Montag, Mai 28, 2007

zehn minuten

Heute mal medienlastig, mit zwei Videos. Das erste eine Dove-Kampagne in der sehr eindrucksvoll dargestellt wird, warum unser Schönheitsempfinden so gestört ist. Dove macht damit guten Umsatz, die erste Marke, die Beiersdorf (Nivea) in Deutschland ernsthaft Konkurrenz machen kann, dank dieser und ähnlicher Kampagnen. Frauen sind über diese Schiene gut ansprechbar. Wir sollten aber nicht vergessen, dass sich das Produkt nach wie vor nicht von anderen unterscheidet. Aber gut, das Gefühl, so wie frau ist ernst genommen zu werden ist auch schon was.



Das zweite Video, schon ein Klassiker, aber immer wieder lustig. Oder auch nicht. Edmund Stoiber erklärt die Vorzüge des Transrapids zwischen München Hbf und Flughafen. Der Transrapid hat Milliarden an Steuergeldern verschlungen. Wie kommen solche Männer in solche Postionen? Na gut, nicht zuviel nachdenken. Einfach lachen.



Mein Transrapitfoto, vergangene Woche am Flughafen München.



Anderer Irrsinn. Oder ist das schön? Der ordentlichste Waldweg Bayerns. Habe vor 2 Jahren schon von dem Projekt Geiersberg berichtet. Nun ist es fertig.



Aber trotz allem gibt es noch schöne Ecken am Geiersberg (Gaias Berg).







Montag, Mai 21, 2007

abtrainiert



Was ist wirklich weiblich? Als Mädchen schon fand ich mich mit meiner Zukunft nicht zurecht. Ich sollte niedlich, hübsch, brav, leise und wenn-schon-intelligent-dann-wenigstens-so-tun-als-wäre-ich-es-nicht werden. Ich war aber groß, laut, frech und hatte keine Lust, mich zu verstellen. Im Gegenteil. Ich hatte immer Spaß am Disput mit männlichen Erwachsenen.



Erst versuchte ich, nicht "weiblich" zu sein, ich kleidete und benahm mich wie ein Junge. Ich kam recht schnell dahinter, dass das, was bei uns als "weiblich" gilt, irgendwie erlernt und angewöhnt sein muss, also nicht tatsächlich weiblich.



Verdächtig ist ja, dass die sogenannten weiblichen Eigenschaften alle eine gewisse Pflegeleichtigkeit ergeben. Niedlich, hübsch, brav, zurückhaltend. Das alles ist also nicht wirklich weiblich, sondern so, wie wir für andere am ansehnlichsten und praktischten sind. Benutzbar und nicht Angst einflößend.



Was ist also wirklich weiblich? Streitlust, Motzerei, Faulenzen, Aggressivität, Schreierei, Hinterlist. Muss weiblich sein, haben wir immer noch, trotz intensiver Bemühungen, uns das Abzutrainieren. Obwohl, wie ich ja in mehr Artikeln in dem Blog gesehen habe, das mit dem Zurechtstutzen und Abtrainieren ist ja auch ein Selbstläufer geworden. Wenn eine von uns ein wenig ausbricht, wird sie von Ihresgleichen in die Mangel genommen. Wir funktionieren also bestens.



Montag, Mai 07, 2007

verbindung


Frühling

Da ich letztes Mal über Walpurgis/Beltane geschrieben habe, denke ich, es ist nützlich, wenn ich über die Jahreskreisfeste im Allgemeinen schreibe.


Sommer

Es gibt 8 Jahreskreisfeste, die 4 Sonnenfeste: Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche oder Ostara (23.3.), Sommersonnenwende oder Litha (21.6.), Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche oder Mabon (23.9) und Wintersonnenwende oder Yul (21.12.), und die 4 Mondfeste: Lichtmess oder Imbolc (1.2.), Walpurgis oder Beltane (30.4.), Schnitterinnenfest, Lammas oder Lughnasad (1.8.), Halloween oder Samhain (31.10.)


Herbst

Diese Feste Teilen den "Jahreskreis" in 8 nahezu gleiche Teile. Die Feste haben lange Tradition, wurden ja auch teilweise christianisiert und neuerdings kommerzialisiert (Ostern, Allerheiligen - Halloween, Weihnachten). Das führt dazu, dass heutzutage kam mehr jemand einen wirklichen inneren Bezug zu diesen Festen hat.


Winter

Gefeiert werden diese Feste z.B. von Anhängern des Wicca-Kultes. Dies allerdings sehr rituell und festgelegt, für meinen Geschmack höhlt das immer das Eigentliche aus, aber wer's mag. Viele Menschen lieben die Sicherheit und Verbindlichkeit von festen Abläufen.



Auch in der spirituellen Frauenbewegung (bitte wertfrei nehmen den Begriff) werden diese Feste mit neuem Leben gefüllt. Das ist alles meist nicht organisiert oder mit festen Ritualen ausgeschmückt. Es treffen sich hier und dort einfach Gruppen von Frauen, um diese Feste gemeinsam zu feiern. Jede Gruppe hat ihre eigene Dynamik und ihre eigene Form der Rituale erfunden, wiederentdeckt, ausgedacht, gechannelt, gefühlt, gespürt.



Dabei ist die Tradion eine logische Stütze, um zu sehen, was wurde früher gemacht. Der eigentliche Kern ist für mich die Verbindung zur Natur. Der Lauf der Natur korrespondiert mit einem inneren Wandel. Einfaches Beispiel: wie fühlt ihr euch an einem grauen Novembertag, wie an einem sonnigen Tag anfang Mai? Im Jahreskreislauf bekommt der Wandel Richtung, Substanz und eine Korrenspondenz mit den Elementen und der Natur.



Ich als einzelnes Wesen binde mich ein in einen übergeordneten Ablauf, von dem ich als Mensch eigentlich nie getrennt war, nur im Bewusstsein, ich verbinde mich wieder, re-ligere lat. zurückverbinden, daher leitet sich das Wort "Religion" ab. Z.B. an Beltane feiere ich meine Fruchtbarkeit und das Leben. Das bezieht sich auch auf innere Prozesse, es ist die Zeit Ideen und Projekte wachsen zu lassen. Zu Samhain gehe ich nach innen, wie die Natur, ich ziehe mich zurück, halte Rücksprache mit Ahninnen und Geistern, mit dem nicht-lebendigen. Und so weiter.



Wir in unserer Gruppe halten es sehr spontan und eigenwillig. Der feste Rahmen besteht darin, dass wir uns vorher ausmachen, bei wem wir uns treffen und welchen Platz wir besuchen. Wir gehen immer in die Natur, an einen besonderen Platz, egal welches Wetter. Jede bringt etwas zu essen mit. Das Fest selbst wird entweder gar nicht geplant oder eine oder zwei Frauen überlegen sich einen bestimmten Ablauf. Beides ist schön und hat was für sich. Wir tauschen uns aus, wo die einzelne gerade ist und was das Fest für sie bedeutet. Natürlich ist es auch nicht immer harmonisch, das gehört auch dazu. Wir feiern auch nicht immer alle zusammen, manchmal will eine allein sein oder sich für dieses Mal einer anderen Gruppe anschließen.



Für mich ist es wichtig, in mich hineinzuhorchen, welche Qualität die Zeit hat, die "Jahreszeit" und wie das mit meinen inneren Prozessen korrespondiert. Das berührt auch Bereiche, die nicht mehr kommunizierbar sind. Deswegen auch Ritual.



Es gibt viel Literatur über dieses Thema. Und eine Menge Webseiten. Das ist aber immer nur eine Anregung, und wir sehen, was andere draus machen. Ich finde wichtig, das alles sehr persönlich zu gestalten. Aber das findet sich mit den Jahren und ist ein sehr interessanter Prozess.



Ein anderer, kleinerer und ähnlicher Zyklus ist der Mondzyklus. Der korrespondiert mit uns als Frauen ja ganz eindeutig. Es wird auch von vielen Frauen Vollmond oder Neumond gefeiert, oder zumindest die Aufmerksamkeit auf den Zyklus gerichtet.



Was mir das gebracht hat? Ich habe das Gefühl, ich schwinge syncron. Ich kenne keine "Winterdepression" mehr, weil ich den Lauf der Zeit anerkenne, und nicht auf dauernden Vollmond und Sommer bestehe. Ich nutze jeweils die Zeitqualität bewusster. Zu bestimmten Zeiten sind eben bestimmte Energien näher bzw. natürlich vorhanden.
Es ist spannend, sich darauf einzulassen. Es gewährt mir einen Blick hinter die Kulissen, hinter die Kulissen der Dekorationen, der Traditionen, der Jahreszeiten.




Dienstag, Mai 01, 2007

beltane



Was hab ihr an Walpurgis/Beltane gemacht? Ich finde noch immer nicht die richtige Form? Rituale kosten mich immer Überwindung, dennoch mag ich sie.



Ich war mit anderen Frauen zusammen, machten Feuer, aber kein Ritual. war ganz schön, aber es fehlte mir etwas. Erst im Scherzen und Lachen fühlte ich mich wohl. Ich weiß nicht, wie ich ein Jahreskreisfest haben will, und besonders dieses. Suche noch eine Form dafür.



Ich sah ein großes Feuer, und Männer, die einen Maibaum aufstellten. Unterwegs, vom Auto aus. Beides ganz alte Beltane Rituale. Die Quellen geben sehr unterschiedliche Auskunft, bzgl. des Maibaums. Eine behauptet, es sei ein Ritual, dass von dem Römern kommt. Die Interpretation geht auch auseinander. Eine wäre, die Verbindung von Erde und Himmel, die andere, der Phallus, der die Erde befruchtet. Passt beides, finde ich.



Klassisch ist Beltane die Feier der Vereinigung von Mutter Erde und dem Grünen Mann. Lust, Vergnügen, Fruchtbarkeit. Der Grüne Mann als der Geist der Pflanzen, die Erde der Schoß, in dem alles heranwächst. Die Menschen entzündeten Feuer und genossen ihre Lebendigkeit und Wildheit. Wieder ein Winter überlebt. Mit den Katholiken kam die Prüderie und die Festlichkeiten wurden unterbunden. In England wurde das Aufstellen des Maibaums verboten. Mich wundert, dass diese Tradition so stark in Bayern überlebt hat.



Wie kann ein Frauenkreis dieses wilde Fest umsetzen? Lachen, Scherzen, Trommeln, Schreien? Wieder ein Winter überlebt, wieder ein Sommer in Sicht? Das Ende der Zeit, in der wir uns nach innen richten, "unfruchtbar" sind. Die Zeit, in der wir den Samen in uns gehütet haben, ist zu Ende. Ein Wandel hin zur Fruchtbarkeit, Beginn des neuen Wachstums. Wir können wieder raus ins Freie, in die Natur, zu unseren Quellen und Wurzeln und Blättern und Blüten. Feiere das Leben, die Lust am Leben, das Schöpfen aus dem Vollen, das Wachstum, die Fruchtbarkeit.