erlösung durch Liebe geschah. So ein massives Aufkommen an Wunsch, Sehnsucht und Projektion erstickt natürlich auch jeden Mann, wobei ein "normaler" Mann sich auch nicht auf mich eingelassen hätte, da kommen schon immer die zwei richtigen zusammen....

Was mir an der Psychotherapie fehlte war die feministische Dimension, die meine Sehnsüchte und mein Verhalten nicht nur als meine Privat-Sache erkennt, sondern auch als gesellschaftlich erlernt entlarvt. Damit kann ich größere Zusammenhänge sehen, was mich aber nicht von dem Schritt entbindet, mich letztlich auf eigene Füße zu stellen, oder vielleicht sogar darüber hinaus zu gehen.

Was komisch an der Therapeutin war, sie betonte immer wieder sie und ihre Freundinnen hätten so tolle Männer. Ja, es würde sie geben, die beziehungsfähigen Männer, aber sie wären selten, weil sie ja beziehungsfähig, also gebunden wären. Ich kam da mit ihr nicht weiter. Sie sah mein allein leben als Übergangszustand, als Auszeit, um dann wieder "beziehungsfähig" zu werden. Ihre Sprüche mit ihr und ihren Freundinnen machten mich voll wütend. Ich kam mir vor wie ein Mängelwesen, dass nicht fähig ist, sich einen anständigen Mann zu angeln. Als wäre ein Mensch allein nicht ganz.

Ich sehe meine Lebensart nicht als Übergang oder eine Zwischenlösung an. Ich will keine feste Partnerschaft, ich will Kontakt zu Familie, FreundInnen, ArbeitskollegInnen. Das empfinde ich auch als so verschwiegen und von den Medien, Büchern, Zeitschriften ausgeklammert. Ich kenne solche Frauen schon aus meiner Kindheit, Frauen die nie heirateten (Scheidung war ja nicht angesagt), sie waren meist Lehrerinnen oder Bibliothekarinnen. In den 60ern wars ja noch ganz anders. Jetzt hört man von kurzen Trennungsphasen, Partnern, Partnersuche, unglücklichen Singles. Wenig, selten bis garnicht, höre ich von Frauen, die alleine Leben ohne einsam zu sein, und sich auch keinen festen Partner wünschen. Persönlich kenne ich außer mir noch 5 andere. Jetzt mal auf die Bevölkerung hochgerechnet, muss es da eine ganze Menge geben.

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