muttermilch
Der "Skandal" in China hat mit den Praktiken der Konzerne zu tun, Müttern einzureden ihre Milch sei wertlos und die Industriemilch viel besser. Ein Thema, mit dem ich mich während meiner Schwangerschaft (1983) intensiv beschäftigte.
Das beste Buch, dass ich damals gelesen hatte: Leben mit einem Neugeborenen von Barbara Sichtermann. Mir war das vorher so überhaupt nicht bewusst. Bei uns in Deutschland ist das auch schon so ins Allgemeingut eingeflossen, dass (ich habe die aktuellen Zahlen nicht) schätzungsweise nur so 10% aller Frauen voll stillen, also nie und zu keiner Zeit Milchfläschen geben. Mir wurde auch gleich im Krankenhaus gesagt, ich könne nicht stillen, weil ich zu wenig Milch hätte. Ich ging daraufhin sofort nach Hause und bekam bei der Entlassung einen Karton mit massenhaft Milupa-Proben. Ich stillte meinen Sohn problemlos.
Ins Bewusstsein vieler Frauen ist die Fremdheit vor dem eigenen Körper eingesickert und der Glaube, ihre Milch sei wertlos, ja sogar vergiftet. Ich weiß nicht, wie jetzt aktuell die Lage ist, da ich mich ja nur als Schwangere und Stillende für das Thema interessierte. Damals gab es ja viele Initiativen, das Stillen wieder ins Bewusstsein zu rücken. Haben sie gefruchtet?
Ah ja. Hab gleich was gefunden. Hammermäßig. So funktioniert perfide Propaganda. Du liebe "Zeit". Und: Immer noch nur 10% stillen voll.



10 Kommentare:
das buch habe ich auch geliebt!!!
was hab ich gelitten mit dem stillen da konnte jeder was zu sagen und meist nur negatives
beim zweiten kind war ich dann gelassen genug
aber ich habe wenigstens nicht ein milchfläschchen verfüttert
und nur ganz selten brustentzündung beim ersten kind
aber natürlich ist fläschen auch entlastend denn das kann jeder geben brust nicht und abpumpen fand ich gruselig absurd
aber seitdem weiss ich dass nur die beinharten stillen können
meine mutter hat der arzt verunsichert weil er muttermilch auf die hand getropft hat und gezeigt hat wie *dünn* die ist
danach bekam ich dosenfutter und einen dicken schwellkopf
nestlé sei dank
ich habe hautprobleme und allergien und der vater der kinder auch
und unsere gestillten kinder nicht eine!!!
na da ist die pharmaindustrie auch nicht glücklich drüber
ich kann mich an einige skandale erinnern weil den müttern das stillen mies gemacht wurde und dann die trockenmilch mit verkeimten wasser angerührt wurde
vielleicht denken die frauen in china jetzt um
aber wahrscheinlich nicht
das menschliche gedächtnis ist so kurz
lg birgit
poah jetzt habe ich den zeit artikel doch noch gelesen
ich dacht mir schon dass mir der kamm schwillt
so genau so haben sie die die frauen über jahrtausende aus allem verdrängt und ihre macht enteignet
ich könnt schreien
aber besser tee trinken
beruhigungstee keinen stilltee mehr giggle
birgit
kann ich nur bestätigen, was du schreibst. habe halt nur ein kind, und es war hart. nicht das stillen, das lief dank des wunderbaren buches problemlos, aber ich ließ mich total in kämpfe mit der außenwelt verwickeln. und ja: nur die harten ziehen das durch ;-))
lg ingrid.
und der artikel!!! gell, das mit dem durch das stillen für das leben geschädigte kind ist der totale hammer!! aber wir sinds ja gewöhnt, die verarsche ....
Ich habe drei Kinder gestillt, jedes so lange es das gebraucht hat und zwar ohne Probleme. Das feste Essen wurde halt' immer mehr auf dem Speiseplan des jeweiligen Kindes; am Schluss haben Kind und ich das dann nur noch gemacht, weil es eben schön war - und das war bei jedem der drei so zwischen neun und vierzehn Monaten der Zeitpunkt, wo wir damit aufgehört haben.
Und dass die Industrie meine Kinder besser ernähren kann als ich selbst, das versucht sie noch heute, mir weis zu machen mit all' ihren zutatenreichen "gesunden Snacks".
Lässt sich übrigens problemlos von der Kinderernährung wunderbar auf alle möglichen anderen Bereiche der Körperlichkeit übertragen, diese "liebevolle Fürsorge" durch die Industrie.
oh ja. absolut problemlos.
Was mir da aber noch einfällt: da unten bei dir ist die Sache mit dem Kinderkriegen und -Stillen um einiges "klinischer" als hier bei mir.
Ich könnt' mir vorstellen, dass innerdeutsch je nach Bundesland die Stillanteile stark schwanken.
kann ich mir auch vorstellen. grad in bayern. von meinem sozialpädagogik studium mitte der 90er weiß ich das bezüglich psychatrie, dass bayern total rückständig ist.
Entschuldige, dass ich lache. ;))) Mein erstmaliger Bayernbesuch im letzten Jahr hat mir meine diesbezüglichen Vorurteile zum Teil bestätigt. Konservativ bis zum Abwinken, hie und da...
...ich hab's auch mal gebloggt. Und ich hatte eine Freundin, die zwei Kinder "hier oben" gekriegt hat und dann nach Baden-Württemberg gezogen ist, wo sie später ihr drittes Kind bekam. Die konnte ja nun direkt vergleichen und was die erzählt hat - also, das scheint generell für Süddeutschland zu gelten, das mit der inhumanen Geburtsmedizin... jedenfalls wie vor fast vierzig Jahren hier. Meine Mutter musste eine Atemmaske tragen, damit sie mir keine Viren in meine kleinen Lungen bläst und sollte tatsächlich "Abpumpen, abpumpen, abpumpen!" damit die lästige Milch endlich versiegt. Vom Horror der Abstilltabletten ganz zu schweigen - und das waren alles Männer.
Jetzt isses wieder mit mir durchgegangen... herrje. Das Thema macht mich immer wütend.
poah
passend zum thema
zwei kolleginnen kinderlos und ein kollege gerade die letzten tage
zogen über die langzeitstillenden kolleginnen her
wohl nicht ahnend dass ich auch dazugehörte
das sei ja wohl nur ideologie gewesen und nun gottseidank vorbei
ahja
der neid der besitzlosen
die zwei kolleginnen gehören zur ewigzukurzgekommenen fraktion
wären sie mütter geworden würden sie heute noch stillen
ja es ist ein schwer ideologisch belastetes thema
warum eigentlich?
ich mein
es ist das beste und einfachste für frau und kind
darf frau es sich nicht einfach machen?
unter schmerzen gebären und das brot verdienen?
ja macht mich auch immer wütend drüber nachzudenken...
birgit
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