Samstag, Juni 13, 2009

literatur

Bin mit meiner Literatur und SM-Szene Recherche auf mehrere interessante Frauen gestoßen. Durchweg submissiv, selbstbewusst, gebildet, orginell. SM als Livestyle, als Zugeständnis, dunkle Begierden und extremes sexuelles Verlangen auszuleben.



Ein Beispiel, Daniela Schreiter, Comiczeichnerin, mit fuchskind.de. Ein anderes Beispiel: Cornelia Jönsson, Autorin. Lese gerade ihr Buch "111 Gründe SM zu lieben".

Hier ein Auszug aus dem Buch, der meine Gefühle nicht zu 100% deckt, dem aber schon sehr nahe kommt, was auch ich fühle, erlebe, ersehne und empfinde.

Seite 69/70 - Zitat Anfang:

"...Dies ist das Mysterium meiner Sehnsucht: Ich will die große, tiefe Liebe, klar. Ich will Zärtlichkeit, Zuneigung, Fürsorge, Aufmerksamkeit. Ich will warmes Lächeln und sanfte Worte, ich will liebevolle Umarmungen, ich will kuscheln, schmusen, mich anlehnen, anschmiegen, ich will Geborgenheit und Sicherheit. Soweit gehe ich konform mit den meisten Vanillas, die ich kenne.
Ich habe aber gleichzeitig auch dieses unauslöschliche Verlangen nach Bestien. Ich möchte meinem ganz persönlichen Alptraum begegnen, ich möchte meine eigene Hölle betreten, dem schieren Schrecken in die Augen sehen, ich möchte das Banal-Böse und das Perfide-Gemeine, ich möchte den seelenlosen Seelenmörder, ich möchte die schlichte Gewalt und die subtile Brutalität. Ich will manchmal die ganz schlimmen Gefühle: Angst, Scham, Erniedrigung, Schmerz, Einsamkeit, Trauma.



Vielleicht könnte ich ein paar gute Psychologen aufsuchen, die mir mein düsteres Verlangen wegtherapieren, damit ich fortan nur noch an weichen Federn Freude fände und nicht mehr am Nagelbett. Aber eigentlich sehe ich dazu keine Veranlassung.
Denn es gibt sie ja zuhauf, diese wundervollen Menschen, die es schaffen, mir beides zugleich zu geben, das Gute und das Schlechte, das Sanfte und das Harte, die Liebe und die Verachtung, die Sicherheit und die Furcht. Ich mixe ihre zeitgleich verabreichten Gegensätze in meinem alchemistischen Körper zu reiner, klarer Lust.
Solange es sie gibt, diese Menschen, die mich an der Hand halten, während sie mich in meinen eigenen Abgrund stoßen, die mich aufmerksam im Blick behalten, während sie mich meiner tiefsten Einsamkeit ausliefern, die mich mit allem, was ich brauche, versorgen, während sie mich missbrauchen, die sprungbereit sind, um meine Panik einzufangen, falls sie sich von meiner Leine losreißt - solange es diese zauberhaften Hüter meiner Unversehertheit gibt, die mir nicht nur durch ihre Hilfestellung desn sicheren Weg in wesentliche, archaische Situationen - und den Weg hinaus - zeigen, sondern die mich außerdem eine sexuelle, erotische, emotionale Erfüllung erleben lassen, die ich mir niemals erträumt hätte in meinen düsteren Vanilla-Tagen - solange diese Wundermenschen nicht aussterben, liebe ich meine abwegige Sehnsucht."
Zitat Ende.

Dienstag, Juni 02, 2009

schon lange



hab schon lange nicht mehr geschrieben. beschäftige mich sehr viel mit sm in letzter zeit. theoretisch und praktisch. und wieder mal ist es eine ganz andere geschichte, wenn man was selber macht als nur drüber zu hören und zu lesen.

habe am wochenende leute kennen gelernt, die auch innerhalb der "sm-szene" ganz andere wege gehen wollen. ich mein klar, der klassiker ist ja doch wohl, mann hält sich frau, die tut was er will und ihr gefällt das. oder hat ihr zu gefallen. wenn es ihr nicht gefällt tritt automatisch paragraph eins in kraft. sie hat ihren meister zu erfreuen. der andere klassiker: ein im alltag mächtiger mann geht zu einer bezahl-domina. beides gibt es. aber noch eine menge, menge anderer sachen. klar gibt es auch irre. aber wo nicht.

es ist ziemlich lustig, die verschiedenen strömungen im sm zu beobachten und dann leute kennenzulernen, die einfach ihr ding machen, ganz abseits auch von festen regeln der subkultur. das ist das eine. in den usa gibt es strömung, die die abkürzung sm mit "sex magic" aufschlüsselt. dieser spur werde ich nachgehen. in deutsch hab ich dazu wenig literatur gefunden bisher.



das ist einfach so der trip im bewusstsein, wie sich der bewusste geist auflöst, was da für räume frei werden. und energien entstehen und fließen. rein körperlich und drum herum, also das equipment meine ich, spielt eine sehr wichtige rolle. fast alle sm-ler sind extrem phantasievoll im entwickeln von szenarien. es gibt klassische vorlagen, wie "die geschichte der o", neuere bücher, was andere so treiben oder auch ganz eigene ideen.

ich hab auch gemerkt, dass es bei nicht sm-menschen keine ablehnung in dem sinne gibt, es ist aber sowas "wie kein anschluss unter dieser nummer". sie haben einfach diese veranlagung nicht, und können es sich nicht vorstellen. deswegen ist diese veranlagung noch lange nicht krankhaft. (also, ich sage jetzt "wir") wir sind, was das ettiket "krank" betrifft da, wo die homosexuellen vor 40 jahren waren. auch eine dimension. und von wegen "kein anschluss unter dieser nummer". ich kann mir um die burg nicht vorstellen, was der dominante part davon hat. kann mich da überhaupt nicht reinfühlen. mich würde das langweilen. find ich auch lustig. dass ich das nicht nachvollziehen kann. viele in der szene können beide parts.



was ich aber definitiv sagen kann, alle die sm praktizieren, haben das schon immer als phantasie und sehnsucht in sich gehabt, von den ersten sexuellen gedanken an. warum weiß keiner genau. es hat auch statistisch nichts mit missbrauch oder sonstigen gewalterfahrungen zu tun. auch wieder so eine parallele zur homosexualität.