Sonntag, September 30, 2007

zukunft ist jetzt



Kvinna war einen Nachmittag bei mir, sie hat eine Reise nach Bayern gemacht und dabei die virtuelle in eine analoge Realität verwandelt. Oder anders: Leute, die sie im Internet kennengelernt hat, richtig echt begegnet. War sehr schön!



Da seh ich es, das "wirkliche" Leben. Ich war ja letzte Woche auf der OMD in Düsseldorf. Dort trifft sich die Online-Marketing Branche und versucht die Gegenwart darzustellen und Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Das berühmte Web 2.0, das Mitmachweb. Von Self-Entertainment über Self-Publishing zu Self-Creation. Also von Fernsehen über Blogs, Flickr und You Tube, zu naja, entwickeln einer eigenen Realität?



Wieso erinnert mich das alles immer an Magie und Spiritualität? Alles läuft in die gleiche Richtung, nach den gleichen Gesetzen. Wir können ja nichts weiter, als einfach unser Bewusstsein in der Welt abbilden. Klar, dass einfach parallel zu unserer kollektiven Bewusstseinsentwicklung entsprechende Tools entstehen. Aber es sind nicht die Tools, es sind WIR.



Witzige Effekte: einmal die Zukunftsprognosen, es gibt ja mittlerweile viele Zukunftsinstitute. Genau wie es einen Boom bei KartenlegerInnen und AstrologInnen gibt. Wobei ich nicht glaube, dass das Sinn macht, weil es im Augenblick sogar schwierig ist, den Ist-Zustand zu beschreiben. Wir splittern und driften in ein großes buntes Jetzt.



Diese Denkweise ist anscheinend noch etwas ungewohnt. Ich sah einen Vortrag über eine geniale Umfrage. Es bekamen 1400 Leute ein Gerät, mit dem sie 72 Stunden lang jede Stunde beschreiben mussten, was sie gerade taten. Mit Fotos. Das ist eine sehr individelle Geschichte. Am Schluss wurde das schöne Ergebnis aber wieder zusammengedampft auf den "typischen" User mit dem typischen Medienverhalten. Männlich, zwischen 25 und 35 Jahre alt, über 1500 Euro im Monat, verbringt viel Zeit mit Spielen und Internet, weniger mit Fernsehen und Zeitschriften, enspannt sich wenig mit Natur und Spazieren gehen. Tja. Bin ich aber nicht, und ihr auch nicht.



Was ich wirklich nachvollziehen kann, ist dass die Menschen ihre Zeit neu einteilen. Dass es soviel gibt, dass wir immer mehr im Multitasking-Modus arbeiten und leben. Das ist nicht leicht. Wir lernen auszuwählen und wir lernen Techniken, damit uns das alles nicht verrückt macht. Yoga hat da auch nicht umsonst so einen Boom. Die wichtigsten Internettools sind Suchmaschinen und Aggregatoren, also Tools, die Inhalte aus vielen Angebote übersichtlich zusammenfassen. Wir brauchen einen kurzen Überblick über alles, was es gibt, um dann zu entscheiden, mit was wir uns näher beschäftigen wollen.



Die Frage der Zukunft: Wie nutzen wir das große bunte Jetzt mit all seinen Möglichkeiten? Wie navigieren wir uns durch und was können wir machen, damit uns nichts für uns relevantes mehr entgeht? Oder können wir das schon längst und machen das eh schon die ganze Zeit? Uh-hu...



Sonntag, September 23, 2007

herbst fängt an



Heute sitze ich schon den ganzen Tag am Rechner, was mach ich eigentlich? Keine Ahnung. In der Arbeit hat sich am Freitag schlagartig einiges verändert. Seltsame Entwicklungen, plötzliche Ereignisse, machtvolle Eingriffe.



Gestern war ich mit Christine, Rosemarie, Jutta und Gabi Sommerende/Herbstanfang feiern. Es war so schön. Wir hatten als Thema "Sinne" und jede hat sich was passendes ausgedacht. Wir machten Trancereisen, ertasteten blind Gegenstände, ließen uns Düfte in die Nase steigen, sahen nah, fern, nach innen und außen, hörten Vögel, Traktoren, Hubschrauber und Lieder, und machten als Gipfel der Sinnlichkeit ein Picknick im Grünen. Es ist eine Floskel, aber das Wetter war einfach herrlich und es war ein schöner Tag.



Mein schockartige Verwirrung von Freitag würde leichter. Wie schnell sich das Leben ändern kann. Nicht zu fassen.



Heute Abend gehe ich noch auf den Hügel, weil ich sehen will, wo genau die Sonne zur Tagundnachtgleiche untergeht.



Samstag, September 15, 2007

satz mit x



verrückt.
- wenn ich mich verliebe, warum werde ich nicht zurückgeliebt
- ist es der falsche gewesen?
- bin ich irgendwie so drüber, dass es nicht mehr funktioniert?
- ich sehe durch sie hindurch, in sie hinein
- zur Erklärung: ich traf einen Mann, der mich sehr sehr interessierte, der hat nun eine Freundin (mit Perlenkette)... ich berichtete bereits in mehreren posts.. die Geschichte mit dem Date in 3 Monaten



Bei der Gelegenheit habe ich mir so vorgestellt, wie meine Traumbeziehung aussehen sollte. Ich will "ihn" vielleicht einmal im Monat in der Nacht von Samstag auf Sonntag sehen, mit ihm reden, Musik hören, Sex haben, und vor dem Frühstück verschwinden. Kein Interesse an seinen Freunden, seiner Familie. Auch kein Interesse, dass er mein restliches Umfeld kennenlernt. Mein Umfeld kennt sich ja auch untereinander nicht. Obwohl eine Party, zu der ich alle einlade, mit denen ich mich treffe, bestimmt interessant wäre.



Er soll so intelligent und gebildet sein, dass er mit mir meine Weltanschauung qualifiziert diskutieren kann, sowie meine seltsame Sexualität lustvoll über ihre Grenzen hinaus ausreizen kann. Ich will meine Großartigkeit in ihm gespiegelt sehen. Das ist mein Ernst. Und - ich will dann auch noch größtenteils meine Ruhe vor ihm haben.



Dieses Mal schmerzte es mich nicht, es ärgerte mich eine halbe Stunde lang. Eine Psychologin würde jetzt sagen, ich will den Schmerz der Zurückweisung nicht wahr haben, nicht ansehen. Ich weiß noch wie es beim letzten Mal war. Das war ein Kampf, der Monate lang dauerte. Der Unterschied ist, ich nehme es nicht persönlich, das heißt, ich setze mich nicht herab, ich stelle meinen Wert nicht in Frage. Das war wieder so eine Lektion. Die bucklige, alte Brotspinne und so. Das war so zwischendrin. Mittlerweile merke ich, dass ich da drüber bin. Mir fällt nicht ein, mich in Frage zu stellen. Ich muss lachen.



Jetzt, wo alles klar ist, dass ich nicht die Erwählte bin, gehen mir viele Dinge durch den Kopf. Warum muss man sich als Verliererin fühlen? Ich weiß doch, wie sowas läuft. Wenn nach einem halben Jahr die Verliebtheitshormonproduktion eingestellt wird. Die rosarote Brille verdampft ist. Wenn aus dem "ach er ist so anders als alle anderen" das "warum versteht er mich nicht" wird. Wenn der Alltag alles erstickt hat. Man aber so aneinander gewöhnt ist, dass man sich nicht mehr auseinander dividieren kann und das langsame Sterben beginnt.



Außerdem bin ich glaub ich sowieso ab jetzt in Else Buschheuer verliebt. Ihr "Ruf! Mich! An!" ist der Hammer. Und ihr Tagebuch sowieso.



Nein, ich bin froh. So einen Mann an der Backe, was wäre das geworden? Was mich halt so fasziniert hat, ich habe mich mit ihm, durch ihn, 2 Stunden lang so gefühlt habe wie damals, wie damals immer mit meinem besten Freund, der 1989 bei einen Autounfall ums Leben gekommen ist. Das steckt tief in mir, diese Sehnsucht, nach einer verwandten Seele.



Ich habe viele Freunde und Freundinnen, jedeR einzelne versteht einen Teil von mir, ist mir lieb und wertvoll. Aber diese Sehnsucht nach dem alles in einem mit Sex dazu ist anscheinend da. Nur die Ahnung einer Möglichkeit der Erfüllung und mein Hirn wird überflutet von einem so derartig rauschhaften Hormoncocktail, dass ich wochenlang wie in Trance herumlaufe. Es ist wirklich verrückt. Ich fühlte mich nach einem Gespräch, das nicht mal so besonders toll war, weil es nur ein ganz klein wenig die Oberfläche des Möglichen gestreift hatte, als wäre ich aus einem langen Schlaf erwacht. Komisch.



Und noch was: gut, dass ich Karten legen kann. Das hilft ungemein und man steht bei sonst unvorhersehbaren Sachen nicht plötzlich im Regen. Dazu Luisas neues Buch: Dunkle Spiegel - Orakel als Weg in andere Wirklichkeitsebenen.



Mittwoch, September 12, 2007

häkeln



Habe mal wieder eine rasend interessante Trancereise gemacht. Ich sah mich in der Mitte eines Netzes aus leuchtenden Fäden. So wie ein riesen Spinnennetz, ich stehe also in der Mitte und arbeite an dem Netz. Ich häkle ein Muster. Ich sehe, dass ich das ganze große Netz schon selbst gehäkelt habe, mit unterschiedlichen Mustern. Momentan mach ich ein sehr kunstvolles.



Die Hauptadern des Netzes entspringen aus Personen, die wohl Teilaspekte meiner Selbst sind. Manche kenne ich, manche sind mir unbekannt. Der Faden mit dem ich arbeite ist da, also er stammt nicht von mir, er existiert einfach. Beim Häkeln in der Mitte sehe ich auch manche Dinge nicht, ich häkle ja nur an einer Seite und sehe nicht, was auf der anderen Seite, hinter mir ist.



Sonst bin ich in Arbeit versunken. Der Atlas wirkt, ich habe manchmal das Gefühl, mein Potential wächst und es ist nicht immer leicht, die Energie auszuhalten, ich meine, es ist wie in eine größere Form zu wachsen, mit der dazugehörigen Verantwortung natürlich.



Ich denke, das Netz ist ein praktisches Bild. Man kann bestimmt auch weben, knüpfen, knoten, stricken, färben usw. Das nächste Mal werde ich mal sehen, ob ich die mir nicht bekannten Personen näher anschauen kann.