gruppe
Auch wieder eine alte Geschichte. Ich finde es schön, gewisse Gruppen anzuschauen. Gothics, Punks und so zum Beispiel. Ich finde sie interessant. Ich will aber nicht dazugehören. Ich will von allem ein bisschen. Ein lebendes Puzzle eben.

Klar: jede Gruppe schließt ab, schließt aus. Schafft aber Identität und Geborgenheit. Konnte mich nie vollständig dazu hinreißen. Ist das ein Vergangenheitstrauma? Mich gruselt es nämlich, wie weit Gruppenzugehörigkeit gehen kann. Andererseits wirkt bestimmt ein alter Mechanismus, der sagt: als Einzelne überlebst du nicht. Oder schwer.

Noch einige Gedanken zur Vergangenheit. Ich war ja auf einer Burg, im virtuellen Mittelalter. Gab die Gesellschaft die Freiheit des Einzelnen für den Schutz des Einzelnen auf? Oder besser gesagt der Einzelne seine Freiheit, die auch Schutzlosigkeit bedeutete. Der Preis des Schutzes war Unterwerfung. Schutz bieten konnte, wer Macht hatte. Aber im Prinzip ist das ja alles Blendwerk. Unter dem Deckmantel des Schutzes schickten die Mächtigen ihre Schutzbefohlenen massenhaft ins Grab oder zumindest ins Elend.

So hat Matriarchatsforschung im Grunde damit zu tun, eine Gesellschaft zu entwerfen, die Schutz anders versteht. Ich denke wirklich, dass sie entwirft. Das imaginierte goldene Zeitalter existierte womöglich niemals. Aber aus alten Fragmenten und Wünschen lassen sich neue Zukünfte basteln. Das ist auch der Grund, warum Geschichte im akademischen Sinne immer Quatsch ist. Es ist unmöglich, die Vergangenheit aus unserer heutigen Sicht zu erklären. Es ist alles nur virtuell und hat nur was mit unserer Gegenwart und Zukunft zu tun.















