literatur
Bin mit meiner Literatur und SM-Szene Recherche auf mehrere interessante Frauen gestoßen. Durchweg submissiv, selbstbewusst, gebildet, orginell. SM als Livestyle, als Zugeständnis, dunkle Begierden und extremes sexuelles Verlangen auszuleben.

Ein Beispiel, Daniela Schreiter, Comiczeichnerin, mit fuchskind.de. Ein anderes Beispiel: Cornelia Jönsson, Autorin. Lese gerade ihr Buch "111 Gründe SM zu lieben".
Hier ein Auszug aus dem Buch, der meine Gefühle nicht zu 100% deckt, dem aber schon sehr nahe kommt, was auch ich fühle, erlebe, ersehne und empfinde.
Seite 69/70 - Zitat Anfang:
"...Dies ist das Mysterium meiner Sehnsucht: Ich will die große, tiefe Liebe, klar. Ich will Zärtlichkeit, Zuneigung, Fürsorge, Aufmerksamkeit. Ich will warmes Lächeln und sanfte Worte, ich will liebevolle Umarmungen, ich will kuscheln, schmusen, mich anlehnen, anschmiegen, ich will Geborgenheit und Sicherheit. Soweit gehe ich konform mit den meisten Vanillas, die ich kenne.
Ich habe aber gleichzeitig auch dieses unauslöschliche Verlangen nach Bestien. Ich möchte meinem ganz persönlichen Alptraum begegnen, ich möchte meine eigene Hölle betreten, dem schieren Schrecken in die Augen sehen, ich möchte das Banal-Böse und das Perfide-Gemeine, ich möchte den seelenlosen Seelenmörder, ich möchte die schlichte Gewalt und die subtile Brutalität. Ich will manchmal die ganz schlimmen Gefühle: Angst, Scham, Erniedrigung, Schmerz, Einsamkeit, Trauma.

Vielleicht könnte ich ein paar gute Psychologen aufsuchen, die mir mein düsteres Verlangen wegtherapieren, damit ich fortan nur noch an weichen Federn Freude fände und nicht mehr am Nagelbett. Aber eigentlich sehe ich dazu keine Veranlassung.
Denn es gibt sie ja zuhauf, diese wundervollen Menschen, die es schaffen, mir beides zugleich zu geben, das Gute und das Schlechte, das Sanfte und das Harte, die Liebe und die Verachtung, die Sicherheit und die Furcht. Ich mixe ihre zeitgleich verabreichten Gegensätze in meinem alchemistischen Körper zu reiner, klarer Lust.
Solange es sie gibt, diese Menschen, die mich an der Hand halten, während sie mich in meinen eigenen Abgrund stoßen, die mich aufmerksam im Blick behalten, während sie mich meiner tiefsten Einsamkeit ausliefern, die mich mit allem, was ich brauche, versorgen, während sie mich missbrauchen, die sprungbereit sind, um meine Panik einzufangen, falls sie sich von meiner Leine losreißt - solange es diese zauberhaften Hüter meiner Unversehertheit gibt, die mir nicht nur durch ihre Hilfestellung desn sicheren Weg in wesentliche, archaische Situationen - und den Weg hinaus - zeigen, sondern die mich außerdem eine sexuelle, erotische, emotionale Erfüllung erleben lassen, die ich mir niemals erträumt hätte in meinen düsteren Vanilla-Tagen - solange diese Wundermenschen nicht aussterben, liebe ich meine abwegige Sehnsucht."
Zitat Ende.





