weiblicher kreis

Sehr interessant, die ganzen Comments. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, über meine Haltung. Dass ich mich im Kreis drehe stimmt. Im Kreis drehen ist weiblich. Eigentlich ist es ja eine Spirale. Ich komme immer wieder an der selben Stelle vorbei, und lerne immer wieder einen anderen Blickwinkel dazu.

Das Buch Schwarzmondtabu habe ich gelesen (siehe comment von kvinna). Ja. Als das dann mit dem Christentum losging, die Autorin ist christliche Feministin, musste ich das Lesen wieder aufhören. Das Christentum ist einfach absolut nicht meins. In dem Buch geht es um die Geschichte der Menstruation, bzw. die kulturelle Bedeutung der Menstruation. Das ist schon sehr interessant, es werden viele verborgene Symbole erklärt und Geschichte vermittelt. Die Autorin vertritt die Ansicht, dass erst die Frauen die Macht hatten, jetzt die Männer und in Zukunft wird es einen Ausgleich geben. Das geschwisterliche Miteinander der Geschlechter.

Ich hab was ganz anderes gemerkt. Wenn ich denke, wie weit ich bin und mir dabei eine Wegstrecke vorstelle, ist das linear, also nicht natürlich, nicht weiblich. Mir ist die totale Vielfalt der weiblichen (euerer und meiner) Weltbilder aufgefallen. Jedes ist doch für die einzelne Frau stimmig und hat mir ihrer Geschichte und den Informationen, die sie hat und die sie sich sucht, zu tun. Wenn ich Unverständnis zeige (wie im letzten post "wiederholung"), oder wir uns gegenseitig deswegen kritisieren und in die Wolle kriegen, dann fallen wir ja wieder nur auf einseitiges, lineares Denken rein. Da werden wir der Vielfältigkeit nicht gerecht. Das ist auch so ein Phänomen der heutigen Zeit. Es ist so schwierig, den Jetzt-Zustand zu definieren, weil er so vielfältig ist. Ich werde mir mal weiterhin Gedanken machen, welche vielfältigen Formen der Feminismus in der jetzigen Zeit hat, oder, noch neutraler, welche Lebensmodelle Frauen heute haben.

Beim Nachdenken über meinen individuellen Weg ist mir auch aufgefallen, dass ich vergessen habe, dass ich in die schwarze Phase übergehe, also bald in die Menopause komme. Deswegen fällt es mir auch so leicht, ohne Mann zu leben. Mein Hormonspiegel ist schon um einiges abgesunken, die Männer üben bei weitem keinen solchen Reiz mehr aus. Früher, als junge Mutter, war einfach der Nestbauinstinkt so groß und bezog viele Menschen mit ein. Mich um andere zu kümmern stand im Mittelpunkt. Zu der Zeit, ich war knapp 30, kam ich im Studium so richtig mit Feminismus in Kontakt. Erst war mir völlig unklar, was die Feministinnen überhaupt wollten.

Ich schrieb schon in einem Comment, dass ich früher mal wirklich fest davon überzeugt war, Männer und Frauen wären eine Einheit und würden auf alle Fälle spirtuell verschmelzen. Ich visionierte das sogar oft sehr intensiv. Ich musste mich auf männliches beziehen, weil ich mich sonst unvollständig fühlte.

Hat das nicht mit den Phasen weiß-rot-schwarz zu tun? Jungfrau-Mutter-Alte? Selbstständige junge Frau, Jägerin, Mutter, Nest bauen, für andere da sein, Alte, wieder für sich alleine sein? Jetzt fahre ich erst Mal in Urlaub. Nach Malta. Auf den Spuren der alten Matriarchate ... bis bald!!

kreis gedanken weg spirituell malta matriarchat



13 Kommentare:
Du kannst das Christentum nicht separiert von den Vorgängerreligionen betrachten.
Das eine steckt im andern. Deine Erfahrungen mit dem Christentum kratzen gerade an der Oberfläche. Eins hat sich über das andere gestülpt und ist in meinen Augen nicht mehr trennbar.
Sich im Kreis bewegen ist meiner Ansicht nach Stagnation. Damit rede ich aber auch nicht der linearen Betrachtung das Wort.
Die wahre Göttlichkeit liegt in der Durchdringung aller Ebenen und das Christentum ist eine davon.
Was davon du lebst, steht dir frei - und ist nur ein Vehikel.
Ich hab' das Schwarzmondtabu noch nicht zu Ende gelesen, aber ich versteh' die Frau Voss bisher so, dass das Patriarchat eine logische Folge des Matriarchats ist und seine Berechtigung hat, ohne dass deshalb alles daran für gut und richtig gelten muss.
Und was in Zukunft sein wird, habe ich im Buch bisher nicht als zementierte Gewissheit gefunden. Das es allerdings zu einer Balance kommen muss, sehe ich auch so.
Und genau deshalb kann ich nicht das Patriarchat in Bausch und Bogen verteufeln. Es hat auch brauchbare Aspekte - schließlich hat jeder Mann weibliche Teile in sich und umgekehrt. Schon deshalb brauchen wir BEIDES.
viel spaß im urlaub ... .bring einen stein mit von der insel der mütter ... der hat informationen, die dich dann hier halten und tragen können... so vom magischen bereich her...
und lies einfach nicht jeden kommentar. *ggg*
lucia
Liebe Ingrid, wunderschöne Fotos - freu mich schon auf die, die du von Malta mitbringen wirst.
Alles Liebe!
Ich wünsche Dir auch einen schönen Urlaub. Malta ist wunderbar! Und danke für Deine Einträge hier, sie geben immer wieder gute Denkanstöße!!!!
danke, lieb von euch. und kvinna, was du schreibst kommt sehr ungut bei mir an. fuehle mich missverstanden. z.b. "Deine Erfahrungen mit dem Christentum kratzen gerade an der Oberfläche." Woher weisst du, was ich fuer erfahrungen habe? ich weiss, dass ich auch provoziere. also muss ich es auch aushalten :-))
also vorschlag: ich schau an warum ich (zum 10 millionsten mal in meinem leben) als haengengeblieben bezeichnet werde, und du dir, warum dich meine aussagen WIRKLICH so auf die Palme bringe.
liebe gruesse, ingrid. ehrlich.
liebe gruesse
Liebe Ingrid, ich kann nicht immer aus meiner Haut, das gebe ich zu. Und mit unseren Anschauungen über Religion kommen wir nicht überein, lassen wir das lieber. Weil mich in dem Moment eine ungeheuerliche Erkenntnis traf, ist es bei meinem ersten Kommentar zu diesem Post hier mit mir durchgegangen, das gestehe ich ein. Mich stört einfach die Vorstellung einer Gesellschaft unter weiblicher Führung und in meinen Augen wäre dein Tantenmodell nix anderes. Denn die Männer, die da mit ihren Schwestern leben - wenn mehrere Frauen zusammenleben, sind da Brüder, die nicht die Brüder aller Frauen sein können, also sind auch unverwandte Männer da und wo, verflixt, ist da der Unterschied zum Patriarchat? Das wär' dasselbe in grün. Warum denn nicht neue Wege finden für ein AUSGEGLICHENES Kräfteverhältnis? Und wieso könnte das nicht das Familienmodell sein, das zur Zeit existiert? Nur anders betrachtet. Ich kenne Ehepaare, bei denen Geldverdienen und Familienarbeit anteilig gleich sind für beide. Das ist ein Ansatz, finde ich, wo es um die Aufzucht der Brut geht.
Und mir geht es immer nur um die Inhalte. Ich kann nicht sehen, dass ich unter die Gürtellinie gezielt hätte oder sonstwie persönlich geworden wäre.
Nachdem ich jetzt die vielen Kommentare vom letzten Beitrag und von diesem hier studiert habe, kann ich denn doch nicht an mich halten auf den letzten Kommentar hier von Dir, Kvinna doch noch etwas zu schreiben. Also wenn Du der Ansicht bist, dass eine matriarchale Gesellschaft "Patriarchat in grün" wäre, dann hast Du meiner Ansicht nach nicht verstanden, worin der eigentliche Unterschied besteht. Weil nämlich die Grundvoraussetzungen in jeder dieser Gesellschaftsformen grundlegend verschieden sind.
Um es mal platt auszudrücken stehen sich hier Wohlergehen für die gesamte Gemeinschaft - auch für die Männer (im Matriarchat) und "schneller, höher, weiter, mehr Profit ect.." (im Patriarchat) gegenüber.
Diese angeblich neue Form des Zusammenlebens in der Kleinfamilie, wo sich Frau und Mann Haushalt, Kindererziehung und Geld verdienen teilen, bedient genauso das Prinzip "schneller, höher, weiter" nur dass es jetzt nicht mehr in festgelegten Rollen vonstatten geht, sondern gemeinschaftlich und es ist letztendlich genauso unbefriedigend, weil es am Ende völlig gestresste, überforderte Menschen - Männer wie Frauen hervorbringt. Abgesehen mal davon, dass viele Frauen ja schon lange unter dieser Situation leiden, las ich gerade irgendwo in einen Artikel, dass es inzwischen schon Hilfsangebote für Männer gibt, die an Burn out wegen der Doppelbelastung leiden und Chefs "Alarm schlagen, weil ihre männlichen Angesellten unter der Last zusammenbrechen" - dazu sag ich jetzt mal nichts.
Von den Ex-Kleinfamilien, die irgendwann mal in (z.B!) alleinerziehende Mutter + Kind und geschiedenen Ex mit neuer Kleinfamilie zerfallen ganz zu schweigen...
Mein Senf dazu
Aruna
"Um es mal platt auszudrücken stehen sich hier Wohlergehen für die gesamte Gemeinschaft - auch für die Männer (im Matriarchat) und "schneller, höher, weiter, mehr Profit ect.." (im Patriarchat) gegenüber."
Ich hab' das jetzt lange bebrütet. Gedreht und gewendet. Aber ich kann nicht anders. Ich muss das jetzt mal fragen:
AM WEIBLICHEN WESEN SOLL DIE WELT GENESEN ODER WAS???
Wenn das nicht die totale Hybris ist, weiß ich auch nicht. Das ist der Wechsel von einem Ungleichgewicht in ein anderes.
Ins Matriarchat zurückkehren als Ei des Kolumbus? Zurück in die gute alte Zeit?
Mensch, macht die Augen auf! Ein Gleichgewicht muss her und dass ist die Kunst!
Keinen Hormondrang mehr zu haben und zu sagen: Hachja, endlich kann ich ganz frei sein von Männern! mag sich ja schön anfühlen.
Aber eine TAT wäre es, aus DIESER Lage heraus auf die Männer zuzugehen!
Das ist jetzt jedenfalls mal MEINE Erkenntnis.
Oh je kvinna. Warum verteidigts du eigentlich so die Heterofamilie? Warum immer wieder und wieder auf Männer zugehen. Ich glaube nicht, daß sich Menschen ändern, wenn ein andere/r es will. Jede/r muß sich schon selbst ändern, was einschließt, daß Männer dann auf Frauen zugehen u.z. offen,ehrlich, mit Respekt, Liebe, vielleicht auch Begehren und umgehen können mit der Antwort die dann kommt. Und ich bin sicher, daß Frauen dann auch offen sind. Ja, ich glaube neue Männer braucht die Welt. Die Frauen sind schon weiter und genau deswegen können Männer auch an ihnen genesen, warum nicht?. Natürlich ist eine Pauschalisierung irgendwo quatsch aber du provozierst sie. Meine Erfahrung als Lesbe, Mutter und ehemalige Ehefrau zeigt mir, daß es mir sehr gut geht mit solchen Männern, die Verantwortung übernehmen für ihre emotionalen, sozialen, spirituellen, sexuellen ... Bedüfnissen und nicht von der Frau versorgt werden wollen. Klar im Gegenzug müssen Frauen auch z.B. für ihre finaziellen Bedürfnisse Verantwortung übernehmen. Aber noch einmal: ich finde Frauen selbstständiger. Und ich bin keine Amme oder Mutter Männer zu selbstständigen Menschen zu erziehen. Aber es steht dir frei es zu tun. Manche wollen es halt nicht mehr. Und von denen, die hier schreiben, scheinbar die meisten. Deswegen lese ich auch so gern hier.
Grüße alle, Silvia aus Berlin
Ja, warum werde ich wohl die Heterofamilie verteidigen? Liegt das nicht auf der Hand? Weil es mein Lebensentwurf ist! Du verteidigst deinen doch auch, oder etwa nicht???
Deutlich mehr Weiblichkeit täte der Welt gut, ganz sicher. Das streite ich gar nicht ab.
Das Problem ist in meinen Augen nicht "das Männliche" und auch nicht "die Männer" sondern tatsächlich das Extrem "Patriarchat", genauso wie das Extrem "Matriarchat" mit Sicherheit eines wäre.
Wer sagt denn, dass "die Männer" nicht auf uns zugehen???
Beide Seiten müssen IMMER WIEDER aufeinander zugehen, EGAL wie oft sie es schon vergeblich getan haben.
Sonst kann es gar keine Änderung geben.
Kvinna,
ich bin wirklich damit ausgelastet auf mich zuzugehen und bin auch immer wieder offen für Begegnungen. Und ich glaube nicht, daß es besser wird, wenn ich immer wieder auf Männer zugehe, also ganz anders als du. Aber ich lass dir deine Wahrheit, bleibt mir auch nichts anderes übrig :). Genauso wie ich mir das Recht nehme, bei der meinen zu bleiben. Es ist mir aber immer wieder wichtig meinen Lebensentwurf zu hinterfragen. Und manchmal habe ich sogar den Mut mich ins "Chaos" zu werfen, wo nichts feststeht. Silvia aus Berlin
Es ist doch am Ende gut, wenn eine sauber geführte Auseinandersetzung einer die Möglichkeit gibt, die eigenen Gedanken noch einmal zu überprüfen und zu ordnen. Wenn jede dann zu guter Letzt die andere ohne Groll "Sein Lassen" kann, ist doch alles optimal. Das ist doch der Wert der sachlichen
Auseinander-Setzung.
dem kann ich nur ohne jegliche vorbehalte zustimmen!
gruß ingrid.
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