Sonntag, Oktober 28, 2007

outer space

Specksteinskulptur von Erika Einhellinger Deggendorf


In Berlin war ich auf einem Kongress. Dort sprachen einige Amerikaner, mehrere Briten über das Internet. Der englischsprachige Raum ist ja das Internet betreffend etwas voraus. Unter anderem sprach auch ein Herr von Virgin Galactic. Klickt auf die Flash Version an und dann: _View the movie.

Holzskulptur Maximilan Haller Plattling


Es ist möglich, eine Reise zu buchen um die Erde vom Weltall aus zu sehen - tatsächlich, keine Utopie mehr! Für mich als Star Trek und Science Fiction Fan klingt das toll. Aber auch bei Star Trek basiert die Story darauf, dass sich die Menschheit erst erfolgreich auf die Suche nach neuen Zivilisationen und Abenteuern im Weltraum machen konnte, NACHDEM die sozialen, ökologischen und ökonomischen Probleme auf der Erde gelöst waren.

Porzellanobjekt Gerhard Lutz Niederalteich


So arbeiten die Menschen im Star Trek Universum nicht mehr für Geld, sondern um sich selbst zu verwirklichen. Es gibt auch keine Armut mehr auf der Erde. Ich höre in letzter Zeit viel darüber, dass man mit moderner Energiespartechnik und sonstiger aller möglicher Technik die Erde noch retten könnte. Ich finde, es gehört auch noch ein Bewusstseinswandel dazu. Sonst versuchen sich einige wenige auf Kosten von vielen anderen zu retten.

Genau, Beispiel: Luisa hat es in ihrem Tagebuch heute erwähnt. Biotreibstoff. Das gibt der Ausbeutung armer Menschen noch mal eine neue Dimension. Es werden noch mehr Menschen hungern, damit wir auf nichts verzichten müssen... toll... und das alles unter dem label "bio" und "umweltschutz".

Donnerstag, Oktober 25, 2007

lieber wald

Blick aus meinem Hotelzimmer.


Wieder zurück aus Berlin. Danke, dass ihr so mit mir mitfühlt. Ich und meine doofen Zähne. Der Kongress war im Hotel Concorde und es gab auch entsprechendes Essen, tja. Zum Glück sind Nachspeisen grundsätzlich weich. Da gabs Marzipan-Griesflammerie und Schokomousse mit Mangosoße... Übernachtet hab ich da allerdings nicht. A bissi teuer.

Kaiserin Ingrid im S-Bahn-Nichtraucher-Märchen?


Ja Berlin übt auf mich keinen solchen Reiz mehr aus, wie noch vor ein paar Jahren. Ich brauch einfach Wald. Und Hügel oder Berge. Habe mich mit Silvia getroffen, die auch ab und zu Comments in den Blog schreibt. Das ist interessant gewesen. Sie ist Ingenieurin bei der Bahn. Beim Heimfahren hab ich eine 80jährige Frau kennengelernt, sie war Maschinenbautechnikerin bei der Bahn. Seltsame Zufälle.

Konsumtempel KaDeWe


Habe kurzzeitig als ich vom Hugendubel Kudamm wieder auf die Straße kam, die Energie von Berlin gespürt. Oder was für mich die Energie von Berlin ist. Es ist sehr stark, und fühlt sich an wie Berlin in den 20er Jahren. Ich kanns nicht anders beschreiben. Warum spür ich das auf diese Art und Weise? Fühlt sich Berlin tatsächlich so an und mir kommt es wie die 20er Jahre vor? Kennt meine Seele die 20er Jahre in Berlin so gut? Nehme nur ich persönlich das auf diese Art und Weise wahr? Berlin und 20er Jahre hat für mich schon irgendeine Bedeutung, schon als Mädchen gehabt. Ich fand es immer faszinierend. Die Clubs, die Salons, die Mode, die Kunst, den Rausch.

Ein Orginal von Luisa bei Silvia.


Sonntag, Oktober 21, 2007

zahnprobleme



Bin in einem katastrophalem Zustand. Diese Woche 7 Stunden beim Zahnarzt verbracht. Nicht wartend, sondern in Behandlung. Kann meinen Mund nicht mehr aufmachen. Ich bekomme Brücken an den Backenzähnen unten, auf beiden Seiten, die Zähne müssen dafür zugeschliffen werden, Abdrücke für das Labor müssen gemacht werden. Provisorien werden eingesetzt. Ich kann nur noch weiche Sachen essen und das rechte Provisiorum fällt ständig raus, ich war schon am Samstag in Rosenheim beim zahnärzlichen Notdienst. Ein paar Stunden später hat sich das Ding wieder gelöst. Bin fertig mit den Nerven. Morgen muss ich für 4 Tage nach Berlin.



Gestern hab ich meinen Mann besucht, er macht Therapie in einer Suchtklinik. Ich lebe schon seit vielen Jahren nicht mehr mit ihm zusammen. Wir sind gute Freunde, wie man so schön sagt. Er sagte, es sei in der Klink lieber mit den Frauen zusammmen. Sie haben mehr Energie, sind witziger, intelligenter, positiver zum Leben eingestellt. So isses.

Sonntag, Oktober 14, 2007

vesta, vestalinnen und kybele

Älteste Tempel huldigen der Göttin. War klar. Sehr gutes Buch: Die Weise Alte von Barbara G. Walker. Dieses Buch würde ich als Pflichtlektüre in Schulen einführen. Es entwirft ein realistisches Bild unserer Kulturgeschichte. Ich hatte es zufällig im Reisegepäck, es lag schon eine Weile ungelesen bei mir herum. Es passte perfekt.

Es ist nicht meine Art Länder auf eine kulinarische und spaßbezogene Weise zu besuchen. Also hübsche Italiener kennen lernen, Chianti trinken und so weiter. Ich suche Kraftorte auf, lasse mich magisch anziehen, schnüffle, spüre, fühle, frage, bekomme Antworten.

Ich besuchte den Tempel der Vesta und das Haus der Vestalinnen, die ältesten Gebäude auf dem Forum Romanum. Vorher googelte ich Vesta und Vestalinnen. Ich bekam immer die selbe Info. Vestalinnen hüteten das heilige Feuer. Sie waren Jungfrauen und wurden, wenn sie unkeusch waren, lebendig eingemauert. Ich hatte schon den Verdacht, dass da einer von andern abgeschrieben hatte. Fakt ist, dass einmal eine Vestalin sehr plötzlich und ungerechtfertigt von einem Kaiser zum Tode verurteilt wurde. Das Urteil war schon zur Zeit seiner Vollstreckung wegen seiner Ungerchtigkeit und dem Mangel an Beweisen umstritten. Es ist so wichtig, daran zu denken, dass Begriffe wie Keuschheit erst mit der Einführung des Christentums in unser Denken gebrannt wurden. Wir sehen die Vergangenheit durch unsere heutige Brille. Das führt zu massiven Fehleinschätzungen.

Was ich dort erspürte, war eine sehr lebendige Frauengemeinschaft. Leicht, schön. Pflanzen, Kräuter und Ernährung waren wichtig. Masken, Tänze. Und Sinnlichkeit. Zärtlichkeit und Freuden untereinander. Natürlich war das alles auch sehr elitär.

Und ich besuchte den Tempel der Kybele, der älteste Tempel in Rom überhaupt. Das wusste ich gar nicht, als ich losfuhr, das es den gibt. So gehen meine Reisen. Kybele ist mir auch noch relativ unbekannt (gewesen). Ich glaube Luisas neues Buch handelt von Kybele. Grad experimetiere ich zuhause mit einem Granatapfel. Er bringt mir ein matriarchal arabisches Dimensionstor in meine Küche. Faszinierend.

Ich stellte Kybele Fragen. Und bekam überraschende Antworten. Warum hat sich die matriarchale Gesellschaft aufgelöst? Warum entwickelte sich alles so kriegerisch? Ich bekam ganz persönliche Antworten auf diese Fragen. Das Feuer (Rom steht auf einem sehr feurigen Energie Ort) ist schwer zu hüten. Unmöglich zu zähmen. Später sah ich von weitem einen römischen Legionär, ein Feldherr (ein verkleideter Italiener, der Touristen für Fotos ansprach). Als ich näher kam, wandte er sich zu mir um. Blickte mich an und grüßte mich voller Ehrerbietung nach Art der Legionäre. Blitzartig schossen unbekannte Bilder und Gefühle ich mich. Die Liebe einer Frau zu einem Helden, der die ganze Welt nur für sie erobert. Es war so stark, so real und doch so fremd. Überwältigend.

Und weil Bilder mehr als Worte sagen, viel zum Schauen:



























































Montag, Oktober 08, 2007

angst



Morgen geht es los nach Rom. Weg von allem, was im Moment starken Druck bedeutet. Ich stehe momentan wirklich unter starken Druck. Es fühlt sich alles an, als wäre ich von meiner Quelle abgeschnitten. Alte Ängste kommen hoch. Angst, zu Versagen, kein Geld zu haben, nichts zu schaffen.



Wenn ich Karten lege, heißt es immer: Neuanfang. Und der Neuanfang hat immer mit einem nach Innen gehen zu tun, sehen, was ich wirklich will. Andererseits fühle ich mich wiederum so von meiner Quelle abgeschnitten, dass ich nicht draufkomme, was ich wirklich will.



Ich werde mich morgen im Zug in Trance fahren sozusagen. 13 Stunden allein mit mir betrachten, was so um mich herum passiert, was ich sehe, höre, rieche, schmecke, fühle. Atmen, verschnaufen.