Mittwoch, Februar 13, 2008

wiederholung



Jedes mal das selbe Thema.. es fällt mir halt immer wieder auf. Möchte einer Freundin das Buch "Das Maß aller Dinge" von Angelika Aliti leihen. Sie hat bei Amazon nachgesehen, um zu sehen, was ich ihr da verpasse. Aus Neugier hab ich auch nach gesehen, wegen den Buch-Rezessionen. Und was les ich da?



"Sie schreibt in bekannt-gewohnter Weise, doch erfreulicherweise reibt sie der Leserin ihre schlechte Meinung über Männer nicht (mehr) bei jeder Gelegenheit unter die Nase." Und: "Natürlich ist Aliti eine überzeugte Feministin, manchmal haben mich die Angriffe auf das Patriarchiat schon etwas genervt." Was soll das immer? Wieso sind Frauen immer so ganz vorauseilend bereit, Männer und unsere jetzige Gesellschaftsform zu verteidigen? Fällt mir immer wieder auf, nicht nur in diesem Zusammenhang. Das ist immer das erste was kommt, wenn eine Frau zu kritisieren anfängt. Aber nicht etwa von Politikern, Führungskräften und Männern. Nein, von den Frauen selbst. Von ganz normalen Frauen, wie du und ich.



Ich wundere mich. Warum sind wir so bereit sofort ein System zu verteidigen, das uns so wenig zu bieten hat? Das dazu beträgt, die Erde zu vernichten und auf Haß und Konkurrenz aufgebaut ist? Manchmal glaub ich, Frauen haben einfach Angst, die damit verbundene Verantwortung zu übernehmen und Selbstständig zu werden. Oder liegt das tiefer? Jahrhundertelange patriarchale Massenhypnose? Die Wirkung der gewaltsamen Zurichtung, seit Generationen, gespeichert in unseren Zellen? Vorauseilender Gehorsam und Männer-Verteidigung als Selbstschutz? Quasi: tut mir nichts, ich bin ja auf eurer Seite? Überlebenswichtig?



Abgesehen davon, fanden die Frauen, die ich zitiert habe, das Buch von Aliti sonst im Großen und Ganzen gut. Ich verstehe aber nicht, wie das dann gehen soll. Das ist so eine grundlegende Message bei Aliti, das mit dem Patriarchat. Das ist die zentrale Botschaft. Sie postuliert die Notwendigkeit der Auflösung des Patriarchats. Sie meint auch, es hätte sich eh schon selbst erledigt. Nahezu. Ihre Kernaussagen drehen sich immer wieder darum, wie Frauen sich selbst finden können und jenseits patriarchaler Strukturen leben können. Sind Frauen aus lauter Angst und Hypnose schon so programmiert, dass sie diesen einfachen Denkschritt nicht machen können?



37 Kommentare:

Am/um 10:55 AM , Anonymous Anonym meinte...

marie von ebner-eschenbach hats einfach gut gesagt:"Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit."
und die besten sklavenaufseher waren auch selber immer sklaven.
diese denkungsweise erklärt auch, das frauen wie seyran ates ins rechte eck gedrängt werden können, anstatt unterstützung zumindest von den frauen zu erhalten.
besser sklavin, als selber denken.

lucia

 
Am/um 11:12 AM , Anonymous Anonym meinte...

ja, warum verteidigen viele Frauen das Patriarchat?
Ich glaube es liegt daran, dass sie sich minderwertig fühlen. Mir fällt auf, dass es oft an der inneren Kraft fehlt, Schwächere zu verteidigen und Mitgefühl zu haben.
Das können sehr erfolgreiche Frauen sein, die emanzipiert rüber kommen - aber in Wirklichkeit ihr ganzes Leben damit beschäftigt sind ihre gefühlte Unzulänglichkeit auszugleichen.
Es ist ja auch noch für viele Frauen so wichtig, von einem Mann erwählt zu sein. Für viele ist ja das schon sozusagen die Eintrittskarte ins System. Die Unzulänglichkeit ist damit wenigsten abgemildert und ein Zugehörigkeitsgefühl macht sich breit. Ich glaub schon dass das teilweise immer noch so ist. Für lebendige widersprüchliche, spontane Frauen die sich noch Gefühle leisten und ihrer eigenen Einschätzung erstmal vertrauen und dadurch vielleicht auch nicht so beziehungsfähig sind, winkt dafür die Freiheit. LG

 
Am/um 12:16 PM , Anonymous Anonym meinte...

Hallo Ingrid

Bevor ich AA persönlich kennengelernt hatte, war ich grosser Fan von ihr bzw. ihren Büchern. Nun nachdem ich eine sehr traurige, alles andere als Frauenförderliche Erfahrung gemacht habe, habe ich so meine Zweifel. Schreiben kann man alles, aber verhält man sich den anderen Frauen gegenüber anders als patriarchal?
Gruss.

 
Am/um 12:47 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

habe sie auch persönlich kennengelernt. ja, äh. sehr komisch. was sie sagt und schreibt finde ich anregend. aber die person an sich und wie sie sich verhält und wie sich ihre anhängerinnen zu ihr verhalten... nojo nicht mein fall.

 
Am/um 12:55 PM , Blogger Stela meinte...

Liebe Ingrid,
ich bin ebenfalls begeistert von Alitis Büchern und vermisse in ihren Gesellschaftsmodellen,dass das Zusammenleben mit Männern von vornherein ausgeschlossen wird.
Das mag für die Aliti und viele andere vollkommen in Ordnung sein,ich selbst aber lebe mit Mann,Sohn und Tochter und finde eine Selbstfindung
innerhalb dieser Gesellschaft viel spannender.Warum soll Eine nicht innerhalb einer Familie die patriarchalen Strukturen auflösen können,warum sollen dafür Frauengesellschaften und Alleingänge notwendig sein?
Diese Ausgrenzung ist unsinnig,denn
viele Männer sind inzwischen auch erwachsen genug, die Auflösung des Patriarchats zu leben.
Liebe Grüsse,Stela

 
Am/um 12:58 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

hallo stela,

wenn du meinst? ich kenne keinen solchen mann und für mich ist nicht mal alleine die auflösung patriarchaler strukturen möglich.

 
Am/um 1:12 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

ne, nochmal. stela, du kannst leben wie du willst, es liegt mir fern jemandem was vorzuschreiben.

es ist aber so, dass das in der theorie einfach nicht zusammen geht. die kleinfamilie IST eine der hauptausformungen und keimzellen der patriarchalen kultur. da hilft kein noch so netter ehemann drüber weg. es ist einfach so.

aber selbstfindung muss ja nicht unbedingt im sprituellen feminismus münden, das bleibt ganz dir überlassen.

 
Am/um 3:32 PM , Blogger kvinna meinte...

Es gibt keine Sklavenhalter, die Männer sind genauso unterm Patriarchat wie die Frauen.

Und wieso ist die Konstellation "Vater-Mutter-Kinder" patriarchal???!!

 
Am/um 3:41 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

matriarchale gesellschaften als solche kennen das konzept der vaterschaft nicht. es gibt nur sogenannte "besucherehen" also lockere verhältnisse, die nichts mit versorgung des nachwuchses und der ehefrau zu tun haben. in der kerngemeinschaft leben frauen mit kindern und brüdern.

 
Am/um 4:03 PM , Blogger Stela meinte...

Doch Ingrid,genau darauf will ich 'naus: Es ist möglich, dass Eine eben auch Ehefrau,Familienmutter und Geschäftsfrau sein kann und sich dennoch als spirituelle Feministin
empfindet,genau das will ich damit sagen!
Weibliche Spiritualität findet nicht nur in Frauengesellschaft oder auf weltabgeschiedenen Höfen wie dem der Aliti statt sondern im "ganz normalen Leben".
Wenn ich mit der Göttin in Kontakt trete, brauch ich dazu nicht immer meinen extra-Frauenraum.
Wobei ich das auch schön und wichtig finde.
Wenn ich es LEBE muss das auch im
Wohnzimmer gehen,während die Männer Fußball gucken(tun meine nicht, ich will es bloß überspitzt darstellen),denn die Göttin ist IN mir,überall.
Kleinfamilie muss nicht Patriarchat bedeuten,auch Matriarchate haben zuweilen Familienstruktur.
Freilich kannst du alleine nicht die Struktur des Patriarchats auflösen-es ist ja eine Gesellschaftsstruktur,da kann nur gesellschaftlich dran gearbeitet werden.
Klar willst du Keiner vorschreiben,wie sie leben soll-ich auch nicht.
Allerdings mag ich mich auch nicht"ausgrenzen" lassen weil ich eben momentan diese Lebensform gewählt habe.
Liebe Grüße,Stela

 
Am/um 2:42 PM , Blogger kvinna meinte...

Danke, Stela, besser hätt' ich das jetzt nicht sagen können. Das Patriarchat mag eine ungute Entwicklung genommen haben, aber von einemins andere Extrem zu fallen ist auch keine praktikable Lösung. Vollständig zurück ins Matriarchat ist für mich jedenfalls auch kein Ideal. Es ist wie so oft: Mittelwege führen ans Ziel.

 
Am/um 3:36 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

ja, matriachate... ob sich das wiederherstellen lässt oder sollte weiß ich auch nicht. ich sprach ja von den texten von AAliti, da wird es so beschrieben. Von "Ausgrenzung" hab ich auch nichts geschrieben. Nur dass ich manche Reaktionen nicht verstehe. Mir wird aber einiges klarer.
Sagt mal hattet ihr nie Sehnsucht "frei" zu sein? Keine Frau eines Mannes zu sein? Finanziell und emotional unabhängig zu sein? Zu kommen und zu gehen wie es euch beliebt? Ich schon. Immer schon. Ich war 2x verheiratet. Und immer beneidete ich meine allein stehenden Freundinnen für ihre Freiheit, konnte mich aber aus vielen vielen Gründen nicht lösen. Das ich jetzt alleine leben kann und für mich selber sorgen kann war ein langer, langer sehr mühseliger Prozess für mich.
Was ich merke: es lebt sich völlig anders als mit Mann. Völlig. Ich war noch nie so glücklich und mir ging es noch nie so gut in meinem Leben.
Ich nehme das möglicherweise zu selbstverständlich, dass es für alle Frauen das beste wäre, sie könnten sich aus den Abhängigkeiten zu Männern lösen. Und nur mit ihnen zusammensein, wenn sie es wollen und wenn sie spaß haben wollen.
Das Matriarchat, schön und gut. Es existiert ja eh nur als Vorstellung, ob jetzt in einer Vergangenheit oder in einer Zukunft. Die Meinungen darüber gehen meilenweit auseinander.
Was ich aber konkret habe, ich fühle mich eigenständig. Das tut mir sehr sehr gut. Das ist ein wichtiger Entwicklungsschritt für mich gewesen.

 
Am/um 4:47 PM , Blogger Stela meinte...

Ja Ingrid,jetzt versteh ich dich richtig:
Ich fühle auch eine große Sehnsucht danach alleine, unabhängig und eigenständig zu leben
und empfinde Bewunderung (und auch Neid manchmal)wenn ich lese in welcher Freiheit Frauen wie du,Luisa ,Sam oder Anuja z.B.durchs Leben gehen.
Es ist auch nur momentan nicht mein Weg,ich habe auch vor meiner Ehe allein gelebt (das ist sehr lang her)und werde es vielleicht auch irgendwann wieder tun.
Liebe Grüße,Stela

 
Am/um 7:14 PM , Blogger Ursel meinte...

Ich habe A.Aliti nich nicht gelesen und Ingrid erinnert sich bestimmt noch an Kommentare von mir aus Zeiten, in denen es mir in meiner Beziehung überhaupt nicht gutging.
Dass ich trotzdem geblieben bin und zusammen ein neues Zuhause aufgebaut habe, war meine Entscheidung, die ich nicht bereue.

Aber die Monogamie ist immer noch nicht mein Ideal.
Ja, Ingrid, ich habe auch Lust, "zu kommen und zu gehen, wie ich mag". Am liebsten in beiderseitigem Einvernehmen.
DAS wäre doch auch mal ein Modell :
beide in Freiheit !
Wobei ich mich nicht unfrei fühle und zum Glück auch nie finanziell abhängig war.

Genug Zündstoff ??

LG Ursel

 
Am/um 8:21 PM , Blogger Corriendo Mundo meinte...

Der Kern ist für mich immer noch dieser: Der Großteil aller Frauen sucht immer noch die Anerkennung eines Mannes und ist bereit, sich für ein kleines bischen Zuwendung ziemlich zu verbiegen - der größere Teil gibt sich dann sogar schnell selber auf. Ich nehme mich da gar nicht aus, was meine Konditionierung betrifft - habe nur das Glück, das es von der Sorte Männer, die mich wirklich interessieren und die ich begehrenswert finde, sowenige gibt, daß sie mir erst gar nicht begegnen bzw. höchstens alle paar Jahre mal einer.
Männer geben sich für eine Frau nur in seltenen Fällen auf und behalten ihre Ausrichtung in der Welt und in die Welt hinein bei - mit und ohne Frau.

Die meisten Frauen, die die Kleinfamilie leben, sind eben nicht in erster Linie an Freiheit und Gleichberechtigung interessiert und richten ihr Leben i.d.R. viel mehr nach dem Mann oder wenn sie auch noch Söhne haben, nach "den Männern" aus. Überzogen würde ich sagen: Die meisten Männer kriegen doch immer noch von den Frauen den Hintern hinterhergetragen für ein bischen Zuwendung. Und insgesamt finde ich dieses Spiel sehr arm-selig. Solange der Großteil der Frauen definitv ihr Glück an die Männer und an das bischen Begehrtwerden hängen, dafür auch noch gefällig sind statt sie selbst, wird das Patriarchat kräftig durch die Frauen unterstützt. Ich sehe da nicht viel Änderung.

Dazu kommt das knallharte "Finanzpatriarchat", wo ja derzeit die Daumenschrauben so richtig festgezogen werden. Und von dem ja die meisten Ehefrauen und Geliebten auch gerne profitieren.

Frauen sind nicht grundsätzlich die besseren Menschen, wie es von Femistinnen dargestellt wird - oder von "spirituellen Femistinnen" - was schon wieder ein Paradoxon ist, denn wer wirklich "spirituell" unterwegs ist, der hebt solche Geschlechtertrennungen auf, statt nochmehr Öl ins Feuer zu gießen.

Frauen und Männer sind im Grunde völlig in Ordnung und das Zusammenkommen sehr schön - nur die vorherrschenden Gedanken und Werte sind total krank.

Anuja und ihr treuer Begleiter

 
Am/um 8:25 PM , Blogger Corriendo Mundo meinte...

PS: Und ich habe das Glück, einfach sehr genau zu wissen, daß kein Mann dieser Welt mich glücklicher machen könnte. Er kann mich höchstens partiell bereichern.
Mal ehrlich: Wozu bitte braucht eine Frau einen Mann außer für den Genuß der körperlichen Nähe? Und natürlich für die paar Minuten, die es braucht, um Nachwuchs zu zeugen.

 
Am/um 11:43 AM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

sprititualiät sehe ich deswegen für mich "feministisch" weil ich den mann nicht mitdenken kann. und weil wir frauen es so gelernt haben uns an männlichen rhythmen zu orientieren (linear und hierarchisch). auch viele spirituelle schulen tun das, und grenzen sogar frauen aus. meist sogar, weil sie meinen frauen brauchen keine erleuchtung sie haben es sowieso in sich.

ich bin in der phase in der ich einen weiblichen zugang zur welt entdecke, also zyklisch, nicht linear und nicht hirarchisch. um das wahrnehmen zu können, brauch ich allein sein oder andere frauen.

dass männer und frauen jenseits aller spirituellen schulen tatsächlich eins sind hab ich mal wirklich so empfunden, kann es aber nicht mehr. weiß nicht warum. war wohl alles zu viel für mich das mit den männern.

ich glaub auch nicht, das frauen die besseren menschen sind. sie sind einfach anders. und ich suche das erstmal bei mir innen, wie tickt das weibliche überhaupt. nach der phase kann ich womöglich, bin noch nicht sicher, anders mit männern umgehen und ein gegenseitiges miteinander leben. komisch, schon wenn ich es schreibe löst es bei mir widerwillen aus, lustig. obwohl es logisch wäre. aber keine ahnung. wenn ich das ziel kennen würde, wär ich ja schon da. das alles hier sehe ich nicht als die ultimative wahrheit sondern als versuch einer standortbeschreibung meiner geistigen entwicklung. als ich noch mit sohn und männern zusammenlebte, fand natürlich auch entwicklung statt.

lg ingrid.

 
Am/um 10:20 AM , Anonymous Anonym meinte...

"denn wer wirklich "spirituell" unterwegs ist, der hebt solche Geschlechtertrennungen auf, statt nochmehr Öl ins Feuer zu gießen."

du, völlig unspirituell gibts mittlerweile schon lange den dekonstruktivistischen feminismus, wo es um aufhebung des geschlechts geht.

"Frauen und Männer sind im Grunde völlig in Ordnung und das Zusammenkommen sehr schön - nur die vorherrschenden Gedanken und Werte sind total krank"
und da fängts doch schon an, mit solchen aussagen... weil es gibt halt nicht nur männer und frauen,die zusammenkommen. nein, es gibt frauen, die mit frauen zusammenkommen, männer mit männer und dann gibts noch das dritte geschlecht.
und das die langsam sichtbar werden, das hat auch was damit zu tun, das gegen das patriarchat sich ein paar ein herz gefasst haben. dafür gabs auch den feminismus.

ein bissle wat zum lesen und informieren...
http://www.spiritvoices.de/knistern/fem4.html

http://www.spiritvoices.de/knistern/fem1.html

lucia

 
Am/um 12:32 PM , Anonymous Anonym meinte...

Ja frei und unabhängig. Eigentlich hatte ich immer die Idee, dass dies auch mit einem Mann zu leben wäre...Bis jetzt hatte ich aber nicht die Gelegenheit. Ich lebte schon in mehreren Partnerschaften in denen ich mich recht frei fühlte aber doch immer wieder meiner eigenen Konditionierung erlag und mich anpasste...Noch nie hat ein Mann für mich gesorgt. Immer schon war ich "Selbstversorgerin". Ich hatte dies als selbstverständlich betrachtet und gar nicht gemerkt welch unabhängiges Leben ich im vergleich zu anderenm bzw. in deren Augen, geführt hatte. Seit einigen Jahren lebe ich wieder alleine und ich frage mich immer wieder, wozu ein Mann? Mir fehlt niemand. Inzwischen nicht einmal die körperlichen Lüste...Ja das nenne ich nun wirklich frei sein, den früher hatte ich immer wieder Sehnsucht nach einem Partner und litt darunter, nun aber ist auch diese weg. Wunderbar. Ich bin inzwischen skeptisch ob es wirklich eine Partnerschaft mit einem Mann gäbe bei dem ich nicht wieder ins alte Muster des Anpassens fallen würde.
Mir ist wohl alleine, unabhängig und frei. Wunderbar.

Herzlich Ria

 
Am/um 1:56 PM , Blogger Corriendo Mundo meinte...

Liebe Lucia,
ich sprach einfach vom Zusammenkommen - nicht von geschlechtlichem Zusammenkommen. Wer mit wem oder mit wem nicht auf geschlechtlicher/sexueller Ebene freiwillig wie zusammenkommt, interessiert mich nicht die Bohne - außer, es betrifft mich selbst in einer persönlichen Begegnung.

Es ging mir schon immer auf den Keks, daß Sexualität wie auch immer politisiert werden und ich mich für das Geschlechtsleben und irgendwat mit "Gender" anderer Leute interessieren soll.

Ich meine, Lesben, Schwule und Polygeschlechtliche interessieren sich doch auch nicht für meine Interessen, nur weil ich mich hier und da mal temporär als diskrimierte Minderheit fühle.

Auf der Seite im Netz war ich mal vor langer Zeit. Es ist sicher eine gute Seite - jedoch steige ich nicht mehr in sowas ein. Ich mache mir nicht mehr wirklich einen Kopf drüber - nur temporär, wenn ich mal wieder auf irgendwas in meiner Umgebung reingefallen bin und mich triggern lasse.

Ich schreibe mir selber gar nichts mehr auf die Fahne - übrigens auch nicht "spirituell". Das sind wir sowieso alle von Haus aus.

Schöne Grüße aus der Hochburg der Gender-Bewegten un alles Gute für dich und deine Interessen,
Anuja

 
Am/um 4:42 PM , Anonymous Anonym meinte...

Die Frauen verteidigen das Patriarchat in den Rezensionen doch gar nicht.
Sie kritisieren nur, was ihnen an älteren Schriften der Autorin nicht gefallen hat.
Ist zulässig, Feminismus ist ja keine Religion mit fest stehenden Dogmen, oder?

 
Am/um 7:04 AM , Blogger kvinna meinte...

Ingrid, ehrlich, findest du nicht, du drehst dich im Kreis? Vielleicht hast du mal "Das Schwarzmondtabu" gelesen?

 
Am/um 8:06 AM , Anonymous Anonym meinte...

Kvinna, findest Du nicht, dass Du jetzt etwas zu weit gehst mit Deiner Art alles besser zu wissen und anderen überlegen zu sein? Dein Weg ist nicht automatisch der Richtige, auch wenn Du das gerne so hättest.

 
Am/um 12:22 PM , Anonymous Anonym meinte...

warum jetzt dein "zusammenkommen" nicht sexuell gemeint ist, aber meins unbedingt so gemeint sein mußte, find ich auch interessant.

zusammenkommen - zusammenleben.


netter denkansatz.

lucia

 
Am/um 4:17 PM , Blogger kvinna meinte...

Wieso ich mit einer freundlichen Frage zu weit gegangen sein soll, ist mir nicht klar.

Wie ich damit jemandem meine Sichtweise aufgezwungen haben soll, dass ich ein Buch empfohlen habe, dass MIR etwas über's Matriarchat geklärt hat, weiß ich auch nicht.

Und, anonym, um deine Frage direkt zu beantworten: Nein, das finde ich nicht.

 
Am/um 4:57 PM , Anonymous Anonym meinte...

Nun, möglicherweise habe ich deinen Kommentar anders gelesen als du ihn geschrieben/gemeint hast. Aber die Formulierung "Ingrid, ehrlich, findest du nicht, du drehst dich im Kreis?", sieht für mich nicht nach einer freundlichen Frage, sondern viel mehr nach Besserwisserei aus. Warum dreht sich eine im Kreis, nur weil sie sich anders entwickelt (immerhin entwickelt sie sich) als Du es für richtig hältst? Was genau meinst Du denn damit? Und gegen eine gutgemeinte Buchempfehlung ist nichts einzuwenden, wobei es manchmal auch so auusehen kann, als müsste da dringend an der Meinung der anderen Person gefeilt werden. Ich zum Beispiel habe den Eindruck, dass Ingrid ganz hervorragend über Matriarchate informiert ist. Aber ihre Meinung passt scheinbar nicht in Dein Denkkonzept.

 
Am/um 5:09 PM , Blogger kvinna meinte...

Ich lese hier seit vielleicht drei Jahren mit. Und diese Gedankengänge tauchen immer wieder auf, immer in derselben Konstellation, vorsichtig ausgedrückt. Über Matriarchate habe ich einiges gelesen, das aus sehr verschieden Blickwinkeln geschrieben wurde. Inzwsichen habe ich ein, zwei Theorien kennengelernt, die ich hier nicht finde.

"Warum dreht sich eine im Kreis, nur weil sie sich anders entwickelt (immerhin entwickelt sie sich) als Du es für richtig hältst? "

Habe ich gesagt, dass Ingrid sich anders verhält, als ich das für richtig halte? Wo habe ich geschrieben, dass ich Ingrids Haltung falsch finde??

Ich sehe das anders als sie, einiges behagt mir nicht an ihrer Sichtweise - das heißt doch nicht, dass ich ihres falsch finde.

"Falsch" und "richtig" gibt's gar nicht - nur "anders"!

 
Am/um 5:44 PM , Anonymous Anonym meinte...

Was genau meinst du mit "im Kreis drehen"? Wenn ich das Gefühl habe mich im Kreis zu drehen, verhindert das eine Entwicklung, ein Vorankommen.

 
Am/um 8:41 PM , Blogger kvinna meinte...

An solchen Fragen hakt's halt' immer: Wie kommen Frauen dazu, ihre Unterdrücker zu unterstützen? Warum werten Frauen das Weibliche selbst ab? Erniedrigen sich selbst?

Ständig wird in dem "Warum?" dem "Wie?" herumgestochert, gefragt und oft genug auch be-klagt.

Anstatt die Kräfte für eine Weg-Entwicklung, für ein kreatives Neu-Schaffen zu verwenden.

Sich per Tanten-Gesellschaft voller Liebe auf die Kinder draufsetzen zu wollen ist auch so ein Punkt.

So ein Nicht-Loslassen-wollen einer alten Denkweise: Männer haben in der Aufzucht der Brut nix verloren und Frau braucht sie auch nicht wirklich, weder dafür noch für sich selbst.

Das wirkt nur neu, in Wahrheit ist das total angestaubt. DAS nenn' ich im Kreis drehen.

Aber, hehe, das ist nur meine Meinung! Ingrid wird keine Brut mehr aufziehen, ist 'raus aus dem Spiel, und wenn ihre Sichtweise für sie so stimmt, ist das doch okay.

 
Am/um 9:40 PM , Anonymous Anonym meinte...

Siehst du, und das empfinde ich dann nicht mehr als freundliche Frage. Du bist zwar so großzügig einer Frau ihre eigene Sichtweise zu lassen, kannst aber nicht umhin, diese vorher noch mal so richtig runterzuputzen (angestaubt, auf die Brut setzen, nicht loslassen können u.s.w.) Die Beschreibung des Kreises, die Ingrid im neuen Post nennt, leuchtet mir da doch mehr ein.
Es geht gar nicht darum, wer im Recht oder im Unrecht ist, das hast Du ja auch schon festgestellt. Aber waum ist es Dir dann nicht möglich die verschiedenen Wege, verschiedener Menschen liebevoll zu betrachten und einfach zu akzeptieren, ohne dabei die eigene, andere Meinung aus den Augen zu verlieren.
Ich habe bei deinen Kommentaren oft das Gefühl, dass du pausenlos um deine Wahrheit kämpfen musst. Wenn ich von meinem weg überzeugt bin, dann kann ich andere ganz entspannt betrachten, ohne mich angegriffen zu fühlen.

 
Am/um 7:42 AM , Blogger kvinna meinte...

Zeig' mir die Stelle, an der ich 'runtergeputzt habe, an der ich persönlich geworden bin.

Ich seh' die nicht.

Mir gefällt Ingrids Tantengesellschaft nicht, weil sie das Männliche und das weibliche separieren will (siehe dazu mein Kommentar zu ihrem neueren Post) und dass sie immer und immer wieder der Frage nachbohrt, WARUM die Frauen da stehen, wo sie stehen. Und ich habe den Eindruck, dass sie da hängen geblieben ist, sich nicht davon wegbewegt.

Das werde ich sagen dürfen.

 
Am/um 8:01 AM , Anonymous Anonym meinte...

Klar, Du darfst alles sagen. Trotzdem habe ich zuweilen ein Problem mit Deinen Äußerungen. Das werde ich sagen dürfen. Alles andere habe ich versucht Dir zu erklären, scheint nicht anzukommen. Lassen wir's also einfach so stehen...

 
Am/um 12:42 PM , Anonymous Stephanie meinte...

Zitat: „Ja, die Kinder brauchen Schutz vor den Müttern“

An dieser Stelle möchte ich melodramatisch ausrufen: in was für einer Welt leben wir denn gerade, wo die Kinder Schutz vor den Müttern brauchen?

Ich weiß natürlich, wie es gemeint ist, aber dieser Ausspruch kommt mir doch zu unreflektiert daher.

Übrigens die ausgemalte Vorstellung von so genannter Tantengesellschaft trifft weder den Beziehungskern von matriarchalen Gesellschaften noch ihre äußere Ordnung.
In einer Muttersippe sind selbstverständlich genügend männliche Bezugspersonen vorhanden. Die Brüder der Mütter bleiben der Sippe als Angehörige erhalten.
Männer haben in der Kinderaufzucht sehr wohl was verloren, sogar mehr als es bei uns heute üblich ist. Dieser merkwürdige Ausschließlichkeitsanspruch der (meist nicht vorhandenen) Väter ist eher das Thema.
Übrigens liebe kvinna was hast du über Matriarchate gelesen, wenn du zu Aussagen kommst wie, „sich per Tanten-Gesellschaft voller Liebe auf die Kinder draufsetzen zu wollen…“?

Matriarchale Strukturen sind egalitär, im Sinne von individueller Freiheit in gemeinschaftlicher Geborgenheit. Ein Erdrücken und Behindern der Heranwachsenden, wie es hier diskutiert wird, ist in diesen Konzepten kaum zu finden. Gemeinsames Handeln war die Devise und nicht täglicher Machtkampf.

Das Schwarzmond – Tabu (1988) war auch für mich seinerzeit ein wichtiger Meilenstein, jedoch inzwischen gab es auch einen enormen Zuwachs an weiblicher Forschung und Erkenntnis. Selbst wenn die Fakten noch als solche bestehen, könnte der Kontext der Betrachtung sich durchaus gewandelt haben.
Wenn ich ein Sachbuch lese, besonders die Klassiker der Frauen-Erkenntnis-Arbeit, sehe ich mir das Erscheinungsdatum an. Manche Aussage ist selbst von den Autorinnen später berichtigt oder erläutert worden.
Gerade die Matriarchatsforschung hat seit Heide Göttner-Abendroth einen beachtlichen Umfang angenommen. Patriarchale Beachtung erhält sie allerdings weniger, im Gegenteil.
Stephanie

 
Am/um 12:51 PM , Anonymous Anonym meinte...

PS
ich beziehe mich auf MatriarchatI von Göttner-Abendroth, mit Bachofen wollte ich nicht anfangen
Stephanie

 
Am/um 2:32 PM , Anonymous Anonym meinte...

@stephanie:
Ich bin schon seit einiger zeit am stöbern, was modelle des zusammenlebens, die matriarchal geprägt sind, angeht, vermisse diese aber eigentlich immer. Es wird halt das patriarchat verurteilt und wie mir scheint, der "guten alten zeit"in der noch alles matriarchal geregelt war ein loblied gesungen, aber wie könnte das denn konkret heute aussehen?
Hättest du vielleicht einen buchtipp für mich?
Lg,
Doris

 
Am/um 3:59 PM , Blogger kvinna meinte...

Ich habe die Tantengesellschaft nicht mit dem Matriarchat gleichgesetzt.

Dass das Schwarzmondtabu von '88 ist, weiß ich. Ich habe mir angewöhnt, bei jedem Buch, das ich lese, zu berücksichtigen, WER es WANN geschrieben hat.

Und dass zu viel Weiblichkeit in der Erziehung schlecht sein kann, dass Mutterliebe Schaden anzurichten im Stande ist, muss ich nicht wirklich erklären, oder?

Kindergärtnerinnen, Grundschullehrerinnen und zu Hause eine Mutter, der das Kind als Karriere dient - klingt das etwa gut? Und das gibt es schauerlich viel öfter, als manche glaubt.

 
Am/um 6:05 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

kvinna lies doch nochmal genau, ich hatte folgendes gschrieben:
"matriarchale gesellschaften als solche kennen das konzept der vaterschaft nicht. es gibt nur sogenannte "besucherehen" also lockere verhältnisse, die nichts mit versorgung des nachwuchses und der ehefrau zu tun haben. in der kerngemeinschaft leben frauen mit kindern und brüdern."
Brueder=Maenner !!!
finde schon, dass du nicht gerade nett schreibst. ich hab aber angefangen, weil ich gut versorgten ehefrauen immer quer in die seite fahren muss... sorry, da ist bei mir viel unterschwelliger groll, ich hatte nicht gerade eine schoene zeit als mein sohn klein war und musste es ziemlich krass kennenlernen, was es heisst, eine schlechte ehe zu haben, sich zu trennen und dann alleinerziehend von sozialhilfe zu leben. ich hab mich ganz schoen allein gelassen gefuehlt.
diskussionen haben immer sehr viele ebenen, da verstecken sich fast immer emotionen hinter scheinbar rationalen argumenten.
ich mags aber wirklich nicht, wenn jemand die nummer "die ist haengengeblieben" mit mir faehrt. finde ich unfair.
einmal tief einatmen und liebe gruesse, ingrid.

 

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