Freitag, Juli 31, 2009

keine sorgen

Gut, es gibt anscheinend Unstimmigkeiten in der Interpretation meines Fotos. Unglücklich, tieftraurig, verzweifelt lauten da zwei Meinungen.

Also, meine Lebenssituation:
Das allerschönste ist meine zauberhafte Enkelin. 3 Jahre alt, blond und zuckersüß. In der Spielwarenabteilung gefallen ihr Hubschrauber am besten. Wundervoll.
Meine Wohnung ist neu, wunderbar, erst ganz neu renoviert worden, modern, neu möbliert, meine Lieblingsspielsachen sind drin (Bücher, DVDs, Tarotkarten, Computer) ich fühle mich super wohl und habe einen magischen Balkon.
Meine Arbeit, ist stressig, kostet mich viel meiner Zeit, ich mag sie sehr, ist mein Traumjob, ich verdiene gut.

Habe keine Schulden, kann mein ganzes Geld so für mich verwenden, wie es mir passt.
Freizeit, ja wenig. Wenn dann, gerne in meiner Wohnung entspannen, DVDs kucken, Tarot legen, Bücher lesen, München anschauen, Freundinnen treffen. Morgens Sport, Laufen oder Gymnastik. Nach Waldkraiburg zu Oma und Mama fahren, eine Freundin besuchen, ratschen. Meinen Sohn und seine Familie besuchen. Geschichten schreiben, Internet surfen. Wohnung putzen und aufräumen. Nach Düsseldorf fahren, eine schöne Zeit haben, Essen gehen, Shoppen gehen, Spaß haben, Sex haben, zwei wunderbaren Menschen auf vielfältigste Arten näher kommen.

Zwischendurch: Müde sein, mich fragen, ob es nicht schöner wäre, Millionärin zu sein und nicht mehr arbeiten zu müssen, den Bandscheibenvorfall im Nacken ausheilen, der schon viel besser geworden ist. Sehnsucht danach haben, den ganzen Tag zu machen was ich will, das wäre in die Berge fahren, Baden gehen im Moment. Überlegen, ob ich nicht ganz was anderes machen kann/soll.

Wie kommt es zu einer solchen Interpretation von manchen von Euch? Das Bild ist neutral. Ich lache nicht, ich weine nicht. Find ich interessant...

Freitag, Juli 24, 2009

zwischenphase

Brauche ein neues Profilbild, bin bei weitem nicht mehr so mager. Sonst, ja. Gefühlt: nur noch in der Arbeit und auf der Couch DVDs kucken. Ich blicke vor und zurück und stelle fest, eine Menge hat sich getan. Ist wohl das Auge des Hurrikans grad. Mal wieder.



Zurück: bin nach München umgezogen, habe neuen Job, lebe wunderbare ménage à trois, lebe ganz unverschämt meine Sexualität aus, erobere neues Terrain.



Vor: mache vorraussichtlich neue Projekte in der Arbeit, fliege im Oktober 3 Wochen nach Indonesien, werde in meinem neuen Alltag heimisch, schreibe sm Geschichten, lerne in Astrologie dazu, lasse es mir gut gehen.

Freitag, Juli 17, 2009

weit weg und ganz nah

SM wieder ganz weit weg. Eine feste Dauerbeziehung ständig tät mich irre machen. Man fällt in diese Sub-Space-Trance. Die ist nach so ca. 10 Tagen wieder weg. Ich brauche diese Welle.



Hatte Bandscheibenvorfall im Hals. Musste aber nach einer Woche wieder arbeiten, weil ich noch in der Probezeit bin, meine Abteilungsleiterin meine Freundin ist und es bei uns "gebrannt" hat. Statt Schonung Überstunden inkl. Wochenendarbeit. Trotzdem ist der Schmerz fast weg. Will jetzt nicht das Überarbeiten glorifizieren. Mache mir Gedanken über mein Verhältnis zu Lohn, Arbeit und Leistung. Stelle bei anderen fest, dass da familiäre Prägungen eine Rolle spielen. Klar.



Werde weiter forschen. Wie krieg ich die optimal Balance? Ich weiß, dass es mich nicht glücklich macht, wenn ich tagein, tagaus am Strand im Liegestuhl hocke und Schirmchencocktails saufe. Ich arbeite gerne - Probleme lösen, etwas schaffen, Kontakt mit Kollegen. Was mich ganz furchtbar nervt, ist das Gefühl des eingesperrt Seins. Also, dass ich nicht frei entscheiden kann, heute arbeite ich oder heute fahre ich zum Chiemsee.



Glücksgefühl der Woche: Sonnenuntergang, die Hummeln an Anisysopblüten, blühender Oregano, zirpende Grillen. Alles von meinem Balkon aus. Mitten in München. Sehr geil.

Sonntag, Juli 05, 2009

schlaflos

Ist eine gute Zeit, jetzt um 4 Uhr morgens, einmal die Verbindung zwischen meinen Auffassung von Feminismus und meinem Praktizieren von sm zu beschreiben.



Der Verbindungspunkt von sm und Feminismus, ist der, dass ich meine Sexualität total entdecke und auslebe, meine, innere, ohne mich an dem zu orientieren, was Männer wollen oder sexy finden. Das wirkt widersprüchlich, sind es doch die Männer, die Frauen gerne willig und submissiv haben wollen. Es geht darum, dass es ihre Sicht ist, dass sie den Rahmen und Grenzen vorgeben. Meiner Erfahrung nach wurden mir die Grenzen meiner Sexualität eng gesetzt. So ein starkes Begehren wie meines macht den meisten Männern Angst, so kam es gar nie zu einer Gelegenheit es auszuleben, es wurde immer beschnitten und regelmentiert. Das ist nicht so lustig wie sm. Also sei so submissiv wie ich es aushalte. Ich möchte jetzt auch nicht dem einzelnen Mann eine "Schuld" zuschieben. In gewisser Weise spiegelten sie meinen eigenen Standpunkt, meinen eigenen Umgang mit meiner Sexualtät. Dass es so leicht ging und so ausweglos war, liegt auch an den gesellschaftlich vorgegeben Strukturen, die unsere Psyche immer wieder wie Wasserstrudel erfassen und vor dem erkennen der eigenen Wahrheit abbringen. Also: die Kritik an dem etablierten Rollenverhalten.

Um richtig sm leben und erleben zu können muss der dominante Part unglaublich einfühlend sein, sehr viel über Körper und Psyche wissen und sich auf den submissiven Partner absolut einlassen. Das ist also ganz was anderes als das rauslassen von Aggressionen, blinde Wut und Gewalt. Langsames kennenlernen, Vertrauen entwickeln, Zuneigung gehören da unbedingt dazu. Und es geht um das nähern an Grenzen und das überschreiten der selben. Ein total sensibler Vorgang. Um das zu können, müssen beide Parts erstmal überhaupt ein Gefühl für die eigenen Grenzen und die des anderen haben. Also ein komplett andere Dynamik als bei einer dysfunktionalen, von Gewalt beherrschter Beziehung.

In meinem Fall war es mir nicht möglich, mich einem einzelnen, männlichen Top (also dominaten Mann) anzuschließen. Ich habe durchaus mit einigen kommuniziert, aber sie hatten diese unglaublich üble übergriffige Tour drauf. Also - kein Anschluss unter dieser Nummer. Sie verwechselten durchweg eine sexuelle Neigung mit der gesamten Person. Oder wollten einfach ihr Programm durchziehen, ohne Rücksicht, wer ich überhaupt bin. Das ist so der Punkt, dass ich froh bin, schon so reif zu sein, ich denke vorher hätte es mir einiges an schlechten Erfahrungen gebracht. Jetzt ist schon Schluss nach spätestens der 2. E-Mail. Lustig ist in dem Zusammenhang, dass die von mir im letzten Post zitierte Autorin Cornelia Jönnson in einem Interview sagte, sie würde keine hetero-sm-partys mehr besuchen, da ihr die Männer dort zu übergriffig wären. Da es natürlich viele funktionierende 2-er sm Beziehungen gibt, gibt es auch Männer, die das durchschauen. Aber ich hoffe, es gibt auch viele Frauen, die nur machen, was sie wirklich wollen und was ihnen gut tut.



Zur Lösung meines Dilemas habe ich nach einem Paar gesucht. Das hat auch wunderbar funktioniert und ist genau in meinen Parametern. Die Nähe ist nicht aufdringlich, sondern entwickelt sich. Ich kann meine Liebe zu Frauen ausleben. Beide sind zudem schon sehr erfahren mit sm. Es gibt natürlich auch die nette Möglichkeit, zusammen mit einem festen Partner anzufangen seine Neigungen auszuleben und zu erforschen. Das ergibt sich aus den Umständen und was so passiert im Leben. Bestimmt nicht der schlechteste Weg. Bei mir eben so und es passt mir hervorragend. Ich steh eben einfach überhaupt nicht auf feste 2-er Beziehungen, ob jetzt mit oder ohne sm.

Von vorne herein haben wir geklärt, schon im ersten Gespräch, dass wir eine Trennung haben, zwischen Alltag, dem gesamten Menschen als solches in all seinen Schattierungen und dem sexuellen Spiel. Das heißt, es besteht eine grundsätzliche Achtung mir gegenüber, und genau die ermöglicht mir erst, mich im Spiel fallen zu lassen und zu vertrauen. Es ist einfach völlig klar, dass meine submissive Neigung rein sexueller Natur ist, im restlichen Leben geht das garnicht. Und macht vor allem Null Spaß. Umgekehrt ist es völlig klar, dass die beiden im restlichen Leben absolut mitfühlende und hilfsbereite Menschen sind, niemals Genuss daran hätten, jemand gegen seinem Willen irgendetwas zu leide zu tun, oder ein Tier zu quälen oder irgendwelche kranken Psychospielchen zu spielen oder ähnliches.

Was uns verbindet, wir haben uns eben entschieden gegen die gängigen Konventionen unsere sexuellen Wünsche und Fantasien auszuleben. Sie machen das schon ein paar Jährchen länger auf die Art, ich stehe grad am Anfang der Reise. Es ist eine unglaubliche Erfahrung und es entwickeln sich Dinge und Gefühle, von denen ich trotz meiner submissiven Fantasien, die ich schon immer hatte, keine Ahnung hatte. Umgekehrt ist es sicher auch so, dass eine Frau diese Fantasien hat, und wenn sie sie auslebt, sie merkt, dass sie es doch nicht will. Da ist eben auch ein besonderer Knackpunkt. Ist eine Frau in der Gesellschaft die primär als unterlegene definiert, hat sie gar keine Möglichkeit, ein "nein" erfolgreich zu formulieren. In meiner Welt hat eine Frau einfach das Recht sich zu probieren, egal wie und alles hat sofort auf "stopp" zu gehen, wenn sie sagt "stopp".



Und - wie schon eingangs beschrieben - ist es denke ich ein Mythos, dass es den starken überlegenen Mann gibt, der sich Frauen wünscht, die ihm blind alle sexuellen Wünsche erfüllen. Ich habe Männer eher als sexuell überfordert, frustriert und deswegen als aggressiv wahrgenommen. Diese Aggression ist reine Angst vor Sexualität und nicht Ausdruck der selben. Es ist bekannt, dass es als gesellschaftlich akzeptabel gilt, eine "brave, keusche" Frau zu heiraten, um dann woanders eine zu bezahlen, heimlich. Und bei submissiven Männern ist es ja nochmal was anderes. Lust an der Demut wird mit Schwäche gleich gesetzt. Und die siedelt man doch gerne in erster Linie bei Frauen an... Ich denke submissive Männer werden gesellschaftlich noch ein bisschen mehr verachtet. Sozusagen verdoppelte Frauenverachtung: ein Mann der freiwillig so schwach ist wie es angeblich nur eine Frau sein kann...

Rollenverhalten: dominante Frauen. Fast jeder glaubt, eine Feministin wird, wenn dann, automatisch Domina. Auch falsch. Im Feminismus geht es nicht um das Beherrschen vom Männern, sondern um die eigene freie Entfaltung, das Sprengen und Aufweichen von Rollenklischees, das Erspüren vom eigenen Selbst jenseits des für das jeweilige Geschlecht als gesellschaflich akzeptabel definiertem Verhaltens.

Die Feministinnen der ersten Generation haben klar aufgezeigt, welche Mechanismen das sind, wie sie funktionieren, und wie frau sie aushebelt. Die Feministinnen der jetzigen Generation sind klar dabei, sich darin einzurichten und bringen massiv ihre eigenen Vorstellungen von Sexualität mit ein. Es geht wild zu, und der Unterschied ist, es ist nicht die Sexualtät, die Männer für uns nett finden, sondern es ist die, die uns gefällt.