Freitag, Juni 13, 2008

später

Was tun Menschen, die im Pflegeheim liegen? Die nichts mehr machen können, die den ganzen Tag im Bett liegen und versorgt werden müssen. Möglicherweise denken sie nach. Über ihr Leben. Ich möchte dann nicht daliegen und eine Menge verpasster Gelegenheiten bedauern. Momente, in denen ich nichts gewagt habe und nicht über meinen Schatten gesprungen bin. Verpasste Gelegenheiten. Ich möchte dann daliegen und glücksselig vor mich hin grinsen.

13 Kommentare:

Am/um 4:56 PM , Anonymous Anonym meinte...

Hallo,
ich fürchte die denken nicht mehr soviel. Die sind in der Regel dement oder haben Alzheimer, sonst wären sie nicht dort.
Das allgemeine Augenmerk sollte besser darauf liegen, die unangenehmen Ereignisse und die eigenen Untaten genau zu betrachten und nicht wie es üblich ist, verdrängen. Das scheint mir wichtiger als keine Gelegenheit zu verpassen.
Lg

 
Am/um 5:02 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

wenn mein irdisches ende naht möchte ich nicht in einem sumpf von reue und sünde versinken. glückselig grinsen. wie schon gesagt.

 
Am/um 6:22 PM , Anonymous Anonym meinte...

Das sollst du ja auch nicht später sondern gleich jetzt tun, damit du später Zeit und Grund zur Freude hast.
Lg

 
Am/um 6:24 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

was sollen denn "eigene untaten" sein?

 
Am/um 6:52 PM , Anonymous Anonym meinte...

Sowas wie Mitwirkung im Naziregime,
Lebenslügen halt, die man weghaben will. M.E. resultiert daraus Demenz.
Das muss jeder für sich selber entscheiden, die Menschen sind so verschieden in ihren Befindlichkeiten. Schau dir Ernst Jünger an. Wichtig ist mit sich im Reinen sein. Dann braucht keiner Sorge haben, dass er später verblödet.
Lg

 
Am/um 6:55 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

ah verstehe langsam, was du meinst.

 
Am/um 7:50 PM , Anonymous Anonym meinte...

Hilfe, was ist das für eine Aussage?

Nur Menschen mit Demenz oder Alzheimer liegen in einem Pflegeheim und diese Krankheiten haben sie nur, weil sie Lebenslügen verdrängt haben?

 
Am/um 10:09 PM , Blogger kvinna meinte...

"ich fürchte die denken nicht mehr soviel. Die sind in der Regel dement oder haben Alzheimer, sonst wären sie nicht dort."

Neee, is' klar! :-/

Meine beinahe Achtzigjährige Nachbarin hat einen perfiden Knochen-/Knochenmarks-/Blutkrebs, die alten Leutchen können einem das in ihrer vor den Weißkitteln stummen Ehrfurcht ja nicht mehr richtig erklären.

Sie liegt jetzt mit einem inoperablen zertrümmerten Rückenwirbel im Krankenhaus.Ziemlich unbeweglich, und ob sie in diesem Leben noch einmal wird aufstehen können, ist sehr fraglich.

Bei KLAREM Verstand!!!

Ich glaube, sie hat akut andere Sorgen, als ihre Vita zu reflektieren UND: sie HAT Sorgen, sie ist keineswegs "am wegdämmern".

:-/

 
Am/um 10:27 PM , Anonymous tristezza meinte...

Liebe Ingrid
Ich kann Dir nur zustimmen, im Bezug darauf, Dein Leben zu leben und genau das zu tun worauf Du Lust hast!
Ich arbeite schon über 14 Jahren in der Pflege. Eine Sterbende hat einmal geäussert, dass sie noch nicht sterben möchte, weil sie doch noch nichts erlebt habe....
Dieses Erlebnis hat mich damals sehr berührt und wachgerüttelt!
Ich werde ganz bestimmt eher auch Eine sein, die glückselig vor sich hingrinst...wenn denn mein letzter Weg so aussehen sollte.

Liebe Grüsse
tris

 
Am/um 7:52 PM , Anonymous Anonym meinte...

ich fürchte dass viel mehr menschen sehr bewusst daliegen und sich vielleicht in die demenz flüchten...
auch ich bin der meinung dass es wichtig ist zu leben um nicht über vertane zeit zu jammern
die lebensfeindliche tubußehaltung hilft sicher niemand
bewusst leben
versuchen die träume zu leben
das gefühl zu erlangen ich habe gelebt

das heisst ja nicht das auf kosten der anderen getan zu haben
das leben ist nur ein jammertal wenn wir es dazu machen
birgit

 
Am/um 10:20 AM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

meiner erfahrung nach kann ich auch erst gelegenheiten richtig erkennen und nutzen, über meinen schatten springen, etwas wagen, mich meines lebens richtig freuen, wenn ich mir über meine inneren blockaden, schädlichen glaubensätzen, verinnerlichten fremden erwartungen usw bewusst geworden bin. das greift ja immer ineinander. manchmal muss eine gelegenheit wagemutig ergreifen um eine blockade lösen zu können.

lg i.

 
Am/um 1:18 PM , Anonymous Anonym meinte...

In Pflegeheimen liegen alle möglichen Menschen, mit allen möglichen Krankheiten und Lebensgeschichten.
Ein entfernter Bekannter, Mitte 30, lag im Pflegeheim. Hirntumor. Nichts mehr zu machen nach Jahren. Niemand kann ihn zu Hause pflegen. Man legt ihn in ein Pflegeheim. Wochen vergehen. Irgendwann geht der Geist auch weg und er stirbt.
Ich meine, daß ist kein Einzel"fall".

Mein Vater (67) hatte eine schwere Hirnblutung 2007. Erstaunlicherweise ist er heute er wieder da. Körperlich keine Einschränkungen, aber es scheint nur, wie wenn er der Alte wäre. Nun ja. Was ich schreiben will. Die Zeit in der Intensivstation werde ich nicht vergessen... ganz entsetzlich.
Was das in mir persönlich auslöste würde hier den Rahmen sprengen, aber nach ein paar Monaten fing ich u.a. an abzunehmen und meinen beginnenden Zucker den Kampf anzusagen. Heute 18 Kilo weniger und 1a Zuckerwerte hoffe ich, daß ich damit auch mein Herz - rein körperlich - mehr Chancen eingeräumt habe noch lange sicher und gut zu schlagen, denn meine beiden Eltern sind herzkrank.
Ich will nicht mit 55 sterben wie eine Freundin von mir - Hirnblutung.
Ob mein Tun was hilft? Wer weiß, aber ich habe es zumindest nicht auch noch voran getreiben.
Das ist auch eine Ebene, etwas dafür zu tun, daß man im Alter nicht dabin vegetiert.

Ansonsten arbeite ich seit Jahren an mir, um eines Tages eben nicht zurückzusehen und das Gefühl zu haben nicht gelebt zu haben, nicht geliebt zu haben und nicht wirklich DA gewesen zu SEIN.

Eine Therapeutin sagte einmal: Oft sterben die Menschen am schwersten und leidvollsten, die IHR Leben nicht gelebt und nicht gespürt haben.

So möchte ich nicht gehen. Wenigstens der Übergang soll eines Tages fließend und frei sein.

Jasmin

 
Am/um 10:27 PM , Anonymous Anonym meinte...

"anonym" führt eine sehr unsachliche Diskussion. Vom Verdrängen welcher Lebenslügen auch immer, wird man nicht zwangsläufig blöd! Was auch immer ihr/ihm und/oder seiner Familie passiert ist, irgendwann, niemand bekommt Alsheimer oder Demenz, weil er früher irgendwelche Untaten vollbracht hat, und nicht alle alten Leute mit Demenz oder Alsheimer haben sich irgendetwas zu Schulden kommen lassen.
Und ob man nun mit sich im reinen ist oder nicht, verblöden kann trotzdem jeder!
M.

 

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