fließen zwei
Wegen den vielen Comments gleich ein neuer Post.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass eine Menge Menschen auch nicht auf erstickende Zweierbeziehungen stehen. Es ist aber nicht das übliche, und bedarf einer klaren Ansage, um zu sehen, wie der andere drauf ist, in dem Fall in dem man sich verlieben würde. Weil: es kann deswegen zu argen Enttäuschungen und Missverständnissen kommen. Für den einen ist es selbstverständlich in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen im Fall von großer Zuneigung, für den anderen ist die Liebe genauso stark, aber findet nur einmal im Monat statt. Es kann halt sein, dass einem das einmal im Monat nicht reicht. Oder die gemeinsame Wohnung eine Alptraumvorstellung ist. Ich finde sowas kann man einfach klären. Nicht immer diese Vermuterei, und die Illusion die Verliebtheit und das Universum wird's schon richten. Da kann es passieren, dass zwei Leute zusammenleben, 20 Jahre womöglich, ohne dass es eigentlich beide so wirklich wollten. Im Ernst jetzt.

Kvinna fragte ob es sich nicht alles nur in meinem Kopf abspielt und ob ich mich nicht einfach einlassen kann. Es spielt sich nicht alles nur im meinem Kopf ab. Oder doch. Weil sich ja alles nur in einem abspielt, wo sonst auch? Kann ja nur mich verifizieren... Ne das sind Gedanken, die aus einem realen Erlebnis entstanden sind. Und es geht nicht darum, dass mich jemand in eine feste Beziehung einsperren wollte, sondern um meine Unsicherheit, wie ich mit Abstand und Nähe und Gefühlen umgehen will. Und um meinen Ärger weil der andere keine klaren Ansagen machte. Er hat schon etwas gezeigt, aber halt diese Verführung zu breitester Interpretation, die frau als alles auffassen kann aber im Grunde gar nichts bedeutet. Ich kann mich nicht einfach einlassen und hoffen, die Liebe und das Universum wird es schon richten. Nach 2 Ehen, x Liebhabern und mehreren ernsthaften Beziehungen weiß ich einfach, was ich will. Mich "einlassen" empfinde ich als Blindflug, bei dem ich schon zu oft irgendwo gelandet bin, wo ich garnicht hin wollte, ja wo wir beide garnicht hin wollten. So heilig sind Gefühle nicht, dass sie nicht ein bisschen Realität und Klarheit vertragen. Im Gegenteil, tut ihnen gut. Alles andere sind reine Vermutungen. Er liebt mich, er liebt mich nicht. Er will "nur" Sex mit mir. Er will mich kennenlernen. Er will mit einer Frau zusammenleben, wenn er sie liebt. Er brauch Freiraum. Usw. Und das ganze jetzt nochmal in "ich" Form. Wie soll sich das von selber entwickeln? Sowas muss einfach auf den Tisch. Die Erwartungen beider. Und jeder kann dann entscheiden, ob er so damit klar kommt. Rätselraten und glauben, die heiligen Liebesgefühle werden es schon richten ist nicht mein Ding. Viele spielen auch Spielchen, um den anderen Hinzuhalten, ihn Glauben zu machen das und jenes ist, um eigene Ziele zu erreichen, eigene Ängste zu verbergen. Andere machen sich überhaupt keine Gedanken drüber und schauen einfach mal. Aber das will ich einfach wissen, und nicht nur vermuten. Zu Glauben, das Universum richtet schon allen wenn man liebt ist äh.. ja. Fatal. Ich kann euch ja mal die Eimer zeigen, die ich im Namen der Liebe schon vollgeheult habe. Und auch die gebrochenen Herzen, die ich verursacht habe. So ein bisschen Klarheit und Vernunft könnte da helfen, nicht so einen Schwachsinn zu reiten. Ich bin da halt so. Mittlerweile. Jeder ist da etwas anders...

Es war auch ein Comment, der fragte, ob ich denn noch nicht über die "Sexualmaschinerie" hinaus bin. Dass das meine Energien verschwendet und es andere Sachen gibt. Tja. Dachte ich auch. 10 Jahre lang. Ich dachte ich wäre durch damit, ich hätte alles erlebt und gemacht, was ich machen wollte. Jetzt ist es einfach so, dass ich meine Sexualität ausleben muss, mal wieder, und wieder einen Schritt weiter gehe. Ich muss bis zum Grund der Dinge. Und wenn ich dabei verbrenne. Oder besser: ich muss diesmal dabei verbrennen. Ist so. In mir ist etwas so starkes wiedererwacht. Hilft nichts. Bin schon auf den Phönix gespannt, der daraus hervorgeht.

Klarheit, ja, erstmal Klarheit über mich. Dann Klarheit, was will der andere. Und? Klarheit, ob ich dem anderen das geben kann und will was er braucht. Ob ich mich einlassen will. Und auch Klarheit, ob der andere bereit ist, mir zu geben. Oder zu nehmen. Dazu brauch es schon zwei Leute, die sich selber gut kennen, und die nicht gleich das große Heulen kriegen, wenn der andere nicht so fühlt oder so viel zu geben bereit ist. Oder die sich nicht auf Dinge einlassen, nur um jemanden "zu kriegen", die sie dann nicht zu halten bereit sind. Undundund. Es wandelt sich ja auch. Es kann heißer werden oder abkühlen. Es kann auf einmal mehr Nähe oder mehr Abstand nötig sein. Kann sein, dass es der eine so sieht, der andere aber nicht. Sich darüber auszutauschen ist einfach das Gegenteil von Spielchen spielen, Hinhaltetaktiken, Schmollen, Eingeschnappt sein, Grollen, im Stillen ärgern, im Stillen weinen, sich nicht artikulieren können.

Und nein, die Menschen, die mit mir eine Liebes-Beziehung eingehen wollen, stehen nicht Schlange. Und wenn es auch mal nur einer/eine sein sollte: ich kann es nur mit klaren Ansagen. Alles andere fährt mich psychisch an die Wand.





















