Montag, Januar 12, 2009

altes und neues



So. Hier in Bayern ist es furchtbar kalt. Brrr. Fahre nachher nach München-Pasing zwei Wohnungen anschauen. Es wird ernst mit dem neuen Leben. Es ist auch garnicht so einfach, sich für eine Wohnung zu entscheiden. Kaum hat man einen Besichtigungstermin ergattert, sind schon wieder neue interessante Wohnungen im Internet. Nojo. Werde schon die richtige erwischen.



Am Wochenende Hermann Meyers Häuserherrscher Buch durchgearbeitet. Interessanter Ansatz, er gehört aber offensichtlich zur "Oberschicht". Bespiel: Herrscher von Haus 2 ist bei mir Neptun. Seine Erklärung für den "Kompensator" ist: kauft Immobilien und Grundstücke, bis er Pleite geht. Öh ja. Bei mir hat es grad mal zu Möbeln gereicht, finanziell. Und da hat Oma noch was beigesteuert. Nun gut. Muss ja auch nicht alle Probleme haben. Sonst, umgedeutet, ist das Buch ganz brauchbar. Vom feministischen Standpunkt her stehen einer da auch die Haare zu Berge. Es ist so die Sorte Mann, der komplett für die Gleichstellung der Frau ist aber irgendwie trotzdem total auf Rollenklischees rumreitet. Seltsam. Männer möchten halt gerne emanzipierte Frauen, so lange sie es dadurch einfacher haben. Aber wehe wenn...



Im Zug nachher lese ich "Abschied vom Märchenprinzen" von Bonnie Kreps. Muss mal dringend prüfen, was so an Texten, Gedanken und Forschungen existiert bezüglich Beziehung, Partnerschaft und "Liebe". Das Dogma der Entwicklung zum reifen Menschen. Ein reifer Mensch ist jemand, der eine gelungene Partnerschaft führt. Bin mir sicher, das halte nicht nur ich für einen Schmarrn. Es ist einfach gut für das Patriarchat, wenn Frauen in dieser Idee verfangen sind, ihre Energie auf die Partnersuche und -kümmerung konzentrieren. Und: um Diskussionen vorweg zu nehmen, wer kocht denn die meiste Zeit dann daheim? Wer wischt die Böden? Wer bedient denn den Rest der Brut, die daheim so rumlungert? Und wer geht auch noch Geld verdienen, heutzutage, ganz emanzipiert?

20 Kommentare:

Am/um 2:58 PM , Anonymous Anonym meinte...

Ich drücke sie immer noch...!

 
Am/um 7:21 PM , Anonymous Anonym meinte...

du sagst es
ach und reif werden
ist es nicht allenthalben notwendig das staunende kind hervorzuholen?
reife frau ja dass sie das große kind mitversorge
die meiste forschung ist patriarchatssystemimmanent
viel spannender ist es zu suchen
wie kann frau wieder ihre sippe aktivieren mit mutter schwester vielleicht auch bruder zusammenleben
und wenn nicht vorhanden dann eben mitschwestern und ältere frauen die die mutterrolle übernehmen

der märchenprinz ist ein sehr haltbarer mythos der verdecken soll dass die geschichte mit dem frosch genau anders rum passierte ;))

die richtige wohnung wird dich finden :)))
alles gute
lg birgit ( ursa53 )

 
Am/um 8:36 PM , Blogger Grey Owl Calluna meinte...

Liebe Indgrid!
Deshalb versuche ich sie alle mit einzuspannen, wenn´s was zu tun gibt.
Jörg kocht mit und macht auch mit sauber. Meinen Sohn drücke ich immer das Toilettenputzen drauf.
Frau muss zwar dann mal ein(zwei) Augen zudrücken, wenn nicht so richtig sauber ist, aber in dem Moment ist mir das egal. Beim Einkaufen gehe ich lieber selber mit, denn Kerle kaufen oft den größten Mist. Frau hat da eher den "Überblick".....was noch so im Kühlschrank rumsteht.
Liebe Grüße
Grey owl

 
Am/um 7:24 AM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

also wohnungen nichts, habe aber noch massig zeit.

frosch: jaaaa, hihi, ich wundere mich immer sehr amüsiert, dass die meisten glauben, er wird geküsst und verwandelt sich dann. nönö. der wird an die wand geknallt.

 
Am/um 10:32 AM , Blogger kvinna meinte...

Ingrid, da hast du jetzt 'was angerissen: es gibt Männer, die sind voll überzeugt davon, dass Frauen eine eigene Meinung haben, für sich selbst einstehen müssen - und dieselben Männer glauben, dass ihre Frauen doch, wo sie ja zu Hause sind und eh' hinter den Kindern herräumen, auch gleich noch ihnen den Kram nachtragen können, sie sind ja sowieso grad' dabei.

Sie meinen es eigentlich nicht böse und sachlich betrachtet ist es ja tatsächlich ein Aufwasch.

ABER: die Herren sind volljährig, die Partnerin ist nicht ihre Mutter und das Verhalten IST VÖLLIG RESPEKTLOS!

Das ist so grauenhaft demotivierend, dass sich da eine Endlosschraube in Bewegung setzt.

Entschuldige! Ich musste mich jetzt im Augenblick mal irgendwo lassen!

Ich denke, reif zu sein heißt auch, dem Kind in sich seinen ihm gebührenden Platz einzuräumen. Und wahre Partnerschaft bewegt sich völlig jenseits von allen Märchen- und Prinzenklischees.

 
Am/um 11:02 AM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

das putzen ist auch nur so ein oberflächliches beispiel obwohl realität. und wirklich übel. ja.

gibt es denn die "wahre" partnerschaft? wie sieht die aus? auch die autorin von dem märchenprinzenbuch schreibt, dass eben 90-95% der männer dem klischee entsprechen, es aber ein paar wenige gibt, die zu wirklicher begegnung fähig sind. ich weiß nicht ob das so ist. ob wir uns damit einen gefallen tun, einen solch heiligen gral zu erschaffen? welche von uns hat das denn? und wenn eine sagt "ich", was hat sie tatsächlich für einen preis dafür bezahlt? ich meine, lebt sie wirklich die wahre partnerschaft oder lügt sie sich nur in die eigene tasche?

ich halte das alles für eine mythos und bin für's freie leben. merke aber wie verwoben und eingefräst das in meinem hirn ist. mit schmerz, ängsten, neid. das glück und die erfüllung existierten nur in einer wunschvorstellung und im kurzen rausch der verliebtheit, der zeit der rosa brille.

andere frauen haben mir dann immer das gefühl gegeben, ich sei eine versagerin. entweder durch worte oder dadurch, dass sie signalisierten, sie lebten in einer wahren partnerschaft. und ich bringe das nicht zu stande. und plötzlich bin ich als selbst nichts mehr wert. DAS finde ich so megaverdächtig. ich glaube, es ist eine riesenverarsche. jahrhunderte internalisiert. ich will es endlich los haben, das blöde gefühl. ich glaub ich bin am besten weg dazu. und dass mir bitte bitte keine schreibt, ich würde "ihn" schon noch finden, den "richtigen" der mich so liebt, wie ich bin. dann spring ich echt aus'm fenster.

 
Am/um 1:03 PM , Anonymous Anonym meinte...

Hallo Ingrid,

ich glaube immernoch, dass die Fähigkeit zur wirklichen Begegnung spätestens dann aufhört, wenn eine frau etwas will/tut, das den überlegenen Status des Herrn in irgendeiner Weise angreift. Ich bin da echt pessimistisch.
Ein wirklich tolles Buch ist "Liebesgeschichten aus dem Patriarchat" von Cheryl Benard und Edit Schaffler, der Untertitel lautet: Von der übermässigen Bereitschaft der Frauen, sich mit dem Vorhandenen zu arrangieren".
einen lieben Gruss, Xenia

 
Am/um 1:14 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

hm die beiden sind gut. von denen hab ich auch schon so einiges gelesen. "Lasst doch endlich die Männer in Ruhe" z.B.

"Von der übermässigen Bereitschaft der Frauen, sich mit dem Vorhandenen zu arrangieren" nennt die autorin von dem buch, dass ich grad les "die kunst der reinterpretation".

 
Am/um 2:00 PM , Anonymous Anonym meinte...

Ja, oder "aus dreckigen Socken Prinz Wunderbar zaubern" (Fr. Francia). Aber: wozu das Ganze?

Ich kenn nur dies eine Buch von den beiden. Es ist schon eine Weile her, dass ich es gelesen habe, es ist mir als ziemlich lustig, trocken und völlig un-illusioniert in Erinnerung. Plus diesen Satz:Liebe Männer so wie sie verdienen geliebt zu werden, mäßig und mit völliger Selbstsucht. Das hat mir gut gefallen. X.

 
Am/um 4:02 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

hab mit luisa da schön öfter drüber geredet. sie da einfach sehr cool und total nüchtern.

bei mir ist alles vom kopf her klar, aber mich erwischt es immer so dermaßen mit männern, wie trance, psychose usw. verlangen sehnsucht liebestaumelig wahnsinn. deswegen muss ich mir das wirklich erarbeiten und stück für stück schicht für schicht in meinem hirn abtragen.

was ich jedenfalls schon zusammenbring ist etwas abzubrechen, dass mir nicht gut tut. obwohl ich das trotzdem eine zeitlang drunter leide.

es fühlt sich an wie jahrhunderte alte gehirnwäsche und diese schleier werden langsam dünner.

 
Am/um 4:30 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

ich denke es könnte auch daran liegen, dass luisa unter lauter frauen aufgewachsen ist. das stärkt natürlich das gefühl für die eigene weibliche identität.

bei mir hat mein vater alles aufgeboten, mich geschmeidig zu kriegen. klar hab ich rebelliert, aber es entstanden doch unsicherheiten und deformationen. vor allem die ständige präsenz des männlichen und die ausrichtung der weiblichen familienmitglieder an seiner herrlichkeit graben sich tief ins verhalten ein. es dauerte lange, bis ich fast vierzig war, dass ich aus der wahrnehmung aussteigen konnte, mich durch männliche augen zu sehen. habe teilweise sogar noch rückfälle. das geht so automatisch dass ich glaube, es machen viele frauen sogar ohne es wahrzunehmen.

bei nicht beachtung gab es ja strafe, in meinem fall psychische gewalt. also ging es mir in fleisch und blut über, alles was ich tat und dachte "männlich" zu zensieren und immer gefallen zu wollen.

 
Am/um 5:58 PM , Anonymous Anonym meinte...

Beides kenn' ich sehr gut. Ich bin ohne mutter aufgewachsen und das Frauenbild meines vaters , das kannst Du im Playboy nachschlagen. Und was war ich schon verliebt, hingerissen, völlig ausser mir, ohnmächtig schmachtend vor Verzückung, you name it, wegen irgendeines mannes! Aber ich glaube auch ungebrochen an die Macht des intellekts: erforschen, wo's herkommt, wie die Umstände sind, die solchermassen selbstzerstörerische Gefühle hervorbringen und unterstützen weil sie zum eigenen Erhalt brauchen etc. Dass es dabei zu "Rückfällen" kommt ist wahrscheinlich ganz normal. Es ist ja harter Stoff, den eine da zu sich nimmt, wenn sie wirklich Augen und Hirn aufmacht.
Eine gute Zeit! Xenia

 
Am/um 11:28 PM , Blogger Grey Owl Calluna meinte...

Liebe Ingrid!
Die "ideale" Partnerschaft gibt es wirklich nur sehr selten oder gar nicht. Entweder es wird sich was vorgelegen, wie Du schon richtig sagst, oder es werden und müssen Kompromisse gemacht werden, denn wenn zwei Menschen auf engem Raum, auf lange Zeit zusammenleben, kann es nur zu Streit kommen. Das das nicht passiert, kann mir auch keineer erzählen. Nur Frau muss dann für sich abschätzen, wie weit sie gehen möchte, und frau kann sich auch "in" einer Partnerschaft eine gewisse Freiheit erarbeiten, zusammen mit dem Partner. Einfach ist es nicht, und beide Partner müssen miteinander reden können und sich auch verstehen,...sonst wird´s nix.
...und an die "Gro0e Liebe" und den "Märchenprinzen" glaube ich auch schon lange nicht mehr.
DAS passiert alles nur in unseren Köpfen.
Liebe Grüße
Grey Owl

 
Am/um 7:15 AM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

ja. ich denke die "große liebe" kann ich nur mit mir selber haben. ;-)

 
Am/um 12:23 PM , Blogger 365 Tage meinte...

Meine Erfahrung ist nicht die Familie - ich habe in Wohngemeinschaften auch schon mit Frauen gewohnt die nicht putzen. Aber deine Winterfotos sind grandios! Und Pasing ist ganz nah beim Schloss Blutenburg - wunderschön.

 
Am/um 2:48 PM , Blogger Stephanie meinte...

Bevor das Wort Partnerschaft die Beziehungsebene erreichte, galt es wohl eher für die geschäftlichen Bereiche. Partner sind an einem gemeinsamen Projekt beteiligt, verfolgen die gleiche Absicht.
(Wörterbuch Wahrig: jmd. … der an der gleichen Sache beteiligt ist…)
Der Part ist ein Teil, ein Anteil, auch ein Eigentumsanteil oder die Rolle in einem Theaterstück, eine Stimme in einem Gesangsstück, das Wort Partei kommt aus dieser Wurzel.

Eine Partnerschaft ist ein Gebilde auf Zeit. Vielleicht hat der Begriff im Sprachgebrauch deshalb die „Ehe“ – bis das der Tod euch scheidet – abgelöst. Auch eine im klassischen Sinne geschlossenen Ehe bezeichnen die meisten heute als Partnerschaft. Die ehemals „große Liebe“ in der sich frau bedingungslos dem geliebten Märchenprinzen für den Rest ihres Lebens anvertraut, ist eher Teilzeitepisoden gewichen, in der frau durchaus schon mal die Vorgaben macht und durch das Wort Partnerschaft auf eine gewisse Erwartung hinweist.
Im Geschäftsbereich werden Verträge geschlossen, bindende Regeln geschaffen, die Wirkungsbereiche der Beteiligten Partner festgelegt. Verträge sind zum Vertragen da, habe ich einmal irgendwo gehört.

Richtige Verträge, die vorher sozusagen das gegenseitige Wohlwollen regeln gibt es so nicht in einer Beziehung. Da müssen die Partner im laufenden (Ausnahme) Zustand die Bedingungen aushandeln und die gemeinsame Zielsetzung erarbeiten… Meist ist die tragende Basis eher eine gegenseitige unausgesprochene Erwartungshaltung.

Die Bezeichnung Partnerschaft in einer Beziehung, suggeriert jedenfalls Gleichberechtigung und hofft auf Garantie für eine gewisse Entspannung, statt „ständigem Erobern müssen“ des Partners. Schließlich muss ja der Alltag irgendwann bewältigt werden, wenn die rosarote Wolke sich langsam verflüchtigt.

Früher gab es im Sprachgebrauch Tändeleien, heimliche Liebe, stürmische Affären, Liebschaften, legale und wilde Ehe für die Beziehungen aller Art.

Ich würde zu gern wissen, wann der Begriff Partnerschaft im Zusammenhang mit der Mann – Frau – Beziehung entstanden ist. Lange existiert dieses Synonym für eheundähnliche Gemeinsamkeit noch nicht.

Jedenfalls geht es bei Partnerschaften nicht darum den Anderen in die (Liebes) Falle zu locken oder zur Monogamie zu verpflichten, sondern sich aus frei entschiedener Verantwortung heraus zu binden. Denn gewisse Konstellationen der Gemeinsamkeit profitieren von Beständigkeit und gegenseitiger Fürsorge.
Zuneigung bis Liebe sollte aber schon eine Voraussetzung sein.

Ich hoffe ich habe mit dem langen Text hier nicht den Rahmen gesprengt
Gruß Stephanie

PS mein Vater starb als ich Dreizehn war und mag es sich auch herzlos anhören, mir blieb dadurch einiges erspart. Meine Brüder waren auch schon aus dem Haus. Fast zehn Jahre so gut wie frei von männlichem Energieeinfluss bis die „Liebe zuschlug“

 
Am/um 3:17 PM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

"Meist ist die tragende Basis eher eine gegenseitige unausgesprochene Erwartungshaltung"

ja. so ist das. weil das verliebt sein einem das hirn vernebelt und nüchterne aushandlungen dann selten sind.

was ich jetzt auch noch so erfahre, so statistisch im persönlichen umfeld: männer neigen jetzt eher nicht immer (merkt ihr wie vorsichtig ich mich ausdrücke?) dazu sich mit ihren "partnerinnen" zusammenzusetzten und klartext zu reden.

 
Am/um 9:58 AM , Anonymous Anonym meinte...

Ist es nicht erstaunlich, wie bereitwillig sich die Google-Anzeigen den jeweiligen Themen der posts anpassen? das fällt mir erst jetzt auf. lg, Xenia

 
Am/um 10:01 AM , Blogger Ingrid Jahn meinte...

ja - haha. ich könnt mich wegschmeißen vor lachen. immer diese partnersucheundfindeanzeigen wenn ich über männer und beziehungen schimpfe!

 
Am/um 12:05 PM , Anonymous Anonym meinte...

wahrscheinlich suchen sie die professionelle Herausforderung ;))
X.

 

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