unterschied
Habe eine Führung durch das "magische München" mitgemacht. Mit Fritz Fenzl, Autor von verschiedenen Büchern über Kraftorte in Bayern. War super interessant und er ist auch wirklich nett und spricht sehr viel über die Frauen, über die 3 Bethen und die Unterschätzung von Frauen und so weiter. Die Führung war Klasse. Ich habe vieles interessantes wahrgenommen. Mal sehen, wie das weitergeht. Es hat sich auch einiges bestätigt, was ich selber erspürt und auch von Zusa erfahren hatte.

Was mir auffiel: Auch Männer, die Frauen mögen, also wirklich schätzen, nicht nur so "Frauenliebhaber", begreifen nicht die Vollständigkeit. Was ausgeklammert wird: die unglaublich dunkle Macht, die jede Frau hat. Das, was gebrochen wurde, einst. Und: die absolute Verbindung mit der Wirklichkeit der Materie. Wir wissen. Wir sind automatisch mit der größten existierenden Macht verbunden.
Männer so wie er und noch ein paar, die z.b. bei der Führung dabei waren, sind rational und abstrahieren. Sie kommen von der Materie zur Erkenntnis. Und meinen, es ist der einzige mögliche Weg. Wir (ich) sind direkter verbunden. Haben Zugriff zur Quelle. Verstehen intuitiv. Das ist es doch auch, warum sie Frauen für blöd und minderbemittelt erklärt haben, die männlichen Autoritäten der letzten Jahrhunderte. Wir verstehen zwar was sie meinen, aber es ist im Grunde nicht die Essenz, so wie ich sie verstehe. Zudem: unser Wissen und unsere Kraft wurde gebrochen. Mit massiver Gewalt, das ist die erste Hürde. Die zweite ist, das Wissen ist nicht so vermittelbar, eben weil es anders ist. Wir haben unseren Ausdruck verloren. Weil sogar die Sprache der patriarchalen Welt eine Stimme gibt und uns den Ausdruck nimmt.
Der Kern der Dinge und das Erwachen hat tatsächlich auch sehr viel mit dem Ende der Zweierbeziehung zu tun. Mit der Sehnsucht der Frauen, geliebt werden zu wollen. Und woher kommt die? Weil wir so gebrochen sind, dass wir uns selbst nicht mehr lieben können. Weil wir von unserer Kraft fern gehalten wurden. Und nun verzweifelt einen Ersatz suchen. Ein Mann, der uns die Liebe geben soll, die wir uns nicht geben können. Es sind nicht die Männer oder der Sex, es ist unsere Sucht, unsere Abhängigkeit, geliebt zu werden.

Klar ist das einfach für die Gesellschaft, dass wir so funktionieren. Einfach für den einzelnen Mann. Auch wenn er noch so toll und nett ist, er funktioniert nach den allgemeinen Gesetzen. Ich hab verschiedenen Männern auf den Zahn gefühlt, die jetzt keine solchen patriarchalen Idioten waren. Den ultimativen Schritt machen auch sie nicht. Sie wollen immer noch die Chefs sein und ein Weibchen, dass ihre Stärke braucht und nicht anzweifelt. Sie sind lieb und kümmern sich. Wenn sie aber die wahre Macht spüren, die eine Frau hat, zerspringen sie vor Angst in 1000 Stücke.
Wobei viele Frauen nicht mal selbst ihre eigene Macht gespürt haben. Ist verschüttet. Mit Tabus belegt. Mit Todesangst. Aber frau kommt ran. Haha.
Den Preis, den viele nicht zahlen wollen, ist die gefürchtete "Einsamkeit". Eine Zweierbeziehung mit einem Mann kann frau, wenn sie diesen Zustand erreicht hat, einfach knicken. Aber das ist dann wirklich egal. Anfangs hat es mich schon gehörig verwirrt, zum Beispiel die Frage, wie ich meine Sexualität leben soll. Aber es findet sich. Und es geht.



18 Kommentare:
Hallo Ingrid,
das ist ein interessanter Beitrag schon wieder ... :)
Eine Frage, die sich mir stellt, ist: Sind wir (ich meine damit zwar Menschen allgemein, aber besonders auch Frauen) bereit, die Macht der Männer zu spüren? - weil du meintest, dass viele Männer den Koller kriegen, wenn sie die ganze Macht einer Frau zu spüren bekommen.
Ich frage das, weil ich davon ausgehe, dass jeder Mensch unwahrscheinliche Macht besitzt, die ihm Stück für Stück ausgeredet wurde/wird; die mensch aber auch abgibt, weil sie Eigenverantwortung bedeutet.
Und jetzt ist es halt so, dass Männlichkeit genauso wie Weiblichkeit eine Form der Ermächtigung besitzt, die per se gut ist und da sein darf.
Hab mich mal mit einem Freund darüber unterhalten, der sich mit Initiationsriten für Männer beschäftigt hat und mir erzählt hat, wie mühsam das für ihn als Jugendlicher war, zu einer positiven, bestärkenden Form der Männlichkeit zu finden. Es fiel ihm schwer, ganz in seine individuelle Macht hineinzuwachsen, die ja nun auch mal mit seiner körperlich-geistigen Männlichkeit verbunden ist, weil es dann sofort in seinem Hirn geblinkt hat: Macho! Patriarch! Despot! BÖSER MANN! ...
Eine Freundin hat nach zwei Töchtern einen Sohn bekommen und erzählte mir, dass sie da erst kapiert hat, was für ein unglaublich rutschiges Parkett das sein kann, einen Jungen hochzuziehen. Dass das ein Spießrutenlauf ist zwischen Männerfeindlichkeit und Machismus, wenn man als Eltern der ganzen Geschlechterfrage Beachtung schenkt.
Vor einiger Zeit trug ein Mädchen in seiner Klasse ein T-Shirt: "Jungs sind doof!", er kam draufhin weinend nach Hause, das hat ihn anscheinend tagelang bedrückt (er ist 8). Wenn er allerdings sagt, dass Mädchen blöd sind, kriegt er von diversen "Erziehungspersonen" eine auf die Finger ("Mini-Macho!", usw.) Aber die Mädchen dürfen das umgekehrt schon behaupten.
Ich glaube, dass es für beide Geschlechter gleichermaßen schwierig ist, Ermächtigung zu spüren, zu zeigen. Über die Seite der Frauen schreibst du ja. Ich denke auch, dass es wichtig ist, dass Frauen und Männer gleichermaßen weibliche Stärke spüren, ausdrücken und aushalten können.
Aber können wir das Männern ebenso gönnen? Ich meine, irgendwo ist ja die Kombination von "Mann" und "Macht" von vorneherein negativ und unterdrückerisch belegt. Während wir bei Frauen eher "Ermächtigung" hören, wenn es um Macht geht.
Allein schon die Tatsache, dass ich mir jetzt beim Tippen überlege, ob ich jetzt dann gleich als Männer-Entschuldigerin gelten werde, zeigt doch einiges auf (in mir) ... :)
Ich kann nur sagen, dass es ein unwahrscheinlich schönes Gefühl ist, die wahre Macht eines Mannes sehen und spüren zu bekommen, fernab allen Uga-uga! - Gehabes, ohne Klischees.
Klar, genauso ist es bei Frauen. Für mich aber auch ein seltenes, besonderes Erlebnis. Mich der Kraft eienr Frau auszusetzen, muss ich mich genauso trauen. Es ist etwas Geheimnisvolles, Einzigartiges, einen Menschen so erleben zu können - im Sinne dass ich die Augen aufmache und wirklich hinsehe.
Ich denke mir, dass es grundsätzlich nur wenige Menschen gibt, die die gänzliche Ermächtigung eines anderen aushalten können, das ist nichts geschlechterspezifisches. Wir alle haben viel zu viel Angst, wir alle halten fest an einem Missverständnis von Liebe, dass wir uns davor fürchten, dass eine/r in die eigene Kraft hineinwächst und FREI wird...
Herzliche Grüße und Gratulation zu deiner superschönen Wohnung...
Lily (vormals Artemis)
Gut. Da mal mein Standpunkt dazu. Macht der Männer. Hab selber z.B. Eisenhans gelesen (da geht es um die männliche Initiation, um wahre männliche Macht, jenseits vom weichgespülten Frauenversteher) und meine sexuelle Ausrichtung ist ja nur lebbar wenn ich mich einem Aspekt der männlichen Macht aussetze, was mich ja voll an-macht. Und einen Sohn hab ich auch, mittlerweile 25 Jahre alt.
Aber: wirklich typisch Frauenrolle finde ich schon das sofortige in-Schutz-nehmen. Das ist immer wieder der Fall, wenn eine Frau sowas schreibt. Es stimmt alles was du schreibst. Aber es ist ja auch klar. Das stellt niemand in Abrede. Es geht aber um uns. Bzw. um mich. Um meinen spezifischen Weg. Um weibliche Macht und Selbst-Ermächtigung.
Männern tut die 2-er Beziehung auch nicht gut. Bin ich mir sicher. Das ganze System ist marode. Und wird sich überleben. Sie können uns ja auch nicht anders wahrnehmen, wenn wir es nicht einfach leben. Sie bringen es uns nicht bei. Wir ihnen umgekehrt ihres aber auch nicht. Idealerweise kommen Jungs ab einem gewissen Alter unter Männer. Unter wirkliche Männer. Da laufen Dinge ab, die wir nicht verstehen.
Ich stelle auch nicht Männer in Frage, sondern Rollen. Und das klassische Beziehungsmodell. Und die Sucht der Frauen, geliebt zu werden.
Also, aber nun zu uns. Die Frage ist doch ehr, was ist die Natur unserer Macht. Wie sieht die aus? Ich weiß z.B. nicht, wie die bei anderen Frauen aussieht. Ich kenn meine. Ist das aber allgemein so? Ist das bei jeder anders gestrickt? Wie kommt eine Frau dahin? Wie geht es vom Spüren zum Ausleben? Da gibt es wenig Pläne, Tipps, Handbücher. Weil wir immer so beschäftigt damit sind, unsere große Liebe zu finden....
der 8-jährige Junge geht mir nicht mehr aus dem Kopf... sicher ist es überhaupt nicht ok jemanden wegen seines Geschlechts abzuwerten.
Frauen und Mädchen machen das aber seit Jahrhunderten so mit. Und jünger als 8 Jahre. Passiert es nach so langer Zeit jetzt auch mal Jungs kommt gleich das große Geheule. Klar sind sie das nicht gewöhnt. Wir schon. Und zwar so lange, dass wir es garnicht mehr merken, wenn es passiert.
Wohlgemerkt, der Junge hat geheult. Die übrige Umwelt schien das T-Shirt okay zu finden und hätte nur im umgekehrten Fall gezickt. DAS finde ich... ich weiß nicht, wie ich das finde. Aber für mich selbst als Frau und für mich als Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter sieht's so aus, dass solche Fragen mich maßlos umtreiben, um und um und um!
Äh ich bin wohl in einer verkehrten Welt auf einmal.
Ich habe ganze Kübel vollgeheult, weil mir Jungs und Männer weg getan haben, aus nicht persönlichen sondern aus Geschlechterrollengründen. Erst am Samstag hab ich mich wieder maßlos über so eine Bemerkung geärgert. Eben von diesem "netten" Herren, der Frauen so achtet. Hat das mal irgendwelche Väter interessiert? Weil mal in den letzten paar Jahren ein paar Jungs heulen, weil sie nicht mehr als das Maß aller Dinge betrachtet werden? Nicht mehr per se wegen ihrem Geschlecht die schlaueren sind? Unantastbar?
Trotzdem - klar. Ich finde auch das T-Shirt geht garnicht. Aber müssen wir jetzt wieder das diskutieren? Und nicht über uns? Und die Macht? Wie sieht die aus?
Ok, ich schreib mal einfach nur über das Finden der weiblichen Kraft: vielleicht kommen mit dem Erspüren von selbst Ideen und Vorstellungen, wie sich diese Kraft ausleben lässt. Bei mir hat sich das mit dem Yoga so entwickelt, das bringt mich völlig in meine Stärke, und je mehr ich hineingehe, desto mehr merke ich, dass ich alle Saiten meines Menschseins anschlagen kann und mehr und mehr Masken/Rollen abstreife.
Achja, was das In-Schutz-Nehmen der Männer anbelangt - Ja!, ich geb dir so Recht, und wie ich schon geschrieben hab, hab auch ich diesen antrainierten Beschützerinnen-Instinkt - ist gut, mit der Nase reingedrückt zu werden. Also danke!
Mich interessiert z.Z. männliche Identität nicht als Zusatz zu meiner Beschäftigung mit Weiblichkeit, sondern als wesentlicher Bestandteil davon.
Das ist mein momentaner Weg zur Ermächtigung, die sich für mich im wesentlichen als Heil-ung = Ganzwerdung zeigt. Vor ein paar Jahren wäre das nicht stimmig gewesen, weil ich mich in meinem Frausein verwurzeln wollte, und mich die Erforschung des inneren "Gegenpols" überhaupt nicht interessiert hat. Aber jetzt ist er ein ganz wesentlicher Bestandteil meiner Kraft und interessiert mich brennend. Ich kann's nicht mehr trennen. Das soll nicht heißen, dass das, was ich jetzt mache besser, richtiger, oder in irgendeiner Form reifer oder "höher entwickelt" ist als mein Zustand vor einigen Jahren. Es ist einfach nur anders, und es macht mich jetzt glücklich.
(Und das alles hab ich jetzt nur geschrieben, weil du wissen wolltest, wie es bei anderen Frauen aussieht, ha! - Und ich hoffe, ich bleibe hier nicht die Einzige.)
Das was du über klassische Beziehung und den 8Jährigen schreibst ... ich möchte es einfach nochmal wirken lassen. Irgendwas in meinem Innern legt sich quer, und ich weiß noch nicht, was genau es ist.
Liebe Grüße,
Lily
In die eigene macht kommen, hmm, jaja, das treibt mich schon auch um. Den ansatz mit dem yoga finde ich gut, weil da der körper mit dazukommt. Ich bin bislang mehr mit büchern auf den weg gekommen, aber das ist schon sehr kopflastig und für meinen weiblichen weg gehört der körper dazu.
Manchmal denke ich, ich bin noch total am beginn, manchmal fühle ich mich wie die schwester der percht,...darf auch sein, denk ich, dass es nicht konstant ist.
Und was den beschützerinstinkt betrifft, da muß ich zunehmend über mich selber lachen, weil die schwester der frau percht dann nämlich auch wieder gleich ihren freund in schutz nehmen will, weil der ist ja anders..;)
@ingrid:tolle fotos aus einer tollen wohnnung!!!!
Lg,Doris aus tirol
Achja, fällt mir noch ein-wegen der frauenmacht und männermacht:selberdenken bleibt keinem erspart, ich suche mir vorbilder, ahninnen, schwestern und männer müssen das halt auch, wenn sie alt genug sind.
Und vorher sind mütter und väter gefragt, die ihren sprößlingen halt geben und eine gewisse gelassenheit vermitteln.dann haut so ein saublödes shirt auch kein kind um.
Lg , Doris
Liebe Ingrid,
ich verstehe jedes Wort, was du sagst, komme bei diesem Text (wieder einmal) aus dem zustimmenden Nicken nicht heraus. Das trifft mich ganz tief, im innersten Erkennen der Wahrheit. Ja, wir Frauen haben Zugang zur Quelle, und das ist Reichtum und Macht. Auch Verantwortung, -vor was haben wir eigentlich mehr Angst?
Wir sind gebrochen und brechen uns immer wieder selber. Kaum streckt eine den Nacken in die Höhe, wird sie von einer Schwester zur Mäßigung ermahnt. Alles erstickt in political correctness. Es darf nicht sein was ist, es darf auch nicht gesehen werden was ist, da liegt das Tabu.
Ja, wir Frauen sind den Männern überlegen, - und da lasse ich jetzt ganz mutig mal die Anführungszeichen hinweg (und erwarte gelassen und standhaft den heftigen Widerspruch;-))Wir sind vollständiger, größer, reicher. Auch Männer haben Potential, ganz originär männliches, sind aber nichts ohne das Weibliche. Das Weibliche existiert auch ohne das Männliche, es ist der Ursprung der Welt.
Aus dem Weiblichen Rund entstehen die Hälften Feminin und Maskulin. Auf Feminin/Maskulin lässt es sich begegnen. Tantramäßig vielleicht, - darin finde ich mich wieder. Die weibliche/ männliche Essenz im anderen ehrend, verehrend, unterschiedliche Formen der Gottheit. Und doch gibt es etwas, was größer ist, was beides umfasst, - und das ist Weiblichkeit.
Wie oft, wie lange habe ich gehofft, dass es anders wäre, auch heute noch immer wieder. Habe gehofft, ebenbürtige Männlichkeit finden zu können: "Es gibt auch "gute" Männer, man muss halt nur etwas suchen", jaja. Weil es Angst macht, mächtig zu sein. Weil es auch einsam macht, in der Ganzheit kein gleichrangiges Gegenüber mehr zu haben. Und weil es doch soooo schön wäre, wenn es anders wäre: Paradiesisch, friedlich, harmonisch, ausgewogen, - oder zumindest das, was wir uns drunter vorstellen. So ist es aber nicht.
Mann/Frau, diese Begegnung kann fruchtbar sein und nährend, eine ganz neue Dimension in der sexuellen Begegnung aufreißen, weiter führen, als frau "allein" (oder auch mit anderen Frauen) je käme. Und kann doch den Umgang mit anderen Frauen nicht ersetzen, und ist doch kein Ersatz für dieses direkte Verwurzeltsein, diese besondere Form der Spiritualität. Nix abgehoben geistiges, sondern die Transzendenz in der Materie selbst.
Meine (leidvolle) Erfahrung ist, dass die Begegnung Mann/Frau schnell verführt, hinwegzerrt von dieser eigenen, inneren Verbindung mit dem Gewebe der Welt. Dass die eigenen Wurzeln gekappt werden, der Zugang zur Quelle und zur Kraft versiegt und die Abhängigkeit steigt. Einen Weg das auszubalancieren habe ich noch nicht gefunden, und ich fürchte bald (ja, ich fürchte mich), dass ich mir das endlich abschminken sollte. (Ach herrje, ein weiterer Einsatz für Beschwichtigerinnen. Nein bitte, erzählt mir nix von euren "tollen Männern", die so ganz anders sind, darum geht es nicht...)
Und: Es wäre einfacher, wenn es anders wäre. Aber: Es wäre vor allem schöner, wenn wir den Reichtum der Wahrheit uns endlich auszukosten trauten. Und uns gegenseitig bestärken würden, anstatt uns immer nur deckelnd zu Mäßigung zu mahnen..
Dir alles Liebe,
Barbara
barbara: jaaaaaaa von a bis z. ein wundervoller text.
@barbara:NÖ! Kein widerspruch!!..:)
Du triffst mich tief, sagst es ganz klar und einfach, während ich noch in political corectness rumheddere und auf gewisse weise spagat probiere.
Danke.
Lg, Doris
Ich habe nicht "die Männer" in Schutz nehmen wollen. Nur kann ja der achtjährige Junge nix dafür, gell?
Und dass die Umwelt keinen Anstoß nimmt, wenn Mädchen solche T-Shirts tragen, zeigt, dass die meisten doch deine, Ingrids, Haltung teilen, oder?
Positiv wäre, wenn der Vater des Jungen und mit ihm die Männer seiner Generation dadurch ans Denken käme.
Ich finde nicht, dass irgendein Geschlecht in Schutz genommen werden muss.
Aber das Patriarchat, das ich erlebt habe, hat sich ja nicht in offener Gewalt geäußert, das war hinterfotziger. Daher betrachte ich das vielleicht alles ein wenig milder.
Andersherum finde ich es ganz grauenvoll, wenn Mädchen, besonders kleine, T-Shirts tragen, auf denen "Zicke!" steht. Das ist sosehr von hinten durch die Brust ins Auge, dass es offenbar keiner merkt.
Und der Roger Cicero mit seinem "Fraun' regiern' die Welt", der ist mir auch ein rotes Tuch; ein feuerrotes!
wegen mädchen und t-shirt: weiß man nicht. ist ja nur eine erzählung, wir waren ja nicht dabei, kenne die hintergründe und das tatsächliche geschehen nicht. würde jetzt nicht interpretieren, dass alle meiner meinung sind, sonder ehr, dass alle total gleichgültig sind, egal was auf t-shirts steht.
persönliches erleben: es ist ja nicht nur so eine subjektive empfindlichkeit von mir. das hat dokumentierte geschichte. ich lese z.b. grad ein buch über schriftstellerinnen, die frauen wurden früher nur belächelt, mussten heimlich schreiben, viele begingen letztendlich selbstmord, weil sie ihren kreativen ausdruck nicht angemessen leben konnten. nur so ein beispiel einfach.
diesen cicero find ich auch ganz furchtbar.
Neinnein, das "Zicke!"-T-Shirt ist eine aktuelle Modeerscheinung. Ich treff's öfter.
"Frauen, die schreiben, leben gefährlich"? Das habe ich mal gelesen.
Viele tatkräftige Frauen sind auch nachträglich aus der Geschichte weggelogen worden. So gab's z.B. im Mittelalter auch durchaus arbeitende Handwerksmeisterinnen...
ich hab jetzt zwei tage überlegt, was mein standpunkt ist - meine mutter war sehr dominant und es war immer klar, dass frauen die stärkeren sind. ich hab auch nie eine richtige frauenrolle gehabt - keine kinder, keine hausarbeit, kein kochen etc. und hab in beziehungen immer bestimmt, wo es langgeht. so im allgemeinen hab ich mir im leben eher die rosinen aus dem kuchen gepickt. und die benachteiligungen als frau fallen mir eher nur in kleinigkeiten auf.
ich möchte damit sagen, dass ihr alle recht habt, war nur für mich nie thema - vielleicht bin ich einfach auf die frauenbutterseite gefallen. und manchmal habe ich schon fast ein schlechtes gewissen deswegen.
und zu den beziehungen und dem leben im allgemeinen - es gibt nichts vollkommenes, alles ist immer ein kompromiss - wir sind ständig auf der suche nach dem vollkommenen. wirds aber nie geben.
/Zitat:
Ja, wir Frauen haben Zugang zur Quelle, und das ist Reichtum und Macht. Auch Verantwortung, -vor was haben wir eigentlich mehr Angst?
Ja, wir Frauen sind den Männern überlegen, - und da lasse ich jetzt ganz mutig mal die Anführungszeichen hinweg (und erwarte gelassen und standhaft den heftigen Widerspruch;-))Wir sind vollständiger, größer, reicher. Auch Männer haben Potential, ganz originär männliches, sind aber nichts ohne das Weibliche. Das Weibliche existiert auch ohne das Männliche, es ist der Ursprung der Welt.
Aus dem Weiblichen Rund entstehen die Hälften Feminin und Maskulin. Auf Feminin/Maskulin lässt es sich begegnen. Tantramäßig vielleicht, - darin finde ich mich wieder. Die weibliche/ männliche Essenz im anderen ehrend, verehrend, unterschiedliche Formen der Gottheit. Und doch gibt es etwas, was größer ist, was beides umfasst, - und das ist Weiblichkeit.
Dir alles Liebe,
Barbara
Zitatende/
Hallo,
ich lese hier ja immer wieder mal mit, bisher hatte ich aber kein kommentar geschrieben.
Bis auf jetzt: Ich bin in einer frauendominierenden Familie aufgewachsen, habe Frauen als stärker empfunden, aber ebenso auch als missbrauchend und negativ dominierend wie Männer, kämpfe auch jeden Tag gegen den Männermist der da draußen fabriziert wird.
So ein Satz wie "Frauen sind den Männern überlegen"…ich dachte nie, dass ich das schreiben würde……aber der bringt mich zum kotzen.
Wir legen uns alle unsere erklärenden Muster für diese Welt zusammen, und können letztendlich auch nicht wissen, ob etwas danach kommt, ob dort jemand ist, und schon gar nicht ob diese Göttlichkeit weiblich ist.
Wir können diese Aspekte zu unserer Stärkung heranziehen und darauf auch unsere Kraft aufbauen, aber nicht sagen, das eine ist dem anderen unterlegen/überlegen. Da begibt man sich einfach auf dieselbe Stufe, auf genau das gleiche Niveau, wie diese Großkotzmänner mit ihren herabwürdigenden Sprüchen und Denken. Es ist nichts, aber auch nichts anderes, nur eben von der Frauenseite aus gesehen.
Liebe Grüße von mir
die überlegenheit kommt auf den zusammenhang an.
ich verstehe weibliche überlegenheit als die fähigkeit leben auf die welt zu bringen - damit auch eine natürliche verbundenheit zum leben.
daher auch die natürliche macht.
das mit den dominanten müttern ist mir persönlich fremd. haben aber viele frauen erlebt. wäre interessant das mal näher zu beleuchten. ob diese frauen nur innerhalb der familie tyrannisch waren oder auch gesellschaftlich, im beruf? ob das aus frust war oder ob diese frauen erfüllt und erfolgreich waren?
für mich war die dominanz der mutter als kind schwierig. und sie war eher eine frustrierte person. und eine aussergewöhnliche frau. aber es war später für mich immer klar, dass ich das alpha-tier bin. habe auch keine probleme gehabt, meine interessen durchzubringen - hab mir wohl eher nischen gesucht, wo es nicht viele alte verkrustete strukturen zu überwinden gab. ich hab immer gewusst, dass ich macht habe.
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