30. November 2003 Sonntag 19:03 Uhr Tag 7

 

Was ich unbedingt bald tun muss: eine Extra-Seite mit meinen Quellen anfertigen. Ich arbeite indem ich die verschiedensten Tarot-Decks miteinander vergleiche und mir dann eine eigene Meinung bilde. Ich stehe auf den Schultern von meinen VorgängerInnen. Dazu kommt noch meine Erfahrung und mein Wissen.

Ganz konkret fallen mir die Unterschiede zwischen patriarchalen und matriarchalen Tarots auf, zwischen der Art und Weise wie Männer und Frauen Leben und Magie unterschiedlich sehen. Nun kommt es wieder zu dem üblichen Bekenntnis: ich habe nix gegen Männer an sich. Es nützt aber meiner Meinung nach einer Frau nichts, wenn sie sich gerade in Esoterik und Magie nach männlichen Vorgaben und Lehrern richtet. Das wird unseren Anlagen und Fähigkeiten einfach nicht gerecht. Das ist einfach eine andere Baustelle. Um die sollen sich die Männer aber selber kümmern, ohne mich als unterstützende Energiegeberin. Dann schaun mer mal....

Das finden der eigenen Kraft und Energie ist auch das Thema der 4 Schwerter. 4 ist die Zahl, die in den Raum verweist, ein Viereck bildet. Im Falle der Schwerter, die für Luft und den Intellekt stehen ergibt sich ein Raum der Stille, in dem durch öffnen des Geistes Klarheit entstehen kann.

Bei Crowley heißt die Karte "Waffenruhe". Ich habe tagelang überlegt, ob für mich überhaupt das Symbol der Schwerter für Luft in Frage kommt. In vielen Decks sind die Schwerter sehr unglückliche Karten, haben Kriegssymbolik. Margarethe Peterson wählte als Symbol die Federn. Finde ich ziemlich klug. Dennoch habe ich mich entschieden bei den Schwertern zu bleiben. Der Luft-Geist hat einfach etwas unterscheidendes und damit trennendes. Das ist ja auch erst mal nicht negativ, sondern an der richtigen Stelle notwendig. Zurück zur Waffenruhe; in der Deutung wird behauptet, es sei ein vorübergehender Rückzug (in den geschützten Raum sich aus der 4 ergibt). An der Situation würde er nichts verändern, es wäre lediglich eine "Kampfpause".

Im Motherpeace-Tarot dagegen ist die 4 der Schwerter grundsätzlich eine Pause in einem geschützten Raum, der zu Meditation und zum Ziehen kosmischer Energien dient.

Genau diese Pause, dieses verweilen in der "Stille" ist es, die unsere Einstellung gegenüber einer schwierigen Situation so ändern kann, dass wir sie lösen und auflösen können. Wichtig ist auch, dass es keine rein "rationale" Überlegung ist, die da im stillen Kämmerlein vor sich geht. Es ist eine innere Stille, in der sich wahrer Wille entfalten kann und ein verbinden mit kosmischer Energie, das die Kraft, liefert zurück in die Welt zu gehen und das Problem zu lösen.

 

 

Der Himmel ist verschwommen und trüb, die Situation ist unklar. Es bleibt der Rückzug in den Turm, in den geschützten Raum auf dem Berg, weg vom Geschehen. In dem Turm auf dem Berg kann in der Stille die Verbindung mit dem inneren und dem kosmischen Selbst stattfinden.
 


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